Auf Spikes um Island (16.02.24 - 26.02.24)

  • Wir schreiben das Jahr 2023, genauer August. Ich sitze in meinem Zweitwohnsitz in Andalusien, bei geschlossenen Rollläden, da die Aussentemperatur im nicht vorhandenen Schatten 44 Grad beträgt, was auch für unseren Ort auf 300m Höhe aussergewöhnlich ist. Und da die Häuser nicht isoliert sind, heisst es 30 Grad Innentemperatur. Träge dreht sich der Deckenschwirrl und ich surfe im Internet rum. Und plötzlich erfasst mich eine Sehnsucht - nein, nicht nach Kühle, nach Nordlicht! Machen die Dinger süchtig? Also Tante Google mal in die Richtung gesteuert und siehe da, ich stolpere über eine Islandreise im Februar. Mit Island ging es mir wie mit Grönland - kein Interesse, aber Winter ist ja ganz was anderes. Ein paar Tage überlegt, mit Göga gesprochen, kein Interesse seinerseits, er mag es lieber warm, fand den Preis aber verlockend - also gebucht!


    Und so geht es dann am 16. Februar los. Oder vermutlich morgen, zumindest hier im Forum. Ach ja - danke rs1033 fürs Anfüttern ;)

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  • Arctica

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  • Nordlicht kann leider auch süchtig machen, ich hatte ja heuer mein bisher intensivstes diesbezügliches Erlebnis und dachte kurz danach, es hätte noch besser sein können.


    Wie schön, ein weiterer Reisebericht aus Island.


    Liebe Grüße, Kamilla

  • Arctica, haha, auf meiner Islandreise im Februar ging ohne Spikes auch gar nichts, z.B.bei Sturm über total vereiste Wege vom Hotel ins Freibad (s. mein Bericht von 2/16)!

    Ich freu mich sehr auf deinen Bericht und wer weiß, vielleicht regt er mich an, die Reise noch einmal zu machen.


    Viele Grüße

    omlia


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  • Oh, wie schön, das mildert meine Island-Entzugserscheinungen! Da folge ich gerne- und das, obwohl wir gerade aus Honningsvåg abgefahren sind und heute abend wieder auf die Nordlicht-Autobahn hoffen:o-wink

    Viele Grüsse, Albatross
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  • Freitag, 16.02.


    GöGa bringt mich zum Flughafen. Koffer ist schnell aufgegeben, nur an der Security hakt es etwas, da an der Fastline mein Code nicht erkannt wird. Die zuständige Dame schickt mich dann zum Anstellen zur „normalen“ Spur. Ich stelle mich erst an, bin aber etwas sauer, so dass ich dies der an diesem Ort zuständigen Dame sage. Sie meint, eigentlich hätte mich die Kollegen durchlassen müssen. Sie macht mir dann den Weg zur danebenliegenden Fastline auf.


    (wer es nicht kennt - in Frankfurt kann man sich kostenlos im Internet ein Zeitfenster buchen, wo man ohne Anstehen an der Security durch die sogenannte Fastline kann. Ich weiss nicht, ob es dies auch an anderen Flughäfen gibt.)


    Esse im Restaurant noch eine Brusschetta und begebe mich dann zum Gate. Wir starten pünktlich um 13:05., Icelandair, B737. Der Flug verläuft ruhig und nach 3:50 landen wir in Keflavik.




    Sehr sanfte Landung. Mein Koffer ist bei den ersten. In der Halle suche ich einen Geldautomaten, den es laut meinem Reiseveranstalter hier geben soll, man findet aber nur noch die Tafel, der Automat selbst gibt es nicht mehr. Dann eben nicht. Beim Schalter vom Flybus hole ich meine Tickets, sie sind ja in der Gruppenreise inkludiert, ich muss nur meine Reisebestätigung vorzeigen. Beim kurzen Anstehen beim Bus komme ich mit einem netten Paar und einer Alleinreisenden ins Gespräch, vermutlich sind wir in der gleichen Reisegruppe. Unsere neue Freundschaft soll die ganze Reise anhalten, bekannt als die "Happy hour Connection", da wir in den Hotels immer als erstes die Bar suchten, eben zur Happy hour :beer:


    Der Flybus fährt in die Stadt zum Busterminal, wo wir in kleinere Busse umsteigen, die uns zum Hotel bringen. Es soll sich herausstellen, dass ein Teil der Gruppe, die die gleiche Reise bei einem anderen Veranstalter gebucht haben, einen direkten Bus zum Hotel hatten. Die Uhr stellt sich um eine Stunde zurück, die Temperatur ist 0 Grad.

    Die Rezeptionistin meint, ihr Restaurant sei klein und wir sollen uns sofort einen Tisch reservieren. Wir verbringen einen netten Abend zusammen, ziehen uns aber früh zurück.



    Erst witzeln wir, es gibt nur Wasser und Brot. Nein, es gibt auch leckeres, in meinem Fall Lamm


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  • Samstag, 17.02.2024


    Die Gruppe trifft sich um 09:00 zur Abfahrt. Unser Reiseleiter Jens stammt aus Oberbayern und lebt schon über 25 Jahre auf Island. Wir sind 22 in der Gruppe.




    Wir fahren zum Nationalpark Þingvellir, wo wir eine Spaziergang abwärts machen, unten wartet unser Bus. Es hat sehr viele Touristen auf dem Golden Circle, auch viele Schulklassen aus Grossbritannien und Frankreich, da dort gerade Schulferien sind und vor allem Privatschulen Ausflüge machen. Es ist eisig und unser RL verteilt Spikes. Ich selbst habe ja an meinen Stiefeln ausklappbare Spikes. Die Spikes sind auf der ganzen Tour unerlässlich, da es am Tag oft taut, nachts aber wieder gefriert. Und ja, auch unser Bus fährt auf Spikes.



    Weiter geht die Fahrt zum Grossen Geysir.





    Unser nächster Halt ist der Wasserfall Gullfoss. Unterwegs sehen wir oft Isländerpferdchen. Manchmal sieht man Kabelrollen oder Wände, wo sich die Pferde vor dem Wind schützen können. Ansonsten sind sie aber immer draussen, sie haben ein sehr dickes Winterfell. Eine Verwandte hat hier in Deutschland Isländer, sie bekommt fast jeden Winter eine Anzeige wegen der Tierhaltung, weil die Tiere draussen sind. Und das bei den eher gemässigten Temperaturen in Deutschland!



    Auch am Wasserfall brauchen wir Spikes. Zwar sind es 5 Grad, aber es stürmt, dass es einem fast von den Füssen weht. Da wir etwas Aufenthalt haben, leiste ich mir eine Gemüsesuppe mit Lammfleisch. Wie fast überall bei den POIs gibt es Restaurant, Souvenirshop, Toiletten. Das Essen ist immer schmackhaft.




    Weite geht die Fahrt. Unterwegs besuchen wir noch die Kirche Skálholtsdómkirkja, die aber leider geschlossen ist. Und ich habe leider kein brauchbares Foto. Gegen 17:00 sind wir im Hotel in Hella. Nach Zimmerbezug im sehr weitläufigen Hotel gehe ich erst mal in die Bar auf ein Bier, habe Durst. 19:00 gibt es Abendessen. Abendessen ist in der Reise inkludiert - es gibt Bruscchetta mit Schinken, Rinderfilet mit Kartoffelstampf und Wurzelgemüse und Schokomousse. Anschliessend gibt es noch einen Vortrag vom Reiseleiter über Nordlicht. Heute ist es aber bewölkt. Den Abend lassen wir in der Bar ausklingen.


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  • Ahhh, da werde ich nochmal schwach für Island - zumal man da ja sogar mit Fähre hinkommt.

    Isländer, sie bekommt fast jeden Winter eine Anzeige wegen der Tierhaltung, weil die Tiere draussen sind.

    ^^ ^^ ^^ Die Ahnungslosen gehen nicht aus.

    Wer mal die Islandstute, um die sich meine Tochter kümmert (vom Alter her eine Großmutter - die Stute), durch den Schnee tollen sah... Schnee und Wind sind ihr Lebenselement!

  • Sonntag, 18.02.2024


    Bis 4 Uhr habe ich gut geschlafen, dann nur noch gedöst. Kurz nach 6 stehe ich auf, dusche, packe und gehe frühstücken. Abfahrt 9 Uhr


    Nicht weit ist es zum Wasserfall Seljalandsfoss. Er ist 66m Meter hoch. Spaziert man etwas am Berg entlang, sieht man noch mehrere kleinere Wasserfälle.



    Wir fahren weiter zum grossen Wasserfall Skógafoss. Er hat „nur“ eine Tiefe von 60m, ist aber 25m breit. Der Weg ist sehr vereist und selbst mit Spikes kann man nur sehr vorsichtig gehen. Mit ein Grund warum ich ebenso wie einige Mitreisende nicht bis zur Kante des Wasserfalls gehen, zumal ich denke, dort wird nur die Kamera nass, aber gute Bilder dürfte es eher keine geben.




    Nächster Punkt ist das ganz in der Nähe gelegene Heimatmuseum Byggðasafnið að Skógum. Es wurde 1949 von Þórður Tómasson gegründet, der 2022 kurz vor seinem 101. Geburtstag verstarb und auch im Alter noch Führungen in mehreren Sprachen machte. Es umfasst Torfhöfe, eine kleine Kirche (die leider geschlossen war), eine Schule, ein Verkehrsmuseum sowie ein Museum mit alten Gebrauchsgegenständen. Hier folgen wir einer kleinen Führung einer jungen Dame, unterstützt von unserem RL.





    Es beginnt ziemlich heftig zu regnen. Nach dem Museumsbesuch fahren wir das kurze Stück zurück für einen kleinen Imbiss im Restaurant vom Wasserfall.


    Nächster Punkt ist der schwarze Strand von Reynisfjara mit den Felsnadeln von Reynisdrangar, die mich etwas an Finnkirka in Kjøllefjord erinnern. Wir spazieren an den Strand mit seiner Basalthöhle. Dies ist einer der gefährlichsten Ecken Islands, in den letzten Jahren gab es zwölf Notfälle, dabei kamen fünf Touristen ums Leben. Das Problem sind sogenannte Sneaker-Waves, mehrere kleine Wellen, die sich zu einer grossen bündeln, in diesem Fall durch unterirdische Klippen. Dies gibt ein Sog, der Menschen schnell aufs Meer spült. Man merkt, dass unser RL etwas nervös ist und mit Schaudern beobachten wir den einen oder anderen jungen Touristen, die sich auf die Felsen wagen, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Hier wird einem die Wucht des Meeres bewusst.




    Wir sind erst gegen 18:30 im Hotel. Man hat uns in ein anderes Hotel umgebucht, wo wir in kleinen, modernen Hütten unterkommen. Leider ist der Weg zu den Hütten sehr vereist, gemischt mit tiefen, grossen Pfützen, was den Transport der Koffer nicht einfach macht. Wir sind froh, haben wir Taschenlampen dabei. Nach 10 Minuten geht es gleich wieder los in das erste Hotel, in dem wir eigentlich eingebucht waren, zum Abendessen. Als Entschuldigung gibt es für jeden ein Glas Bier oder Wein resp. ein Getränk. Bei unserer Rückkehr beginnt es zu regnen und bald darauf regnet es fest, so dass wir uns alle in unsere Hüttchen zurückziehen. Uns graut schon vor dem Frühstück, wo wir ca. 80m abwärts ins Restaurant rutschen müssen.


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  • Montag, 19.02.2024


    Früh bewaffne ich mich mit meiner Taschenlampe, klappe die Spikes aus und gehe vorsichtig Richtung Frühstücksraum. In der Nacht hat es heftig geregnet, so dass auch heute morgen viel Wasser und Eis auf dem Weg ist.



    Wie jeden Tag fahren wir um 9 Uhr los. Unser erster Halt ist Dverghamrar, eine säulenförmige Basaltformation. Wir machen einen kleinen Rundweg, der streckenweise etwas vereist ist.



    Weiter geht es zum Gletscher Vatnakjökull. Auch hier kann man einen kleinen Spaziergang machen, ich will aber nichts riskieren, mit ist es zu eisig und ich bleibe im Bus.



    Als wir wieder alle zusammen sind fahren wir zur nahen Raststätte, ich genehmige mir eine Fischsuppe und einen göttlichen Schokokuchen.


    Einen kurzen Halt machen wir beim Gehöft Fagurhólsmýri und besichtigen den kleinen Friedhof. Leider ist das Kirchlein geschlossen



    Weiter geht die Reise zur Gletscherlagune Fjallsárlón.




    Und schon geht es weiter zur grossen Gletscherlagune Jökursárlón. Hier haben wir 1 ½ Stunde Aufenthalt – das ist ganz grosses Kino, eine Symphonie in blau und grau. Die Lagune hat einen Abfluss ins Meer, über den eine Brücke geht. Unterirdische Sperren verhindern, dass die Eisblöcke ins Meer schwimmen, resp. an die Brücke stossen.



    Schon ist es Spätnachmittag und wir fahren zum Hotel in Hornafjördur, wo wir gegen 18 Uhr ankommen. Unterwegs sehen wir viele Rentiere, können aber leider nirgends anhalten.


    Wir gehen als erstes in die Bar. Um 18:45 gibt es Abendessen, Rote Beete mit Käsesalat, Lachs mit Püree und Gemüse und Käsekuchen. Nach einem Absacker in der Bar ziehen wir uns um 21:30 zurück, es regnet jetzt fest, so dass keine Nordlichtgefahr besteht.


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  • Bin etwas verspätet, aber fahre noch gern mit dir 😁

    Island, auch für uns ein Sehnsuchtsziel 😍, was durch meine Flugangst ziemlich teuer würde🤷🏻‍♀️, aber wir schauen mal.

    Liebe Grüße
    little.point Claudia


    :ilhr:


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