B-K-B mit Havila Polaris - 02.03.2024 - 13.03.2024

  • Ich verzichte auf einen taggenauen Bericht, fasse einfach mal das Positive wie Negative zusammen.


    Es war unsere 9. Rundreise - bislang alle mit Hurtigruten mit diversen Schiffen und im Winter. Also Erfahrungen sind genügend vorhanden.


    Da Havila kein Anreisepaket anbietet, hatten wir den Flug von Düsseldorf über Amsterdam und zurück, eine Hotelübernachtung vor / nach der Reise sowie die eigentliche Reise einzeln gebucht. Rückblickend eine gute Entscheidung, einen Tag vor und einen Tag nach der Reise an-/abzureisen.


    Bergen erwartete uns ohne Regen - dies war positiv. So konnten wir am 01.03.2024 die Abfahrt der MS Polarlys beobachten. Auch die Ankunft der Havila Polaris um 14:45 Uhr konnten wir beobachten. Der Check-in am 02.03.2024 dauerte doch recht lange - für die Essenszeiten hatte ich im Vorfeld per E-Mail angefragt (dazu später mehr).


    Von Bergen bis Tromsö hatten wir absolutes Traumwetter. Sehr ruhige See, Sonnenschein. Auf dem Weg nach Bodö konnten wir Orcas beobachten. Auch kreuzten wir den Polarkreis (also die Weltkugel) auf der Steuerbordseite, obwohl Backbord angekündigt war. Führte zu einer plötzlichen, massenhaften Bewegung der Passagiere von rechts nach links.


    Bei der Abfahrt aus Svolvaer Richtung Raftsund hatten wir sternenklaren Himmel - sehr ärgerlich, dass sich nur ein wenig Nordlicht zeigte.


    Ab Tromsö veränderte sich das Wetter merklich. Dicke Wolkendecken, Regen. Eine Nordlichtprognose von 5 half uns überhaupt nicht weiter, da wir aufgrund der Wolkendecke und des Dauerregens nix am Himmel erkennen konnten.


    Überrascht waren wir, wie wenig oder kein Schnee in Trömso und auf den Lofoten vorhanden war. Da sind wir aus dieser Zeit andere Bilder gewohnt.


    Südgehend gilt es, Hammerfest zu erwähnen - man kann nur hoffen, dass der Liegeplatz mitten im Zentrum bald wieder zur Verfügung steht. Der Liegeplatz im „Industriehafen“ ist…..nicht sehenswert.


    Vor der Risoyhamn haben wir dann noch Schweinswale gesichtet.


    Die Fahrt südgehend durch den Raftsund mit Einblick in den Trollfjord bei Sonne und ein paar Wolken war ein Traum. In Svolvaer hatten wir zunächst klaren Himmel, bei Ausfahrt hatte es sich wieder komplett zugezogen. Nach einigen Minuten auf - erneut glatter See - verschwanden alle Wolken.


    Unserer Erfahrung sei Dank konnten wir recht schnell das beginnende, weiße Nordlicht erkennen. Ab 21.00 Uhr explodierte regelrecht der Himmel. Nordlicht auf beiden Seiten - bis 00.30 Uhr waren wir an Deck, haben geschaut, Fotos versucht. Aber dann waren wir einfach zu müde und durchgefroren. Verlasst Euch nie auf Durchsagen auf den Schiffen im Hinblick auf das Nordlicht - entweder kommen diese zu spät, oder überhaupt nicht. Wir schauen immer draußen an Deck selbst.


    Bis Kristiansund hatten wir dann erneut Sonnenschein und glatte See.


    In Bergen bei der Ankunft hatte es nicht geregnet - es hatte geschüttet. Wir sind leider klatschnass im Hotel angekommen - und konnten dieses am Abend für einen Rundgang nicht weiter verlassen. Der Dauerregen hielt an.


    Am Tag darauf ging es mit der Linie 1 zum Flughafen und ab nach Hause.


    Unser Fazit:


    Reise...


    Die absolut perfekte Fahrt wird es nicht geben. Wir hatten Tage, an den wir dachten, schöner kann es nie mehr sein. Und wir hatten Tage, an denen wir dachten, diese Reise machen wir nie wieder.


    Das Schiff….


    Die Schiffe von Havila sind eigentlich perfekt für diese Reisen. Der begehbare Bug und der Rundgang auf Deck 9 ist einfach klasse. Die großen Fenster lassen viel nach draußen erkennen - die Scheibenreinigungsanlagen spannend. Klar - das gute alte Hurtigruten-Feeling ist dahin - auch Hurtigruten hat die Schiffe umgebaut. Wir sind auch unter Anderem mit der MS Lofoten und der Finnmarken vor dem Umbau gefahren…..nicht vergleichbar. Auch haben wir den subjektiven Eindruck, dass die Havila-Schiffe den Seegang besser bewältigen.


    Die Klimaanlage in der Kabine wurde leider nie unser Freund. Entweder war es kalt - oder heiß in der Kabine - trotz vieler Einstellungsmöglichkeiten.


    Uns ärgert….


    Das fehlende Feeling. Schiffbegegnungen mit Havila werden gefeiert, mit Hurtigruten mal durchgesagt, mal nicht. Wir sind nahe Honnigsvag der MS Spitsbergen begegnet - hier gab es keine Durchsage. Wir haben das Schiff gerade noch aus der Kabine vorbeihuschen sehen.


    Auch die Otto Sverdrup war immer mal in unserer Nähe, ohne dass wir diese gesehen hatten. Schade. Aber die MS Trollfjord konnten wir fotografieren.


    Südgehend wurde Berlevag ohne Durchsage gecancelt. Laut Forum wegen zu geringer Tide - allerdings hatten wir in Batsfjord ein Problem mit der Ladeluke und dadurch über 30 Minuten Verspätung bei der Abfahrt.


    Vergleich Havila mit Hurtigruten


    Die internationalen Gäste an Bord waren unglaublich. Aus Tennessee, Kalifornien, sogar aus Puerto Rico. Hier scheint Havila zu punkten. Wie beschrieben - die Schiffe sind einfach nur toll.


    No-Go….


    Das Essenskonzept. Nein - es geht nicht, und es funktioniert auch nicht. Wir sind im Urlaub - und es kann einfach nicht sein, dass man 11 Tage vorgeschrieben bekommt, dass man um 07.30 Uhr zu frühstücken hat. Bei der Querung des Polarkreises und in Harstad fiel das Frühstück daher aus. Und nein - ich möchte nicht dauernd diskutieren, ob man eine Essenszeit ausnahmsweise verlegen kann. Die per E-Mail angefragten - und bestätigten - Menüzeiten stimmten mittags dann doch nicht überein.


    Die Begründung, dass man ein Menü anbietet, um Essensverschwendung zu reduzieren, erscheint auch ein wenig fadenscheinig. Die Portionen sind…..gewöhnungsbedürftig. Beim ersten Frühstück haben wir uns am Tisch alle fragend angeschaut. Die Brötchen sind mini, der servierte Klecks Marmelade ein Scherz. Nachbestellungen sind dann schwierig, wenn die Gäste der nächsten Sitzung bereits eingezogen sind - dann sieht man kein Personal.


    Auch sind die Bestellungen zum Mittagessen immer eine große Wundertüte, da man nicht weiß, wie groß die Portionen sind. Da kann es bei „falscher“ Auswahl vorkommen, dass man mit vier gewählten Gerichten mit knurrendem Magen das Restaurant verlässt. Mal werden zwei Muscheln serviert, am nächsten Tag eine.


    Mittags gibt es auch keinen Klecks Marmelade auf Nachfrage (nur zum Frühstück - teilte man unserem Tischnachbar mit), eine zusätzliche Vorspeise am Abend kostet 5 Dollar / 5 Euro.


    Das Personal bekommt natürlich einen Daumen hoch - da gibt es nix zu kritisieren. Wollen wir auch nicht. Aber es sind die Kleinigkeiten. Mal fehlt die Butter, dann die Speisekarte, dann das Brot. Die gelieferten Speisen stimmten oft nicht mit der Bestellung überein - es wurden Gerichte für andere Tische serviert. Auch nach einem Room-Service (welchen wir einmal in Anspruch nahmen!) fehlten uns alle Handtücher.


    Lediglich die Essensregelungen führen dazu, dass wir nicht sicher sind, nochmals Havila zu wählen. Dies hat uns einfach nicht gefallen - auch wenn wir am Tisch gerade deshalb viel zu Lachen hatten.


    Es existieren viele Fotos von dieser Reise von Schiffsbegegnungen - wer Interesse hat, bitte per PM melden. Im Gegenzug suchen wir natürlich Fotos der Havila Polaris.


    Marcus

  • Jobo

    Added the Label Zusammenfassung
  • Danke für deinen Bericht. Ich starte am 24.03.2024 mit der Polarlis. Besonders interessant finde ich, dass dir das Essenskonzkept auch nicht gefällt - ich bin da ganz deiner Meinung. Aber der Havila Management dürfte da nicht wirklich 360Grad Feedback einholen. Ich hoffe, dass es dennoch fein wird, bin aber von der Februarreise mit MS Kong Harald verwöhnt, was das Essen anbelangt.

  • Froed

    Changed the title of the thread from “B-K-B mit Havila Polarlis - 02.03.2024 - 13.03.2024” to “B-K-B mit Havila Polaris - 02.03.2024 - 13.03.2024”.

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