Whiskysegel(diesel?)tour durch die Inneren Hebriden (16.05.-26.05.2024)

  • Irgendwann letztes Jahr fällt mir ein Flyer in die Hände von einer Whiskysegeltour. Nun ist GöGa ja nicht ganz so der Reiseonkel, aber als er das las bekam ich umgehend den Auftrag - BUCHEN!!!



    Im Zick - Zack nach Schottland


    Donnerstag - 16. Mai 2024


    Unsere Tochter bringt uns zum Flughafen, der Flug nach Edinbra* geht am Nachmittag. Die Passkontrolle in EDI geht schnell, nicht wie bei unserer Reise vor zwei Jahren. Aber obwohl ausser den Passagieren von unserem Flug niemand unterwegs ist, müssen wir in der grossen Halle jeden Zick und Zack ablaufen. Dabei hätte man die Wege nur mit Umhängen von ein paar Gummibändern locker abkürzen können.


    Wir müssen aber lange aufs Gepäck warten, immer wieder hält das Band an. Mit dem Flughafenbus fahren wir in die Stadt zum Hotel, checken ein und spazieren dann zur Royal Mile, wo wir beim Schloss ausgezeichnet zu Abend essen.


    Später gibt es in der Hotelbar noch ein Bierchen.


    *Edinburgh - bei uns wie bei den meisten Englischsprechenden phonetisch Edinbörg gesprochen, bei den Engländern Edinborough und die Schotten sagen Edinbra. Was ich mittlerweile auch hier schon hin und wieder hörte.



    Kaufhaus Jenners, das älteste Kaufhaus Schottlands von 1838, direkt neben unserem Hotel. Es ist seit wenigen Jahren geschlossen und soll zu einem Hotel umgebaut werden

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

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  • Woher? - Wohin?



    Freitag - 17. Mai 2024


    Gemütliches Frühstück im Hotel. Ausgezeichnete Black Pudding und Haggis - ich liebe das Zeugs! Das Wetter ist schön, kein Wind mehr, 12 Grad am Morgen.


    Gegen 09:30 gehen wir zum nahen Bahnhof, wir wollen zeitig sein, um uns zu orientieren. Als wir so warten, sehe ich aus den Augenwinkel einen Mann mit Warnweste und grossem Hund, mit einer grossen ALDI-Tasche am Boden, denke mir aber nichts dabei. Bis mich GöGa sanft am Ärmel wegzieht. Erst da registriere ich, dass es sich um einen Sprengstoffhund handelt und die Tasche wohl herrenlos rumsteht. Und das, wo normalerweise bei mir nach vielen Berufsjahren an Flughäfen die Alarmglocken bei herrenlosen Taschen losgehen. Wie auch immer - sie war harmlos und Mann, Hund und Tasche zogen von dannen.


    Auf einer grossen Tafel werden die Züge angezeigt, bei unserem steht on time, aber statt einer Bahnsteignummer please wait. Dies bis 10 Minuten vor Abfahrt. Meine Zug-APP sagt Bahnsteig 16. Mittlerweile warten jede Menge Leute. Ich frage einen Bediensteten von ScottsRail und er meint, offensichtlich ist der Zug noch nicht fertig, er hoffe dass es bei 16 bleibe. Sie würden sich aber beeilen. Eigentlich müsste ja jeder mit seinem elektronischen Ticket mit QR durch eine Sperre. Zwei Minuten später wird 16 bekannt gegeben und die beiden Mitarbeiter öffnen einfach die Türen damit man durch kann und so fährt der Zug auch pünktlich. Dazu muss man sagen, dass man beim Aussteigen auch noch mal durch eine Sperre muss.



    Durch den Caingorms Nationalpark


    Um 14:15 sind wir in Inverness und gehen zum nahen Busbahnhof. Um 15:10 fährt der Bus nach Ullapool.


    In Ullapool gehen wir vom Bus zu unserem nahen Hotel, checken ein und machen einen kleinen Spaziergang. Auf Reede liegt ein Kreuzfahrer und unser Segler liegt am Pier, er kam kurz vor uns von den Orkneys. Schon bald gehen wir zum Restaurant, das ich schon von unserem ersten Aufenthalt kenne. Es ist erst 17:30, aber wir haben Hunger und tun gut daran, später ist alles reserviert. Wir essen wieder ausgezeichnet.


    Nach dem Essen spazieren wir zum Hafen, schauen uns etwas um und beobachten einen Seehund. Zurück im Hotel gehen wir in die Bar - eher ein Pub - und besorgen uns ein Bierchen. Einmal mehr stelle ich fest, dass das schottische Bier gar nicht schlecht ist. Es scheint die angesagteste Bar in town zu sein, hier tummeln sich Einheimische wie Touristen. Nach einiger Zeit setzt sich zwangslos ein Mann mit seinem Bier zu uns, will wissen wo wir herkommen, was uns hertreibt und erzählt, er arbeite auf einem Fischtrawler. Sein schottischer Dialekt ist nicht so einfach zu verstehen, verschärft durch eine Zahnlücke und dem einen oder anderen Bierchen. Trotzdem eine nette Unterhaltung. Kaum ist er weg, setzt sich ein älterer Mann zu uns - woher? - wohin? Er ist von den Orkneys und besucht seine hier lebende Tochter. Seine Sprache ist etwas verständlicher und er läd uns noch auf ein Bier ein.


    Nach einiger Zeit ziehen wir uns zurück.


    Der Cruisterminal von Ullapool


    THALASSA - das Objekt unserer Begierde



    Blick aus unserem Zimmerfenster

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  • Wow, wie klasse! Da waren wir fast zeitgleich auf der Insel, ich allerdings deutlich weiter südlich und (leider) ganz ohne Schiff....


    Das Zickzacklaufen hatten wir in LHR ebenso, gefühlt 20x hin und her, bis die Schlange anfing :o-whistling Das ist wohl jetzt so, immerhin dürfen wir in die selbe Schlange wie die UK-Bürger ... Ich bin dann beinahe an der automatischen Passkontrolle gescheitert- nach dem 2. Fehlschlag fiel mir ein, mal die Brille abzunehmen (Passbild ist ohne Brille) und dann durfte ich doch tatsächlich durch :laugh1:


    Wie schade, dass es zu ist- Jenner's war eine Institution....


    Bei Scotrail und Calmac fühle ich mich ganz nostalgisch, aber eure Thalassa sieht schöner aus! Ich bin gespannt, wo ihr überall hinkommen werdet.

    Viele Grüsse, Albatross
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  • oh, da bin ich sehr sehr gerne dabei. Da stimmen alle Themen! Whisky, Segeln, Edinburgh, Schottland, Wind und Wetter.

    Gibt's noch mehr Fotos von Edinburgh? Da habe ich im zarten Alter von 13 Jahren, also vor mehr als 60 Jahren meinen ersten privaten Schüleraustausch, gehabt und war 3 Wochen lang in dieser traumhaften Stadt. Danach leider nur zweimal ganz kurz mit einer Übernachtung.

    Whisky nur außer Bord oder auch on Board?

    Freue mich riesig auf den weiteren Bericht!

    Balou

  • Ullapool - what else...



    Samstag - 18. Mai 2024


    Habe schlecht geschlafen, Sodbrennen quält mich.


    Frühstück gibt es nur von 08:00 - 09:00, so sind wir gleich um 08:00 da, zumal wir ja noch etwas "jetlag" haben von der einen Stunde zu Grossbritannien. Reichhaltig ist das Frühstück nicht, aber es gibt schlimmeres. Anschliessend drücken wir uns noch etwas im Zimmer rum, aber um 10 sollen wir schon auschecken. Das Gepäck dürfen wir im Frühstücksraum einstellen, dann spazieren wir etwas durchs Ort und kaufen noch Kleinigkeiten im Supermarkt Tesco. Bald kehren wir in einem Café ein, ein paar Stunden in Ullapool zu verbringen ist eine Challenge.


    Eindrücke von Ullapool



    Als wir nach einiger Zeit das Café verlassen, sehen wir, dass unser Schiff gerade ans öffentliche Pier verholt. Also zum Hafen, gefolgt vom weiteren Spaziergang, der in der Bar unseres Hotels endet.


    Kurz vor 16:00 holen wir unser Gepäck und spazieren zur THALASSA. Wir müssen noch etwas warten und unterhalten uns mit einem deutschen Paar, Mitreisenden, im Ferryterminal, bis wir aufs Schiff können. Wir beziehen unsere kleine Kabine und setzen uns dann draussen hin. Langsam macht man sich bekannt.


    Um 19:00 gibt es Abendessen, Blumenkohlsuppe, Salat und Nudeln an Sauce. Danach tummeln wir uns noch etwas an Deck, gehen aber später in den Salon, wo der Kapitän eine kurze Einführung macht. Wir wollen erst um 01:00 los, da um Mitternacht noch Passagiere kommen sollen, sie hatten mit dem Flug Probleme durch Klimaaktivisten in München und mussten einiges umbuchen, um zum Schiff zu kommen. Was sagt uns das? Nie am gleichen Tag anreisen, an dem ein Schiff abfährt...


    Unsere Kabine, zwei Stockbetten, ein kleines Regal, Waschbecken und Duschkabine. WC indisch - jenseits des Ganges, wie mil etter mil sich auszudrücken pflegt.

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  • Schließe mich den „Nachreisenden“ an. :8o:


    indisch - jenseits des Ganges,

    Diesen Spruch habe ich von meinem Onkel Hans übernommen - bezogen auf eine Landsitz-Pension in Schottland, so dass sich nun quasi ein Kreis schließt. ;)

    Waschbecken in der Kabine!

    Das gibt es auch in den (historischen) Kabinen an Bord der NORDSTJERNEN und der LOFOTEN - ebenso im Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes an Bord der FINNMARKEN von 1956 und in den erhaltenen Kabinen der FINMARKEN von 1912. :search:

  • Bin auch gerne dabei :) . Und danke für die Bilder und speziell die von Ullapool, die helfen ein wenig den Entzug seit letztem Jahr Oktober zu lindern, und :mosking: dieses Jahr Oktober ist ja nicht mehr so weit .

  • Das Schiff


    Die 3-Mast-Barkentine THALASSA wurde 1980 als Fischereiboot gebaut. Sie lief in der Nordsee und im englischen Kanal unter dem Namen RELINQUENDA. Nach der Kollision 1984 mit einem Wrack aus dem 2. Weltkrieg wurde sie verkauft und sollte zur Yacht umgebaut werden, der neue Eigner ging aber Konkurs. 1994 wurde sie dann zum Segelschiff umgebaut und bekam den heutigen Namen. Sie fährt unter holländischer Flagge.


    Länge 47 M - Breite 8 M


    Sie hat 15 Kajüten für 30 Personen plus Crewkajüten. Wir sind auf unserer Fahrt 25 Passagiere, vier Paare, der Rest Herren, sprich wir sind nur vier Mädels. Ein Paar ist aus Holland - der Whiskyspezialist an Bord - ein Gruppe aus Belgien, eine grössere Gruppe aus Bayern, ein Vater und Sohn aus USA, ein Österreicher, der Rest setzt sich aus Deutschen unterschiedlichster Gegenden zusammen. Die Bordsprache ist englisch.


    Die Crew ist holländisch, Kapitän, Steuermann und zwei Matrosen, die letzteren drei unter 30 Jahren. Im Innendienst sind drei Damen, eine Köchin und zwei "Mädchen für Alles. Aber auch die Matrosen müssen überall Hand anlegen, auch beim Spülen und Auftischen.


    Frühstück ist um 08:00, Mittagessen um 13:00 und Abendessen um 19:00. Frühstück und Abendessen wird im Essraum eingenommen, Mittagessen im Salon. Frühstück besteht aus frisch aufgebackenem (sehr leckerem!) Brot, Wurst, Käse, Butter, Gurke, Tomaten, sowie Müsli, Marmelade, Nutella. Mittagessen Brot, Wurst und Käse plus Reste vom Abendessen. Zum Abendessen gibt es entweder eine Vorspeise oder Nachtisch, immer Salat, Nudel, Reis, oder Kartoffel und eine leckere, meist exotisch angehauchter Eintopf. Immer sehr lecker, allerdings hätte es von meiner Seite hin und wieder etwas mehr Fleisch sein dürfen.


    Getränke gibt es an der Bar, was man konsumiert trägt man in einer Liste ein und rechnet am letzten Tag ab. Wenn nicht gerade jemand von der Crew an der Bar ist, bedient man sich selbst. Das betrifft auch den Zapfhahn, wo es ein leichtes Bier gibt. Kaffee gibt es kostenlos rund um die Uhr aus einem Vollautomaten. Der Whiskyspezialist hatte eigenen Whisky dabei, den man auch bei ihm zahlte. Allerdings war sein Kontingent nach vier Tagen erschöpft.


    Wir lagen ausser einmal immer auf Reede und wurden mit einem Zodiac an Land gebracht.


    Das Vordeck


    Die Kombüse


    Der Salon / Bar / Aufenthaltsraum - wie auch immer

    (hier geschmückt für den Geburtstag des Steuermanns)


    Der Essraum


    Niedergang vom Salon zum Essraum und den Kajüten - immer eine Challenge mit einer vollen Kaffeetasse oder einem vollen Glas Bier..


    Leiter zum Zodiac

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  • Real wäre mir diese Reise im vorgerückten Alter zu spartanisch, aber virtuell bn ich gerne dabei. Single Malt war immer ein Lieblingsgetränk von mir, ich besitze auch den "Squarefoot" Land bei Laphroaig auf Islay, aber aus gesundheitlichen Gründen ist es vorbei mit diesen scharfen Sachen...

  • Ententeich - Delfine und Whisky I


    Sonntag - 19. Mai 2024


    Wir fahren zwischen Rona und Skye zur kleinen Insel Raasay. Ums Schiff tummeln sich jede Menge Delfine




    Kurz nach 10:00 sind wir auf Raasay. Das Schlauchboot wird zu Wasser gelassen und wir setzen über. Wir spazieren zur nahen Destillerie. Da wir zeitig sind sitzen wir bei der Raasaydestillerie gemütlich in der Sonne, es ist recht warm. Um 12:00 gibt es eine Führung, die Destillerie ist klein und sehr modern, sie wurde 2017 als erste legale Destillerie auf der kleinen Insel gegründet.


    Die Mashtuns und die Washbacks

    (wer den Prozess der Whiskyherstellung nicht kennt -siehe hier)


    Durch diese Leitung wird der Schnapps zu Abfüllung in die Fässer gebracht.


    Blick von der Destillerie auf unser Schiff - die junge Frau, die die Führung machte, fragte, ob wir mit diesem Piratenschiff unterwegs seien :o-biggrin


    Noch ein paar Eindrücke von der kleinen Insel




    Nach der Verkostung fahren wir zurück zum Schiff.


    Fortsetzung folgt...

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