Wiege des Fado, Intensivbesuch – Lissabon vom 5. bis 21. März 2024

  • Wiege des Fado, Intensivbesuch – Lissabon vom 5. bis 21. März 2024



    Die Vorgeschichte zu dieser Reise habe ich ja im Livebericht schon ausführlich erläutert.


    Dienstag, 5. März 2024


    Gegen 11 Uhr fahre ich zum Münchner Flughafen und suche die Einfahrt ins Parkhaus P20. Irgendwie lande ich beim Kurzzeithalten am Terminal 2und direkt dahinter ist jetzt eine Einfahrt ins P20, das hatte ich irgendwie anders in Erinnerung. :hmm:

    Auch muss ich dort an der Einfahrt kein neues Ticket mehr ziehen, da ich zuvor schon bei der Einfahrt zum Kurzzeithalt an der Schranke eines gezogen habe, am P20 öffnet sich die Schranke, ohne dass ein weiteres Ticket hier herauskommt. Ich bin etwas verwirrt und hoffe, dass ich zu den 9 € fürs P20 nicht noch zusätzlich für den Kurzzeithalt zahlen muss.


    Ich bringe meinen Koffer zu den Lufthansa CheckIn-Schaltern und gebe ihn dort ab, er hat knapp über 28 kg, also noch Luft für eventuelle Mitbringsel bei der Rückreise. Auch hier am Schalter kann man mir zu den seltsamen Parktickets keine Auskunft geben.

    Zurück am Parkhaus gebe ich das Ticket in den Automaten und muss 3 € zahlen. Ein wenig unsicher stecke ich das Ticket bei der Ausfahrt ein und tatsächlich öffnet sich die Schranke und ich bin auf dem Heimweg. So günstig habe ich bei der Kofferabgabe noch nie geparkt :dance3: . Hatte vielleicht damit zu tun, dass am P20 wohl zur Zeit auch noch diverse Bauarbeiten stattfinden.


    Mittwoch, 6. März 2024


    Nach einem gemütlichen Frühstück stelle ich Wasser und Strom in der Wohnung ab und drehe überall die Heizung aus.

    Es ist 8:40 Uhr, als ich mich, bei kühlen 5 °C, auf den Weg zum Bahnhof mache. Der RE22 zum Flughafen trifft ein und wir sind dann sogar überpünktlich am Flughafen.



    An den Sicherheitskontrollen, nur drei sind besetzt, haben sich kleinere Menschenschlangen gebildet. Doch kaum stehe ich dort, werden zwei Türen geöffnet und drei weitere Kontrollstellen besetzt und es geht zügig, mit den üblichen Sprengstoff-Wischtests an meinem Fotorucksack, durch die Kontrolle.



    So bin ich bereits um 9:30 Uhr am Gate, wo noch ein Flug nach Düsseldorf abgefertigt wird. Nachdem dieser Flieger weg ist, dauert es auch nicht lange, bis mein Flug angezeigt wird und der Flieger draußen am Gate ankommt.



    Um 10:45 Uhr startet das Boarding und ich bin als einer der Ersten an Bord. Ich habe den Platz 2 F, also den Fensterplatz in der ersten Reihe auf der rechten Seite (die Reihe 1 gibt es nur links). Der Platz neben mir ist nicht benutztbar, da man dort eine Art Sperre installiert hat, dies gilt für alle Mittelplätze der Business-Class, also bis einschließlich Reihe 7. Wobei nur in Reihe 1 und den beiden Plätzen in Reihe 2 rechts ein riesiger Fußraum vorhanden ist. Bei den Reihen hinter mir scheint mir der Fußraum nicht größer zu sein, als dahinter in der Economy. :search:

    Der Start, vom trüben Münchner Flughafen, erfolgt leicht verspätet.


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    Als wir uns schon über Schweizer Luftraum befinden reicht man uns die Menükarte und wenig später das Essen. Auf so einem kurzen Flug, nach über drei Stunden, bräuchte ich eigentlich keine Mahlzeit, aber wenn es sie denn schon mal gibt, reicht es mir dann bis zum Abendessen in Lissabon.



    Danach ist es ein ruhiger Flug und bald befinden wir uns schon über dem Massif Central in Frankreich, westlich von Lyon. Das große Gebirge zieht sich fast bis nach Toulouse, ehe es dort kurzzeitig flacher wird.



    Schon bald nähern wir uns der französisch, spanischen Grenze und auch die Küste am Golf von Biskaya ist deutlich zu erkennen. Im Dunst ist SAN Sebastian aus zu machen, wir haben den spanischen Luftraum erreicht.



    Die Bewölkung unter uns ist recht aufgelockert. Daher kann man sowohl die Region La Rioja, wie auch die Stadt Burgos gut erkennen. Auch Zamora und die Region Villaseco del Pan, mit den tiefen Einschnitten des Douro und des Esla sind zu sehen.



    Das Wasser-Reservoir Embalse de Almendra ist durch seine markanten, gezackten Ufer unverkennbar. Bald schon befinden wir uns über Portugal und deutlich zeichnet sich die Stadt Coimbra ab. Die Atlantikküste taucht mit dem Kap Mondego auf, nördlich von Figueira da Foz. Weiter südlich ist Nazaré zu sehen.



    São Martinho do Porto mit seiner halbrunden, gut geschützten Bucht, wäre sicherlich auch mal ein lohnenswertes Ziel. Die, in den Atlantik hinausragende, Halbinsel von Peniche ist der nächste markante Punkt des Fluges.

    Schließlich befinden wir uns schon im Landeanflug auf Lissabon.


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    Bereits kurz vor 14 Uhr Ortszeit stehe ich am Kofferband und mein Koffer kommt als einer der ersten aufs Band. Auch ist der „Ask me Lisboa“-Schalter schnell gefunden und ich bekomme mit meinem Voucher meine Lisboacard. Diese gilt für 72 Stunden und die Zeit beginnt mit der ersten Benutzung.



    An der elektronischen Zugangssperre zur Metro wird meine Karte daher aktiviert. Runter zum Gleis der Metro führt neben der Treppe auch eine Rolltreppe, nur leider ist diese außer Betrieb :fie: . Also wuchte ich den schweren Koffer die unzähligen Stufen bis zum Gleis hinunter. Vom Flugplatz aus fährt die linha Vermelha (rote Linie) mit dem Kompass-Symbol in die Stadt. Allerdings muss ich an der Station Alameda in die linha Verde (grüne Linie) umsteigen, Symbol Karavelle.

    Lissabon hat nur vier Linien, es gibt noch die linha Amarela (gelbe Linie), Symbol Sonnenblume, und die linha Azul (blaue Linie), Symbol Möwe.



    An der Station Amarela sehe ich ein Hinweisschild zu einem Aufzug, doch der Gang dahin ist abgesperrt :dash: . Also wieder Kofferschleppen, diesmal hinauf. Meine Endstation ist der Martim Moniz, der große Platz vor dem Hotel. Leider hat diese Station weder Aufzüge noch Rolltreppen :negative: . Oben angekommen, bin ich genau am anderen Ende des Platzes und muss den kompletten Platz entlang, auf dem schönen, aber holprigen, Bürgersteig bis zum Hotel laufen.


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    Ich bekomme ein Zimmer im sechsten Stock, Nummer 628. Bin noch recht erschöpft von der Kofferschlepperei, da mache ich sogar versehentlich die Videoaufnahme im Hochformat. :blush2: Ich räume schnell meinen Koffer aus und mache mich ein wenig frisch. Danach will ich einen ersten kleinen Bummel hinunter zum Tejo machen und mir unterwegs ein Restaurant suchen. Doch gleich auf dem Platz um die Ecke, dem Praça da Figueira findet ein großer Markt statt.




    In den vielen Fressbuden hier werde ich schnell fündig, dazu noch ein leckeres Bier und erst dann schlendere ich weiter die Straßen hinunter zum großen Praça do Comércio am Tejo. Man merkt schnell, dass dies einer der Hauptplätze der Stadt ist und dass die Stadt zur Zeit touristisch hoch im Kurs steht. Ein Blick in den großen Torbogen, den Arco Triunfal, lässt die sich dahinter befindliche Straße vor lauter Menschen nicht mehr erkennen.

    Am anderen Ende befindet sich das Ufer des Tejo.



    Mitten auf dem Platz steht die Estátua equestre de Dom José I, dem König, der dem damaligen Premierminister Marquês de Pombal, nach dem schweren Erdbeben am 1. November 1755 mit anschließendem Tsunami, bei dem weite Teile Lissabons zerstört wurden, beim Wiederaufbau freie Hand ließ. Die Menschen, die damals vor der Zerstörung und den Bränden an die Ufer des Tejo flohen, wurden dort von haushohen Flutwellen überrascht.

    Zwei Drittel der Stadt wurden damals zerstört und rund 60.000 Menschen ließen ihr Leben. Das Erdbeben war noch in Venedig zu spüren und der Tsunami war bis Irland bemerkbar.


    An den Flanken des Platzes befinden sich große Gebäude mit unzähligen Restaurants davor, sowie jeweils einem „Ask me Lisboa“-Office. Das Nordende des Platzes wird durch das Arco Triunfal, ein 1873 fertig gestelltes großes Tor zur Rua Augusta begrenzt.



    Auf dem Rückweg werfe ich einen Blick in die Rua de Santa Justa, an deren Ende der berühmte Aufzug Elevador de Santa Justa steht. Den lasse ich jetzt aber links liegen und gelange auf den Rossio, auf dessen Säule in der Mitte die Statue von Dom Pedro IV steht.

    Der Rossio ist quasi der Nebenplatz des Praça da Figueira. Hier befindet sich die Reiterstatue von Dom João I. Noch einmal lasse ich mich hier auf dem Markt gemütlich für längere Zeit nieder, bevor ich dann endgültig den kurzen Weg zum Hotel nehme.


    Auf meinem Zimmer finde ich dann eine nette Überraschung. Eine kleine Flasche Portwein und zwei Pasteis de Nata.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Super, das geht ja schnell weiter vom Livebericht zum ausführlichen Bericht.


    Da hatte ja mein Liebster 2016 Glück, wir sind damals zusammen mit Bekannten nach Lissabon geflogen und die haben sich ein Taxi genommen, aber er meinte die Metro ist doch gleich daneben. Ich habe ihm gedroht, dass er meinen damals 23 kg schweren Trolley (wir blieben im Gegensatz zu unseren Bekannten nur drei Tage, fuhren dann aber mit der Fram nach Amsterdam) tragen muss, wenn es keine Rolltreppen gibt. Aber zu meiner Überraschung haben damals alle Rolltreppen bzw. Lifte funktioniert, auch zum Schiff sind wir dann problemlos mit der Metro gefahren.


    Liebe Grüße, Kamilla

  • Donnerstag, 7. März 2024



    Es gab heftige Regenschauer in der Nacht und jetzt hat es sich zu einem Dauerregen entwickelt. Wie auch immer, zuerst mal unter die Dusche. Allerdings dauert es eine Weile, bis das warme Wasser die sechste Etage erreicht hat und auch zwischendurch legt es gerne mal eine kleine Pause ein :fie: .

    Na ja, das Hotel ist nicht mehr das neueste und auch der große Frühstücksraum gleich ein wenig einer Großkantine, kein Wunder bei 350 Zimmern, die das Hotel hat. Aber das Buffet ist soweit ok, alles da was ich benötige.



    Beim Frühstück überlege ich mir heute zum EXPO-Gelände zu fahren, da Spaziergänge in der Stadt bei Regen vielleicht doch nicht so ideal sind. Gegen 9 Uhr verlasse ich das Hotel und bewundere die alten Straßenbahnen, die direkt vor dem Hotel ihre Parkposition haben, bevor sie dann zur Mitte des Martim Moniz zu ihrer Haltestelle fahren.

    Der Martim Moniz ist ein großer ovaler Platz und ich überquere ihn auf dem Weg zur gleichnamigen Metrostation.



    Ich benutze die gleichen Metro-Linien wie gestern, nur in umgekehrter Richtung. Ohne Koffer eine erheblich angenehmere Transportart :whistle3: . Allerdings fahre ich nicht bis zur Endstation Flughafen, sondern steige drei Stationen davor an der sehenswerten Station Oriente aus.

    Als ich dann allerdings die unterirdische lange Halle durchquere, bin ich geschockt :search: . Die Halle gleicht einem Hotel für Obdachlose. Rechts und links an den Wänden liegen unzählige Menschen in ihren alten Schlafsäcken, oder einfach nur unter Kartons. Schon gestern in der Stadt waren mir sehr viele Obdachlose aufgefallen. :hmm:



    Ich komme am Ende des Busbahnhofes aus dem Untergrund, also bin ich unten genau in die falsche Richtung gelaufen. Kaum bin ich im Freien, kommt ein kräftiger Regenschauer und ich muss mich unter einem großen Baum eine Weile unterstellen, bis der Regen nachlässt und blauer Himmel wieder sichtbar wird.



    Ich orientiere mich mit dem smartphone wohin ich gehen muss und habe dann schnell die richtige Richtung gefunden. Hinter dem Busbahnhof geht es unter den Gleisen des Zugbahnhofes weiter und anschließend durch ein großes Einkaufszentrum, das Centro Comercial Vasco da Gama. Verlässt man das Einkaufszentrum über die Rolltreppen, schaut man genau auf die MEO-Arena, eine große Mehrzweckhalle.



    Ich will aber zuerst in die andere Richtung, da ich zum Oceanário de Lisboa, dem großen Aquarium möchte. Dabei komme ich auch am Casino vom Lissabon vorbei. Zwischen zwei Gebäuden gibt es einen Durchgang zum Doca dos Olivais, einem kleinen Wasserbecken, welches durch eine Schleuse befahren und verlassen werden kann. Es ist sehr ruhig hier und ich bin einer der wenigen Besucher hier.


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    Das Gebäude des Oceanários ist quasi in dieses Becken hinein gebaut, während der Eingangsbereich sich noch an Land, am südlichen Ende befindet. Ich sehe allerdings lange Menschenschlangen vor den Kassen, hauptsächlich wohl Schulklassen. Doch für Besitzer der Lisboacard gibt es einen Extraschalter und ich bin schnell an der Reihe. :dance3:



    Ich möchte mir ein Kombi-Ticket für Aquarium und die Kabinenbahn am Ufer kaufen, doch da die beiden Sachen unterschiedliche Rabatte mit der Card anbieten und dadurch beim Kauf nicht nutzbar wäre, sei ein Einzelkauf für mich günstiger, wie mir die Dame an der Kasse mitteilt. So zahle ich hier 14,45 € und später bei der Telecabine 6,75 €, satt 22,50 € fürs Kombiticket (Seniorenpreis, sonstige Erwachsene zahlen 29,50 €).



    Über eine schmale Rampe gelangt man nun zum eigentlichen Aquarium. Es handelt sich um ein riesiges Becken in der Mitte des Aquariums, welches sich über mehrere Etagen erstreckt. An den Außenseiten finden sich dann kleinere Aquarien und Gehege. Durch die vielen Schulklassen ist es natürlich recht laut hier, aber insgesamt nicht wirklich überfüllt.



    Während sich in den Gehegen an der Außenseite Papageitaucher und andere Wasservögel, sowie Pinguine tummeln, befinden sich in den kleineren Aquarien kleine Fische, Seeanemonen und Wasserpflanzen. Im großen Becken hingegen, sind unzählige Fischarten zu sehen. Die verschiedensten Haiarten, Rochen, Makrelen, Barsche, Barrakudas und sogar ein Mondfisch zieht seine Kreise.


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    Von allen Seiten und aus verschiedenen Höhen kann man in das große Becken schauen und entdeckt ständig Fische, die man zuvor noch nicht sehen konnte. Manche ziehen ihre großen Kreise durch das ganze Becken, manche haben nur ihre kleinen Bereiche in bestimmten Ecken und die kleineren Fische haben sich zu Schwärmen zusammen gefunden.



    An einer Stelle taucht ein Taucher auf (passende Formulierung :mosking: ) und hat einen Saugschlauch in der Hand. Damit saugt er die Korallen ab, wahrscheinlich um die Ausscheidungen der Fische von ihnen zu beseitigen. Bei der hohen Anzahl der Haie in dem Becken, hoffe ich, dass diese zuvor gefüttert wurden :whistle3: .



    Nach geraumer Zeit im Aquarium verlasse ich dieses wieder über das Rampensystem. Geht man um das Eingangsgebäude herum, gelangt man wieder zu dem kleinen Becken und dort zum Eingang der Telecabine, einer kleinen Kabinenbahn, die am Ufer entlang fährt.



    An der Kabinenbahn ist recht wenig los. Die Kabinen passen für maximal acht Personen und ich habe das Glück eine Kabine für mich alleine zu haben. In rund 20 Meter Höhe schwebt man die gut 1,2 km lange Strecke bis zum Vasco da Gama Tower entlang und hat einen herrlichen Blick über die Umgebung bei einer Geschwindigkeit von etwa vier Meter pro Sekunde.



    Nach rund 10 Minuten taucht die Station am Vasco da Gama Tower auf und die Fahrt ist hier zu Ende. Früher konnte man auf diesen Tower und von dort hatte man eine tolle Aussicht, aber seit der Tower zu einem Hotel gehört, ist dies den Hotelgästen vorbehalten. :pardon:



    Entlang der schönen Uferpromenade spaziere ich nun langsam zurück. Allerdings muss man schon arg aufpassen. Der Boden hier ist, wohl durch die Wurzeln der Bäume, extrem wellig und hat immer wieder Absenkungen und Stolperstellen, da macht hinschauen, wohin man tritt schon Sinn.



    Ich gehe bis zur MEO-Areno (MEO = ein Produkt der Portugal Telecom), ehemals Altice Arena, die maximal 20.000 Zuschauer fasst. Hier steht auch Gil, das Maskottchen der Expo 1998. Weiter oben steht die große Skulptur von Bordalo II., die den iberischen Luchs darstellen soll (Lince Ibérico). :pleasantry:



    Mit der Metro fahre ich wieder zurück ins Hotel. Ich reserviere mir online einen Tisch in einem Fado-Restaurant in der Alfama für den nächsten Mittwoch-Abend. Danach schlendere ich wieder zum Markt auf dem Praça da Figueira und gönne mir eine Kleinigkeit zu essen.


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    Anschließend drehe ich noch eine kleine Runde und werfe einen Blick in die Igreja de São Domingos am gleichnamigen Largo. Die Kirche geht auf eine Klosterkirche des 13. Jahrhunderts zurück und wurde beim schweren Erdbeben erheblich zerstört. Nach dem Wiederaufbau brannte der Innenraum 1959 fast vollständig aus, was man auch heute noch an vielen Stellen sieht.


    Der jetzt wieder beginnende Regen treibt mich zurück ins Hotel und meinen Plan am Abend in der Stadt ein Restaurant zu suchen lasse ich dann später wetterbedingt auch fallen. Vom Hotel aus um die Ecke ist das elClan, dass ich alternativ aufsuche.

    Hier isst man auch gut und danach ist es nicht weit zurück zum Hotel. :good3:



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


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  • Freitag, 8. März 2024



    Auch in dieser Nacht hat es geregnet und auch am Morgen zeigt sich noch ein dunkelgrauer Himmel, nur von einem Regenbogen unterbrochen.



    Nach dem Frühstück sieht es etwas besser aus. Für heute habe ich mich für den Besuch des berühmten Torre de Belém entschieden. Nach dem Nachbau auf den Kapverden wollte ich immer schon mal das Original aus der Nähe betrachten. Von oben, beim An- oder Abflug von Lissabon, habe ich ihn ja schon oft genug gesehen. :search:



    Zum Torre de Belém gelangt man mit der Straßenbahn 15E, der einzigen modernen Straßenbahn in Lissabon, alle anderen Linien werden von den alten Bahnen befahren. Die Bahn fährt unterhalb der Praça da Figueira ab, ich brauche also nicht allzu weit zu laufen.

    Die Bahn fährt dann herunter zum Praça do Comércio und von dort parallel zum Tejo westwärts.



    Ich fahre bis zur Haltestelle Mosteiro dos Jerónimos. Nur wenige Schritte zurück ist die Antiga Confeitaria de Belém. Nur hier soll es die original Pasteis de Nata (auch Pasteis de Belém genannt) geben, kleine, mit Pudding gefüllte Törtchen. :ok:

    Das Mosteiro dos Jerónimos, das ehemalige Hieronymiten-Kloster erstreckt sich hinter der Haltestelle gut 300 m entlang der Straße. Die Tickets zum Eintritt des, seit 1983, UNESCO-Weltkulturerbes kann man im Park gegenüber kaufen.

    Die Geschichte und die Besonderheiten dieses großen Bauwerkes, mit der Igreja de Santa Maria de Belém, hier auf zu führen, würde den Rahmen des Reiseberichtes sprengen (die nimmt in den Reiseführern meist schon mehrere Seiten ein). Neben der Kirche sind heute mehrere Museen in den Gebäuden untergebracht.



    Ich nutze den sehr schön angelegten Park um zum Ufer des Tejo zu gelangen. Dabei komme ich auch an dem kleinen Ticket-Kiosk vorbei, an dem sich bereits jetzt eine kleine Menschenschlange gebildet hat, um die Tickets für das Kloster gegenüber, wo schon viele am Eingang anstehen, zu kaufen.



    Direkt hinter dem Park verläuft die Bahnstrecke und durch eine Unterführung erreicht man den Uferbereich. Hier steht das weithin sichtbare Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal für die Seefahrer und Entdecker. Vor dem Padrão dos Descobrimentos befindet sich die Rosa dos Ventos, eine in den Boden eingearbeitete große Windrose.

    Im Innern des Denkmales führt auch ein Aufzug auf die obere Plattform des Denkmales, aber darauf verzichte ich, da ich ja zum Torre de Belém will.



    Daher schlendere ich jetzt auch am Ufer entlang weiter in Richtung Torre. Zuerst komme ich am Farol de Belém vorbei. Der rund 20 m hohe Leuchtturm war allerdings nie in Betrieb und hat auch nie funktioniert. Er wurde hier im Rahmen der Weltausstellung 1940 errichtet und ist daher quasi eine Attrappe :pleasantry: .

    Nur wenige Meter weiter und ich stehe vor dem Objekt der Begierde, dem Torre de Belém.



    Obwohl der Turm erst seit rund 45 Minuten zur Besichtigung geöffnet ist, hat sich schon eine lange Reihe wartender Besucher gebildet :fie: . Ich gehe mit meiner Lisboacard zu dem Ticketkiosk wenige Meter entfernt und bekomme dort dann kostenfrei ein Ticket. Ich stelle mich am Ende der Reihe an, die geschätzt etwa 65 bis 70 Personen lang ist. Es passiert gut 20 Minuten gar nichts. Dann verlassen etwa acht Personen den Torre und man lässt dafür fünf neue Personen herein. Nach weiteren gut 15 Minuten lässt man dann noch einmal drei Personen herein.

    Wenn ich dies hochrechne, stehe ich hier wohl noch mehrere Stunden, dazu habe ich nun wirklich keine Lust :nono: und streiche das Thema Turmbesichtigung für mich, zumindest für heute. Am Ende des kleinen Parks führt eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise und auf der anderen Seite entdecke ich ein interessantes Warnschild.



    Über die Travessa da Saúde gelange ich zur Rua Bartolomeu Dias, auf der ich mich nach Links wende. Nach wenigen Metern stehe ich an der Straßenbahnhaltestelle vor dem kleinen Largo da Princesa. Lange muss ich hier nicht warten, bis die Bahn der Linie 15E kommt.

    Während der Rückfahrt sehe ich unten am Ufer drei hohe Masten im Hafen. Ein Dreimaster hier, da ist doch schon wieder ein Ziel für die kommenden Tage :dance3: . Außerdem bekomme ich noch eine Mail von der Lufthansa, man hat meine Mehrkosten der vorverlegten Anreise und zusätzlichen Übernachtung anerkannt und ich bekomme eine entsprechende Entschädigung. :good3:



    Als ich das Hotel wieder erreiche, beginnt es gerade zu regnen. Also ein idealer Zeitpunkt für eine längere Pause. Am frühen Nachmittag mache ich mich dann auf, schon mal zu sehen, wo mein Fado-Restaurant für Mittwoch ist, damit ich die Zeit abschätzen kann, die ich bis dahin vom Hotel brauche. Den ersten Weg teste ich über den Hügel unterhalb des Castelo. Dazu nehme ich die Rolltreppen, die sich in der Mitte des Martim Moniz, direkt hinter den Haltestellen für die alten Straßenbahnen befinden.

    Es handelt sich um die zweistufige Rolltreppe Escadinhas da Saúde, die zur Rua Marquês de Ponte de Lima hochführt.



    Nach einem kurzen Regenschauer spaziere ich über den Largo da Rosa und die Beco das Farinhas bis zur Igreja de São Cristóvão e de São Lourenço. Bis zur Costa do Castelo steigt der Weg nun wieder etwas an. Hier befindet sich das Chapito, eine kleine Kunstschule.

    In der Rua de Santiago, kurz vor der Igreja de Santiago, fällt mir dieser schöne Jaguar Mark VII (Baujahre 1950 – 53) auf.



    Nur wenig unterhalb der Kirche befindet sich der Miradouro de Santa Luzia, der sich neben der gleichnamigen Igreja befindet. Von hier hat man einen guten Blick über die Alfama bis auf den Tejo. Allerdings ist der Platz auch recht beliebt. Viele Besucher tummeln sich hier und mittendrin singt eine Musikerin. Auffällig sind auch die schönen Azulejos an der kleinen Kirche und den Mauern.



    Geht man von hier eine Ecke weiter, landet man schon auf dem nächsten Aussichtsplatz, dem Miradouro das Portas do Sol. Die Aussicht ist hier ähnlich gut und unterhalb befinden sich sogar öffentliche, allerdings kostenpflichtige, Toiletten, die man sonst in der Stadt suchen muss. :pardon:

    Auch führt von diesem Platz ein Weg hinunter in die Alfama.



    Ich nehme diesen Weg und durch die engen Gassen, über viele Treppen, arbeite ich mich langsam nach unten und erreiche auch mein Fado-Restaurant, das Parreirinha de Alfama, welches aber noch geschlossen hat und erst am Abend öffnet. Das Restaurant befindet sich quasi direkt am Largo do Chafariz de Dentro, an dem sich auch das Museu do Fado befindet.

    Durch einige Regenschauer unterwegs, bei denen ich mich untergestellt hatte, kann ich die Zeit bis hierher nur schätzen. Es werden wohl so um die 40 Minuten sein, wenn man durchlaufen kann.



    Als Rückweg wähle ich jetzt die kürzere Strecke über die Rua do Terreiro do Trigo und die Rua Cais de Santarém, also in Richtung des Praça do Comércio, biege aber kurz davor rechts ab zum Hotel. Ich komme noch an der Igreja Paroquial de São Nicolau e São Julião vorbei. Zugegebn, in Lissabon muss man nicht weit gehen, um an einer der unzähligen Kirchen vorbei zu kommen. :mosking:


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    Erneut macht mir am Abend das Wetter einen Strich durch die Rechnung, was die Suche nach neuen Restaurants angeht. Was soll es, im elClan habe ich gestern gut gegessen, also wird es heute nicht schlechter sein. Garnelen in Chilisauce treffen da sowohl meine Vorliebe für Meeresfrüchte, wie auch meine Freude an scharfem Essen.


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    Am späten Abend wird es dann noch einmal laut unten auf der Straße. Wohl zum Weltfrauentag findet eine Demo, unter Polizeischutz, statt, bei der Spruchbänder und Parolen mit feministischem Hintergrund gezeigt und skandiert werden.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


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  • Samstag, 9. März 2024



    Nach der Demo gestern war es eigentlich die ganze Nacht recht ruhig. Ich habe auch keinen Regen gehört, auch wenn die Straßen am Morgen nass aussehen. Der Himmel wirkt allerdings etwas beunruhigend, da ziemlich tief grau. Bin schon vor 8 Uhr beim Frühstück und relativ schnell fertig.


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    Daher entscheide ich mich für eine Fahrt mit der so viel gepriesenen Tram Linie 28, die ja nicht weit entfernt vom Hotel abfährt. Als ich zur Haltestelle komme, warten hier auch nur vier andere Passagiere. Die Bahn kommt auch gerade und fährt danach schnell los :locomotive: . An einer Ecke müssen wir allerdings wieder anhalten, ein Auto steht auf den Gleisen und hat eine Panne. Der Straßenbahnfahrer hilft der Dame, den Wagen in eine freie Parklücke zu schieben und wir können weiter fahren, es geht die Rua da Palma hinauf.



    Dann biegt die Bahn rechts ab und wir schrauben uns zum Ortsteil Garca hoch. Danach geht es wieder hinunter und wir passieren die Aussichtsplätze, die ich gestern besucht hatte. An der Stadtkirche Sé vorbei fahren wir etwas oberhalb des Praça do Comércio entlang. In der Baixa Chiado fahren wir ein wenig hinauf und dann nur noch Richtung Westen. Wir passieren den Palácio de São Bento und kurz nach der Igreja do Santo Condestável haben wir die Endstation der Bahn erreicht, den Cemitério dos Prazeres, einen großen Fiedhof.



    Nun sind Friedhöfe erfahrungsgemäß Orte, an denen nicht allzu viel los ist :pardon: und auch wenn sich jetzt der blaue Himmel zeigt, tröpfelt es immer noch ein wenig von oben, daher beschließe ich, mit der gleichen Bahn auch wieder zurück zu fahren. Ich setze mich aber diesmal nicht, sondern stelle mich in den hinteren Teil der Tram, um von dort einige Bilder unterwegs zu machen. Die Tram ist ansonsten auch noch recht leer und bleibt dies anfangs auch. Wir kommen an der Basilica da Estrela, die zum großen Convento do Santissimo Coração de Jesus gehört, vorbei.



    Durch die teils recht engen Gassen schlängelt sich die Tram weiter und vereinzelt steigen jetzt noch Passagiere zu. Wir erreichen den Praça Luis de Camões und umfahren den großen Platz südlich, um gleich hinter der Igreja do Loreto in die Rua António Maria Cardoso einzubiegen. Nun füllt sich die Tram schlagartig, ein Trupp junger Frauen in Hochstimmung quetschen sich in die inzwischen doch gut besetzte Tram. Die Damen, die mich an deutsche Kegelvereine auf Tour erinnern :whistle3: , zwängen sich nun ganz nach hinten durch. Ich bin so eingezwängt, dass fotografieren nicht mehr möglich ist. :fie:



    Das wird mir dann doch irgendwann zu eng und zu laut und ich steige an dem mir schon bekannten Miradouro de Santa Luzia aus und atme erst mal tief durch. Im Gegensatz zu gestern, kann man heute von dem Aussichtspunkt ein Kreuzfahrtschiff unten am Ufer liegen sehen, die AIDAluna. Auch der Regen hat sich mittlerweile völlig verabschiedet und ein strahlend blauer Himmel hat sich über der Stadt ausgebreitet.



    Aufgrund der recht frühen Zeit, es ist gerade mal 9:30 Uhr durch, ist hier auch noch wenig los. So kann ich die tollen Azulejos an den Wänden der kleinen Igreja de Santa Luzia genau betrachten. Auch etwas unterhalb findet sich eine lange Wand mit einem sehenswerten Azulejo, auch wenn diese etwas versteckt ist und man sie von der Straße fast übersehen kann. :search:



    Ich wende mich nun vom Aussichtsplatz abwärts und nach wenigen Metern fällt mir ein Baum mit einem mächtigen Wurzelwerk auf. Auch andere Passanten bewundern diesen Baum, der quasi im Bürgersteig steht. Noch etwas weiter unten stehe ich vor der Kathedrale von Lissabon, der Sé Patriarcal. Auch diese mächtige Kirche, deren Ursprung auf das 12. Jahrhundert zurück geht, wurde durch Erdbeben immer wieder zerstört und wieder aufgebaut.



    Gegenüber der Kirche sehe ich erfreulicherweise eine öffentliche Toilette, auch wenn diese kostenpflichtig ist. Auch der Eintritt in die Sé kostet, aber durch meine Lisboacard spare ich 20 %, auch wenn ich solche Eintritte bei Kirchen eigentlich nicht mag. In der oberen Etage befinden sich einige Räume mit kostbaren sakralen Kunstgegenständen, hier darf man nicht fotografieren. In der restlichen Kirche ist das Fotografieren ohne Blitzlicht erlaubt. :good3:



    Es ist doch recht dunkel in der großen Kirche, aber mit meinem relativ lichtstarken Objektiv kann ich noch gut fotografieren. Insgesamt ist es schon ein eindrucksvolles Gebäude, dessen Besichtigung schon lohnenswert ist. Gleich unterhalb der Sé befindet sich am Largo de Santo António da Sé die Igreja de Santo António de Lisboa, eine kleinere Barockkirche.



    Aus der Kirche kommt Gesang und man kann zwischendurch auch Gebete hören, daher verzichte ich auf eine Besichtigung und überquere den Platz, um danach langsam die Richtung zurück ins Hotel einzuschlagen. Dabei komme ich an der Igreja de Madalena vorbei, die aber verschlossen ist. :pleasantry:

    Bei der Igreja Paroquial de São Nicolau e São Julião, an der ich ja gestern schon vorbei ging, habe ich mehr Glück. Die Kirche ist offen und ich werfe einen Blick hinein.

    Danach lege ich eine Pause im meinem Hotel ein.



    Zum Essen gehe ich wieder auf den Markt, der heute seinen letzten Tag hat. Man merkt aber, dass Samstag ist, es ist erheblich mehr los hier und ich muss eine Weile nach einem freien Platz suchen. Danach gehe ich zum Elevador de Santa Justa. Der wohl berühmteste Aufzug Lissabons wird aber bereits von weit über hundert Personen umringt, die auf die Auffahrt mit dem eigentümlichen Aufzug warten. :wacko1: Daher nehme ich den Fußweg nach oben, zum Largo do Carmo. Hier steht die Igreja do Convento de Santa Mario do Carmo, die allerdings nur noch eine Ruine ist. Nach dem Erdbeben, bei dem die Kirche ihr komplettes Dach verlor, wurde sie nie wieder aufgebaut und beherbergt heute ein Archäologiemuseum.



    Ich nutze nun die Zugangsbrücke zum Elevador um die Aussicht auf die Stadt zu genießen und mir die mächtige Kirchenruine von der Seite anzusehen. Die gotischen Bögen, die einst die Dachkonstruktion getragen haben, sind auch von unten aus der Stadt zu sehen, da sie nun frei in den Himmel ragen.


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    Auf dem Largo do Carmo und rund um die Kirche tummeln sich inzwischen eine große Menschenmenge. Die meisten sind zuvor mit dem Elevador hier hoch gefahren. Ich denke mir, wenn die alle hoch fahren, sollte es doch nach unten weniger voll sein und gehe vorn zum Aufzug. Und richtig, ich kann sofort einsteigen und mit dem historischen Aufzug nach unten fahren. :dance3:



    Nun gehe ich die Rua Áurea hinunter zum Praça do Comércio und wende mich dem großen Tor zu. Geht man vom Platz aus durch das Tor, befindet sich direkt dahinter auf der rechten Seite der Eingang zum Tor, dem Arco do Triunfo da Rua Augusta. Mit der Lisboacard spare ich mir die 3,50€ und kann mit dem Aufzug auf den zweiten Stock hochfahren.



    Von hier führen schmale Treppen noch zwei weitere Etagen hinauf und von der Plattform hat man eine tolle Aussicht. Dabei werden die Treppenaufgänge recht clever kontrolliert. Jeweils oben und unten an den Treppen befindet sich eine kleine Ampel und ein Druckknopf daneben. Bevor man auf- oder absteigt, drückt man den Knopf und wenn die Ampel grün zeigt, kann man gehen. Dabei durchschreitet man einen Sensor, der etwa in Knöchelhöhe angebracht ist.

    Solange sich nun jemand auf der Treppe abwärts befindet, bekommen Besucher, die unten drücken für den Aufstieg weiterhin eine rote Ampel. Erst wenn der letzte des Abstiegs unten durch den Sensor am Treppenende gegangen ist, zeigt die Ampel für den Aufstieg grün. Nun bleibt die Ampel am oberen Treppenende auf Rot, solange jemand aufsteigt. :ok:

    Dies ist auch notwendig, da diese Wendeltreppen so schmal sind, dass keine zwei Personen aneinander vorbei passen.



    Ich wandere nun wieder die Straßen hinauf und lande schließlich auf dem Rossio, dem Praça do Rossio, oder wie er auch heißt, dem Praça Dom Pedro IV, nach der Statue des Königs auf dem großen Platz. Am oberen Ende des Platzes steht das große Nationaltheater. An dem Brunnen davor ist der Treffpunkt für meine Sintra-Tour am nächsten Dienstag.



    Da ich heute genug gelaufen bin, treibt mich der Hunger am Abend der Einfachheit halber wieder ins elClan, wo ich den Tag ausklingen lasse.




    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Sonntag, 10. März 2024



    Nachdem ich am Morgen von einem schönen Regenbogen begrüßt wurde, geht es erst mal zum Frühstück. Mir war die ganzen Tage schon aufgefallen, dass der Kaffee im Hotel ein wenig, sagen wir mal „gewöhnlich“ schmeckt :pleasantry: . Eigentlich erwarte ich in Portugal, dem Land mit einer ähnlich hohen Kaffeekultur wie Italien, einen erstklassigen Kaffee. Ich sehe aber jetzt das Problem. Das Hotel hat Kaffeemaschinen der Marke Douwe Egberts, oder wie er auch genannt wird „Doofe Egbert“. Man mutet den Gästen also holländischen Kaffee zu. Holländisches Bier und holländischer Kaffee stehen jedenfalls bei mir nicht wirklich hoch im Kurs. :nono:



    Ein wirklich festes Ziel habe ich heute nicht. Ich werde die grobe Richtung zum Castelo einschlagen und mich dann treiben lassen. Dazu benutze ich wieder die langen Rolltreppen am Martim Moniz und gehe die, mir schon bekannte, Strecke bis hoch zur Costa do Castelo, vorbei am Chapitô.



    Dann biege ich links in die Rua Bartolomeu de Gusmão ein, die steil hoch zum Eingang ins Castelo de São Jorge führt. Noch ist hier wenig los, nur drei Personen stehen vor mir an der Kasse. Meine Lisboacard ist abgelaufen und eine neue habe ich mir noch nicht geholt. Sie hätte mir aber auch nichts genutzt, da sie nicht für das Castelo gilt :pardon: . Ich bekomme allerdings den Senior-Rabatt und muss, statt 15€ nur 12,50€ zahlen. Zuerst gelangt man nun auf einen großen Vorplatz mit guter Sicht nach Süden, über die Stadt.



    Im Grunde genommen ist der gesamte Außenbereich nach Süden und Westen ein einziger riesiger Miradouro. Geht man nach vorn an die kleinen Mauern, hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt darunter und über den Tejo auf die andere Seite, auf Casilhas und Almada. Selbst die große Ponte 25 de Abril ist noch gut zu sehen. :search:


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    Ich schlendere gemütlich den Aussichtsplatz entlang, während im Hintergrund permanent die Schreie von Pfauen zu hören sind. So habe ich mittlerweile vom südlichen Bereich der Anlage in den westlich Teil gewechselt. Unter mir kann ich mein Hotel, den Martim Moniz und die anderen, mir bereits bekannten, Plätze sehen.



    Nachdem ich das Ende des Aussichtsplatzes im Norden erreicht habe, gehe ich unterhalb der eigentlichen Burganlage etwas zurück. Hier führt ein schmaler Durchgang zum inneren Park, dem Jardim do Castelo de São Jorge, im Vorbereich der Burganlage.


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    Hier tummeln sich unzählige Pfaue. Wo man hinschaut, sieht man die großen Vögel. Die männlichen Tiere zeigen dabei den Besuchern ihre ganze Pracht. Genau in diesem Moment scheint die AIDAluna unten die Stadt zu verlassen und lässt ihr Horn erklingen. Daraufhin veranstalten die Vögel ein großes Spektakel, als wollten sie dem Schiff antworten. Das ganze wiederholt sich danach noch einmal, bevor wieder Ruhe einkehrt. :wacko1:



    Neben dem Torre de Ulisses gelangt man in das Innere der alten Burg. Der innere Bereich ist durch eine hohe Mauer noch einmal unterteilt. Über steile, schmale Treppen gelangt man auf die umlaufende Mauer und kann auch die einzelnen Türme über wenige Stufen, die von der Mauer auf die Türme führen, ersteigen. Vom Torre da Cisterna habe ich einen guten Blick auf den nördlichen Stadtbereich. An der Nordwestecke führt eine lange, steile Treppe hinunter zum Torre de São Lourenço, die ich mir aber erspare.



    Lieber wandele ich noch ein wenig innerhalb der Burgmauern herum, mal hier wieder hoch auf die Mauer und mal dort wieder herunter. So kann ich auch die AIDAluna sehen, die gerade unter der markanten Brücke hindurchfährt. Anstatt den Eingang auch wieder als Ausgang zu benutzen, biege ich vorher links ab. Auf einer Art Vormauer gehe ich um den Torre de Menagem bis unterhalb des Torre da Cisterna. Von dort führt diese kleine Mauer weiter östlich.


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    Der Weg auf der Mauer führt mich an die nordöstliche Ecke der gesamten Anlage und endet schließlich vor der Igreja de SANTA CRUZ do Castelo, die gerade ihre Glocken erklingen lässt. Hier verlasse ich die Burganlage und gehe in die offene Kirche, die eigentlich auch Eintritt kosten soll, aber ich sehe nirgendwo eine Kasse oder jemand der kassieren möchte.



    Von der Kirche aus nehme ich den Weg durch die vielen Gassen der Alfama hinunter. E ist schon ein recht verwinkelter Bereich hier, aber es macht Spaß immer wieder neue, teils sehr schmale, Treppenwege zu erkunden :dance3: . An dem Platz neben der Rua da Alfândega verlasse ich den Bereich der historischen Altstadt und gehe zurück ins Hotel.


    Zum Essen gehe ich in die Rua dos Correeiros und lasse mich dort in einem der unzähligen Restaurants nieder. Man wirbt mit günstigen Gerichten, doch letztlich ist es hier die reine Abzocke. Jede Scheibe Brot wird einzeln dazu gerechnet und der Service noch einmal separat. Letztlich kostet es mich über 50€ :pillepalle: . Von nun an werde ich diese Gasse und ihre Nepp-Restaurants meiden. :diablo:



    Am Nachmittag breche ich noch einmal auf, das schöne Wetter lädt einfach dazu ein. Zuerst gehe ich hinunter zum Praça do Comércio. Von hier aus spaziere ich am Tejo entlang. Unterhalb des Cais do Sodré haben sich viele Bars und Restaurants in den alten Lagerhallen einquartiert. Etwas weiter findet gerade ein Jahrmarkt statt und die Musik, die bei den Fahrgeschäften läuft, ist weithin vernehmbar.



    Die alten Markthallen und die sie umgebenden Mauern sind bei Graffiti Künstlern sehr beliebt, wie ich sehen kann. Kurz vor dem eigentlichen Hafenbereich verlasse ich das Ufer und über eine Fußgängerbrücke überquere ich die Bahngleise. Ich nehme den Weg in die Stadt und erreiche den Platz vor der mächtigen Igreja de Santos-o-Velho.

    Eigentlich wollte ich mit der Straßenbahn 15E zurückfahren, aber die sind so brechend voll, dass man nicht mal mehr einsteigen kann :fie: , daher laufe ich zu Fuß zurück. Dabei komme ich auch an einer Hausruine vorbei, die von Bordalo II verschönert wurde. Die Ähnlichkeit zu der Luchs-Figur auf dem EXPO-Gelände ist unverkennbar. :search:

    Schließlich werfe ich noch einen Blick in den TimeOut-Market, der bis auf den letzten Platz gefüllt ist.



    Vom TimeOut-Market, der sich im Gebäude des Mercado da Ribeira, gegenüber dem Cais do Sodré befindet, wähle ich den Weg durch die Gassen der Stadt zurück ins Hotel. Hunger verspüre ich am Abend nicht mehr, also verzichte ich auf ein Abendessen und beende den Tag.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Montag, 11. März 2024



    Nachdem gestern noch die Batterien im Türschloss meines Hotelzimmers gewechselt wurden, funktioniert auch die Türkarte wieder einwandfrei. Da ich gestern doch relativ viel gelaufen bin, möchte ich es heute etwas ruhiger angehen lassen. Ich hatte mir gestern am Praça do Comércio eine neue Lisboacard gekauft, die mit der ersten Benutzung aktiviert wird.



    Ich begebe mich zur Metrostation Rossio, die sich gleich um die Ecke befindet. Mit der grünen Linie fahre ich zur Station Cais do Sodré, einer wirklich großen Metrostation. Ein wenig muss ich mich orientieren, bis ich den Weg zum Fährterminal gefunden habe :search: . Ich kaufe mir ein Returnticket nach Cacilhas für 4,50€ und verpasse gerade die Fähre um 8:45 Uhr. Kein Problem, die Fähre fährt alle 15 Minuten und kurz nach 9 Uhr befinden wir uns schon auf dem Tejo. Nur 15 Minuten später kann ich in Cacilhas an Land gehen und den Blick von dort auf Lissabon genießen.



    Vor dem dortigen Fährterminal befindet sich ein großer Busbahnhof. Nach einigem Suchen habe ich die Haltestelle für die Linie 3001 gefunden, die von hier durch Almada hoch zur Cristo REI Statue fährt. Allerdings dauert es eine Weile, bis der nächste Bus kommt. Wie schon bei der Fähre, so gilt auch hier im Bus meine Lisboacard nicht, nur drüben in Lissabon. Ich kann die 1,25€ für die Fahrt aber noch verschmerzen. :pleasantry:


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    Der kleine Bus fährt allerdings viele Straßen in dem Ort ab, bevor er den Endpunkt am Santuário de Cristo REI erreicht. Es ist 9:50 Uhr als wir hier ankommen und noch ist hier geschlossen. Punkt 10 Uhr wird geöffnet und wir, rund 10 Personen die hier warten, können auf das großräumige Gelände. Eigentlich gibt es an der Statue eine Kasse, um die Tickets für die Fahrt mit dem Aufzug auf die Statue zu lösen, aber aktuell ist dies wegen technischer Probleme nicht möglich. :nono:


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    Daher ist der Eintritt frei und man kann ungestört auf der ganzen Anlage herumlaufen. Von hier oben hat man einen tollen Blick auf die Ponte 25 de Abril. Die Ähnlichkeit mit der Golden Gate Bridge in SAN Francisco kommt nicht von ungefähr. Stammen doch die Konstruktionspläne zu der Brücke von der gleichen amerikanischen Planungsfirma. Die Brücke ist 2,3 km lang und etwa 70 m hoch. Die Fundamente der Brücke liegen 82 m unter dem Wasserspiegel und die Brückenpfeiler sind 190 m hoch.



    Die Konstrukteure der 1966 in Betrieb genommen Brücke zeigten Weitblick und ließen unterhalb der Fahrbahn noch auf einer zweiten Ebene Gleise anlegen. Seit 1999 verkehren hier nun auch Züge über die Brücke. Im Bereich vor dem hohen Monument befindet sich noch eine große Cafeteria und viele Picknickplätze, meist sogar im Schatten. Gegen 11:15 Uhr mache ich mich auf den Weg nach unten in den Ort, zuerst vorbei an einem Wassermuseum.



    Im Ort geht es vorbei an der Igreja de São Paulo und bald habe ich die Steilküste erreicht. Von hier führt der Elevador Panorâmico da Boca do Vento hinunter zur Küste. Sehr vertrauenerweckend wirkt der recht verschmutzte Aufzug im Innern nicht :fie: , aber er bringt mich sicher nach unten. Kommt man aus dem Aufzug steht man vor einer kleinen gemauerten Treppe, die allerdings nirgendwo hin führt. :hmm:



    Vom Aufzug ist es nicht weit bis zum Restaurant Ponto Final, dass von allen Reiseführern hoch gelobt wird. Hier komme ich gegen 12:20 Uhr an und sehe zwei Menschenschlangen vor dem Restaurant, welches um 12:30 Uhr öffnet, warten. Eine kleine Reihe Personen wartet neben dem Restaurant auf einem schmalen Weg, der oben aus dem Ort hier herunterführt und die andere wartet am Ufer entlang. Ich stelle mich zu denen am Ufer und als das Restaurant endlich öffnet, stellt sich heraus, dass dies falsch war, da hier diejenigen stehen, die reserviert haben. Man weist die Gäste ohne Reservierung jetzt zu ans Ende der Menschenkette in dem schmalen Zugang. Na toll, da stehe ich jetzt ganz am Ende. Hätte man diese Plätze irgendwie gekennzeichnet, wäre ich wesentlich weiter vorn. :pillepalle:

    Nachdem die Reservierungen abgearbeitet sind kommen die ohne dran. Nach über einer halben Stunde bekomme ich gerade noch den vorletzten freien Tisch. Das Essen ist gut, wenn ich auch sehr lange warten muss, aber auch teuer. Allerdings nervt eine Drohne die von einem Gast, oder einem Mitarbeiter gesteuert wird, die ständig vorn in geringem Abstand um die Tische fliegt.


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    Doch der Platz direkt am Ufer ist schon schön und nach dem Essen wende ich mich an denjenigen, der zuvor die Tische vergeben hat und reserviere für den 20. März 14 Uhr einen Tisch. Dreimal fragt er mich nach meinem Namen und dreimal nenne ich Tag und Uhrzeit und er schreibt es auf und versichert mir, der Tisch sei reserviert :grumble: . So halte ich den letzten Tag nächste Woche für gesichert, bevor ich am Ufer entlang zurück gehe.

    Im Ort angekommen, spaziere ich noch ein wenig herum und werfe auch einen Blick in die kleine Igreja de Nossa Senhora do Bom Sucesso.



    Auch dem U-Boot und der alten Fregatte die hier liegen, gönne ich einen Blick. Während sich das U-Boot noch generell in der Restauration befindet und nicht besichtigt werden kann, ist die Fregatte nur montags geschlossen. Die werde ich mir dann nächste Woche genauer anschauen. :dance3:

    Mit der Fähre und anschließend der Metro fahre ich wieder zurück ins Hotel und lasse dort den Tag ausklingen.


    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


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  • Es hat niemand vom Restaurant etwas gesagt, von daher vermute ich, dass der Typ entweder zum Restaurant gehörte, oder eine Art Stammgast war, nervig war es auf jeden Fall. :negative:

    Gruß Jobo,


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  • Dienstag, 12. März 2024



    Um 8:30 Uhr soll ich spätestens am Rossio sein, Treffpunkt für den Sintra-Ausflug. Als ich dort gegen 8:15 Uhr eintreffe, warten schon einige Mitreisende dort und Francesco, einer der Guides checkt die Teilnehmerliste. Als Xavier, der zweite Guide, beide recht jung, eintrifft, kommen auch die letzten Teilnehmer. Insgesamt sind wir 43 Personen auf diesem Ausflug.



    Vom Rossio aus gehen wir zum nächsten Platz, dem Restauradores, wo der Bus wartet. Als der Bus los fährt, verteilen die Guides ein Empfansgerät für jeden, welches man sich um die Hals hängen kann, und dazu kleine Ohrhörer für das Gerät an einem langen Kabel. Die Ohrhörer dürfen wir danach behalten, es handelt sich um China-Billig-Massenware. Dies stellen wir auch schnell fest, die ersten beiden, die ich bekomme, sind defekt und insgesamt landen wohl schon an die 15 bis 20 dieser Teile im Mülleimer. :mosking:



    Auch das dritte Teil hält nur bis kurz vor Erreichen von Sintra und ich muss noch einmal ein neues Teil anfordern. Die Fahrt bis Sintra dauert knapp eine Stunde. Die Straße hoch zum Pena-Palast ist abenteuerlich. Zugelassen nur für Fahrzeuge bis maximal 11 Meter Länge, wird es für unseren Bus an einigen Stelle extrem eng. :search:



    Wir werden auf zwei Gruppen aufgeteilt, ich bin bei der Gruppe mit Xavier als Guide. Vom Parkplatz geht es noch ein gutes Stück zu Fuß bergauf, bis wir das arabisch anmutende Tor erreichen und in den Palastbereich eindringen. Der Palácio da Pena wirkt auf mich wie eine Mischung aus Neuschwanstein, Disneyland und einem Gebäude aus 1001 Nacht. :hmm:



    Die Ähnlichkeit zu Neuschwanstein ist schon durch die Besuchermassen gegeben, aber auch durch die Entstehungszeit. Der Palast wurde als königlicher Sommersitz zwischen 1840 und 1850 errichtet. Für Teile des Palastes war, nach Aussagen unseres Guides, auch das Schloss Stolzenfels bei Koblenz Vorbild. :pleasantry_1:



    Nachdem wir es, brav in der Menschenmenge nach oben durchgeschoben, zum eigentlichen Eingang des Palastes geschafft haben, landen wir zuerst in einem Innenhof und beginnen von dort die Besichtigung durch die Räume dieser Etage. Unser Guide kennt sich gut aus und versorgt uns mit reichlich Informationen zu jedem Zimmer.



    Allerdings wird mir dies manchmal auch ein wenig zuviel, da ich an den Geschichten zu dem einen oder anderen König nicht wirklich extremes Interesse habe. Trotzdem sind die Räume durchaus sehenswert. Eine Etage höher können wir kurz auf einen großen Balkon gehen und sehen, wie sich der Palast langsam mit immer mehr Touristen füllt. :wacko1:



    Nachdem wir alle Räume durch haben, gönnt man uns noch rund 20 Minuten Freizeit in dem Märchenpalast, bevor wir uns wieder unten am Torbogen treffen. Gemeinsam gehen wir danach wieder hinunter zum Parkplatz, wo der Bus auf uns wartet. Wir fahren nun in den Ort Sintra, wo uns der Bus absetzt und wir in den Ort laufen.



    An einer Ecke erklärt uns Xavier den Ablauf hier. Zuerst bekommen wir Zeit um in einem der Restaurants zu Mittag zu essen. Danach haben wir noch etwas Zeit, um uns im Ort umzuschauen, bevor wir uns wieder an dieser Ecke treffen, um gemeinsam zur Quinta hoch zu laufen.



    In dem von Xavier empfohlenen Restaurant esse ich gut :beer: und danach drehe ich eine kleine Runde durch den sehr touristischen Ort. Pünktlich finden sich alle wieder an der Ecke ein und wir machen uns auf den Weg zur Quinta da Regaleira. Es geht wieder ein wenig bergauf, aber nach gut 10 Minuten haben wir die Quinta erreicht.



    Die Quinta da Regaleira wurde zu Beginn des 20.Jahrhunderts gebaut. Neben den Gebäuden besteht sie aus einer riesigen, sehenswerten Gartenanlage mit Brunnen, Seen und vereinzelten Gebäuden (Türmen und verzierten Mauern). Auch existiert ein System aus vielen Grotten und Höhlen.



    In einen der Eingänge zu den Grotten gehen wir nun und landen in einem wasserlosen Brunnen, dem Poço Iniciático, den man wendeltreppenartig nach unten begehen kann. Einst war er die Initiationsstätte der Freimaurer, welche darin mit verbundenen Augen einen Ausgang suchen mussten. Unten angekommen, geht es in ein Tunnelsystem.



    Ein wirklich interessantes System von Tunneln und Labyrinthen, in dem ich mir auch gut einen längeren Aufenthalt vorstellen könnte. Als wir wieder ins Freie gelangen, bekommen wir noch einige Erklärungen des Guides und vereinbaren danach die Haltestelle des Busses unten im Ort als nächsten Treffpunkt. :good3:



    Ich schlendere nun noch einige Zeit alleine durch den schönen Park, bevor ich diesen am Ausgang, der sich weiter unten befindet, wieder verlasse. Auf dem gleichen Weg, auf dem wir zuvor vom Ort herauf gekommen sind, spaziere ich nun wieder hinunter in den Ort und kann mir nun in aller Ruhe noch das eine oder andere anschauen. :search:



    Nachdem wir alle wieder im Bus angekommen sind, nimmt dieser die Fahrt nach Cascais, einem mondänen Badeort am Atlantik, auf. Es ist der letzte Programmpunkt des Tagesausfluges. Unterwegs kommen wir dicht an der ehemaligen Formel 1 Rennstrecke von Estoril vorbei. In Cascais verlassen wir den Bus an einem kleinen Park.



    Wir haben hier jetzt eine Stunde Zeit noch ein wenig durch den Ort zu bummeln, oder auch den Strand zu besuchen. Ich wähle erst mal den Weg hinunter zum Wasser, allerdings badet hier zu dieser Jahreszeit noch niemand, dafür ist der Atlantik wohl doch noch zu kalt. Warum mich die Möwe so seltsam anschaut, weiß ich allerdings auch nicht, aber Jobo und Möwen ….. :diablo:



    Nach einer Runde durch den Ort begebe ich mich wieder zur Haltestelle des Busses und pünktlich um 17:10 Uhr starten wir zur Rückfahrt nach Lissabon. Hier treffen wir um 18 Uhr wieder am Praça Restaurádores ein und bedanken uns bei den Guides, die eine gute Arbeit abgeliefert haben :ok: . Insgesamt betrachtet war es ein gelungener Ausflug, auch wenn er natürlich sehr touristisch war. Im Sommer, zur Hochsaison, möchte ich den allerdings nicht machen. :fie:


    Nach wenigen Minuten bin ich wieder im Hotel und beende dort später den schönen Tag.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


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  • Schön, dass es auch freie Zeit gab, um sie die Sachen alleine anzusehen oder mal eine kleine Pause einzulegen.

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


  • Allzu viel war es nicht, aber mal einige Minuten durchatmen ohne den ganzen Tross tat schon gut.

    Gruß Jobo,


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  • Mittwoch, 13. März 2024



    Nach dem langen Ausflugstag gestern, möchte ich es heute doch etwas ruhiger angehen lassen. Auch steht ja für den Abend erst das Highlight des Tages an, der Besuch des Fado-Restaurants. So treibt es mich erst spät aus dem Bett und zum Frühstück. Hier würde ich gerne in aller Ruhe gemütlich frühstücken, doch in diesem Riesenfrühstücksraum kommt einfach keine Gemütlichkeit auf. :fie:



    Kurz nach 9 Uhr verlasse ich das Hotel und schlendere hinüber zum Praça dos Restauradores. Hier fällt mir das VIP Executive Éden Aparthotel auf, welches sich in einem ehemaligen Kino befindet. Die Zimmerpreise liegen hier oberhalb der 200€. Von dem Platz führt die Prachtstraße Aventin da Liberdade hinauf. Genau am Übergang vom Platz zur Aventin sehe ich linker Hand die Elevador da Glória. :search:



    Die Standseilbahn, die seit 1885 existiert (die jetzigen gelben Schrägbahnen stammen von 1920) , befördert Passagiere über eine 265 m lange Strecke 44 m höher, bei 17,7 % Steigung. Normalerweise sind die Bahnen beliebtes Objekt von Graffiti-Sprühern. Ich habe Glück und erlebe sie in unbesprühtem Zustand. Die Elevador da Glória, oder wie sie richtig heißt die Ascensor da Glória, ist die zweitälteste Standseilbahn von Lissabon.



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    Die Bahn führt hinauf in den Stadtteil Bairro Alto und hat ihren Endpunkt gleich neben dem schönen Miradouro de São Pedro de Alcântara. Der große Aussichtsplatz bietet eine tolle Sicht auf die Stadt und ist dementsprechend beliebt. Zu dieser frühen Uhrzeit geht es hier aber noch ruhig zu.



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    Der schöne Platz bietet neben einem großen Brunnen auch einen bewirtschafteten Kiosk mit reichlich Sitzplätzen, sowie Sitzbänke mit Tischen. Etliche Bäume auf dem Platz bieten auch Schatten, im Moment genieße ich aber das schöne Wetter und die tolle Aussicht. Ich merke mir den Platz für die nächsten Tage. :pleasantry:



    Ausgehend von dem Aussichtsplatz starte ich meinen Spaziergang durch das Bairro Alto. Zuerst die Rua Dom Pedro V. Entlang, biege ich dann links in die Rua da Rosa, eine schmale Gasse, ein. Die Rua da Rosa führt geradeaus immer leicht nach unten. Neben vielen schönen Häusern, sehe ich hier aber auch viele verfallene Gebäude, die dringend einer Restauration bedürfen.



    Ganz bis nach unten gehe ich allerdings nicht, sondern biege bald links in die Travessa da Queimada und dort nach einigen Metern rechts in die Rua do Norte ab. Es handelt sich im eine Parallelstraße zur Rua da Rosa, die mich ebenfalls weiter nach unten führt, bis ich am Ende auf dem Praça Luis de Camoes stehe.



    An der Ostseite des Platzes befinden sich zwei Kirchen, die sich gegenüber stehen. Auf der linken Seite die Igreja do Loreto, die ich zuerst besuche. Danach widme ich mich der Igreja de Nossa Senhora da Encarnação. Vor beiden Kirchen sitzen die, in Lissabon leider üblichen Bettler, durch die man sich in die Kirche zwängen muss. :pardon:



    Ich gehe weiter, die Rua Garett entlang und stehe bald schon vor der nächsten Kirche, der Igreja de Nossa Senhora dos Mátires. Den kurzen Blick in die Kirche lasse ich mir nicht nehmen. Am Ende der Rua Garett kann ich in die Rua Nova do Almada einbiegen. Einen noblen Maybach hätte ich hier, im engen Lissabon, nicht erwartet :hmm: . Von hier aus nehme ich den Weg zurück zum Hotel.



    Am Nachmittag bummle ich noch einmal zur Aventin da Liberdade. Der Prachtboulevard besticht durch seine parkähnlichen Anlagen rechts und links. Nach einem Abstecher zum Praça da Alegria, spaziere ich wieder zurück. Dabei fällt mir eine weitere Standseilbahn gegenüber auf. Ich nehme mir die Fahrt mit dieser Bahn für die nächsten Tage vor.



    Gleich gegenüber der alten Bahn steht die Igreja de São José da Anunciada, die von ihrem Stil her ein wenig von den vielen anderen Kirche absticht. Über die belebte Rua das Portas de Santo Antão gelange ich schließlich wieder zu meinem Hotel, wo ich den Rest des Nachmittags verbringe.



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    Gegen 18:10 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Fado-Restaurant. Meine Reservierung gilt für 19:30 Uhr, aber ich bin immer gerne ein wenig früher da. Ich nehme den kurzen Weg und komme dabei an der Igreja da Conceição Velha vorbei. Um 18:45 Uhr erreiche ich den Platz vor dem Restaurant, ich habe also noch Zeit ein wenig herum zu bummeln. Am Ende der Straße befindet sich die Igreja Ortodoxa Russa vor einer großen Baustelle.



    Um 19:15 Uhr öffnet das Parreirinha de Alfama und ich bekomme einen kleinen Tisch direkt an dem Platz, an dem nach dem guten Essen auch die Vorführungen stattfinden. Die Fadista werden von Bruno Costa (wohl Chef des Restaurants), Gitarre, und Paulo Valentim, portugiesische Gitarre, begleitet.


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    Zuerst tritt nun ein junger Fadista auf. Ein Paar an einem der Tische weiter hinten und ein junges Chinesisches Paar verlassen danach bereits das Lokal, da hat man sich wohl vorab nicht informiert, was Fado überhaupt ist. :dash:

    Danach ist Joana Veiga dran.


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    Den Abschluss bildet dann Maria Amélia Proença. Die jetzt 85jährige hat schon mit acht Jahren Fado gesungen und ist in Lissabon sehr bekannt. Auch im Museu do Fado hat man ihr bereits einen Bereich gewidmet.


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    Am Ende liefern sich alle drei Fadista eine Art gegenseitige, gesungene Verulkung, in die dann auch die beiden Gitarrenbegleiter mit einsteigen. Die portugiesischen Gäste jedenfalls lachen herzhaft zu dem Gesang.


    Klar, den Fado muss man mögen :pardon: , er ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wenn ich schon mal da bin, höre ich mir dies alles auch bis zum Ende an und gehe nicht schon nach drei Liedern.


    Einer älteren portugiesischen Besucherin, die wohl heute Geburtstag hat, bringen danach alle noch ein Ständchen und einen Kuchen bekommt sie auch. Beim Hinausgehen nehme ich mir noch eine CD mit, die ich auch von Maria Amélia signiert bekomme. :hut:


    Ein gelungener Abend, auch wenn ich dies nicht jeden Tag bräuchte, denke ich noch auf dem Weg zurück ins Hotel. Nur die Stühle in dem Restaurant waren, für einen groß gewachsenen Menschen, extrem unbequem. :negative:



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  • Donnerstag, 14. März 2024



    Heute morgen ist ausschlafen angesagt, immerhin war es doch schon weit nach Mitternacht als ich endlich im Bett war. Bin daher auch erst kurz vor 9 Uhr beim Frühstück. Zuerst muss ich jetzt runter zum Praça do Comércio, um mir eine neue Lisboacard zu holen, die jetzige läuft gerade aus.



    Nun muss ich den ganzen Weg wieder zurück, ich will zum Elevador do Lavra. Der Elevador do Lavra, oder auch Ascensor do Lavra, bzw. Lavra Funicular, ist die älteste Standseilbahn Lissabons und wird schon seit 1884 betrieben. Die 188 m lange Strecke führt mit 22,9 % Steigung auf den eher unbekannten siebten Hügel Lissabons mit dem Stadtteil Pena.



    Wendet man sich von der oberen Station der Schrägseilbahn links, gelangt man in den kleinen Jardim do Torel, einen kleinen Park mit schöner Aussicht über Lissabon. Hier lasse ich mich auf einer der Parkbänke auch eine Weile nieder und genieße die herrliche Ruhe und Aussicht hier oben.



    Über die Rua Júlio de Andrade spaziere ich weiter und erreiche den Campo Mártires do Pátria, einen großen Platz mit Denkmal und kleinen Teichen. An der linken Seite des Platzes sehe ich ein langgezogenes Gebäude. Hierin befindet sich die deutsche Botschaft und auch das Goethe-Institut Lisboa.



    Eine Weile erkunde ich den Platz in allen Richtungen. Dieser wird scheinbar auch von den Einheimischen gerne benutzt. Inmitten des Platzes befinden sich etliche Hühner und Hähne auf einer Wiese. Die Hähne krähen hier um die Wette und so mancher hört sich an, als würde er gleich das Zeitliche segnen :fie: . Das Gekrächze erinnert mich stark an mein Hotel auf Santo Antao, Kapverden. :mosking:


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    Warum man das Federvieh allerdings genau auf der Höhe der deutschen Botschaft unter gebracht hat, da möchte ich nun nichts hinein interpretieren :whistle3: . Ich lasse mich erneut auf einer Parkbank nieder und lese etwas in meinen Reiseführern.



    Von dem Platz aus spaziere ich entlang der medizinischen Universität die Rua do Instituto Bacteriológico in südlicher Richtung. An Ende macht die Straße eine Kurve nach rechts und ich sehe in einer Nebenstraße eine kleine Kirche. Kaum frage ich in der Kirche, ob ich fotografieren dürfe, wird mir das Licht in der Kirche eingeschaltet und ich werde auf die schöne Decke hingewiesen. :ok:

    Kaum ist man aus dem touristischen Bereich heraus, stellt sich wieder die herzliche Freundlichkeit der Portugiesen ein, so wie ich dies eigentlich kenne. :good3:



    Von der kleinen Kirche ist es nicht weit bis zur Ascensor do Lavra, mit der ich wieder hinunter fahre. Durch die Rua das Portas de Santo Antão gehe ich zurück zum Hotel. In dieser Straße und den Nebenstraßen befinden sich auch viele Restaurants und ich schaue mir eines davon zum Mittagessen aus.



    Im Il Mulino esse ich gut und habe dabei den Blick direkt auf die Casa do Alentejo, die in den nächsten Tagen noch eine Rolle spielen wird, was ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß. Das Restaurant scheint von einem Italiener betrieben zu werden, es hat, neben den üblichen portugiesischen Gerichten auch hervorragende Italienische Küche zu bieten, wie mir die Lasagne beweist, auf die ich einfach Lust hatte. :dance3:


    Danach im Hotel packe ich meine Sachen aus. Dabei fehlt mir einer meiner Reiseführer :hmm: . Es ist ausgerechnet der Polyglott Lissabon zu Fuß entdecken (30 Touren), den ich eigentlich jeden Tag dabei hatte. Ich hatte mit diesen kleinen, handlichen Reiseführern ja auch schon in Venedig so gute Erfahrungen gemacht, dass ich mir das Exemplar für Lissabon noch kurz vor der Reise besorgt hatte.

    Auch wenn das Exemplar Erscheinungsjahr 2018 war und einiges nicht mehr aktuell, hat mir der nützliche Reiseführer viel geholfen. :pleasantry:


    Deshalb fahre ich noch einmal mit dem Lavra Funicular hinauf und gehe meine Strecke vom Vormittag ab. Ich vermute, ich hatte den Reiseführer irgendwo auf die Parkbank neben mich gelegt, während ich in einem anderen Reiseführer geblättert habe, und habe ihn dann dort vergessen, als ich gegangen bin.

    Ein wenig Hoffnung war noch da, dass er dort noch irgendwo liegen würde, aber ich kann ihn nicht mehr finden, schade, auch wenn ich ihn für meine weiteren Ziele nicht unbedingt brauche. :pardon:


    Mich über mich selbst ärgernd :dash: fahre ich wieder hinunter und auf der anderen Seite mit dem Elevador do Glória auf den großen, schönen Aussichtsplatz. Hier schreibe ich meine Postkarten für zu Hause und werfe sie anschließend in den Briefkasten.


    Im Hotel beende ich später den Tag und gehe ein wenig früher schlafen als gestern.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Freitag, 15. März 2024



    In der Nacht hat sich der Himmel zugezogen und in den frühen Morgenstunden begann leichter Regen. Da ich heute recht früh wach bin, beschließe ich, nach dem Frühstück noch einmal den Versuch zu wagen, den Torre de Belém zu besichtigen.

    Der Frühstücksraum ist allerdings extrem voll heute und ich bekomme gerade noch den letzten freien Tisch. Am Nachbartisch sitzen zwei Holländer und einer hustet (war eher ein Bellen) permanent in meine Richtung, ohne sich die Hand oder den Arm vor den Mund zu halten :fie: . Ich bin kurz davor etwas zu sagen, als die beiden endlich aufstehen und gehen.



    Ich mache mich also um 8:40 Uhr auf den Weg und nehme die Straßenbahn 15E um 9 Uhr. Die mir schon bekannte Strecke verlasse ich diesmal eine Haltestelle später, aber noch eine vor der eigentlichen Haltestelle zum Torre. Auf dem Weg zum Torre komme ich an der Street-Art Installation Waschbär vorbei, die auch von Bordalo II stammt. Artur Bordalo ist ein portugiesischer Streetart-Künstler. Auch der Hase in Porto stammt von ihm.



    Am Torre angekommen hole ich mir mit der Lisboacard schnell ein Ticket und kann auch sofort in den Turm über den Holzsteg und die Zugbrücke :locomotive: . In den Jahren 1514 bis 1520 wurde der Turm als Leuchtturm und Festung zur Verteidigung der Stadt errichtet. Die spanischen Eroberer benutzten ihn ab 1580 als Kerker und bei der napoleonischen Invasion 1807 bis 1809 wurde er zerstört und erst 40 Jahre später wieder aufgebaut.



    Durch Landaufschüttungen und das schwere Erdbeben von 1755 rückte die Stadt immer näher an den, ehemals im Fluss stehenden Turm heran. Einst gab es auf der gegenüberliegenden Flussseite einen zweiten Turm, aber dieser wurde 1755 komplett zerstört. Seit 1983 zählt der Turm zum Weltkulturerbe der Menschheit der UNESCO.



    Noch ist wirklich wenig los hier und ich bin wohl einer von etwa 20 Besuchern, die sich in dem alten Gemäuer tummeln. Außer den Kanonen im Eingangsbereich und den verzierten Mauerwerk gibt es wenig zu bestaunen hier und sich dafür eventuell stundenlang anzustellen, halte ich für übertrieben. :pillepalle:



    Nach rund 25 Minuten habe ich eigentlich genug gesehen und verlasse den Torre de Belém wieder. Am Ufer entlang gehe ich in Richtung Seefahrermonument. Unterwegs gibt es eine kostenpflichtige öffentliche Toilette die ich auch benutze. Normalerweise fotografiere ich nicht in Toiletten, aber das witzige Hinweisschild muss ich einfach ablichten. :mosking:

    Vom Monument gelange ich durch die Bahnunterführung in den schönen Park.



    Die herrlichen Bodenmosaike in dem Park sind mir bei meinem ersten Besuch gar nicht aufgefallen :search: . Viele Stadt- und Gebietswappen sind hier abgebildet und ich kann einige Orte darin erkennen, die ich bereits in der Vergangenheit besucht habe, oder noch besuchen möchte. Ich begebe mich vom Park zur Haltestelle der 15E.



    Mit der Straßenbahn fahre ich bis zur Haltestelle Estação de Santo Amaro. Die Haltestelle befindet sich quasi direkt am Eingang zum Museu de Carris, dem Straßenbahnmuseum (bzw. Museum für öffentliche Verkehrsmittel, wie es richtig heißt). Normalerweise kostet ein Seniorenticket hier 2,50€, aber da ein Teil des Museums zur Zeit restauriert wird, verlangt man nur die Hälfte und gewährt dafür aber keinen weiteren Rabatt mit der Lisboacard.



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    Zuerst geht man nun durch einige Räume. Hier finden sich Modelle früherer Straßenbahnen und einige technische Einrichtungen, sowie Hinweistafeln mit Erläuterungen. Am Ende der Räumlichkeiten führt eine Tür nach draußen. Hier wartet eine schöne alte Bahn :ok: , um uns, außer mir ist noch eine junge Frau hier, zu den Hallen mit den Bahnen zu fahren.



    Es handelt sich um eine wirklich alte Bahn mit Plüschsitzen und historischer Deckenbeleuchtung. Auch findet sich an der Decke noch die Leine, die man ziehen musste, damit der Fahrer ein Signal zum Halt an der nächsten Haltestelle bekam. Die Bahnen die in Lissabon noch fahren, haben schon Haltedruckknöpfe und die Sitze sind einfache Holz- oder Ledersitze.



    In der Halle, an der wir aussteigen können, sind mehrere Busse und Straßenbahnen zu sehen. In einem Nebenraum auch einige historische, technische Einrichtungen zur Wartung der Bahnen. Ich weiß ja nicht wie umfangreich der Bereich ist, der gerade restauriert wird, aber gegen das tolle Tram-Museum in Porto wirkt diese hier winzig.

    So stehe ich auch bald, zusammen mit einem deutschen Paar mit kleinem Kind, draußen und warte auf die alte Tram, um zurück zu fahren. Ich erzähle dem Paar von der alten Fregatte auf der anderen Seite, was diese sich als als gute Idee für einen Besuch mit ihrem kleinen Kind merken. :imsohappy:



    Doch die Bahn kommt lange Zeit nicht, sie fährt immer nur, wenn Besucher eintreffen. Nach dem Paar mit dem Kind gehe auch ich zu Fuß den kurzen Weg zum Ausgang. Auf die Straßenbahn 15E will ich jetzt aber nicht warten, da ich nur weiter bis zum Hafen will, wo ich vor Tagen den Dreimaster gesehen hab.

    Allzu weit ist es nicht, aber jetzt setzt wieder leichter Regen ein. Das vordere Gelände ist von einem Maschendrahtzaun abgesperrt. Ich gehe zwar mit dem Objektiv ganz an den Zaun ran, kann ihn aber doch nicht völlig ausblenden, als ich die kleineren Segelschiffe fotografiere.

    Gegenüber fällt mir dann ein Schiff auf, das eine frühere Hamburger Hafenfähre sein muss. Der Dreimaster entpuppt sich als die PRINCIPE PEFFEITO, ein ehemaliger norwegischer Fischtrawler von 1949, der 2006 zur Dreimast-Segeljacht umgebaut wurde und im Sommer Tagestörns für bis zu 200 Passagiere bietet.


    Der jetzt stärker werdende Regen zwingt mich nun schnell zurück zur Linie 15E und den Rest des Tages ins Hotel. :locomotive:



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


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  • Samstag, 16. März 2024



    In der Nacht stellt sich ein leichtes Kratzen im Hals ein, welches sich bis zum Morgen zu einem Husten und leichten Schnupfen ausweitet. Ob dies nun an dem Holländer von gestern, oder an dem gestrigen Regenwetter lag …? Wahrscheinlich eine Kombination von beidem. Zum Glück habe ich Schleimlöser (Mucosolvan) und Hustenbonbons in meiner Reiseapotheke.



    Als ich vor Tagen oben auf dem Castelo war, fiel mir gegenüber das große Kloster auf dem Hügel auf. Dies ist mein heutiges Ziel. Dafür nehme ich die Tram 28E um kurz vor 9 Uhr. Der Fahrer der Bahn scheint es eilig zu haben, jedenfalls prügelt er die Bahn regelrecht über die Schienen und in die Kurven :pillepalle: . Ich bin froh, als ich die Bahn an der Haltestelle Rua Garça verlassen kann.


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    Von der Haltestelle nehme ich den Weg aufwärts über die Rua Senhora do Monte und erreiche den gleichnamigen Miradouro. Erneut ein toller Aussichtsplatz mit einem guten Blick über große Teile der Stadt bis hin zum Castelo :search: . Immerhin befinde ich mich hier auch auf dem höchsten Hügel der Stadt.

    Vom Aussichtsplatz führt die Calçada da Senhora do Monte hinunter in Richtung Kloster.



    Es gibt einige Street-Art-Kunstwerke zu bewundern, als ich in die Rua Damasceno Monteiro wechsle. Um auf den Aussichtsplatz am Kloster zu gelangen, muss ich an der Rückseite des Klosters entlang, vorbei am Largo da Garça, auf dem ein kleiner Pavillon steht.



    Als ich die Rückseite des Convento da Garça, die eher an eine Burg erinnert, passiert habe, führt der Weg zwischen der Villa Souza und der Igreja da Garça auf einen kleinen Platz, auf dem einige Stände aufgebaut sind, die an einen Wochenmarkt erinnern.



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    Vor der Igreja da Garça befindet sich der Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen (auch Miradouro da Garça), ein großer Aussichtsplatz, zu dem auch ein Aufzug von der Rua dos Lagares, der Funicular da Garça, hinauf fährt. Da der Aufzug noch in keinem meiner Reiseführer erwähnt wird, scheint er relativ neu zu sein. :hmm:



    Es ist genau 10 Uhr, als die Igreja da Garça ihre Türen öffnet und ich die schöne Kirche besichtigen kann. Danach würde ich gerne die öffentliche Toilette benutzen, die vor dem Markt, am Jardim da Garça steht, doch diese ist wohl dauerhaft geschlossen :pardon: . Ich gehe nun die Calçada da Garça hinunter und gelange über die steile Calçada de Santo André wieder zum Martim Moniz und ins Hotel.



    Es ist ja noch recht früh am Vormittag, daher beschließe ich einen weiteren Gang zur Alfama. Vorbei an der Haltestelle der Tram 28E, hier zieht sich die Schlange der Wartenden Touristen weit hinunter am Hotel vorbei in die Straße :fie: , und mit den Rolltreppen wieder hinauf. Vorbei an der Igreja Paroquial de São Cristóvão e São Lourenço erreiche ich bald den Miradouro de Santa Luzia. Unterhalb liegen heute zwei Kreuzfahrtschiffe, die SPIRIT OF ADVENTURE, ein 236 m langes Schiff der Saga Cruises und die AZAMARA PURSUIT (die ehemalige ROYAL PRINCESS), ein Schiff der Azamara Club Cruises mit 186,45 m Länge.



    Ich mache noch einen kurzen Abstecher zum benachbarten Miradouro das Portas do Sol und erblicke weiter östlich noch eine große Kirche und wenig daneben eine große runde Kuppel. Sicherlich ein Ziel für die nächsten Tage. Nachdem ich meine Kamera zurück ins Hotel gebracht habe, gehe ich wieder zum Essen ins Il Mulino.



    Ich hatte ja gestern schon von Pedrolino schon den Tipp bekommen :ok: , mir die Casa do Alentejo, auf die man vom Restaurant aus blickt, mal von innen anzusehen. Betritt man das von außen eher unscheinbare Gebäude, steht man in einem maurisch anmutenden, überdachten Innenhof mit Springbrunnen.


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    Im Erdgeschoss ist noch eine Taverne untergebracht, aber ich gehe hoch ins Obergeschoss. Auf der linken Seite befindet sich ein großer, prunkvoller Raum, in dem wohl alles für einen Vortrag vorbereitet ist. Gegenüber befindet sich noch ein Restaurant, welches, genau wie das ganze Gebäude, den Hauptstädtern die Vorzüge des Alentejo näher bringen will.



    Ich bereue es nicht, einen Blick in das wunderschöne Gebäude geworfen zu haben :good3: . Ein Geheimtipp ist es allerdings nicht mehr, da ich schon vom Restaurant aus zuvor viele Personen hinein und wieder hinaus habe gehen sehen. Auch wird die Casa do Alentejo inzwischen in allen Reiseführern erwähnt.


    Den Tag beschließe ich dann wieder am Abend im elClan.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

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  • Sonntag, 17. März 2024



    Das Hotel hat sich jetzt doch kräftig gefüllt, was ich daran merke, dass es schwieriger ist, einen freien Tisch zum frühstücken zu finden :search: . Ich hatte ja gestern vom Aussichtsplatz im Osten die große Kirche und die runde Kuppel gesehen, die sind heute mein Ziel.



    Erneut benutze ich die Rolltreppen, die vom Martim Moniz hoch zur Rua Marquês de Ponte de Lima hochfahren. Diesmal biege ich aber links in die Straße ein, um den Hügel mit dem Castelo nördlich zu umgehen. So komme ich an der Igreja de Nossa Senhora do Socorro vorbei und gelange durch mehrere kleine Gassen schließlich auf die Rua de São Vicente.



    Die Straße führt auf die große Igreja de São Vicente de Fora hin, an die das Mosteiro de São Vicente de Fora angegliedert ist. Die Kirche wurde Ende des 16., Anfang des 17.Jahrhunderts gebaut und befand sich zu der Zeit noch außerhalb der Stadtgrenzen. Da die Kirche noch geschlossen ist, spaziere ich weiter die Arco Grande de Cima entlang.



    So erreiche ich den Campo de Santa Clara mit dem Jardim Botto Machado, einen großen Platz mit einem Markt vor einer Markthalle und einem kleinen Park dahinter, gegenüber dem Panteão Nacional. An den Geräuschen erkenne, die aus der Markthalle kommen, hat diese heute geöffnet, aber mich zieht es eher in den ruhigen kleinen Park. :whistle3:



    Danach gehe ich hinunter zur Igreja de Santa Engrácia, dem nationalen Pantheon. Noch ist das Gebäude geschlossen, aber ich kann schon Bewegungen an den Türen erkennen, dass diese bald geöffnet werden. Dies ist auch nur wenig später der Fall und mit der Lisboacard habe ich freien Zugang. :hut:



    Der Bau dieser Kirche wurde im 17.Jahrhundert begonnen, aber lange Zeit nicht weitergeführt. Erst Mitte der 1960er Jahre wurde der Bau mit der großen Kuppel darauf vollendet. Seitdem dient er als nationales Pantheon und dies wird im Innern durch die Anordnung mehrerer symbolischer Grabmäler verdeutlicht.



    Der Innenraum wirkt ein wenig überdimensioniert und leer. An den Seiten führt schließlich eine Treppe mehrere Stockwerke hinauf. Auf der fünften Etage gibt es innen einen Rundgang und man kann auch nach außen gehen, auf die weiträumige Plattform rund um die eigentliche Kuppel.



    Von der Plattform aus hat man einen tollen Blick rund herum :good3: . Vom Markt unterhalb dringt Musik herauf, während ich auf der anderen Seite am Kai ein kleineres Kreuzfahrtschiff sehe. Es hat noch die klassische Bauform, spitzer Bug und rundes Heck. Ich kann den Namen nicht lesen, vermute aber, dass es sich um die alte FUNCHAL handelt.


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    Ich genieße den schönen Ausblick von hier oben, wozu auch die Ruhe beiträgt. Außer mir, haben bisher nur wenige Besucher hierher und herauf gefunden. Auch wenn der Wind hier oben ein wenig stärker bläst, lässt es sich gut aushalten hier, da es inzwischen angenehm warm ist.



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    Vom gegenüber liegenden Ufer löst sich ein Militärschiff, welches ich mit der Kennzeichnung F333 als die portugiesische Fregatte BARTOLOMEU DIAS, die ehemalige niederländische Fregatte VAN NES, identifiziere. Noch eine Zeitlang nutze ich die Ruhe und Aussicht hier oben, bevor ich mich wieder ins Innere begebe.


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    Von den umlaufenden Balkon führt an der anderen Seite wieder eine Treppe hinab, genauso schmal wie die Treppe, die zuvor hinauf führte. Ich muss aber feststellen, dass es hinab doch erheblich schneller und leichter geht, als hinauf. Irgendwo soll es auch einen Aufzug geben, den ich aber weder gesucht noch gefunden habe. :nono:


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    Unten angekommen schaue ich mich noch einmal in dem Gebäude um. Inzwischen sind doch einige Besucher mehr hier, aber noch ist es überschaubar. Ich verlasse nun die Kirche und wähle den Weg hinunter, durch die Calçada do Cascão und die Rua do Museu de Artilharia.



    Ich erreiche so das Ufer des Tejo an einem kleinen Hafenbecken, dem Doca da Marinha. Hier liegen mehrere alte, traditionelle Boote. Mit ihnen werden Tagesausflüge für Touristen durchgeführt. Von hier nehme ich den schon bekannten Weg zurück ins Hotel.


    Zum Essen gehe ich wieder ins Il Mulino und danach in die Casa do Alentejo. Hier reserviere ich mir für morgen Abend im Restaurant einen Tisch. :dance3:



    Am Nachmittag muss ich noch einmal hinunter zum Praça do Comércio, um mir eine neue Lisboacard für morgen zu holen. Vom Praça aus drehe ich noch eine kleine Runde um die östlichen Gebäude des Platzes, zuerst die Avenida Infante Dom Henrique entlang. Gegenüber befindet sich noch ein weiteres Fährterminal von Lissabon.



    Mit dem Plan morgen den Zoo von Lissabon aufzusuchen, beende ich am Abend den Tag im Hotel.



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  • Montag, 18. März 2024



    Heute ist ja schon der 13te Tag in Lissabon, da wird es Zeit mal was anderes als Kirchen und alte Gemäuer zu sehen :pleasantry: . Daher will ich heute den Zoo von Lissabon besuchen, zumal es auch schon lange her ist, dass ich in einem großen Zoo war. Ich begebe mich also vom Hotel zum Praça Restauradores zur Metrostation.



    Von hier fahre ich mit der blauen Linie zum Jardim Zoológico, der seine eigene Metrostation hat. Durch das Eingangstor des Zoos gelangt man in einen Vorbereich und ein Weg führt zu den eigentlichen Kassenhäuschen, begleitet von einer kinderreichen Familie :mosking: .

    Statt 28€ zahlt man als Senior nur 20,50€. Ich lege auch meine Lisboacard hin. Nun will mir die Dame im Kassenhaus weismachen, es gehe nur ein Rabatt. :nono: Ich weise sie darauf hin, dass ausdrücklich 15% Rabatt für den Zoo in der Liste der Ermäßigungen der Lisboacard steht :grumble: . Ein Dame hinter mir bestätigt dies auch, da auch sie eine solche Karte hat. Nachdem die Kassiererin einige Zeit im Computer gesucht hat, entschuldigt sie sich und gewährt noch den Rabatt für die Karte und ich muss nur 17,40€ zahlen.



    Die Zebras hinter der Kasse zeigen mir nur ihre Kehrseiten, deshalb gehe ich gleich zum Gehege der Tiger. Hier ist wohl das Frühstück im Gange und man lässt sich durch die Besucher nicht stören. Gleich dahinter befindet sich eine Art kleiner Bauernhof mit Ziegen, Hühnern, Schafen und Schweinen. Über mir befindet sich die Strecke einer kleinen Kabinenbahn, die wohl durch den Zoo fährt, aber an den Kabinen wird noch gearbeitet.



    Ich komme zum Gehege der Nashörner, welches sich gegenüber der Bisons, Wasserbüffel und Kamele befindet. Mit dem Plan des Zoos, den ich an der Kasse bekommen habe, und den vielen Hinweisschildern, ist es nicht schwer sich im Zoo zu orientieren. :ok:



    In einem kleinen Gebäude, durch welches ein Rundweg führt, sind die Alligatoren untergebracht. Als ich aus dem Gebäude wieder herauskomme, stehe ich vor den Sitatungas, auch Wasserkudus oder Sumpfantilopen genannt. Sie haben ihr Gehege gleich neben den Giraffen und gegenüber den Katas. Hier ist leider der Zaun etwas vom Geländer davor entfernt, weshalb ich nicht ganz mit dem Objektiv heran komme.



    Die Elefanten sind in ihrem Gehege schon recht aktiv, was man von den Löwen nicht unbedingt behaupten kann. Geht man einmal um das Löwengehege herum, steht man oberhalb des Elefantengeheges. Ein schmaler Weg bis zum Zaun führt hier von dem Rundweg ab.



    Mit einem kurzen Blick zu den Gibbons, die sich mit den Orang-Utans ein Gehege teilen, gehe ich weiter zu den Geparden. Die schnellen Katzen liegen aber nur faul in ihrem Gehege und lassen sich von niemanden stören. Also gehe ich wieder zurück zu den Gibbons, hier ist deutlich mehr Aktivität.


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    Die Löwen gegenüber lassen sich von dem Krach nicht stören und die Mitbewohner der Gibbons, die Orang-Utans scheinen grundsätzlich die Ruhe und Gelassenheit verinnerlicht zu haben. Mehr als ein kurzes Augenzucken ist als Reaktion bei ihnen nicht zu sehen, beneidenswert. :thank_you:


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    Eine Zeitlang beobachte ich die Gibbons und Orang-Utans noch. Immer wieder erstaunlich ist der unheimliche Gleichgewichtssinn der Gibbons, die problemlos auf dem schmalen Seil entlang laufen und nur mit den Bewegungen ihrer langen Arme das Gleichgewicht halten.



    Bei den Schimpansen herrscht „noch“ Ruhe im Gehege, alles wirkt friedlich und entspannt. Ich befinde mich jetzt ungefähr am oberen Ende des Zoos, aber die Anstiege bis hierher waren meist nur leicht. Ein schwarzes Exemplar meiner Lieblingskatze, des Jaguars, weckt nun mein Interesse. Die Katze mit der stärksten Beißkraft fasziniert mich immer wieder, ist sie doch auch im Verhältnis zu ihrer Körpergröße die kräftigste aller Raubkatzen. :pump:



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    Nachbar des Jaguars sind die Leoparden, was ja von der Gattung her gut passt. Somit verfügt der Zoo über vier der sechs Großkatzenarten, lediglich Schneeleopard und Nebelparder (eine Unterart der Großkatzen) fehlen. Bevor jemand jetzt erstaunt fragt, Gepard, Puma, Luchs und andere Raubkatzen zählen zur Familie der Kleinkatzen. :pleasantry_1:

    Bei den Gorillas im Gehege gegenüber geht es auch noch ruhig zu, auch wenn die Nachbarn, die Schimpansen, jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ein Affentheater machen.



    Ich bin etwas erstaunt, als ich einen kleinen Pavian außerhalb des Geheges erblicke. Der neugierige kleine Kerl hat wenig Probleme sich durch das weitmaschige Gitter zu zwängen und die quasi Freiheit zu genießen. Sobald man sich ihm jedoch nähert, krabbelt er schnell wieder zu den Eltern, während die Erdmännchen dies ständig beobachten.



    Ich mache noch einen Abstecher zu den Bären, was mir einer mit seiner Showeinlage dankt. Gleich dahinter befindet sich das dicht bewachsene Gehege des, vom Aussterben bedrohten, Iberischen Luchses. Doch so sehr ich auch im Gehege suche und schaue, ich kann keines der scheuen Tiere entdecken. :search: Etwas unterhalb befinden sich schöne Azulejos an den Wänden, bei einem große Picknick-Platz.



    Hier befindet sich auch eine, der vier oder fünf sauberen Toilettenanlagen, die im Zoo verteilt zu finden sind. Am kleinen Kiosk nebenan kaufe ich mir eine Flasche Wasser. Es ist inzwischen angenehm warm geworden, was die Schimpansen wohl beruhigt hat und den Pelikanen scheinbar auch gefällt.



    Den Nilpferden ist dies wohl schon wieder zu warm, sie denken gar nicht daran sich unnötig zu bewegen. Auch ein weiteres meiner Lieblingstiere finde ich nun, den roten Panda, auch Katzenbär genannt. Das niedliche Tier, welches aber trotzdem ein Raubtier ist, klettert munter in seinem Baum herum. Ich komme nun an die Folieren mit den Papageien und Sittichen.



    Unzählige Arten finden sich hier von kleinen Nymphensittichen bis hin zu den großen Aras. In den nächsten Gehegen zeigen sich die Berberaffen und die Brüllaffen. Die Koalabären im folgenden Bereich zeigen sich nur hinter Blättern. Sie wurden gerade mit frischen Eukalyptuszweigen gefüttert.



    Sie teilen sich ein großes Gehege mit den roten Riesenkängurus am Ende des Rundgangs. Am Ausgang des Zoos, ich mache zuvor noch einen Gang zu den Zebras, die sich jetzt auch von vorn zeigen :ok: , befindet sich noch ein kleiner Park mit exotischen Pflanzen und Sitzgelegenheiten.



    Ich verlasse nun den schönen Zoo und fahre mit der Metro wieder zurück ins Hotel, wo ich den restlichen Nachmittag verbringe. Gegen 19 Uhr bin ich pünktlich zum Essen in der Casa do Alentejo. Zum leckeren Stout-Bier von SuperBock gibt es ein ebenso leckeres Essen in toller Umgebung. :beer:



    Recht spät bin ich zurück im Hotel und beschließe hier den wirklich schönen Tag.



    Nach der Nacht folgt der nächste Tag .. :o-sleeping

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
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