Caledonia - Alba - Schottland... (04.06.-25.06.2022)

  • Samstag, 04.06.2022


    Wetter: sowohl in D wie in SCO leicht bewölkt



    Nach unserer Schottlandreise 2014 war uns klar, hier wollen wir nochmal her, da haben wir noch zu wenig gesehen. Also gebucht – Mietwagen, Unterkünfte, Fähren. Wir schreiben das Jahr 2020, März um genau zu sein, und uns beginnt so langsam zu dämmern, Juni wird das nichts. Also alles umgebucht auf Juni 2021. Wer hätte zu dem Zeitpunkt gedacht, dass wir dann immer noch nicht... Also nochmals umgebucht auf Juni 2022.


    Den Mietwagen buchte ich schon im Frühherbst 2021, da kostete der kleine Mittelklassewagen rd. 1300 Euro für drei Wochen. Hätte ich bis Frühling gewartet, wäre das Auto mit 4500 Euro zu Buche geschlagen. Dann Unterkünfte frühzeitig gebucht, in die Regionen, in die wir wollten, gab es gar nicht so viele und einige haben durch Corona dicht gemacht. Flüge sollten Lufthansa sein. Da wir sehr viel Gepäck haben, der Einfachheit halber Business, Koffer zu Economy zu buchen wäre fast gleich teuer gewesen. Und zu guter letzt alle Fähren vorgebucht. GöGa hat sich schon gleich aus dem Projekt Schottland ausgeklinkt, er wollte zu dieser Jahreszeit auf den Jakobsweg. Waren also nur Sohnemann und meine Wenigkeit.


    GöGa bringt uns kurz nach 12 zum Flughafen. Zwar geht unser Flieger erst um 1620, aber es soll heute Pfingstsamstag viel los sein. Am Business Drop-off hält es sich aber in Grenzen und es ergibt sich noch ein netter Plausch mit dem Herrn am Schalter.


    Security Business Line geht auch schnell, wir marschieren Richtung Gate, dort in der Nähe ist auch eine Business Lounge, wo wir es uns gemütlich machen und etwas trinken und eine Kleinigkeit essen. Gegen 1500 gehen wir schon mal zum Gate, langsam wird es etwas langweilig und um 1520 soll boarding sein. GöGa ruft an – unsere Maschine steht noch in Stuttgart. Vielleicht nehmen sie ja eine Ersatzmaschine, da Frankfurt ja Homebase von LH ist. Und schon kommt der Gatewechsel. Wir müssen allerdings lange warten, auch diese Maschine kommt etwas verspätet aus Berlin. Endlich geht es los. Wir rollen auf die Piste – und drehen wieder um, technische Probleme! Nach 10 Minuten Entwarnung, nach einem Computerreset ist alles wieder in Ordnung und wir können starten. Wir landen um 1750 statt 1620 Ortszeit (in GB muss man ja die Zeit um eine Stunde zurückstellen). Anscheinend kamen gerade drei oder vier Flieger an, so dass es an der Passkontrolle zu ewig langer Schlange kommt, die sich in vielen Zicks und Zacks durch die Halle bewegt. Aber immerhin ständig bewegt. Ich rufe die Autovermietung an, dass es später wird, sie wollen den Wagen bis 20 Uhr blocken.


    Als wir endlich durch sind, kommt auch schon bald das Gepäck und wir rollern den weiten Weg zur Vermietstation. Wir bekommen einen Toyota Corolla Automatic Hybrid mit Navi. Schnell haben wir das Gepäck verladen und auf geht es über die Autobahn ins Hotel in Stirling, dass wir auch sofort finden. Im wohl sehr bekannten und guten Restaurant ist viel los und man sagt uns, dass die Küche um 21 Uhr zu macht – es ist 21 Uhr! Ist aber kein Problem, wir bestellen erst mal und beim Warten schleppe ich die Koffer in die obere Etage.


    Wir gönnen uns beide ein Rib Eyesteak. Danach ziehen wir uns zurück, wir sind hundemüde.



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  • Sonntag, 05.06.2022


    Wetter: leicht bewölkt bis sonnig, 21 Grad



    Wir sind schon recht früh wach, haben aber Zeit, da wir zum Schlachtfeld Bannockburn wollen, das nicht weit ist und erst um 1000 öffnet. Also erst gemütlich gefrühstückt. Abfahrt kurz vor 1000. In Bannockburn ist noch nicht viel los. Hier fand am 23./24. Juni 1314 die entscheidende Schlacht im schottischen Unabhängigkeitskrieg statt, Robert the Bruce errang mit seinem schottischen Heer den entscheidenden Sieg über das zahlenmässig überlegene englische Heer.


    Wir besichtigen die einfache, aber schöne, moderne Gedenkstätte.




    Robert the Bruce



    Sicht auf Schloss Stirling


    Dann weiter Richtung Tarbert, vorbei an Loch Lomond, im Gegensatz zu unserem letzten Besuch bei schönem Wetter. Leider findet sich kaum ein Parkplatz, von wo man gute Fotos machen kann, komischerweise sind alle Parkplätze so angelegt, dass man nichts sieht. Einmal fahren wir ab zur Küste nach Luss, hier ist aber die Hölle los, so dass wir gleich weiterfahren. Unterwegs kommt uns auch viel Verkehr entgegen, durch das Jubiläum der Königin waren Donnerstag und Freitag Feiertage und viele befinden sich auf dem Heimweg.




    So fahren wir weiter über Inverary – dass wir wie Loch Lomond ja schon von unsere letzten Reise kennen – bis Tarbert auf der Halbinsel Kentyre, wo wir um 1400 ankommen. Wir können schon ins Zimmer und ruhen uns etwas aus, bevor wir zu einer Rundfahrt um Kentyre starten. Wir fahren auf der Hauptstrasse bis Campbell und biegen dann auf die Nebenstrasse ab, um an der Ostküste hochzufahren. Das von Paul McCartney so schön besungene Ende der Halbinsel, Mull of Kentyre, schenken wir uns, zumal es zum Leuchtturm ein Stück zu Laufen ist.



    Am Horizont die Insel Islay




    Auf einer single track road geht es Kentyre wieder hoch. Wer noch nie in Schottland war - single track roads sind einspurige Strassen. Immer in Sichtweite ist ein sogenannter passing place, eine Ausweichstelle, wer zuerst an einem passing place ist, wartet auf den Gegenverkehr. Beim Kreuzen grüsst man sich resp. bedankt sich mit kurzem Handzeichen. Langsamer Verkehr wie Landmaschinen, Touristen etc. sollten an einem passing place auch schnelleren Verkehr überholen lassen. Und die Einheimischen, die die Strecken kennen, fahren durchaus ein gutesTempo, das der gemütlich Tourist, der etwas sehen möchte, nicht mithält. Es kann durchaus vorkommen, dass eine vierspurige Bundesstrasse plötzlich zu einer single track road wird. In Irland gibt es diese Strassen auch, allerdings sind da die passing places nicht so gut ausgebaut und es kann durchaus vorkommen, dass man ein paar hundert Meter rückwärtsfahren muss zum nächsten Bauernhof. Etwas, dass ich in Schottland nie erlebte.


    Kurz nach halb sieben sind wir wieder in Tarbert. Wir gehen gleich los zum Essen, aber wie sich herausstellt sind die wenigen Restaurants alle ausgebucht – hier war heute eine Regatta und viele Teilnehmer fahren erst morgen nach Hause (Pfingstmontag ist in GB kein Feiertag) So findet sich nur ein indischer Take-away, der aber auch ein paar Tische hat und das Essen ist recht gut, wenn auch etwas einfacher und nicht indisch scharf. Danach leisten wir uns noch einen Whiskey in einem Pub.



    In diesem Eckchen wurde uns am Morgen auch das Frühstück serviert, da das B & B (Bed and Breakfast) keinen Frühstücksraum hatte



    Die schöne Eingangstür



    Abendliche Sicht aus unserem Fenster

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  • Ja klasse, dass es schon mit Schottland losgeht, da reise ich gerne mit! Du fängst gleich mit mir unbekannten Ecken an, Kintyre war für Interrailer immer etwas zu abgelegen ;)

    Touristen etc. sollten an einem passing place auch schnelleren Verkehr überholen lassen.

    Wenn sich denn alle auch dran hielten! Ich erinnere mich noch mit Grausen an ein holländisches Wohnwagengespann ganz im Norden zwischen Durness und Tongue, der kam nicht auf die Idee, den Stau hinter sich mal vorbeizulassen.

    Viele Grüsse, Albatross
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  • Wie schön: ein Reisebericht über Schottland. Ich bin sehr gespant, ob ihr nach Islay bzw Arran kommt. Die beiden wunderbaren Inseln waren die Hauptpunkte unseres letzten Schottlandurlaubs. Vielleicht kann ich ja dank deines Berichts in Erinnerungen schwelgen?

  • Montag, 06.06.2022


    Wetter: leicht bewölkt bis sonnig, 21 Grad



    Beim Aufwachen stelle ich fest, die Hex’ hat geschossen! Sprich ich habe schlimme Schmerzen im unteren Rücken :dash: Zur verabredeten Zeit – 0830 – wird das Frühstück geliefert, das wir am Abend vorher bestellt haben. Anschliessend packen wir zusammen, verladen alles ins Auto und sehen uns noch etwas im Örtchen um.





    Ich hole mir Schmerztabletten in einer Apotheke – mein norwegischen, die ich noch im Notfallgepäck habe, sind abgelaufen – und im Supermarkt kaufen wir Wasser. Dann fahren wir schon mal zum nahen Kennacraig an den Fähranleger, wo wir natürlich viel zu früh sind. Aber bei dem schönen Wetter sitzt sich gemütlich im Auto, etwas Lesen und Leute beobachten. Kurz vor 1200 kommt die Fähre.




    Gegen 1230 beginnt das Beladen. Wir sind das zweite Auto, das auffährt und wir werden über eine Rampe in die zweite Etage verfrachtet. Wir müssen im Wagen bleiben, bis die Reihe voll ist und die Rampe hochgefahren wird. Im Inneren kommen wir in eine schöne Cafeteria, wo wir uns erst mal eine Kleinigkeit zum Trinken und Knabbern besorgen. Pünktlich um 1300 legen wir ab. Wir machen einen kleinen Rundgang, ein Deck höher gibt es ein grosses Selbstbedienungsrestaurant. Man kann auch am Heck aufs Aussendeck, allerdings zieht es hier heftig, das möchte ich meinem Rücken nicht antun, so dass wir uns in der Cafeteria ans Fenster setzen. Die Fahrt bis Port Askaig auf Islay dauert genau zwei Stunden.





    Nach dem Entladen fahren wir direkt nach Bowmore, wo wir auf der Hauptstrasse unser Hotel finden und auch gleich unser Zimmer beziehen können. Nach einer kleinen Siesta machen wir einen kleinen Spaziergang, viel gibt es allerdings nicht zu sehen und ich habe ziemlich Schmerze beim Laufen.





    Rundkirche von Bowmore, die Kilarrow Parish Church.
    Sie ist in der britischen Denkmalliste Kat.A


    So ziehen wir uns noch etwas zurück und gehen um 1900 zum Essen ins Hotelrestaurant, wir haben uns einen Tisch reservieen lassen. Offensichtlich ist es das beste – um nicht zu sagen fast das einzige – Restaurants am Platz. Dazu ein Wort – die kleinen Orte, in denen wir waren, haben mehr Gästebetten wie Restaurantplätze. Es empfiehlt sich immer, spätestens beim Einchecken einen Tisch zu reservieren (die meisten Hotels haben auch ein gutes Restaurant) oder sogar im Vorfeld schon bei den Restaurants vorzufühlen. Einfach losziehen und etwas suchen lässt einem in der Hochsaison meist beim örtlichen Take-away landen oder einen Notkauf im Supermarkt tätigen.


    Nach dem Essen gönnen wir uns noch einen Whiskey an der Bar, der Barman ist aus Manchester und hat heute seinen Job angetreten, ebenso die Kellnerin aus Spanien. Wir ziehen uns schon früh zurück. Ich lese noch im Bett, liegen tut gut und entlastet den Rücken.




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  • Auch ich reise sehr, sehr gerne mit; denn es ist sehr lange her, dass ich durch Schottland, jeweils bis in die oberste Ecke, gefahren bin. Das war 1969 und 1993. Da waren die single tracks überhaupt kein Problem; denn Gegenverkehr - was ist das? - gab es so gut wie gar nicht. Heute ist alles anders :huh:

  • denn Gegenverkehr - was ist das? - gab es so gut wie gar nicht


    Soo viel hat sich da nicht geändert, man hat in der Tat nicht so viel Verkehr. Nur wenn ein grösserer Ort vor einem liegt, und da z. B. gerade eine Fähre angekommen ist oder ähnliches. Man kann immer noch stundenlang fahren, ohne ein anderes Auto zu sehen. Genervt haben etwas die Fahrradfahrer - gerade im Westen waren die oft in kleinen Pulks unterwegs und auf den Normalstrassen kam man oft kaum vorbei. Einerseits waren es Langstreckenfahrer mit Sack und Pack, oder Fahrradtouristen, die von ihrem Begleitfahrzeug abgesetzt wurden. Auf den bergigen, kurvigen Strassen kroch man da oft hinterher.


    Auf der Isle of Mull - um dem Bericht etwas vorzugreifen - stellten wir fest, dass die Einheimischen sehr rasant fuhren und oft hatte man an einer Kuppe plötzlich einen Kühler vor dem eigenen. Aber gefährlich wurde es nie und Vollbremsung gab es auch nie, da alles 100% konzentriert fährt.

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  • Dienstag, 07.06.2022


    Wetter: leicht bewölkt bis sonnig, 18 Grad


    Wir haben verblüffend gut geschlafen, bis 7 Uhr, obwohl wir ja schon früh im Bett waren. Wir haben Zeit, lassen den Tag ruhig angehen und gehen um 0800 zum Frühstück. Anschliessend fahren wir nach Port Ellen.




    Weiter geht die Fahrt, auf einer single track road zum Kildalton Hochkreuz. Das Kreuz stammt vermutlich aus dem 9. Jahrhundert, ist "verwandt" mit den Hochkreuzen von der Insel Iona und man sagt, es sei das schönste Hochkreuz Schottlands.






    Wir fahren zurück bis zur Destillerie Ardbeg. Wir sind erst in zwei Stunden – um 1230 – zu einer Führung angemeldet (habe ich von zu Hause per Email erledigt), aber im Hof gibt es einen Foodtruck und schöne Sitzgarnituren aus alten Fässern. Hier sitzen wir gemütlich im Sonnenschein bei angenehmer Temperatur und unaufdringlicher Countrymusik.


    Die Führung macht ein junges Mädchen, ihre Eltern stammen von Ilsay, sie lebte aber 15 Jahre in Singapur. Das Ganze endet in der Verkostung, wer noch Auto fährt bekommt die degustierten Whiskeys in kleinen Fläschchen mit. Die Führung dauert über zwei Stunden.




    Ardbeg möchte etwas die jüngere Klientel ansprechen, etwas das
    sogar in den Toiletten zu bemerken ist.




    Die traditionellen Pagoden, die Schornsteine der Destillerien.
    Nicht bei allen Destillerien sind sie noch in Betrieb.



    Die traditionelle Malzmühle



    Der Washback - in übergrossen Bottichen findet hier die Fermentation statt



    Die Destillation


    .


    Ein netter Tisch in der Degustation


    Wir fahren zurück und auf die Halbinsel Oa. Unterwegs biegen wir ab auf eine single track road zum Carraig Fhada Leuchtturm (englisch schlicht Port Ellen Lighthouse).





    Am Horizont Rathlin Island und Irland


    Wir fahren den Weg zurück, um auf dem Hauptweg – ebenfalls single track road – Richtung Mull of Oa zu kommen. Allerdings geht die Strasse nicht ganz bis vor. Auch zu einem amerikanischen Monument für zwei hier gesunkene Kriegsschiffe müsste man ein ganzes Stück laufen.



    Das Monument




    So drehen wir nach einem Fotostop um und fahren zurück ins Hotel, wo es eine kleine Siesta gibt. Um 19 Uhr gehen wir wieder zum Essen.

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  • Mittwoch, 08.06.2022


    Wetter: morgens Regen, nachmittags leicht bewölkt bis bewölkt, abends bedeckt.


    Obwohl ich schon um 22 Uhr geschlafen habe, habe ich bis 7 durchgeschlafen. Duschen und Haarewaschen, zumal die Dusche einen guten Druck hat. Nach 8 zum Frühstück, den Rest drücken wir uns auf dem Zimmer rum, hauptsächlich mit Lesen. 1045 spazieren wir zur nahen Bowmore Destillerie, die Führung beginnt pünktlich auf die Minute um 1130. Auch diese Führung habe ich per Email vorgebucht. Ausser uns ist noch ein Paar aus Bordeaux und ein Paar auch Barcelona dabei. Die Führerin ist eine Einheimische und man muss sich erst etwas an den Dialekt gewöhnen. So lerne ich die Wörter lük (look - have a look = have a lük), brüwery für Brauerei und Edinbra für Edinburgh. Zum ersten mal bei einer Destillenführung sehen wir auch den Malzboden und den Torf zum Feuern. Anschliessend werden drei Whiskeys verkostet, auch hier bekommen die Fahrer wieder kleine Fläschchen mit.




    Alle vier Stunden, Tag und Nacht muss der Malz gewendet werden. Wer möchte
    kann sich mal versuchen - keine leichte Arbeit



    Torf zum Verfeuern, um den Malz zu trocknen



    Auch hier sehen wir wieder die Mühle



    Die Mash tun - hier findet der Maischeprozess statt, bevor das Ganze in die Wash backs kommt




    Wir gehen kurz ins Hotel, trinken einen Kaffee resp. eine Cola, dann machen wir eine kleine Rundfahrt. Bis Port Charlotte gibt es eine schöne, zweispurige Bundesstrasse, ab Port Charlotte nach Portnahaven eine single track road.




    Der Leuchtturm Rhinns of Islay auf der Insel Orsay



    Portnahaven


    Von Portnahaven fahren wir ebenfalls über eine single track road auf der Westseite aufwärts, bis wir bei Port Charlotte wieder auf die Bundesstrasse kommen.





    Nun fahren wir die Strasse Richtung Port Askaig, biegen aber nach wenigen Meilen ab zu den Ruinen von Finlaggan Castle. Die Ruinen auf der kleinen Insel Eilean Mòr im Finlaggan Loch sehen wir von oben, man müsste noch eine Strecke laufen und könnte dann doch nicht auf die Insel, da die Brücke gerade ersetzt wird.




    So fahren wir zurück nach Bowmore, wo wir gegen 1630 ankommen. Um 1915 gehen wir im Hotel zum Essen.

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  • Donnerstag, 09.06.2022


    Wetter: bewölkt, 16 Grad


    Der Wecker sollte um 0630 klingeln, wir sind durch das früher Schlafen aber schon vorher wach. Zusammenpacken, Autoverladen, frühstücken. Meine Rückenschmerzen haben sich wesentlich gebessert. Um 0800 fahren wir ab, dieses Mal nach Port Ellen und nicht nach Port Askaig, sind allerdings sehr früh da und stehen auf der Poleposition. Es füllt sich aber schnell hinter uns. Das eine oder andere Auto erkennen wir auch wieder von unserer Herfahrt.


    Die Fahrt dauert wieder zwei Stunden, pünktlich sind wir in Kennagcraig. Wir fahren nun durch bis Oban, die Strasse bis Lochgilphead kennen wir von der Herfahrt und die restliche Strecke bis Oban kennen wir von unserer ersten Schottlandreise. Kurz vor Oban tanke ich voll. Beim Fähranleger steht noch die Fähre, die vor unserer gebuchten zur Insel Mull abfährt. Wenn noch Platz ist dürfen wir mit, aber genau vor uns wird zu gemacht. Womit wir für die nächste Fähre wieder an Poleposition stehen. Naja, eine Stunde warten. Leider gibt es im recht grossen Terminal keine Cafeteria, aber wenigstens Toiletten. So gehen wir zurück und setzen uns ins Auto. Es wird uns keinen Moment langweilig beim Zusehen der Hafenarbeiter. Die Fahrspuren mit Pillonen absperren, fünf Minuten später die Pillonen wieder weg – Gitter zur Fähre aufmachen, dann wieder zu, Gitter für die Fussgänger auf, dann wieder zu. Und wieder auf… Womit es wieder Zeit für die Pillonen wird…


    Die letzte Check-in Zeit ist längstens vorbei, wir stehen immer noch, dann geht es aber plötzlich los und verblüffenderweise legen wir pünktlich ab. Die Fahrt dauert 45 Minuten. Wir holen uns was zu Trinken und Knabbern, ich gehe kurz aufs Aussendeck, es ist recht warm und nicht windig, beginnt aber kurz darauf zu regnen.






    Duart Castle


    In Craignure sind wir natürlich schnell vom Schiff und fahren die 20 Meilen nach Tobermory. Bis Salen ist es eine gut ausgebaute, vierspurige Strasse, dann allerdings wird es bis kurz vor Tobermory eine single track road.


    Unser Hotel ist direkt an der Hauptstrasse, wir checken ein, und natürlich liegt unser Zimmer in der 2. Etage mit Hühnerleiter. Gut muckt mein Rücken nicht mehr. Erst gehen wir zu einem Bierchen in die Bar und reservieren gleich einen Tisch für den Abend – ohne Reservation darf man hier auf den Inseln verhungern.


    Bis Sohn aus dem Bad kommt, schlafe ich schon tief und fest.



    Das Zimmer ist sehr klein

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  • Freitag, 10.06.2022


    Wetter: liquid sunshine, 18 Grad


    Natürlich sind wir schon relativ früh wach und gehen um 0740 zum Frühstücken. Komischerweise gibt es erst ab 0800 Frühstück. Naja, etwas warten.


    Nach dem Frühstück machen wir eine Rundtour, wir fahren zurück nach Salen, verlassen da die Hauptstrasse, fahren über Knock am Loch Na Keal entlang, immer auf single track road, bis Balmeanach, hier zweigt die Strasse ab rüber zum Loch Scridain.






    Unterwegs sehen wir auf einer kleinen Brücke nahe der Strasse einen grossen Hirsch. Er schaut uns gross an, leider dreht er sich, bis ich das Auto abgestellt habe.





    Wir machen einen Abstecher zum Old Post Office, wo wir ganz abgelegen am Strand ein hübsches Kaffee mit frischen Kuchen finden. Nach längerer einsamer Fahrt finden wir auch einige Touristen hier.






    Wir fahren zum Duart Castle der weitverzweigten Familie MacLean, das wir besichtigen. Der Clan MacLean ist heute in alle Welt zerstreut, trifft sich aber alle fünf Jahre beim Schloss, dass sie gemeinsam über einen Trust erhalten. 1911 wurde es renoviert, es war praktische eine Ruine. Sowohl der schottische Folkmusiker Dougie MacLean wie der Schriftsteller Alistair MacLean stammen aus der Familie.




    Lismore Lighthouse gegenüber Duart Castle




    Wir fahren zurück nach Tobermory, genug gesingletrackt.


    In Tobermory muss ich erst mal einen Supermarkt aufsuchen und eine Batterie kaufen, mein Auto sagt mir schon seit einiger Zeit, dass die Batterie des Schlüssels schwach wird. Und da moderne Autos ja mit Powerknopf gezündet werden, ist es besser, man tauscht zeitig. Eine kurze Suche bei Youtube zeigt auch, wie man die Fernbedienung öffnet – Handbuch besitzt unser Auto leider nicht. Auf dem Weg zum Supermarkt reserviere ich noch einen Tisch in der Kirche, die nun ein Restaurant ist.





    Batteriewechsel zeigt erfolgt, so dass ich beruhigt eine Siesta halten kann. Anschliessend geht es zum Abendessen in die Kirche.


    In der Nacht ist es recht windig und wir hören öfters kräftige Schauer.

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  • Samstag, 11.06.2022


    Wetter: unterirdisch, kräftiger Regen, Sturm, 11 Grad


    Zusammenpacken, Gepäck zwischen zwei Schauern ins Auto und zum Frühstück. Gegen 0840 fahren wir los, zurück nach Craignure zum Fähranleger. Pünktlich um 1000 legen wir ab, zurück nach Oban. Das Wasser ist leicht unruhig und es regnet ständig. Uns begegnet der alte Raddampfer WAVERLEY. Es ist vermutlich der letzte seegehende Raddampfer der Welt.




    Die Gegenfähre



    Wieder sehen wir Lismore Lighthouse


    Noch auf der Fähre erreicht mich eine Mail, dass unsere Fähre Mallaig – Armadale zur Insel Skye heute Nachmittag annulliert ist wegen Sturm. Wir haben es befürchtet, also Plan B, über die Brücke nach Skye, ein Umweg von 30 Meilen. Pünktlich kommen wir in Oban an, es regnet jetzt kräftig, und ist auch sehr windig. Beides soll uns den Rest des Tages begleiten. Über Fort William an Eilean Castle, die schottische Werbeikone, das wir schon von unserer letzten Reise kennen (damals mit etwas weniger Regen!), vorbei nach Skye und hoch bis Uig. Wäre eine schöne Fahrt, wenn es nicht ständig schütten würde.




    Kaum im Hotel in Uig angekommen, kurz nach 16 Uhr, erreicht uns die Mail, die wir befürchteten – unsere Fähre von Uig nach Harris ist am nächsten Mittag gestrichen, allerdings nicht wegen Wetter, sondern wegen einer Reparatur. Man bietet uns an, auf die Fähre um 1830 ab Ullapool umzubuchen. Also rufe ich die Fährgesellschaft Calmac an (sagte ich schon mal, dass ich telefonieren hasse, insbesondere in einer anderen Sprache...), ein netter Herr mit sehr schottischem Dialekt bucht uns um und schickt die neuen Tickets auch gleich per Mail. Ich lasse sie mir später von der Rezeption ausdrucken, Calmac akzeptiert nur ausgedruckte Tickets. Also dürfen wir morgen wieder die ganze Insel Skye zurück!


    Anschliessend rufe ich unsere Landlady von Stornoway an, dass wir einiges später eintreffen werden. Sie freut sich sehr, dass ich anrufe und Bescheid gebe.


    Abendessen im Hotel, ist recht lecker. Es regnet nicht mehr, ist aber sehr stürmisch




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  • Das sieht man in Schottland häufig, aus Kirchen werden Restaurants, Gallerien, Museen usw.

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  • @Arctica
    Ja so ist es, genau haben wir es erlebt . . . Das kann ich bei deinem interessanten Bericht über eure Schottlandreise sehr oft sagen. Wenn es auch nicht immer dieselben Orte sind, die wir besucht haben, so ist doch das typisch "Schottische" auch bei eurer Reise immer erlebbar, sichtbar und fühlbar. Danke für diesen lebendigen Bericht und die sprechenden Fotos.
    Ich freue mich immer schon auf die Fortsetzung.


    Liebe Grüße von Trollebo :)

  • Sonntag, 12.06.2022


    Wetter: schottisch = liquid sunshine, wobei sich der Regen in Grenzen hält, typisch schottisch halt, nur hin und wieder ein Schauer. 11 – 13 Grad


    Um 0800 sind wir zum Frühstück angemeldet. Zusammenpacken, Abfahrt. Da das Wetter gar nicht so schlecht ist, fahren wir an der Küste entlang bis Portree, da es bei unserer ersten Tour, ebenso wie gestern, hier in Strömen geregnet hat. Das heiss, wir fahren erst Richtung Norden und umrunden den nördlichen Teil der Insel



    Sicht von unserem Hotel



    ...erst mal frühstücken ...


    Wir machen einen kurzen Halt beim Museum of Island Life. Hier sehen wir die für frühere Zeit typischen Black Houses, einfach Steinhäuser der ärmeren Bevölkerung. Man wohnte zusammen, in einem extra Raum die Tiere, beheizt mit Torf. Noch bis in die 1930er Jahre waren sie bewohnt. Leider ist das Museum geschlossen, nur eine schottische Familie ist noch unterwegs, natürlich trägt der Papa Kilt - es ist ja Sonntag.






    Natürlich machen wir auch Halt am Kilt Rock





    Wir nehmen auch bis Ullapool die Küstenstrasse, eine sehr schöne Fahrt, die für die ausgefallene Fähre absolut entschädigt






    Mit Pausen und Fotostopps sind wir um 1630 in Ullapool und fahren gleich zum Anleger. Die Umbuchung hat super geklappt. Wir lassen den Wagen stehen und suchen uns noch eine Kneipe.


    Pünktlich beginnt das Laden und um 1830 legt die Fähre ab. Die Fahrt dauert 2,5 h. Heute Abend essen wir auf dem Schiff, bei mir gibt es mal wieder Fish and Chips. Unsere Unterkunft, für die nächsten drei Nächte ein kleines Appartement, finden wir schnell und richten uns gemütlich ein. Der Schlüssel befindet sich in einem Schlüsselkästchen mit Code. Allerdings muss ich nochmal die Landlady anrufen, da wir nicht kapieren, wie die Tür zu schliessen geht. Wer kommt auch auf die Idee, dass man eine Türklinke nach oben schieben muss...



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  • @Arctica
    Man kann nur sagen : Zauberhaftes Schottland! Bild 151-153 könnten aus meinem Fotoalbum sein. Genau da haben wir auch gestanden- wie viele Touris! Und Ullapool war auch der Hafen für unsere Fähre zu den Hebridies !
    Ich genieße das Wiedersehen durch deinen Bericht und deine Bilder. Danke :)

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