Mit Havila Polaris auf der Suche nach dem Polarstern / B-K-B 5.-16.12.2023

  • Bereits haben wir Tag 3 - bin aber vorher gar nicht zum Schreiben gekommen.


    Kurze Zusammenfassung:


    Tag 0:

    Hotelübernachtung am Flughafen Zürich gegönnt, da ich in meinem Alter keinen Stress mehr auf Reisen haben will. Die mitreisende Freundin (GöGa ist nicht wintertauglich) mag Stress noch weniger, somit war das Radisson Blue am Zürcher Flughafen eine gute Wahl. Weg zum Check-in: 5 Minuten :)


    Tag 1:

    Check-in ohne Wartezeiten, bestens durch die Sicherheitskontrolle gelangt und leckeres Frühstück im Sprüngli Café gehabt. Dort trafen wir uns mit den beiden anderen mitreisenden Freundinnen - Frauentruppe komplett.

    Flug ZRH-AMS: halbleer, vorzeitig angekommen. In AMS mussten wir nur von der Seite mit den ungeraden Gates auf die mit den geraden Nummern wechseln, 20 m.

    Flug AMS-BGO: der Wartebereich füllte sich immer mehr. 4 Rollstühle, Kleinkinder... Mehrmals der Aufruf, man solle doch die Köfferchen abgeben, damit man schneller alle boarden könne - die Leute waren resistent. Am Ende hatten wir eine halbe Stunde Abflugsverspätung. Der Flieger war ausgebucht.

    In Bergen hatten wir noch eine in unserem Paket inbegriffene, kurze Stadtrundfahrt mit einem sehr erzählfreudigen deutschen Reiseführer. Aber eigentlich wollten wir gerne so schnell wie möglich aufs Schiff, es war schon nach 18 Uhr und der Magen knurrte...

    Das Check-in auf die Havila polaris verlief dann problemlos und schnell, da nur noch unsere Reisegruppe aufs Schiff musste.

    Kaum auf dem Schiff, gings dann auch gleich zum Abendessen. Für unsere Gruppe waren die Tische im hinteren Bereich gebucht und es wurden die beliebtesten Zeiten schon vorreserviert: 8 Uhr / 12.30 Uhr / 19 Uhr. Das ist der Vorteil an der Gruppen-Paketbuchung... Ansonsten sind wir frei und bewegen uns selbständig.

    Das Schiff legte pünktlich ab. An die ungewohnten Geräusche musste ich mich aber erst gewöhnen. Unsere Kabine (zwei separate Betten, Aussenkabine) ist zwar angenehm in der Grösse - liegt aber in der Nähe der Ladeklappe auf Deck 4... Die Suche nach den Ohrstöpseln war erfolgreich.


    Fortsetzung folgt...

  • Tag 2:

    Die Ankunft in Alesund (sorry, ich finde gerade die Sonderzeichen nicht...) war pünktlich. Schon in der Nacht hatte es aufgeklart und der Sternenhimmel war wunderschön. Wir haben einen kurzen Stadtspaziergang unternommen und ich habe die Sauna und den Whirlpool ausprobiert - herrlich. Dann sah ich einen grossen Bus, aus dem sehr viele Leute mit Koffer ausstiegen und zu unserem Schiff kamen. Ich dachte noch, merkwürdig, sooo viele Leute steigen hier zu? Dann kam die Durchsage, dass die Havila polaris die Gäste von der havarierten Havila Castor aufnehme... Beim Stadtrundgang hatten wir die Havila Castor noch einfahren sehen auf der gegenüberliegenden Seite. Nun wars vorbei mit der Ruhe, die Havila polaris ist nun sehr gut gefüllt.

    Beim Abendessen wurde es dann eng und laut. Aber (Vorteil unserer "Gruppenbuchung") wir haben weiterhin unsere gewohnten Tische zur gewohnten Zeit. :)

    Pünktlich legte dann unser Schiff ab.


    Tag 3:

    Und pünktlich sind wir in Trondheim angekommen heute Morgen. Wetter: wieder sonnig mit ein paar wenigen Wolken, ca. -8°C. Wenn Engel reisen...

    Fotos habe ich schon ein paar gemacht (nur mit dem Handy) - ich muss sie dann mal sichten und sortieren und schaue, ob ich ein paar einstellen kann.

    Mit dem Schiff sind wir bestens zufrieden: genügend grosse Kabinen, so dass wir Frauen gut aneinander vorbei kommen. Das Essen war bis jetzt superlecker. Klar, man ist im Norden am Meer und das Essen ist "fischlastig". Uns schmeckts - mir sowieso, ich esse Fisch, aber kein Fleisch. Man merkt nun aber, dass das Schiff gut gebucht ist (mit den "Gestrandeten" der Havila Castor) und die Wartezeiten werden länger. Auch gabs heute Morgen Verwechslungen bei den Bestellungen... Da sind wir aber flexibel und tauschen untereinander aus. Hauptsache, es gibt was!


    So, das mal zu den ersten Tagen. Nun gehts schon bald wieder zum Mittagessen. Dann heissts Leinen los weiter Richtung Norden.


    Ganz herzliche Grüsse aus dem sonnigen Trondheim!

    :i|hv:

  • Freue mich auf diesen Bericht ganz besonders, da er Zukunft vorwegnimmt. Ich hoffe mal, dass diese Reisen in 11 Jahren noch genauso schön stattfinden, wie im Moment.

    Spaß beiseite! Ich wünsche eine angenehme, stressfreie, grün besaitete Traumreise. :godtur:

  • Gute Reisewünsche auch von mir!

    Es war auch schön zu erfahren, dass doch eine ganze Menge der Passagiere von der liegengebliebenen Havila Castor bei Euch unterschlüpfen konnten, auch wenn natürlich dadurch sich das Schiff sehr gefüllt hat. Manche der Neulinge waren vielleicht auch nicht glücklich darüber, vielleicht eine spezielle und sorgfältig ausgesuchte Kabine verlassen zu müssen.

  • Bine

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  • Oh oh - dicke Finger, schmale Tasten 8o


    Danke für die guten Wünsche.


    Gestern Abend war ja mal was los! Die Abläufe mit den vielen Neuen haben sich eingespielt, wir "Original-Polaris-Fahrer*innen" haben uns daran gewöhnt, dass plötzlich doppelt so viele Leute an Bord sind und alles verläuft planmässig. Wir haben immer eine Nische gefunden.


    Nach dem doch sehr reichhaltigen Abendessen (bei dem alles wie am Schnürchen klappte) begab ich mich Richtung Kabine, da ich noch lesen wollte. Kaum drin, kam der Nordlichtalarm. Also warm einpacken und umgehend Richtung Deck 9 stürmen. Und tatsächlich: Tag/Nacht 3 bringt sternenklare Nacht, wir finden den Polarstern und wir sehen unsere ersten Nordlichter. Ein lang gezogenes Band, erst schwach, dann stärker und dann wird es immer breiter. Ich konnte es sogar fotografieren. Ich arbeite noch am "Rüberbeamen" der Fotos - PW vergessen (sonst könnte ich mich auf dem Handy einloggen und die Fotos raufladen) und Kabel Handy-Tablet vergessen :rolleyes:


    Nach etwa einer Stunde haben wir genug und vor allem ist uns kalt (es zieht wie Hechtsuppe an Backbord) und wir gehen zur Kabine. Kaum sind wir im Bett, kommt schon der nächste Alarm. Jetzt erhalten wir die Belohnung dafür, dass wir in der Nähe der lärmigen Ladeklappe sind: wir sehen die Polarlichter ganz bequem von der Kabine aus! :love:


    Die weitere Nacht bringt viel Lärm beim Be- und Entladen || und es scheint jemand anderes das Schiff zu steuern. Die ersten zwei Nächte verliefen die Anlegemanöver schön ruhig, letzte Nacht wurde jeweils volle Pulle der Rückwärtsgang eingelegt, so dass es einen fast aus den Betten vibrierte.


    Jetzt ist eine Menge Kaffee angesagt...

  • Skadi23, herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme auf der Havila polaris! Ich bin nämlich eine der gestrandeten Havila Castor Fahrenden (auch unser Schiff war herrlich leer ;) ). Und ja, es war auch nicht lustig unsere schöne Juniorsuite aufzugeben! Aber wir sind hier, haben uns neu akklimatisiert, die Nordlichter genossen und den Polarstern bewundert. Nun freuen wir uns auf alles was kommt. Ich werde gerne mitlesen. Lieben Dank und uns allen eine gute Fahrt :)

  • Skadi23, herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme auf der Havila polaris! Ich bin nämlich eine der gestrandeten Havila Castor Fahrenden (auch unser Schiff war herrlich leer ;) ). Und ja, es war auch nicht lustig unsere schöne Juniorsuite aufzugeben! Aber wir sind hier, haben uns neu akklimatisiert, die Nordlichter genossen und den Polarstern bewundert. Nun freuen wir uns auf alles was kommt. Ich werde gerne mitlesen. Lieben Dank und uns allen eine gute Fahrt :)

    Herzlich willkommen, Reisende & Co.! Ja, den Umzugsstress und den Ärger mit den Downgrades bei den Kabinen kann ich gut nachvollziehen. Ich hoffe, ihr kriegt von Havila ein paar Goodies. Ich versuche, weiterhin gutes Wetter hinzukriegen ;)


    Tag 4:

    Die Landschaft heute war wunderschön bis kitschig. Zwischen Örnes (der "Hafenarbeiter-Helfer-Hund" war ja sowas von knuddlig-süss) und Bodö leuchtete der Himmel in allen möglichen Farben: von gelb über orange bis rot-blau-lila. Die meist gehörte Aussage heute: "Ich dachte, es sei viel dunkler nördlich vom Polarkreis." Das Wetterglück war uns hold und viele haben lange Zeit draussen in der Kälte verbracht, bis die Finger selbst in den Handschuhen steif vor Kälte waren und die Augen trotz Brille tränten. Die Polartaufe haben meine Mädels und ich ausgelassen - ich hab den Polarkreis derart oft überquert, dass ich einem solchen Spektakel nichts abgewinnen kann.


    Bodö wurde pünktlich erreicht und während meine Freundinnen die Stadt erkunden, musste ich etwas Schlaf nachholen und übe immer noch, mein Handy auf eine kabellose Art und Weise mit meinem Tablet zu verbinden. Ist gar nicht so einfach, da alles doppelt und dreifach abgesichert. Zudem weht eine derart steife Brise, dass mein gebuchter Strandspaziergang abgesagt wurde. Die hatten wohl Angst, dass wir ins Wasser geweht würden...


    Die Spaziergänger*innen kommen bereits wieder zurück zum Schiff um sich aufzuwärmen. Und ich gönne mir eine Technik-Pause und dem Handy etwas Strom...

  • Reisende : Das war wirklich Pech mit der Castor - aber ich schwöre, wir haben sie nicht kaputtgemacht auf unserer Reise im Oktober!! Hattet Ihr keine Möglichkeit, nochmals eine Juniorsuite oder Balkonkabine zu bekommen? War sicher alles ausgebucht? Ich hoffe, Ihr habt trotzdem noch eine angenehme Kabine bekommen!

    Skadi23 : Ja, ich freue mich jetzt schon wieder jeden Tag auf ein neues Stück Reisebericht! Habt Ihr auch spezielle Adventsmenüs? Was Du über die Deko schreibst, klingt ja schon mal schön.

    Und könnt Ihr eventuell ein neues Kabel für tablet/Handy in Tromso bekommen?

  • Saedis, wir hatten uns für unsere erste Fahrt einfach eine tolle Kabine ausgewählt und hierzu ein super Schnäppchen genutzt. Hier auf dem Schiff waren aber alle besonderen Kabinen bereits belegt.

    Nur ca 60 Gäste der Havila Castor sind überhaupt hierher übergewechselt, die meisten werden südgehnd in Tromso aussteigen, damit sie ihre jeweilen Flüge bekommen. Alle anderen haben ganz storniert. Beides war für uns keine Option. Wir bleiben nun bis Trondheim und fliegen von dort über Oslo nach Frankfurt. Natürlich mussten wir hierzu neue Flüge buchen, aber das hätten wir ohnehin auch von Bergen aus gemusst und so schaffen wir wenigstens noch unser geplantes Ankunftsdatum. Alles Überlegungen, die man auf so einer Reise wirklich nicht anstellen will. Aber was solls, wir sind erstmal hier, alles andere (mit der Versicherung) regeln wir dann von zu Hause aus.

  • Skadi23 Auch von mir noch eine wunderschöne Reise mit allem, was für dich dazu gehört. :o-thumbsub Mach dir keinen Stress mit den Fotos hier im Livebericht, wir nehmen sie gerne auch nach der Reise. :winki:

    Reisende Ihr macht das genau richtig! Immer das Beste aus der Situation machen! Genießt eure Reise, auch wenn sie anderes geplant war! :o-thumbup

  • Eins, zwei, drei, im Sauseschritt - es eilt die Zeit, wir eilen mit!


    Bereits ist Sonntag... Ich habe völlig das Zeitgefühl verloren. Kurze Zusammenfassung der letzten beiden Tage:


    Tag 5:

    Die Überfahrt von Bodö zu den Lofoten am Abend des vierten Tages war etwas bewegt. Meine Frauen und ich haben sicherheitshalber eine Tablette genommen und die "Anti-Seekrank-Armbänder" angelegt. Beim Abendessen am Tag 4 war die Gesellschaft etwas ausgedünnt, wobei einige zum Wikinger-Abend gegangen waren.


    Unser Highlight war der Besuch bei Käpten Kurt und 1. Offizier Andreas auf der Brücke. Dafür liessen wir gerne das Mittagessen sausen (wir sind ja nicht am Verhungern). Es war wirklich spannend zu sehen, wie die Havila-Schiffe gesteuert werden. Es gibt 4 Gas-Motoren und 4 Elektro-Motoren. Normalerweise fährt das Schiff mit 4x Elektro plus 2x Gas und das bei durchschnittlich 14,5 Knoten. Die Elektromotoren funktionieren wie beim Elektroauto auch: beim "Bremsen" laden sie auf. Jetzt ist mir auch klar, warum manchmal nachts die Schrauben volle Kraft rückwärts drehen - das gibt wieder Power auf die Batterien.


    Ansonsten brachte der Samstag wieder schöne Lichtspiele während des kurzen "Tages". Ich musste am Nachmittag schmunzeln, als man bei stockdunkler Nacht vom "Tagesprogramm" sprach... Wir gingen Rentierschlitten fahren. Mich faszinieren die Viecher und die samische Kultur so sehr, dass ich solche Ausflüge bei jeder Gelegenheit mitmache. Es war spannend, leider zu kurz - nicht mal Zeit für Shopping hatten wir!


    Fortsetzung folgt...

  • So, Internet funktioniert wieder, darum gehts weiter... Ich konnte heute Morgen weder den obigen Beitrag laden, noch war das aktuelle Tagesprogramm aufgeschaltet.


    Nachtrag zu gestern: Nach dem Abendessen sassen wir noch zusammen in der Bar - und dann gaben die nordischen Götter wieder ihre Vorstellung: Nordlichter! Es war einfach magisch. Wir waren auf Deck 9 bis die Augen tränten und das Gesicht eingefroren war.


    Tag 6:

    Nach dem Frühstück schmissen wir uns in die warmen Klamotten und standen beim Anlanden in Honningsvag bereit für den Nordkap-Ausflug. Meine Freundinnen waren noch nie dort, d.h. die eine mal bei dichtem Nebel. Und ich war gespannt, wie es sich entwickelt hat, seit ich vor gefühlten 20 Jahren das letzte Mal dort oben war. Da kam die Durchsage: abgesagt wegen schlechten Wetters. Nun denn, wir haben Honningsvag am Sonntagmittag erkundet: alles zu, ausser einer Galerie und einer Bäckerei. Es zieht wiederum wie Hechtsuppe und so ist es kein Wunder, dass die Strasse ans Nordkap unpassierbar ist. Jetzt wärme ich mich wieder bei einem Kaffee auf dem Schiff auf und beobachte die Einheimischen, die zu Besuch ins Café kommen. Ich finde das eine schöne Tradition.


    Der Himmel war wieder farbig-dramatisch, wie auf einem Caspar-David-Friedrich-Bild. Jetzt, 12:30 h mittags, ist es bis auf einen orangen Streifen im Süden bereits schon wieder dunkel.


    Herzliche Grüsse aus dem windzerzausten Honningsvag!

  • Es ist wohl auf Anfrage wieder möglich: im Oktober hat mein Mann auch, nachdem wir an der Rezeption angefragt hatten, einen Termin zur Brückenbesichtung bekommen. Es wurde aber nicht öffentlich für alle Passagiere kommuniziert, er wurde dann von einem Offizier an der Rezeption abgeholt und zur Brücke gebracht.

  • Bei uns wars mit dem Brückenbesuch auch so: unser Reiseleiter hat in der Gruppe herumgefragt, wer interessiert sei, dann hat er das alles mit der Reception geklärt und wir bekamen eine Zeit zugeteilt, wann wir beim Expeditions-Büro zu sein hatten. Wir wurden bis jetzt in zwei Gruppen à ca. 10 Personen eingeteilt und wurden zur vereinbarten Zeit abgeholt und zur Brücke gebracht.


    Dann gleich noch weiter mit dem Reisetagebuch:


    Tag 7:

    Kirkenes - Wendepunkt. Seit gestern ists sehr kalt geworden (aktuell ca. -13 bis -15°). Leider sind die Scheiben nun gefroren und man sieht kaum mehr hinaus. Ich geh auch mal Klamotten holen und strecke die Nase an die frische Luft...

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