... und dann wurde es ein Städtetrip ... (Venedig 09.10.-14.10.)

  • Sonntag, 10. Oktober 2021 - II


    Am Markusplatz






    Von hier hat man auch einen schönen Blick auf die kleine Insel San Giorgio Maggiore





    Dreht man sich um sieht man die berühmte Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri)





    ... und gleich dahinter das Luxushotel Danieli. Wobei sich mein Auge eher auf die Fenster richteten





    Hier tummeln sich Menschenmassen, obwohl es sicher Leute gibt, die mir sagen, schlimmer geht immer. Noch fehlen die Aussereuropäer, man hört viel Deutsch, Französisch, wenig englisch - und Schwyyzerdüütsch. Man hat das Gefühl, die Hälfte der Schweiz sei gerade hier. Wobei es natürlich nur etwas über 340km in die Schweiz sind.





    Ich nehme nun den Wasserbus und fahre um die halbe Insel bis zu meinem Hotel. Ich beginne die Lage des Hotels wirklich zu schätzen, halten doch fast alle Vaporettos vor dem Hotel, ich muss nur über eine Brücke.


    Wir fahren an den Inseln Giudecca vorbei, hier steht die ehemalige Molino Stucky, eine von einem Schweizer erbaute Mühle, vor dem 1. Weltkrieg eine der modernsten und produktivsten Kornmühlen Europas. Nachdem sie viele Jahrzehnte leer stand, beherbergt sie heute Wohnungen, ein Kongresszentrum und ein Hotel.





    Kleine Siesta im Hotel, dann gehe ich gegen 16:30 wieder los, diesmal links vom Hotel weg, einem kleinen Kanal entlang, letztendlich wieder Richtung San Marco.





    Mein Weg führt mich über einen Platz, wo ein grosser Chor gerade ein kleines Platzkonzert gibt, als ich komme singen sie gerade wunderschön den Gefangenenchor aus Nabucco, gefolgt von der italienischen Nationalhymne.




    Der Schriftsteller Niccolo Tommaseo



    Der Revolutionär Daniele Manin






    Wieder nehme ich den Wasserbus zurück zum Hotel, deponiere den Rucksack mit Kamera und gehe wieder zu dem kleinen Kanal, wo ich ein paar nette Restaurants gesehen habe. Heute gibt es Spaghetti vongole, Leber mit Polenta venezianische Art und ein göttliches Tiramisu. Besser, reichlicher und preiswerter wie gestern im Nobelrestaurant.

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  • Ja, Venedig, da werden Erinnerungen wach....Lang ist es her, als wir das letzte Mal dort waren. Etliche Male haben wir diese Stadt besucht, mal länger, mal kürzer, ab und zu waren wir nur mal einen Tag dort......
    Irgenwann einmal sind wir dann nicht mehr hingefahren.
    Habe schon lange nicht mehr an Venedig gedacht, dieser Bericht weckt wieder ein bischen die Sehnsucht nach Venedig....
    Danke.


    :) :) :)

  • Hallo @Arctica
    so schöne Fotos von Venedig, vielen Dank !!! :thumbup: Das erinnert mich an meine Reise im April 2019. Damals war ich mit meiner Schwester auch 5 Nächte in dieser wunderschönen Stadt. Wir haben unseren Tag danach geplant, ob ein Kreuzfahrtschiff in der Stadt war oder nicht. An einem Tag waren es sogar zwei. Da haben wir uns auch nur in den kleinen Gässchen aufgehalten oder auf den anderen Inseln. Am Abend wurde es dann wieder etwas ruhiger und wir konnten Venedig wieder genießen.
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. :winki:

  • Montag, 11. Oktober 2021


    Ich habe wieder lausig geschlafen, keine Ahnung warum. Morgens geht mein erster Blick aus dem Fenster und ich beobachte die Boote, die alle Güter in die Stadt fahren.





    Nach dem Frühstück möchte ich los, mit dem Vaporetto nach San Marcus, zur Besichtigung des Dogenpalastes. Da man nicht mit Rucksäcken rein darf, und ich nicht weiss, wie gerne grosse Kameras gesehen sind im Palast, nehme ich heute nur die kleine Lumix mit (es soll sich herausstellen, dass man kleine Rucksäche mitnehmen darf, nicht aber grössere und auch nicht grössere Taschen).


    Soweit der Plan - bis ich an der Haltestelle stehe und feststellen muss - 24 Stunden Streik :thumbdown: . Also den Weg wieder unter die Füsse genommen, im zick-zack durch die Stadt, bis San Marco. Um die "fast lane" zu nutzen habe ich mir das Eintrittsticket bereits online gekauft. Trotzdem hat es eine ziemliche Schlange und ich muss rd. 45 Minuten anstehen. Ohne Ticket hat es nur unwesentlich länger gedauert. Allerdings war das wohl nur montags, an den anderen Tagen konnte ich beobachten, dass an der "fast lane" niemand anstand. Ohne Ticket kann es aber durchaus zur Hochsaison zu drei bis vier Stunden Wartezeit kommen.


    Als erstes muss man den Covid-Pass zeigen und es wird Fieber gemessen.


    Gemütlich schlendere ich durch den Palast.








    Manche Säle sind gigantisch, wie hier der Saal vom grossen Konzil





    Vom Palast wurden die Verurteilten über die Seufzerbrücke ins Gefängniss oder zur Hinrichtung gebracht. Den Namen Seufzerbrücke bekam sie, weil man sich vorstellte, dass die Gefangenen seufzend zum letzten Mal Tageslicht und die Lagune sehen. Die Brücke ist in der Mitte durch eine Mauer geteilt, so dass diejenigen die ins Gefängnis gebracht wurden, nicht die Anderen sahen, die zur Gerichtsverhandlung gebracht wurden.




    Blick von der Seufzerbrücke



    Die Gefängnissanlage ist in der Tat riesig


    Es werden Führungen angeboten, man kann auch selbst per Audioguide durch den Palast - oder wie ich, ganz ohne Führung, alle Räume und Exponate sind mehrsprachig gut ausgeschildert.


    Für den Markusdom habe ich nach so viel Kultur erst mal keine Lust, habe ja noch Zeit, so dass ich mich in die Warteschlange zur Fahrt auf den Campanile einreihe. Das Ticket kann man nicht im Vorverkauf erwerben, die Schlange ist allerdings nicht sehr lang und schon nach rd. 20 Minuten bin ich am Eingang. Wieder CovPass zeigen und Fiebermessen. Mit dem Ticket erwirbt man eine FFP2 Maske, die man tragen muss, da man mit einigen Menschen Lift fährt, auch wenn der Lift nicht mit voller Kapazität fährt.





    Von hier sieht man gut die Wasserstrassen in der Lagune


    Ich spaziere langsam Richtung Hotel und genehmige mir unterwegs einen Apérol Spritz, mit Blick auf den Canale Grande und die Rialtobrücke. Apérol Spritz ist das angesagte Getränk, alle trinken es zu jeder Tageszeit, egal ob zum Apéro oder zum Abendessen.


    Danach suche ich den Palazzo Contarini del Bovolo, der ganz in der Nähe sein soll. Bekannt ist der Palast durch sein rundes Treppenhaus. Man könnte ihn besichtigen, allerdings sind die Tickets nur im Internet erhältlich.




    Überall in der Stadt sieht man die bereitstehenden Fussgängerstege, die bei aqua alta (Hochwasser) zum Einsatz kommen.


    Im Hotel angekommen gibt es eine kleine Siesta, nach den zwei schlecht geschlafenen Nächte und dem vielen Laufen bin ich hundemüde. Am frühen Abend suche ich mir ein nettes Restaurant, heute gibt es eine leckere Fischsuppe, Nudeln mit Shrimps und einem gebackenen Fisch, später gibt es noch ein Bierchen an der Hotelbar.




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  • Naja, Bilder, die irgendwo veröffentlicht werden, kopiere ich sowieso erst mal, damit dem Grundbild nichts passiert. Dann mit der Stapelverarbeitung den Text rein und fertig ist es ;)

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  • Dienstag, 12. Oktober 2021


    Im Gegensatz zu den beiden Nächten zuvor habe ich göttlich geschlummert und wache erst kurz vor acht auf. Offensichtlich habe ich mich an die Geräusche vom Kanal gewöhnt.


    Nach dem Frühstück mache ich mich auf und fahre mit den Vaporetti zur Insel Burano, wobei ich nur einmal umsteigen muss.




    Die Päckchen kommen auch schon...



    Die Friedhofsinsel San Michele



    Wir fahren an Murano vorbei und sehen in der Ferne den Flughafen



    Kleine Inseln mit der Klosterruine Madonna del Monte




    Schon kommt Burano in Sicht mit seinen eigenartig farbigen Häusern. Ich spaziere etwas durch die Gässchen und an den kleinen Kanälen entlang. Wenn ein Boot ankommt, ballen sich die Leute etwas, aber schon bald verläuft es sich. Burano ist bekannt für seine Nadel- und Klöppelspitzen. Es gibt ein kleines Museum über diese Handarbeiten, das ich gerne besucht hätte, leider ist es nur von Freitag bis Sonntag geöffnet.








    Der leicht schiefe Campanile von der Kirche San Martino


    An einem kleinen Seitenkanal finde ich ein ruhiges Plätzchen. Ich bestelle das Mittagsmenü, Gemüsesuppe, gebackenen Fisch mit Salat, zum Nachtisch gibt es vier leckere Kekse, eine Spezialität von dieser Insel.





    Fast alle Häuser haben Vorhänge vor der Tür.




    Ich beende meinen Rundgang, nehme das nächste Vaporetto und fahre zur Insel Murano



    Fortsetzung folgt...

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  • Schön, wie leer Venedig und seine Inseln derzeit noch sind, aber nicht zu leer, wie bei mir im letzten Jahr in der Ägäis.
    So kann man die Stadt und das Drumherum genießen.
    Geht es noch nach Torcello? Meine absolute Lieblingsinsel!
    Genieße es weiterhin und Danke für die tollen Eindrücke!!!

  • Geht es noch nach Torcello? Meine absolute Lieblingsinsel!


    Nein, da war ich nicht.



    Dienstag, 12. Oktober 2021 - II



    Ich spaziere etwas durch Murano, muss aber sagen, hier gefällt es mir gar nicht. Viele kleine Paläste in schlechtem Zustand, (Glas-) Farbrikgebäude und natürlich jede Menge Geschäfte, mit angeblichem Muranoglas. Viele der kleinen Dinge sollen mittlerweile aus Asien stammen, dazwischen gibt es natürlich auch tolle, echte Muranoglassachen, da löhnt man aber auch den entsprechenden Preis - grössere Glasvasen zum Beispiel sind da schon im vierstelligen Bereich, 2000 - 3000 Euro sind da keine Seltenheit.





    So entere ich schon bald ein Vaporetto - von Murano kann ich sogar einen direkten bis zum Bahnhof nehmen, wo ja auch mein Hotel ist. Ich setze mich erst mal vors Haus mit einem Bierchen und sehe dem Treiben auf dem Kanal zu. Etwas später steige ich wieder in den Wasserbus und fahre den Canale Grande runter bis San Marco, die ganze Kanalfahrt habe ich ja noch nicht gemacht. Ich finde auch ein Plätzchen am Heck, wo es wenige Stühle in einem kleinen Aussenbereich gibt..Die Stationen der Vaporetti sind im Kanal immer abwechselnd links und rechts, so dass man auf der gewünschten Seite aussteigen kann. Es gibt Leute, die fahren nur eine Station, schlicht um die Kanalseite zu wechseln. Ausser jeweils einer Brücke am Beginn und kurz vor dem Markusplatz und Rialtobrücke, gibt es ja keine Möglichkeit den Kanal zu überqueren.




    Die Terrasse der Familie Brunetti aus der Krimiserie




    Am Markusplatz steige ich aus, und spaziere Richtung Rialto, mein Plan ist, unterwegs eine Kleinigkeit zu essen, zumal ich ja mittags schon gefutter habe und bei Rialto das Vaporetto nach Hause zu nehmen. Das mit dem Essen ist gar nicht so einfach, fast alle Lokale haben gross gedeckt und möchten natürlich ein ganzes Menü verkaufen. Lustigerweise finde ich allerdings auf einem schönen Platz eine Eisdiele, in der es auch Pizza gibt - kein kulinarischer Höhepunkt, aber auf dem Platz noch draussen sitzen und Leute beobachten, hat ja auch etwas.


    Mittlerweile ist es dunkel. Ich spaziere weiter Richtung Rialto - oft sind an Plätzen oder Verzweigungen der Gassen Richtungspfeile - San Marco, Rialto, Bahnhof etc - aber oft verliert sich die Spur. Und Google Maps schwächelt bei den engen Gassen auch teilweise etwas. Jedenfalls stehe ich plötzlich vor einem dunklen Turm, schaue an ihm hoch und - HUCH - ich stehe vor dem Campanile. Als erstes muss ich an @Jobo denken, der mir schon drohte, ich würde mich auch mal verlaufen :D Aber ich bin etwas enttäuscht, der ganze Markusplatz liegt in absoluter Finsternis, sieht man von ein paar zwar hübschen, aber nicht sehr erhellenden Laternen ab. Naja, was solls, nehme ich halt den nächsten Wasserbus von hier aus.



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  • Ja, das museo storico navale hätte mich sehr interessiert, aber zumindest die Schiffshalle war wegen Renovation zu, wenn nicht das ganze Museum. Da gingen die Infos auf den Webseiten auseinander. So habe ich es auf einen eventuellen neuen Besuch verschoben.

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  • Mittwoch, 13. Oktober 2021


    Nach dem Frühstück fahre ich mal wieder mit dem Vaporetto nach San Marco, mir fehlt ja noch der Dom.



    Hin und wieder rast das Ambulanzboot den Kanal entlang, mit einer Sirene, die man schon
    lange hört und mit einem Tempo, das jeden Rettungswagen vor Neid erblassen lässt


    Der Eintritt in den Markusdom ist frei, nur fürs Museum und die Schatzkammer muss man zahlen. Diese Tickets kauft man aber erst nach Besichtigung des Doms. Trotzdem muss man wegen den Covidmassnahmen anstehen, die Schlange ist aber nicht lang und schon nach 25 Minuten bin ich am Eingang






    Für das Museum, mit Anstehen fürs Ticket habe ich wenig Lust. Daher spaziere ich zum Vaporettoanleger (diese Dinger werde ich vermissen) und ich fahre zum Lido. Ich spaziere die Hauptstrasse entlang, bis zum Strand. Dieser Strandabschnitt kostet im Sommer Eintritt, nur wenige Teile des Strandes sind frei zugänglich. Jetzt im Oktober ist es aber kein Problem und ich riskiere einen Blick aufs Meer







    Ich spaziere zurück zur Anlegestelle des Vaporetto, nicht ohne mir unterwegs ein Päuschen mit Eisbecher zu gönnen. Mit dem Vaporetto kann ich wieder direkt bis zum Bahnhof, respektive meinem Hotel fahren. Dabei hat man einen schönen Blick auf die Stadt.





    Nach einer kleinen Siesta gehe ich wieder los. Gleich an der Piazzale Roma (remember: wo die Busse ankommen) findet man eine der vier Brücken über den Kanal, die vom spanischen Architekten Santiago Calatrava erbaute Ponte della Costituzione, die die Piazzale Roma mit dem Bahnhof verbindet.





    Die Polizia kontrolliert den Bootsverkehr im Kanal


    Ich spaziere Richtung Innenstadt, mein Ziel ist heute ein Steakhouse - bei aller Liebe zu Fisch und Meeresfrüchten ist mir heute mal nach etwas, das von Vierbeinigem stammt.






    Kirche San Pantaleone




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  • Donnerstag, 14. Oktober 2021


    Abreisetag - ich kann mir Zeit lassen, um noch etwas zu unternehmen reicht es nicht mehr. Also gemütlich frühstücken, die sieben Sachen zusammenpacken und gegen 11 Uhr geht es Richtung Piazzale Roma, das Vaporetto lohnt sich nicht für eine Station. Hier muss ich etwas auf den Flughafenbus warten. Am Flughafen geht alles zügig, die Maschine hat leichte Verspätung.





    Die Piloten hatten sich zum Ziel gesetzt, die Verspätung von fast einer halben Stunde aufzuholen, was ihnen aber nicht gelingt. Dank einem hübschen Swing-over in Frankfurt (wenn das Flugzeug kurz vor der Landung auf die Parallelpiste wechselt) haben wir einen schönen Blick auf Frankfurt und das Waldstadion (für Frankfurter wird es immer das Waldstadion bleiben, egal welche Firma es gerade -arena oder -park nennt :whistling: )





    Fazit einer Stadt

    Venedig ist sicher eine sehens- und erlebenswerte Stadt und sicher habe ich vieles (noch) nicht gesehen. Trotzdem, wenn man so durch die Stadt bummelt macht man sich seine Gedanken - die Lage der Stadt ist natürlich aussergewöhnlich und macht sie zu einem Kuriosum. Aber genau das ist es, es gibt kaum ein örtliches Leben, die Einwohner wandern aufs Festland. Sieht man morgens die Vaporetti vom Bahnhof und der Busstation kommen, sind die voll wie eine japanische UBahn, die Leute kommen in die Altstadt zum Arbeiten. In der Stadt selbst wohnen nur noch rd. 50'000 Menschen. In den ganzen fünf Tagen habe ich einen einzigen kleinen Supermarkt gesehen, Geschäfte für das tägliche Leben gibt es kaum. Und die Oma, die ihre Wäsche vors Fenster hängt, findet es vermutlich auch nicht so prickelnd, bei ihrer Hausarbeit von Touristen fotografiert zu werden (bei solchen Szenen streikt übrigens meine Kamera). Dazu kommt der traurige Zustand, in dem viele Häuser und Paläste sind. Die müssten dringend saniert und renoviert werden. Aber wer bringt das Geld auf? Und was macht man mit den vielen geschlossenen Palästen? Hotels gibt es zur genüge, auch Museen. Wohnungen? Ist sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss, solange ich mühsam zum Einkaufen von der Insel muss. Nimmt man den Tourismus weg, die vielen Andenkenläden unterschiedlichster Güte plus die italienischen und internationalen Modelabel sowie die vielen auf Tourismus ausgelegten Hotels, bleibt von der Stadt - nichts ausser den Kulturgütern. Und das hat mir zu denken gegeben und mich irgendwie traurig gemacht. Eine Stadt mit tausenden von Menschen, in der nicht gelebt wird.

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  • Ja, Venedig ist das größte Museum der Welt und ihre Bewohner sind fast nur noch Staffage. Dennoch möchte ich dieses "Museum" um nichts in der Welt missen!
    Danke für Deinen tollen Bericht. Und mit dem Fazit hast du natürlich recht.

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