Südengland & Wales mit dem Bobil - Dampf, Schmalspur, alte Mauern, Meer und mehr- 27. Juni bis 19. Juli .2023

  • Das Warten hat ein Ende! Ungewohnt spät liefere ich diesen Reisebericht und danke darauf Wartenden für ihre Geduld :thank_you:


    Schon früh stand nach unserer Bobiltour "7411 km..." durch Norwegen unser Urlaubsziel für 2023 fest.

    Fast 20 Jahre nach unserer ersten Reise sollte es wieder nach WALES gehen.


    Mit einem "dampfnarrischen" Göga stehen viele Ziele schon im vorhinein fest und sind wichtigste Teile meiner Routenplanung.

    Allzu viel Text soll es in diesem Bericht möglichst nicht geben, :saint: Einzelheiten können Interessierte gerne per PN bekommen. :sgenau:


    27./28./29.6.2023

    Anreise in 3 Etappen nach Calais (1009 km) von dort Fähre nach Dover.



    Wir amüsieren uns über die "Einweiser-Möwe" beim Check-in in Calais .

    .in Dover empfangen uns die weißen Klippen bei Regen


    29.6./30.6. 2023

    An der Küstenstraßen entlang geht es über unzählige Kreisverkehre in ebenfalls 2 Tagesetappen bis Exeter/Exminster. Hier gibt es einen renommierten Händler für Oldtimerklassiker und Straßendampfmaschinen.

    Bei "Berrybrooks" könnte man sehr viel Geld ausgeben...


    .


    Gut, dass nicht wirklich ein "Sehnsuchtsobjekt" für Göga dabei ist!

    Es geht weiter nach Heddington/Stockley. Das liegt bei Calne, dieses wiederum nicht weit von Bath.


    Dort freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit der "Steam rally & Country Fair" ..


    1. Juli 2023


    Schwere Straßendampftraktoren und -walzen von riesig bis winzig, landwirtschaftliche Traktoren jeden Alters, Oldtimerfahrzeuge mit zwei und vier Rädern, Rasenmäherrennen (!), Traktor Pulling, Geschicklichkeitsparcours für Motorräder, Falknerei, Teile - und Flohmarkt, Jahrmarktorgeln, Ponyrennen, Hundestaffeln, Vergnügungspark, Überflug einer Lancastermaschine und unzählige Verpflegungsstände verteilen sich auf einem riesigen Ausstellungsgelände. Mit zahlreichen Ausstellern führen wir nette Gespräche und können fachsimpeln.

    Einige Eindrücke: :girl_pinkglassesf:


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    Fröhliche Menschen spazieren über das Gelände, es gibt so gut wie keine Absperrungen. Hier wird noch mit dem gesunden Menschenverstand und Vernunft gerechnet. Im "Back to the 1940ies" werden Tee und Scones in altem Porzellan serviert.

    Es ist ein perfekter Tag :heart:


    Von mehr perfekten Tagen gibt es die -> Fortsetzung ...

  • Wie schön, ein Bericht aus Gegenden, die ich auch schon oft besucht habe! Da folge ich sehr gerne und bin gespannt, was ihr so alles gesehen habt! Tee und Scones klingt schon mal sehr gut, da bin ich dabei! Clotted cream über oder unter der Jam? :laugh1:

    Viele Grüsse, Albatross
    Reiseberichte im Profil

  • Jobo ^^ vor dem "Sehnsuchtsobjekt" gedanklich bitte "bezahlbar" einfügen :mosking:

    Albatross bei mir auf jeden Fall erst jam, dann clotted cream oben drauf :winki:


    2.7.2023

    Mit der Überquerung des Severn wechseln wir von England nach Wales.



    Wegen einer Großveranstaltung ist der Stellplatz in Cardiff leider komplett belegt.

    Also beschließen wir einen Besuch der Dyffrin Gardens und genießen die weitläufige Anlage, die ständig neue Perspektiven, hübsche Ein- und Durchblicke bietet. Leider ist das Haupthaus eingerüstet und wird es wohl noch die nächsten Jahre bleiben.

    Bittesehr - ein kleiner Fotospaziergang

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    Servus, sagt Bavaria :)

    Edited once, last by Bavaria58: Fotodurcheinander :-( ().

  • die "Einweiser-Möwe

    Die scheint wirklich für Zucht und Ordnung zu sorgen :8o:

    Beim Reisebericht bin ich dabei, bei Scones auch, aber bei Tee mit aussen vor, geht gar nicht :o-whistling

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


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  • bei Tee mit aussen vor

    Du nimmst die Scones dann eben mit Whisky :laugh1:

    Tini Welcher Weg auch immer - jeder nach seinem Geschmack :girl-dance:


    3. Juli 2023

    Eigentlich sollte unsere Fahrt zunächst Richtung Pembrokeshire Küste gehen.

    Weil der Wetterbericht aber starke Sturmböen mit Regen ansagt, fahren wir zuerst zur Brecon Mountain Railway.
    Sie ist eine der "Great little trains of Wales"

    Dazu die Information:

    Sollte jemand (z.B. mil etter mil ?) vorhaben, mit mehreren historischen Bahnlinien in Wales fahren zu wollen, empfiehlt sich die "Great little trains of Wales discount card".

    Man bezahlt 20 Pfund für sie und bekommt dann bei allen 11 Linien 20 % Rabatt. Je nach Linie ziemlich viel Geld.

    In unserem Fall wurde diese Rabattkartebei der Brecon Mountain RW nicht angeboten, bei der nächsten hatten sie diese "bestellt, aber nicht bekommen". Erst bei der dritten Bahn konnten wir sie bekommen und es rechnete sich trotzdem noch.

    Die walisische Sprache (=cymrisch) ist nicht einfach, oft ist es hilfreich, sich einfach das Schriftbild auf Wegweisern zu merken, als den Ortsnamen korrekt auszusprechen.

    Meist, aber nicht immer stehen zwei Bezeichnungen auf den Schildern und die sind sich keineswegs ähnlich und es ist hilfreich zu wissen, dass derselbe Ort gemeint ist.

    Ein Beispiel auf dieser Strecke: Brecon (englisch) = Aberhonddu (cymrisch).


    Wir fahren nach Merthyr Tydful. Wenige Kilometer hinter dem Ort ist der Bahnhof der Brecon Mountain Railway zu finden. Großbaustellen sorgen zunächst für "Extraschleifen" beim Fahren.

    Schließlich erreichen wir den Bahnhof:


    . werfen einen Blick in den Lokschuppen .



    kaufen ein Ticket . und bekommen genaue Platzkarten.



    Es ist wenig los und alle Plätze gehören zur Kategorie "Holzklasse" .

    Der Zug wird sich als der am liebevollsten gepflegte und polierte all unserer besuchten Eisenbahnen herausstellen. (ob da die Ehefrauen auch so viel Aufmerksamkeit bekommen?)


    . .



    Nach 5 Meilen in Torpaantau, der Endstation angekommen, geht es wieder retour, eine 35-minütige Teepause inbegriffen.

    Vorher muss der Schaffner aber noch das Schaf (besteht da ein Zusammenhang zwischen Schaf(fner) und Schaf ? :D ) von den Gleisen jagen, was das Tier aber einige Zeit nicht recht einsieht und für mich ein vergnüglicher Anblick ist. :mosking:


    . . .


    Die Lokomotikve macht Kopf (sie fährt sozusagen vom Ende des Zuges wieder an dessen Spitze) und wir rollen wieder talwärts, an den Pentwyn und Taf Fechan Reservoirs entlang.


    Es soll weiter gehen durch den Brecon Beacon Nationalpark.

    Wir wollen zur Penderyn Whisky Distillery.


    Die Sonne hat den Regen abgelöst, wie so oft in Großbritannien.


    . .


    Ein wenig erinnert uns die Landschaft hier oben an die Fjelle Norwegens. Nur sind die Rentiere hier Schafe und halbwilde Ponies.


    . Der Zufall will es, dass zehn Minuten nach unserer Ankunft dort eine Distilleryführung stattfindet, an der wir natürlich teilnehmen. Als Whisykverweigerin nehme ich für die dabei stets angebotenen Kostproben mal wieder kleine Portionsmarmeladengläschen mit. Bobilfahrer Göga kann dann in Ruhe abends genießen.

    Nach dem Distillerybesuch geht es wieder retour und wir fahren Richtung Carmarthen.


    . unaussprechliches cymrisch :8o:



    Einige Kilometer vorher kommt uns ein kleiner Stellplatz gerade recht und wir bleiben hier für die Nacht.


    . Fortsetzung, wenn es wieder hell ist ;)

  • Du nimmst die Scones dann eben mit Whisky

    Ein sehr guter Rat :8o:

    Meist, aber nicht immer stehen zwei Bezeichnungen auf den Schildern und die sind sich keineswegs ähnlich und es ist hilfreich zu wissen, dass derselbe Ort gemeint ist.

    Das ist in Schottland auch so. Ich weiss nicht, wie es in Wales ist, aber Göga war Mitte der 80er in Schottland und sagte, damals war alles nur englisch angeschrieben. Man scheint da mittlerweile die Sprachen auch mehr zu pflegen.

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    Reiseberichte siehe Profil !


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  • Da bin ich auch sehr gern dabei nachdem unser Wales-Urlaub 2020 Corona zum Opfer fiel und seitdem zugunsten von Norwegen, Schweden und Dänemark immer wieder aufgeschoben wird....aber ganz bestimmt noch stattfindet. Mein Ehegatte und ich sind gerade angesichts der Bilder von der Steam Rally und Country Fair sowie des Dampfzuges in Beigeisterungsschreie ausgebrochen, genau das was wir so lieben. Freue mich auf die Fortsetzung <3

  • unaussprechliches cymrisch

    coch (rot) verstehe ich immerhin!


    Als ich das allererste Mal in Mid-Wales (Ceredigion) war, hatten Nationalisten jedes englischsprachige Schild übersprüht, alles war nur noch auf walisisch, die Straßenkarten waren aber nur auf englisch- das war teilweise recht "interessant".


    (besteht da ein Zusammenhang zwischen Schaf(fner) und Schaf ?

    Ganz sicher :o-wink Schafe auf den Gleisen kommt öfters vor, bei uns waren es auch mal horses on the line....

    Viele Grüsse, Albatross
    Reiseberichte im Profil

  • Arctica wir lernten die Art der "Fahrer-Kostprobe im Gläschen" bei Clynelish in Schottland kennen und wenden sie seither gerne an. Da die Destillerien ihre Miniaturen wohl lieber verkaufen als verschenken, gibt es mit den mitgebrachten Gläschen eine diskrete Möglichkeit zum selber abfüllen.


    4. Juli 2023


    In unserem sehr genauen Straßenatlas entdecke ich in der Nähe unseres Übernachtungsplatzes eine mir bis dato noch unbekannte Schmalspurbahn: Die Gwili Railway. Ein Blick in meine "Steam-Bibel" sagt mir, dass am heutigen Dienstag keine Fahrten stattfinden. Aber da es so nah liegt, fahren wir dennoch hin - schauen kann man ja immer...

    Der Endbahnhof ist noch so brandneu, dass die Infrastruktur noch nicht vollendet ist und es ist kein Mensch zu sehen. .


    Nur wenige Meilen weiter stoßen wir auf eine weitere Haltestelle: .


    Es wird gebaggert und das Tor ist geschlossen. Aber der Mitarbeiter, den wir freundlich fragen, lässt uns sofort auf den Bahnsteig; von dort können wir sehen, was es eben zu sehen gibt:


    . .



    Die plüschige Ausstattung der 2. Klasse .


    . und die der 1. Klasse .


    Das Stellwerk . . und der Blick hinein .


    Wir bedanken uns herzlich und schon geht es weiter nach Carmarthen (cymrisch = Caerfyrddin)


    Gegenüber der Kirche gibt es einen großen Parkplatz, so können wir problemlos das kleine Städtchen erkunden.


    . .



    Natürlich darf ein Blick in die Kirche St. Peter nicht fehlen


    . .


    Drinnen ist es etwas muffig und es wirkt wie ein unaufgeräumtes Wohnzimmer.


    Das Wetter ist wunderbar, der Sturm hat sich gelegt und so erreichen wir heute unser Ziel am äußersten Zipfel von Pembrokeshire: West Hook Farm.

    Weiter draussen geht nicht, etwa 15 Meilen Single track road sind zu fahren.

    Wir haben vor, ein wenig den Pembrokeshire coast path zu bewandern und einen Ausflug nach Skomer Island zu machen.

    Die West Hook Farm liegt wirklich am Ende der Halbinsel. Außergewöhnliche Lage, freundlich, einfach, wunderbar.

    Diese Art Stellplatz lieben wir besonders <3


    .

    Der Blick aus dem Bobil und zum nächsten "Nachbarn" .


    Die Wiese hat einen direkten Zugang zum coast path und wir nutzen das wunderbare Wetter gleich aus.


    .


    Keine Frage, dass die Abendstimmung auch ganz besonders ist. .


    Und morgen geht es nach Skomer!

    Martins Haven, wo das Boot ablegt, erreichen wir von der West Hook Farm in nur 5 Minuten zu Fuß :dance4:

  • Bavaria58

    Bei Lesen deines Berichtes und Ansehen der Fotos ( wenigstens schon bis hierher) standen mir fast die Tränen in den Augen ! Warum? Vor lauter Erinnerungs-Sehnsucht. Ist doch England ein bisschen unsere zweite Heimat seit über 40 Jahren. Mit Zelt fing es an, dann B&B und zuletzt auch mal Hotel. 2018 machten wir unsere letzte 4wöchige von uns genannte ."Brexit- Abschiedstour" und die ging hauptsächlich in den Süden, Süd-Westen und Osten und so viele Einzelheiten lin deinem Bericht lassen Wehmut aufkommen : Scones, Cream-Tea, Steam-Rallies und -Fairs zusammen besucht mit unseren engl. Freunden, Dampfeisenbahnen in Wales . . . Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung deines Berichtes und bedanke mich schon jetzt dafür.

    Liebe Grüße von Trollebo :o-smile

  • 5. Juli2023


    Eine Bootstour nach Skomer - wir wollen gar nicht an Land gehen. Das machen passionierte Fotografen mit koffergroßem Equipment und riesigen Stativen.

    Wir haben uns für eine knapp einstündige Fahrt entlang der Insel entschieden und diese auf Empfehlung schon am Vortag hier gebucht.

    Nun freuen wir uns bei prächtigstem Wetter auf viele Papageientaucher.


    . Gleich geht es los!


    Es wimmelt nur so von Vögeln aller Art. 80 000 Brutpaare sollen es allein bei den Puffins sein.

    Das Boot schaukelt heftig und macht das Fotografieren für mich stets seekrank werdende nicht einfach.


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    . . . .


    Zahllose Bruthöhlen durchlöchern die Insel


    . .



    Jedes Felssims ist belegt .


    Auch die hier fühlen sich wohl


    . . .


    Die hier fährt laut "Matrose" schon seit mehr als 10 Jahren regelmäßig mit.



    Was für ein erlebnisreicher, toller Bootstrip! Wir sind absolut begeistert. :love:


    Wir spazieren nach kleinem Souvenir-Einkauf wieder zurück zur West Hook Farm und unserem Bobil


    In der Fortsetzung geht s weiter nach St. Davids...

  • Vielen Dank für den freudig erwarteten Reisebericht. :good3:


    Mal schauen, ob ich 2025 (oder in einem der folgenden Jahre) dazu kommen werde, nach Wales zu reisen. :hmm:

    Die walisische Sprache (=cymrisch) ist nicht einfach

    Da denke ich an dieses SATW-Comic :mosking:


    Auf Bild 63 sehen die beiden weiß-rot-grünen Figuren über dem Eingang zum Hardware-Shop ein wenig aus wie über Kopf angebrachte Helgoland-Flaggen ... :search:

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