Mit der MS Hamburg nach Westgrönland - eine Wiederholungs- und Abschiedsreise vom 26.08.-06.09.2023

  • Ja, dieses Gerümpel fand ich auf Grönland auch schon erheblich umfangreicher, aber auch interessanter, als anderswo. Auch im höheren Norden (Thule bzw. Qaannaaq) war es nicht anders.

    Danke für die Fotos so beliebter "Messis". ;)

  • Ursus, Windy hatte uns fast für die ganze Reise Regen und sogar Schnee vorhergesagt, aber zum Glück ist ja der Wettergott Herr des Geschehens!

    Hoffentlich meint er es auch am nächsten Tag gut mit uns, denn in Ilulissat wartet die Fahrt zu den Eisbergen auf uns.


    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • Gab es denn bei Uummannaq das Sommerhaus des Weihnachtsmannes (Filmkulisse des Dänischen Kinderfernsehens) nicht mehr? Das Haus war im Stile eines der alten Torfhäuser der Inuit (mal abgesehen von der Innenausstattung). War 2010 dort.

  • MD800, Balou, es gab einige Paxe, die zu dem Haus gehen wollten, aber Ludger Feldmann, unser Referent, hat sehr eindringlich davon abgeraten. Der Weg sei beschwerlich, schlecht markiert und der Einstieg schwer zu finden.

    Wie war er denn, der Weg dorthin, und war er denn zu Hause, der Weihnachtsmann, MD800 ? :o-wink

    Kann es sein, dass der Einstieg oben beim Kinderheim ist?

    Ich habe bei meinem letzten Besuch im Museum rührende Briefe an den Weihnachtsmann gelesen. Kinder aus aller Welt vertrauten ihm ihre Wünsche an.

    Das war sicher ein (fast) so schönes Erlebnis wie der Besuch des Weihnachtsmann-Hauses und auch eine kleine Ausrede, um nicht den holprigen Weg gehen zu müssen.


    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • omlia

    Wenn ich die Fotos von Dir und die von Albatross sehe und die in meinem Kopf aus früheren Jahren von so frühen Morgenstunden in der Natur, werde ich immer ganz demütig ob dieser Schönheit! Ich weiß, das klingt etwas pathetisch aber so empfinde ich es halt.

    Danke!

    Aus Leipzig grüßt BBe49

  • Von meinem Schiff wurde ein zweieinhalbstündiger Ausflug zum Haus des Weihnachtsmannes organisiert und begleitet (übrigens- wie alle Ausflüge - kostenlos). Es war eine Gruppe von ca. 40 bis 50 Paxe gewandert. Sie wurden am Haus vom Weihnachtsmann begrüßt, der an alle Kekse und heiße Getränke servierte. Habe nur Positives gehört und keine Beschwerden über den Weg. Vorab war aber gesagt worden, dass nur körperlich fitte Personen mitlaufen sollten.

    So - wie ich die gemachten Fotos im Sinne habe, liegt das Haus nicht weit vom Wasser entfernt. Zuvor geht es aber über einen felsigen Hügel.

  • omlia Der Weg wurde damals auf einer Schwierigkeitsstufe von 1 bis 10 mit 11 beschrieben. Aber es war einfach nur ein schmaler Trampelpfad und das Hauptproblem waren die vielen Menschen vom Schiff (fehlende Übersicht weil einem ständig jemand diese versperrte und oft blieb irgendeiner in der Menschenkette stehen, überholen ging nicht). Sprich das "Problem" ist weniger die Schwierigkeit des Weges als die mangelnde Massenkompatibilität.

  • omlia Es ist immer wieder eine Freude deine Reiseberichte zu lesen. Noch mehr aber begeistern mich die Fotos. Es gelingt dir so toll die Stimmungen einzufangen!

    …und die Fotos vom „Gerümpel“ finde ich schön, immer ein Stillleben.

    :sdanke:

  • Balou, MD800, ihr wart sicher beide auf einem Expeditionsschiff unterwegs.

    Da werden Landgänge ganz anders vorbereitet und vor allem den Einheimischen angekündigt.

    Kleiner Exkurs: Das ist vor allem an den entlegenen Orten wichtig. Ich war mit der MS Fram vor längerer Zeit in dem kleinen Ort Aappilattoq im Prins Christian Sund. Das ganze Dorf empfing uns in traditioneller Tracht. Es wurde getanzt, es gab Kaffemik in der Schule, und am Schluss besuchte uns das halbe Dorf auf dem Schiff. Bei einem späteren Besuch mit einem Kreuzfahrtschiff wurden wir nicht beachtet und fühlten uns nicht willkommen.

    Snovhit, ja, das "Gerümpel"! Damit könnte man in Grönland Fotobücher füllen,

    und noch viel mehr mit Bildern der atemberaubenden Landschaft und ihren wechselnden Lichtstimmungen.


    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • Freitag, 01.09.2023 - Fortsetzung



    Der junge Mann will gerade sein Kajak reparieren. Es ist bei einer letzten Tour beschädigt worden. Als ich ihn in norwegisch-englischem Kauderwelsch frage, ob er da die Eskimorolle machen musste, lacht er und meint, dass er die gar nicht könne. Er käme auch so aus dem Boot heraus, wenn es kentert. Wieder was gelernt!






    Vom alten Friedhof aus hat man einen guten Blick auf die Kette von Eisbergen, die vor dem Ort liegen.

    Sie kommen aus einem nahegelegenen Gletscher und laufen hier auf Grund,.....







    ....sehr malerisch, aber auch gefährlich.


    Überall im Ort sieht man diese Schilder, die den Fluchtweg zeigen, wenn sich einer der Eisgiganten dreht und einen Tsunami auslöst.

    Im Café, das nahe am Wasser liegt, frage ich, ob die Wellen schon einmal bis zum Café gekommen wären. Das wäre noch nie passiert, meint die junge Frau und wirkt leicht amüsiert. Sie meint, das sei nun mal eine Vorschrift der Regierung, die sie befolgen müssten. Mich würden die Hinweise beruhigen.





    Der herzförmige Berg ist das markante Wahrzeichen des Ortes.










    Ich habe ein wichtiges Ziel: Das Kinderheim, das oben am Berg liegt.

    Durch ein Ehepaar, das mit uns an Bord der MS Ocean Diamond war, habe ich von diesem besonderen Ort erfahren.

    Patrik, der selbst musiziert, hatte eine Gitarre und eine Querflöte als Geschenk mitgebracht, und wir wurden zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Als Dankeschön führten uns die jungen Leute traditionelle Gesänge und Trommeltänze auf.

    Die Fotos davon will ich heute übergeben und treffe die Leiterin Ann Andreasen
    beim Frühstück an. Ich habe selten eine so beeindruckende Persönlichkeit getroffen. Sie leitet das Haus schon seit dreißig Jahren und es gelingt ihr, die jungen, vielfach traumatisierten Menschen mit der traditionellen Kultur zu verbinden und ihnen auch durch die Musik einen Weg in die Zukunft zu öffnen.

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll. Am besten lest ihr den Wikipediaeintrag über sie und vor allem den einfühlsamen Artikel über ihre Arbeit mit den jungen Menschen.

    (https://de.wikipedia.org/wiki/Ann_Andreasen)


    Fräulein Anns Gespür für Kinder
    Im nördlichsten Kinderheim der Welt, auf der Insel Uummannaq in Grönland, machen sich junge Inuit auf die Suche nach ihren Wurzeln und finden dabei eine…
    www.evangelisch.de

    Ihre Arbeit wird unterstützt, durch das Polarinstitut, das von dem Arktisforscher Jean Malaurie und Prinz Albert von Monaco gegründet wurde und das sie mit leitet.





    Nach einigen Tassen Tee schenkt sie mir einige Exemplare eines von den Kindern selbgestalteten Heftes. Es ist eine beeindruckende Heldengeschichte, was sonst!



    Eine Gruppe junger Menschen bricht auf. Sie sind eingeladen auf die MS L'Austral.

    Dort werden sie einige ihrer Lieder und Tänze aufführen. Gerne würden sie auch für die Paxe der MS Hamburg auftreten, meint Ann. Vielleicht klappt es ja am Anleger, wenn sie vom Schiff zurückkehren.


    Übrigens erzählt der Film "Inuk", den einige von euch kennen, die Geschichte des Kinderheims und ihrer Bewohner und ist mit ihrer Mitwirkung entstanden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Inuk_(Film)


    Fortsetzung folgt.



    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • Hallo omlia, was für eine berührende Geschichte über das Waisenhaus. Vielen Dank für die Infos dazu. Und das Heft ist ja sogar in deutscher Sprache :thumbup:

    Die Fotos mit den Eisbergen sehen irgendwie unwirklich aus, fast könnte man sie für Fotomontagen halten, soooo schön.

    Und den Husky hast du wunderbar in Szene gesetzt :love:

  • Huskyfan, vor einigen Jahren habe ich einmal hier im Ort mit einem jungen dänischen Polizisten gesprochen, der mir von den großen Problemen mit Mißhandlungen, Missbrauch und Selbstmord von jungen Menschen erzählte.

    Es kam gerade von einem Einsatz und war deutlich bewegt.

    Umso wichtiger ist das Kinderheim, das den jungen Menschen für viele Jahre ein sicherer Hort ist und ihnen einen Weg in ein gutes Leben ermöglicht.



    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • Freitag, 01.09.2023 - Fortsetzung




    "Nicht nur zur Weihnachtszeit" heißt eine satirische Erzählung von Heinrich Böll, die wir als Schüler im Gegensatz zu manch anderer Schullektüre mit großem Vergnügen gelesen haben. Die Tante besteht auf aufwändige Inszenierungen das ganze Jahr hindurch. Da erscheint das immerwährende Weihnachten in Uummannaq doch sehr ausbaufähig, vor allem das skurrile Krippen-Stillleben an Eisenbahn. :laugh1:




    Das Licht verzaubert Eisberge in Edelsteinschlösser,...




    .... und unser schon in die Jahre gekommenes schrammeliges Tenderboot ist kaum wiederzuerkennen.




    Im Hafen wird ein kleines Fischerboot entladen.







    Ein Junge steht versunken im Blumenfeld und betrachtet versonnen die kleine Blume in seiner Hand.

    Als sein Vater um die Ecke biegt, ist es plötzlich vorbei mit der Idylle:

    Blume wegeworfen, zu ihm ins Auto gesprungen, abgebraust! Schade!




    Das "Gerümpel" grüßt zum Abschied.




    Ich stehe lange am Anleger und warte auf die Gruppe aus dem Kinderheim, die noch auf der MS L'Austral ist. Sie wollte ja für uns noch eine kleine Darbietung am Ufer machen. Leider verspätet sie sich, und ich nehme das letzte Tenderboot zurück an Bord.

    Während meiner Wartezeit erzähle ich Ludger Feldmann von dem Heim und der Einladung auf das Schiff. "Das könnte die Hamburg doch auch machen", meine ich. Er wusste nichts von dem Heim und zeigt auch später an Bord kein Interesse, auch nicht an der schönen Comic-Heldenerzählung der Kinder, die ich ihm geschenkt habe. Merkwürdig! :o-crying Wieder was gelernt!




    Vorbei an den Eisbergen geht es nach Ilulissat. Da warten noch sehr viele auf uns, hoffentlich in schönem Morgenlicht.



    Wegen der EIslage nehmen wir wie schon auf der Hinfahrt den Umweg um die ganze Disko-Insel. Die Fahrt zum Eqi-Gletscher muss leider ausfallen, schon wieder, denn so war es bisher auf all meinen Reisen.



    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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  • Nordlicht, ich habe gerade noch einmal deinen Bericht über den Super-Super-Tag mit der Zodicfahrt bei Saqqaq, dem Eqi-Gletscher, dem Wahnsinns-Abendlicht und dem Grün am Himmel gelesen. Jammerschade, was uns da entgangen ist! :girl_cray2:



    Viele Grüße

    omlia :o-smile


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