Mit Havila Polaris auf der Suche nach dem Polarstern / B-K-B 5.-16.12.2023

  • Tag 7, Nachtrag:

    Es war echt saukalt in Kirkenes. Da ging man doch gerne wieder aufs warme Schiff. Die Rückfahrt "oben rum" war dann wieder ziemlich stürmisch. Zudem hatten wir uns eine massive Verspätung in Kirkenes eingeholt, da die Betankung nicht rechtzeitig abgeschlossen war. So wurden diverse Häfen ausgelassen.


    Tag 8:

    Der heutige "Hammer" war Hammerfest bei flammendem Himmel. So richtig schöne Polarnachtfarben. Da wir immer noch verspätet waren, ging ich auf die geführte Stadttour. Das hat sich gelohnt, da wir wegen der Verspätung nur kurz Zeit hatten und der Hafen im Zentrum immer noch umgebaut wird. Das Licht war einmalig von den diversen Ausblicken aus.

  • Tag 9

    Wieder ein wunderschöner Tag vorbei... Gestern Abend besuchte ich das Mitternachtskonzert in Tromsö - es war einfach toll. Ein Bariton, ein Flötist und ein Orgel-/Klavierspieler sangen und spielten verschiedene nordische Lieder. Es war ein sehr berührendes, stimmungsvolles Konzert in der schönen Holzkirche nahe der Anlegestelle. Das Aufstehen am Morgen fiel jedoch seeeehr schwer... Nun, in weiser Voraussicht hatte ich auf die Vesteralen-Tour verzichtet, obwohl ich mir die Gegend gerne bei Tageslicht angesehen hätte. Das letzte Mal war ich vor etwa 25 Jahren hier. Aber wir hatten zwei unseres Grüppchens "delegiert", die uns mit Bericht und schönen Bildern versorgten.


    Auch vom Schiff aus zeigten sich die Versteralen in voller Pracht: der Himmel leuchtete wieder orange-golden bis blau-rosa-violett. Einfach herrlich, diese Polarnächte. Obwohl: mittlerweile sind wir in Stokmarknes und es ist stockdunkel - etwas längere Tage könnte ich durchaus wieder vertragen.


    Während der Passage der Risöyrinne waren wir viele an Deck, die die Steuermanöver und die Brückenpassage beobachteten. Und selbstverständlich sind wir auch dem Aufruf gefolgt, bei der Brücke von Sortland, wo die Westeralen-Ausflügler drüberfuhren um dann im Hafen wieder an Bord zu gelangen, fleissig mit den verteilten Norwegen-Fähnchen zu winken. Der Bus hupte, das Schiff tutete - und dann "hurtig" rein zum Aufwärmen.


    Das Hurtigrutemuseet lasse ich nun links liegen und gönne mir noch einen Kaffee, bevor es dann an die Lucia-Feier auf Deck 8 geht. Es wurde eine "Überraschung" angekündigt...


    Mit Schrecken habe ich auch festgestellt heute, dass die ganze, schöne Reise schon bald vorbei ist. Noch dreimal schlafen ;( Nun, Norwegen ist ein wunderschönes Land, das wusste ich ja von meinen früheren Reisen her.

  • Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei - oder so.


    Tag 10:

    Gestern Bodö by night - da habe ich kurz rausgeschaut in der Nacht. An die Ladeklappengeräusche haben wir uns mittlerweile gut gewöhnt, so dass wir in der Nacht nur noch sporadisch aufwachen.


    Die Farben tagsüber waren wieder wunderbar - zum letzten Mal Polarnacht. Die Polarkreisüberquerung haben wir ausgelassen, die wurde beim Frühstück angesagt. Der Caffè Latte war mir lieber... Und dann bei den 7 Schwestern: Sonne!!! Die hat mir mittlerweile schon ein wenig gefehlt.


    In Brönnöysund haben dann alle mit Einkaufsentzugserscheinungen das nahegelegene Einkaufszentrum gestürmt. Es hatte hübsches Geschirr im Haushaltwarengeschäft - aber der Koffer ist leider voll. Aufs Eis habe ich schweren Herzens verzichtet: zu vollgegessen vom Frühstück! Essen ist ein gutes Stichwort: alles ist sehr lecker und man (äh, ich) isst viel zu viel. Auch als Vegetarierin, die allerdings Fisch und Meeresfrüchte mag, fand ich die Auswahl immer mehr als genügend. In unserer Frauenrunde hatten wir alles: Fleischtigerinnen, Nicht-Meeresfrüchte-Esserinnen und die Vegetarierin. Auch bei den Ausflügen gabs immer vegetarische Alternativen - echt toll gemacht. Und für andere Allergiker wurde ebenfalls bestens gesorgt. Man muss das halt am Anfang mitteilen und dann werden die Laktoseintoleranten, die Glutenallergischen etc. mit leckeren Alternativen versorgt. Mein Essensfazit: viel zu viel gegessen und bestimmt 2 Kilos zugelegt...


    Tag 11:

    Der letzte Schiffstag ist angebrochen ;( Dementsprechend ist nun das Wetter: grau in grau und es schneit. Immerhin besser als der für Trondheim und Bergen angesagte Regen. Wir fahren nun durch den Trondheimfjord wieder hinaus und dann Richtung Süden, nach Kristianssund. Ein letzter gemütlicher Tag an Bord - morgen heisst es ja Ausschiffen in Bergen. Für uns gehts dann direkt an den Flughafen und via Amsterdam wieder retour in die Schweiz.


    Mein Fazit:

    Havila: da gibts absolut nichts zu mäkeln. Tolles Schiff, super nette Crew, leckerstes Essen, geräumige Aussenkabine mit bequemen Betten. Am Anfang dachte ich: upps, recht schmal. Das war dann aber gar nie ein Problem! Nach dem ersten Duschen hatten wir auch den Dreh raus, wie man die Überschwemmung im Bad vermeiden kann. Meine Zimmerpartnerin und ich haben immer am Morgen geduscht und der Seegang war nie problematisch. Anfangs hatte ich Bedenken wegen der Nähe zur Ladeklappe und des unvermeidlichen Lärms. Spätestens nach der dritten Nacht hatten wir uns daran gewöhnt. Mittlerweile höre ich nicht mal mehr, wenn meine Zimmerpartnerin nachts aufs Klo geht.

    Ja, die Kabinen sind ringhörig. Man hört die Klo-Spülung der Nachbarn, man hört das laute Husten und backbords hinten hört man die Ladegeräusche. Ich hab mich relativ schnell daran gewöhnt, ebenso meine mitreisenden Freundinnen. Zudem hab ich immer Ohrstöpsel dabei. Ich würde wieder eine Kabine backbords nehmen - schon nur um nachts das Treiben in den Häfen beobachten zu können. Die Suite würde ich prüfen, wenn ich mit meinem Mann unterwegs wäre (der ja aber partout nicht in den Norden will) - in der jetzigen Konstellation war das einzige Kriterium zwei getrennte Betten. Balkon brauche ich im Winter nicht, da gehe ich lieber an Deck. Ich finde, das Umlaufdeck zuoberst hat durchaus seinen Reiz und es gibt auch dort immer eine Seite, wo es weniger windet. Auf Deck 8 hats die "Raucherlounge", wo man auch schnell ohne Mantel raushuschen kann für Fotos.

    Am wenigsten gemütlich fanden wir die Havblikk Bar oben auf Deck 9. Die war uns zu gekühlt und bei den Sitzen vorne mit dem besten Ausblick rauscht die Lüftung unerträglich laut. So haben wir uns meist auf Deck 6 installiert - wo die Kaffeemaschine nicht weit ist ;)

    Wir hatten uns das Goldpaket geleistet. Ich wollte unbedingt die goldene Trinkflasche, da ich sowieso eine solche Thermosflasche kaufen müsste... Da sind 30 alkoholfreie Getränke inklusive, was wir wohl nicht ganz aufbrauchen. Die zusätzlichen Speisen haben wir fleissig bestellt: morgens Eggs Benedict oder Eggs Royal (mit Lachs anstatt Schinken), abends die Königskrabbe, die ja als invasive Art unbedingt vernichtet werden muss.


    So, jetzt muss ich wieder hinausschauen. Es hellt auf, der Schneesturm ist vorüber, die Fjordmündung ist erreicht.

  • Wobei dieser Ausdruck nichts mit einem Ring zu tun hat - ring ist ein Ausdruck für mühelos, einfach. Es geht etwas ring = es geht etwas mühelos.

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


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  • Geht es noch nach dem Fazit weiter? sonst sage ich schon hier Danke Schön!

    Ja, ich melde mich nun zum letzten mal.


    Tag 12:

    Nach einer bewegten Nacht gehts stürmisch weiter. Duschen war schwierig, da das Schiff sich auf die dem Abfluss entgegengesetzte Seite neigte. Wollte man keine Überschwemmung im Bad, hiess es sparsam mit dem Wasser umzugehen und immer schön in Richtung Abfluss wischen... Sicherheitshalber habe ich zum Frühstück nicht so viel gegessen und zum Dessert ein Tablettchen genommen. Njord will uns entweder so schnell wie möglich los werden - oder begehrt auf, dass es unser letzter Tag ist.


    Der Koffer musste bis 9 Uhr beim Lift stehen - wir haben gestern Abend das meiste gepackt und ihn dann auf dem Weg zum Frühstück etwas nach 8 Uhr hingestellt. Bis 10 müssen wir die Kabine geräumt haben - ist erledigt. Wir sitzen in "unserer" .Ecke auf Deck 6 und trinken Kaffee.


    09.34 h - es dämmert langsam. Doch es sieht nach trüber Nebelsuppe aus draussen. Das Schiff pflügt durch die Wellen und die Fotografinnen sind sehr schnell wieder von Deck 9 zurückgekommen.


    Mittagessen gibts heute eine halbe Stunde früher - noch einmal wollen wir die "Tapas" geniessen. Gestern Abend haben wir uns das Abschlussessen im Hildring gegönnt - die bösen Königskrabben müssen vernichtet werden... Auch dieses Essen war hervorragend.


    Es war eine Traumreise! Ich danke allen für die guten Wünsche und fürs Mitreisen. Und ich bin dankbar, dass alles reibungslos verlaufen ist. Polarstern: gesehen. Nordlichter: gesehen. Rentiere: gefüttert und gestreichelt. Alles erfüllt!


    Euch allen im Forum eine schöne Adventszeit und einen guten Rutsch hinüber in ein heiteres 2024. Und viele weitere schöne Reisen!


    Liebe Grüsse!

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