Auf den Spuren der Postschiffroute ab Hamburg 17.02. bis 03.03.2023

  • Forts. 1, 22. Feb.

    Man muss dem Ganzen etwas Positives abgewinnen: Die Kulisse der Lofoten / Vesterålen konnten wir bei Tageslicht genießen, und das hat sich gelohnt.

    Für Harstad sind ein Besuch im Wikingermuseum Trondenes und zwei verschiedene Wanderungen angeboten worden. Weil wir außerhalb liegen werden, ist ein ständiger Busshuttle eingerichtet worden.

    Im Hafen müssen alle Kameras und Smartphones eingepackt werden, weil dort ein Aufklärungsschiff der Nato liegt, das nicht abgelichtet werden darf. Dieses Verbot (incl. Strafandrohung und Konfiszierung der Kameras) gab es vor Einlaufen in den Hafen auf englisch und deutsch mit Wiederholung vom Expeditionsteam und dann noch einmal vom Kapitän persönlich. Als ob Russen oder Chinesen nicht längst mehr wissen, als wir auf unseren Fotos veröffentlichen können :/. Wie ich später feststellen konnte, gibt es bei MT von dem Schiff „Marjata“ bereits 29 Fotos. Wer mehr über dieses Schiff wissen möchte , gebe nur den Namen bei Wikipedia ein.

    Auf einer Wanderung am Nachmittag sind wir an einem höher gelegenen Militärstützpunkt vorbeigekommen. Von dort gab es einen schönen Blick auf die Stadt, aber auch hier kam extra ein Wachoffizier aus dem Stützpunkt, um uns auch diese Fotos zu untersagen. Die Nervosität ist nicht zu verbergen.

    Gestern Abend sollten wir noch die übliche Polarkreiswette abgeben. Ich habe ein bisschen mit MT-Daten vor- und rückgerechnet und bin auf ca. 02 Uhr +/- 1/2 Stunde gekommen. In diesen Zeitrahmen fiel auch ein Zahlenspiel mit dem Datum und mein Tipp lag mit einer Abweichung von nur 33 s am dichtesten dran. Nur leider gibt es hier keine Flagge wie auf den Postschiffen sondern eine Flasche Prosecco (den ich nicht einmal trinke). Schade um die Mühe.

    Die letzten beiden Nächte waren bei höherer Geschwindigkeit weitgehend resonanzfrei. Jetzt, bei unter 13 kn, sind auch weniger Resonanzen als davor zu spüren. Irgendetwas ist anders/besser. Mal sehen, ob das so bleibt.


  • Nur leider gibt es hier keine Flagge wie auf den Postschiffen sondern eine Flasche Prosecco (den ich nicht einmal trinke). Schade um die Mühe.

    Auf unserer Tour vom 03.02. wurde der Gewinner der Polarkreisüberquerung während des Abendessens bekannt gegeben und saß zufällig mit uns im Lindström. Er bekam auch eine Flasche Sekt und einen Bilderrahmen mit einer Urkunde. Hast du die nicht bekommen?

    Ich hatte mich auch gewundert, dass es keine Flagge gab. Schade! :pardon:

    Die letzten beiden Nächte waren bei höherer Geschwindigkeit weitgehend resonanzfrei. Jetzt, bei unter 13 kn, sind auch weniger Resonanzen als davor zu spüren. Irgendetwas ist anders/besser. Mal sehen, ob das so bleibt.

    Bei uns gab es die Klopfgeräusche auch nur bei starkem Wellengang, den wir ja fast durchgehend hatten, wenn das Schiff knarrte und ächzte. Dann wurde der Holzwurm auch wieder mobil. :lol:

    Liebe Grüße, borea :flower:


    Give peace a chance!

  • Er bekam auch eine Flasche Sekt und einen Bilderrahmen mit einer Urkunde. Hast du die nicht bekommen?

    Den Bilderrahmen gab es nicht, wir hatten am Abend in der „Expeditionsecke“ aufs Essen gewartet und ich hatte kurz zuvor nach der Zeit gefragt. Da hab ich die Flasche dann 5 min später mit meinem Zettel dran übergeben bekommen.

  • Tag 7, Donnerstag, 23. Februar

    Nach der Durchquerung der ruhigen Sunde kommt am Fugleøysund (noch vor Skervøy) schon ein bisschen Loppafeeling auf. Jedenfalls werde ich vom Schaukeln und den Vibrationen geweckt. Ich vermute einmal, die Stabilisatoren wurden ausgefahren.

    Je weiter wir Richtung Alta kommen, desto mehr schafft es die Sonne zumindest partiell durchzubrechen. Die Einfahrt nach Alta ist ganz schön bei den verschneiten Bergen anzusehen, aber nicht unbedingt spektakulär. Mittags sind hier -5° C und zusammen mit Gegen- und Fahrtwind ergibt das an Deck eine gefühlte Temperatur von -15° C. Da geht es nach ein paar Fotos schnell wieder rein ins Warme.

    Wir hatten nur die Besichtigung der Nordlichtkathedrale (mit Führung und Nordlichtmuseum im Untergeschoss) gebucht. Die Kathedrale sollte man gesehen haben, ein Orgelkonzert war uns leider nicht vergönnt. Wir wollten Alta auf eigene Faust erkunden, aber wirklich spannend ist der Ort nicht.

    Obwohl uns geraten wurde, nicht zu Fuß zur Nordlichtkathedrale (die im Zentrum Altas steht) zu gehen, haben wir auf der Hinfahrt mit dem Shuttlebus den Weg in Augenschein genommen, und beschlossen, wenigstens zurück zu laufen. Es ist durchgängig ein breiter, geräumter und gut beleuchteter Fußweg vorhanden. Wir benötigten rund 50 Minuten und konnten sogar auf die Cityspikes verzichten.

    Kurios ist allerdings, dass die Pier keine 200 m neben dem Ende der Landebahn liegt. Anlegen und Landen gleichzeitig kann ich mir nicht vorstellen.

    Jetzt (21 Uhr) warten wir noch darauf, dass die Nordlichtausflügler zurück kommen. Hier gab es vorhin schwaches Kameragrün (natürlich beim Essen), nichts was sich gelohnt hätte. Immerhin ist die Außenbeleuchtung auf das notwendige Minimum reduziert worden. Gerade kam die Durchsage, dass es Nordlicht Steuerbord voraus gebe. Ich habe es einmal mit IPhone und Gimbal (Einrichtung, die Verwackeln weitgehend verhindert) probiert. Ein nettes Kurzvideo ist daraus geworden.

    Mal sehen, ob es heute Nacht noch mehr geben wird.

  • ein Orgelkonzert war uns leider vergönnt

    Wenn du schreibst, es war euch leider vergönnt, heisst das, es gab ein Orgelkonzert und hat euch nicht gefallen. Ich denke, du wolltest schreiben, es war euch nicht vergönnt  :o-wink


    Wir benötigten rund 50 Minuten und konnten sogar auf die Cityspikes verzichten.

    Es sei denn, man kämpft sich durch Wind und Schneegestöber wie DuC und ich vor drei Jahren, wo wir für die 4km fast zwei Stunden gebraucht haben :o-biggrin

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


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  • gibt es eigentlich auch irgend was nettes,freundliches oder sogar positives von der Fahrt zu berichten?


    Oder ist alles so grau und garstig, wie es aus deinen Eindrücken so rüberkommt ???


    Anyway, hatte die Fahrt im Januar gemacht....und fand sie genial.


    Gute Besserung! ;(

  • Kann mich deiner Frage nur anschließen :thumbup:

  • Tag 8, Freitag 24. Februar

    In der Nacht gab es keine weitere Nordlichtankündigung, der Himmel hatte sich auch wieder zugezogen. Wie schon gestern so war auch heute die Sonne im ständigen Kampf mit den Wolken um die Vorherrschaft am Himmel. Voraus > schwarz, achtern > Sonnenstrahlen.

    Für das Verlassen des Schiffes in Honningsvåg wurden wir um Disziplin gebeten und erst nach Aufforderung zum Deck 3 loszulaufen. Auf dem Parkplatz gab es die Buseinteilungen mit dem Hinweis, unbedingt auf der Rückfahrt vom Nordkapp in denselben Bus wieder einzusteigen.

    Vielleicht hätte man noch ansagen sollen, dass man in Honningsvåg auch wieder ins selbe Schiff einsteigen sollte. Es gab doch tatsächlich wieder Verwechselungen mit der nach uns angekommenen Nordkapp, aber dort hat man aufgepasst :/.

    Zurück zum Wetter. Auf dem Weg vom Schiff zu den Bussen ging der Schnee- in einen Graupelschauer über. Um es positiv auszudrücken: Der Wind aus WNW blies mit 5-6 bft die Wolken und den Schnee vom Nordkapp-Plateau. Gestern war die Zufahrt zum Nordkapp wegen Schneeverwehungen gesperrt, also Glück gehabt.

    Wir hatten erst unsere Rotjackeninvasion vom Globus abziehen lassen und uns den Film angesehen, um dann festzustellen, dass inzwischen die Paxe von der Nordkapp gerade angekommen waren und der Globussockel wieder bevölkert war. Dumm gelaufen, aber immerhin lag kein großer Kreuzfahrer im Hafen.

    Auf der Rückfahrt lernten wir, dass in vielen Bereichen Honningsvåg und Umgebung den Titel „das nördlichste der Welt“ für sich in Anspruch nimmt. Unsere Begleiterin selbst behauptet die/der nördlichste Thai-Guide der Welt zu sein :).

    Beim Ablegen um 16 Uhr war kurz Weltuntergangangsstimmung, Schneeschauer mit Sichtweite <200 m.

    Jetzt geht es schon wieder südwärts.

    So als Zwischenfazit nach einer Woche:

    Das Expeditionsteam ist sehr um unser Wohlbefinden besorgt und hält die „Herde“ zusammen. Zahlreiche Infoveranstaltungen und Vorträge lassen keine Langeweile aufkommen.

    Das eingespielte Serviceteam erledigt unaufgeregt und immer freundlich die ihm gestellten Aufgaben. Das Essen im Aune-Restaurant entspricht dem hohen HR-Anspruch.

    Im Fredheim hatten wir zweimal weniger Glück. Da wurden die bestellten Getränke vergessen und bei der Königskrabbenrolle konnte ich Krabbenfleisch weder sehen noch schmecken. Dafür haben die Crêpes mit Beeren und Sahne zum Dessert entschädigt.

    Und noch etwas persönliches. Es ist unsere fünfte HR-Reise und so wird zwangsläufig mit dem bisher Erlebten verglichen. Wer die Schilderungen als nur negativ liest, muss ja nicht weiter lesen. Ich werde keine rosa gefärbte HR-Werbung machen.

  • Und noch etwas persönliches. Es ist unsere fünfte HR-Reise und so wird zwangsläufig mit dem bisher Erlebten verglichen. Wer die Schilderungen als nur negativ liest, muss ja nicht weiter lesen. Ich werde keine rosa gefärbte HR-Werbung machen.

    Ich finde. dass die beiden Reisetypen BKB und Expeditionsreisen nicht vergleichbar sind. Wir waren bislang dreimal mit HR unterwegs. Das erste Mal mit der Roald Amundsen auf der Jungfernfahrt Tromsø -Kirkenes- Hamburg. Das zweite Mal 2020 mit der Fridtjof Nansen ab Hamburg ohne Landgang. Die dritte Reise rund um Island mit der Fridtjof Nansen. Alle Reisen waren grandios und einzigartig. Sehr gut gefällt uns neben dem Super Personal und das sehr gute Essen das Wissen welches vermittelt wird. Komm wie Du bist: Abendkleidung ist nicht erforderlich. Remmidemmi wie auf Kreuzfahrten brauchen wir nicht. Im September werden wir BKB auf der Kong Harald erleben. Vergleichen werden wir sicher nicht. Wir werden den Augenblick genießen.

  • Und noch etwas persönliches. Es ist unsere fünfte HR-Reise und so wird zwangsläufig mit dem bisher Erlebten verglichen. Wer die Schilderungen als nur negativ liest, muss ja nicht weiter lesen. Ich werde keine rosa gefärbte HR-Werbung machen.

    klar, du hast recht, auch bei HR ist nicht alles Gold was glänzt und wir haben die Reise mit der otto sverdrup das 1.und letzte Mal gemacht. Es war wirklich eine schöne Reise, wer sowas möchte, und alle waren sehr bemüht, aber für uns war es in dieser Form nichts, wir sind und bleiben B-K-B Fahrer, es ist einfach einzigartig, auch wenn nicht immer alles 100% perfekt ist. Wer nichts anderes kennt, oder möchte, für den ist es das Nonplusultra. Weiterhin eine :godtur: schon wieder südwärts.


    Und ich lese gern weiter..... :love:

    Edited once, last by Topolino1954: Ein Beitrag von Topolino1954 mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Forts. 24. Feb.

    Ich hatte schon überlegt, den Bericht zu beenden…..

    Hoppa, die Loppa

    Wind (W mit 6 bft) und Wellen sind hier auf der „offenen Seestrecke“ ganz ordentlich, und das natürlich zur Essenszeit. Wir sind fast fertig, da kommt die Mitteilung der Expeditionleitung, dass es „ordentliche Wellen hat, und man sich, so man sich durchs Schiff bewegt, gut festhalten möge“. Das Schiff rollt ganz nett. Jetzt ist mir auch klar, warum eine früherer Autor die Treppen zu schmal fand :)

    Für morgen (Samstag) in Tromsø wurde die Liegezeit um eine Stunde von 7-18 Uhr verlängert. Da wird doch hoffentlich nicht schon für Sonntag Plan „B“ vorbereitet?

    Als Nordlichtoptimist bereite ich jetzt einmal die Kamera vor.

  • Forts. 24. Feb.

    Ich hatte schon überlegt, den Bericht zu beenden…..

    Aber bitte nicht jetzt, sondern erst nach dem Ende der Reise. Ich begleite Dich gerne weiterhin.


    Quote from ruder-rabe

    Als Nordlichtoptimist bereite ich jetzt einmal die Kamera vor.

    Ich drück Dir die Daumen, dass sich die Vorbereitung lohnen wird.


    Gruß

    Sterna :o-smile

  • An ruder raabe:

    Ein lautstarkes Danke für Deine informativen Schilderungen. Ich erfahre viele nützliche Fakten, gut so. Bewertende Formulierungen - ob begeistert oder enttäuscht - sind ja immer subjektive Eindrücke. Als Leser kann ich mich einfach auf die sachlichen Infos konzentrieren, kein Problem. Bitte gerne weiter so - und natürlich aus Deiner persönlichen Perspektive.

    Gruß - auf bald.

    Hostemost

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