Hurtigruten die 3. - MS Nordlys die 1. (16. bis 30.09.2022)

  • Hallo,


    nun war es endlich soweit, da wir Covid-19 bedingt unsere Februarreise umbuchen mussten, gelang es uns nun den Septembertermin wahrzunehmen.
    Wir zwei, sind zwei Freunde die dem Norden verfallen sind und diesen Virus, welcher bekanntlich unheilbar ist durch gelegentliche Reisen versuchen ruhig zustellen.


    Eigentlich sollte es ein Livebericht werden, aber irgendwie wollte/sollte es nicht so sein, und so wird es ein normaler Bericht.


    Die letzten Tage vor der Reise wurde ich immer unruhiger, lag es an der Vorfreude :thumbup: , an dem immer agressiver werdenden Virus <X oder an der Flagge der MS Finnmarken von der letzten Reise im Februar 2018.



    Die letzte Nacht vor dem Flügen, Wien - Frankfurt und Franktfurt - Bergen, verlief schlaflos und gegen 03:00 Früh ging es Richtung Flughafen. Die Flüge verliefen sehr ruhig bis auf die Landung in Bergen, durch den starken Wind war der Anflug auf Bergen sehr unruhig und ruppig. Als wir den Flughafen verliesen bekammen wir den Wind so richtig zu spüren, ein normales Gehen war nur bedingt möglich.



    Sind wir wirklich da?



    Den weg ins Zentrum legten wir mit den Bybanen zurück, die Ticketapp stellte sich als ein für uns unüberwindliches Hindernis dar und so bezogen wir die Tickets vom Automaten. Von der Endtation ging es ins Hotel Scandic Byparken, das Zimmer war grenzwertig (klein und finster), aber es diente nur zum Schlafen, dafür entschädigte das Frühstück. Danach ging es erstmal in die Stadt und ins Bergen Storsenter, da sich der Rücksack meines Freundes auflöste und seinen Inhalt preisgab und ein Ersatz nötig war. Auf dem Weg dahin konnten wir feststellen das auch den Tauben kalt war und sie sich fast nicht bwegten, der Wind der uns am Flughafen stark begrüßte, war auch im Zentrum noch sehr stark.



    Danach gings Richtung Hafen,und hier trafen wir auf die MS Richard With, ein Versuch sie zu besuchen schlug fehl. Wir sollten sie aber einige Tage später als nordgehendes Schiff zwischen Stamsund und Svolvær wieder treffen.




    Die Runde setzten wir über Bryggen und Umgebung fort bis wir im Egon dann unser Abendmahl einnahmen bevor es zurück ins Hotel und auf Grund der kurzen Nacht früh ins Bett ging

  • @310.23
    Dein Reisebericht ist wie ein Déja vue für mich:
    Wir sind gestern von Bergen nach Frankfurt geflogen und kommen heute nach Hause.Waren vom 20.9.- 1.10. Auf der MS Polarlys. Auch ich kam nicht zu einem Livebericht, werde aber einen Fotobericht nachreichen. Jetzt aber erstmal deinen Bericht verfolgen.

  • War vom 19.-30.09. mit der MS Havila Castor unterwegs, also nur kurz nach euch.
    Bin gespannt, ob der Wettergott euch auch so hold war wie uns.
    Vor allem aber hat - kaum zu Hause - die Reisesehnsucht wieder eingesetzt, und da ist dein Bericht die beste Therapie!


    Viele Grüße
    omlia :)


    Reiseberichte im Profil

  • Nach einer langen erholsamen Nacht und einem guten und reichlichen Frühstück war nochmals etwas Sightseeing und Souvenierjagt und Shopping angesagt. Nach einem Einwand meinerseits wurden die Souveniershops nur durchwandert und begutachtet, da es sinnvoller erschien die Mitbringsel erst nach der Fahrt mit dem Schiff zu kaufen. Nur beim Markt neben dem Fischmarkt schlugen wir bei Marmelade, Rentier- und Elchwurst zu, da dieser seine Pforten am 24.9. für die Saison 2022 schloss.



    Trotz des bedeckten Himmels und sehr windigen Wetters entschieden wir uns auf den Fløyen zu fahren und etwas spazieren zu gehen. Auch hier wird einem der Krieg in der Ukraine ins Gedächtnis gerufen.



    Ein Blick auf unser Hotel Scandic Byparken.




    Nach dem Spaziergang zogen wir uns ins Fløistuen kafé zurück um uns zu stärken, hier wurden wir darauf Aufmerksam gemacht, dass wir das Lokal mit dem Bier nicht verlassen dürfen. Wie soll das gehen? Wenn ich es konsumiert habe geht ja automatisch mit mir mit. Während ich mir darüber noch Gedanken mache, erschallt dreimal ein Typhoon, ein Blick auf die Uhr sagt unser Objekt der Begierde MS Nordlys ist am Einlaufen.



    Wir machen uns schön langsam zurück auf den Weg ins Hotel, weil es gerade zu regnen beginnt gönnen wir uns an der Hotelbar noch ein Bier. Der Regen dauert nicht lang und wir begeben uns zum Schiff. Im Terminal will man nur die Reisepässe sehen und eine Kreditkarte für das Einchecken und die Aktivierung der Cruisecard. Wir bekommen unser Kuvert mit den Unterlagen und unsere Koffer den Aufkleber mit der Kabinennummer. Wir haben die 513 zugeteilt bekommen und natürlich die letzte Essensitzung. :S
    Da wir nur eine Kabinenkategorie gebucht haben sind wir mit dem Ergebnis der Kabine zufrieden. Einen Stock höher verkürzten wir uns die Wartezeit auf die Sicherheitseinweisung, mit einer Fischsuppe und einem Getränk.



    Da die Kabinen erst um 18h zu beziehen sind erkunden wir mal unser Schiff und was wir sehen gefällt uns.



    Auf Deck 4 in der Nähe des Stiegenaufgangs sind Tische mit Weinflaschen aufgestellt, nein wir werden nicht mit einem Willkommensschluck begrüßt ?( , man versucht uns eines der drei Weinpakete zu verkaufen, Ich glaube mich zu erinnern, dass das billigste Paket bei knapp 600,- NOK pro Tag beginnt. Welch ein Schock, beim genaueren Studium der Weinkarte konnten wir feststellen, dass es die zwei österreichischen Weine noch gibt und diese in den vier Jahren um knapp 15,- Eur teurer geworden sind. Wir wohnen ca. 6 Km von diesem Weinbauern entfernt und sind andere Preise gewohnt. Nur zum Vergleich zum Preis von einer Flasche bei Hurtigruten bekomme ich bei uns in einem Restaurant 3 Flaschen. ;( Zur Ergänzung wir haben dennoch welchen getrunken.
    Beim Rundgang durch das Schiff fällt uns auf, dass der Speisesaal offen ist, es muss also schon 18 Uhr sein, und wir stürmen ihn mal. Das Buffet ist sehr lecker. Danach wurde die Kabine bezogen und das erste Meeting des Expeditionsteams besucht. Was bei unserer letzten Fahrt durch einen/er Reiseleiter/in erledigt wurde, war auf der MS Nordlys ein Team bestehend aus drei Männern und einer Frau. Ich gehe hier kurz darauf ein, weil ich es später wahrscheinlich nicht mehr erwähne. Es wurden von dem Team Ausflüge gebucht mehrere Meetings am Tag abgehalten, entweder im Konferenzraum (Vorstellung Programm nächster Tag und Vorträge) oder auf dem Sonnendeck (POI’s Point of Interests z.B. Trollfjord usw.). Je nachdem was uns interessiert hat haben wir die eine oder andere dieser Veranstaltungen besucht.



    Rechtzeitig zum Ablegen des Schiffes waren wir am Umlaufdeck um den Start nicht zu versäumen.



    So genossen wir eine schöne Ausfahrt und Durchfahrt der Askøybrua, anschließend zogen wir uns in unsere Kabine zurück.


  • Nur zum Vergleich zum Preis von einer Flasche bei Hurtigruten bekomme ich bei uns in einem Restaurant 3 Flaschen


    Nun ja, Österreich erhebt ja auch nicht die exorbitanten Alkoholsteuern wie Norwegen. Will sagen - Hurtigruten ist da gänzlich unschuldig :whistling:

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


  • Was ist das?
    Früh morgens das Schiff bewegt sich, was es natürlich auch tun soll. Aber zusätzlich zur Vorwärtsbewegung kam ein Schaukeln und Wippen dazu, diese Bewegungen kombinierten sich zu einem Korkenziehersyndrom. Dies war in der Nacht und im Bett liegend gar nicht so unangenehm du so schlossen wir die Augen wieder. Am Morgen die Überraschung die Bewegungen waren immer noch da, und sie sollten uns noch einige Zeit begleiten. Ein Blick durch das Kabinenfenster zeigte uns einen bedeckten Himmel. Die Überprüfung auf dem Umlaufdeck ergab, dass der Wind, welcher uns in Bergen schon quälte, auch hier aktiv war.



    Zwischendurch gab es den einen oder anderen Regenschauer. Nach dem Anlegemanöver in Torvik wurde die Zeit mit Frühstück verbracht. Hier wurden die Bewegungen wieder ärger, und die Wege zum und vom Buffet waren länger als sonst, inklusive der Tests des Gleichgewichtsgefühls.


    Die Fahrt in den Hjørundfjord verfolgten wir aus dem Speisesaal und dem Panoramasalon. In Urke wurden wir ausgetendert wo wir an dem Ausflug „eine Kostprobe Norwegens“ teilnahmen. Das Hotel Union Øye wurde bei der hin und Rückfahrt nur langsam fahrend passiert, also kaum eine Chance ein gutes Bild zu machen.



    Am Lygnstøylvatnet wurde ein Fotohalt eingelegt. Hier ist nach einem Bergrutsch ein neuer See entstanden. Im Wasser kann man noch die Grundmauern von überfluteten Gebäuden erkennen.



    Weiter ging es in das Tal hinein. Bei Stavbergsetra kann man einige kleine Gebäude, der Guide nannte sie Sommeralmen (ich denke er meinte Almhütten). Auch wenige Kilometer bei Urasetra stehen welche.



    Die Landschaft ist irrsinnig schön und durch den leichten Regen und Nebel hatte sie etwas Mystisches.



    Nach der Rückfahrt gab es in Urke noch Kaffee und ein kleines Lekerli für die Ausflügler. In Urke steht eine Sauna direkt auf dem Bootssteg, kurios oder nicht?



    In Ålesund war es Zeit für das Abendessen, und wir warteten auf die Abfahrt die sich aufgrund eines technischen Gebrechens bis kurz vor 22 Uhr verschob. Leider waren die Informationen bezüglich der wirklichen Abfahrtszeit sehr spärlich, sonst hätte man noch einen Spaziergang machen können.


  • Also Korkenziehersyndrom in Zusammenhang mit einem Schiff habe ich auch noch nie gehört :laugh1:

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    Reiseberichte siehe Profil !


  • Der dritte Morgen am Schiff begrüßte uns so wie der zweite, mit viel Wind, Geschaukel, Wolken und gelegentlichen Regenschauern, die dann immer seltener wurden.



    Im Trondheimsfjord war es fast wie in einem Ententeich, es ist echt ungewohnt wenn das Schiff so ruhig ist. Kurz nach dem Frühstück begegneten wir der MS Polarlys und im Anschluss passierten wir Munkholmen.



    Trondheim erkundeten wir auf eigene Faust. Vor dem Anlegen wurden wir per Durchsagen mehrmals darauf aufmerksam gemacht auf die Abfahrtszeit des Schiffes zu achten, es würde auf verspätete Spaziergänger nicht warten. Grund war das die MS Nordlys immer noch Verspätung hatte, zwar waren es nur mehr 10 Minuten von den ursprünglichen fast 2 Stunden, ich vermute wir haben den einen oder anderen Hafen ausgelassen. So führte uns der Weg über den Bahnhof zu Stiftsgården, der offiziellen königlichen Residenz in Trondheim. Auch die Statue des Wikingerkönigs Olav Tryggvason säumte unseren Weg zum Nidarosdom den wir auch im Inneren besichtigten. Über die Gamle bybro und das Viertel Baklandet ging es zurück Richtung Schiff.



    Auch der Fahrradlift offenbarte sich uns hier, wie auch eine kleine Bibliothek und andere Kunstwerke.



    Beim Verlassen des Trondheimsfjord zeigt sich uns ein schöner Regenbogen.



    Da sich der Kjeungskjær Fyr nicht in standesgemäßer Kleidung zeigt würde uns vom Expeditionsteam der Agdenes fyr als Sehenswürdigkeit präsentiert. Ich zeig ihn euch aber auch.



    Der Stokksund wurde großzügiger Weise nicht durchfahren. Auf meine Anfrage beim Expeditionsteam warum das so sei wurde mir mitgeteilt das der Kapitän nicht das erforderliche Zertifikat dafür hätte. Vor Rørvik begann es wieder zu regnen, und der Tage neigte sich dem Ende zu.


  • Auch der Morgen am Schiff begrüßte uns mit viel Wind, Wolken und Geschaukel.



    Die Polarkreisüberquerung stand an. Ich war guter Dinge, hatte ich doch einen wie ich denke, guten Tipp für den Bewerb zur Polarkreisüberquerung abgegeben. Leider war ich nicht der der Gewinner, aber ich war knapp daran die begehrte Flagge zu ergattern. Nur 6 Sekunden trennten mich von diesem Ziel. Leider konnte der schöne Anblick des Hestmannen die Enttäuschung nicht lindern. Anschließend begeneten wir der MS Kong Harald.



    Die Polarkreistaufe selbst habe ich gut überstanden. In Bodø ging es gleichmal runter vom Schiff, wir hatten die RIB-Boat Tour zum Saltstraumen gebucht. Das Anziehen der Überbekleidung glich fast einem Kunststück, das Besteigen des Sitzes war dann schon eine akrobatische Meisterleistung. Dann wurde nach Deutsch und Englisch aufgeteilt. Wir konnten einen Platz ganz vorne im Boot ergattern. Leider zeigte sich der Saltstraumen nicht in seiner vollen Pracht obwohl laut Gezeitentabelle die Voraussetzungen sehr gut waren, aber die wirklich großen Strudel seien nur bei Neu- oder Vollmond zu sehen, laut Guide. Dennoch kann man erahnen/erkennen mit welcher Geschwindigkeit das Wasser hier durchläuft. Auch die Seeadler ließen sich nicht blicken. Aber es war ein tolles Erlebnis, mit dem Boot fast übers Wasser zu fliegen. Übrigens das Mitnehmen des Fotoaperates, eine Vollformatsystemkamera, war kein Problem.



    Nach der Rückkehr auf das Schiff in Bodø wärmten wir uns in der Kabine mit Tee und einem Ginkas (umgangssprachlich für Beiwagen/Schnapps) auf. Auf die nach der Abfahrt folgende POI Veranstaltung des Expeditionsteams verzichteten wir zugunsten des Landegode Fyr, diesesmal blieb ich lange genug draußen und auch die/den Landegode Frau/Mann zu sehen.



    Die Lofotenwand rückte im immer schwächer werdenden Licht näher, der Anblick ist beeindruckend.



    In Stamsund stiegen die nächten Ausflügler vom Schiff während wir beim Abendessen waren. Zwischen diesen Häfen begenete uns die MS Nordnorge. In Svolvær besuchten wir eine Bar in der Nähe des Hafens um uns ein Lofotpils zu gönnen.



    Zurück auf dem Schiff begaben wir uns zum Bug um einen guten Platz für den Trollfjord zu haben, während auf Deck 7 das Expeditionsteam eine POI Veranstaltung zum Trollfjord, mit der Möglichkeit ein Heissgetränk zu erwerben, anbot. Gegen 23:30 erreichten wir den Eingang zu eben diesem Fjord. Das Schiff stoppte und mit den Scheinwerfern wurde der Eingang beleuchtet, ein schöner Anblick. Die MS Nordlys setzte sich wieder in Bewegung, drehte jedoch nicht ab, sondern fuhr langsam bei völliger Dunkelheit, nur mit den zwei Scheinwerfern die Ufer beleuchtend, in den Trollfjord ein, drehte dort und verließ ihn wieder.



    Als die MS Nordlys den Raftsund hochfuhr begannen wir uns es in Morpheus Armen gemütlich zu machen

  • Der 6te Tag unserer Reise begrüßte uns so wie die anderen. Da wir gut und lange geschlafen haben wurde Harstad versäumt. Da das Wetter an diesem Tag gelegentlich auch etwas feucht war, verbrachten wir die meiste Zeit im Inneren des Schiffes.



    In Finnsnes musste jedoch der Wikingerhäuptling Ottar vor die Linse, ebenso wie der Schokolade tragende Jüngling.



    Im Rystraumen nahmen wir an einer POI-Veranstaltung teil, bei der uns einige Fakten zu diesem Gezeitenstrom, der 5 bis 6 Knoten schnell werden kann und sich bis dato meinem Wissen entzog, vermittelt wurden.
    Auch über das Forschungsprojekt der Universität Tromsø auf der Insel Ryøya, der Insel im Rystraumen, wurden wir aufgeklärt. Forscher hatten 17 Moschusochsen ausgesetzt, leider gibt es sie nicht mehr.



    Da die Fjellheisen Seilbahn gesperrt war, und uns die angebotenen Ausflüge nicht ansprachen, erkundeten wir Tromsø auf eigene Faust. Also eine architektonische Meisterleistung ist das neue Terminal nicht, zumindest nicht meiner Meinung nach, aber Geschmäcker sind verschieden. Unser Programm beschränkte sich auf Shopping in der Einkaufsstraße und einem Besuch in den Ølhallen (Tromsøs ältester Pub) und auch die Jernbanestasjon ein origineller Pub im Eisenbahnstil lag auf unserem Weg.



    Vor dem Schlafen gehen gab es noch ein Treffen mit der MS Trollfjord.


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