Visite an Rhenus und Mosella - Koblenz vom 10. bis 16. Juni 24

  • Visite an Rhenus und Mosella



    Prolog


    Nachdem ich die letzten Male immer in der meist noch kalten Jahreszeit meine Heimatstadt besucht hatte, sollte es diesmal zu wärmeren Zeiten sein. So buchte ich schon im Februar wieder im Hotel Brenner in Koblenz für die Zeit vom 10. Juni bis 16. Juni ein Zimmer.


    Im Vorfeld machte ich dann einige Treffen für diese Tage aus, mit meinem Sohn, meinem Kumpel Thomas und meiner Cousine und ihrem Lebenspartner, die von Brühl nach Koblenz kommen wollten.


    In der Zeit als mein Sohn noch klein war und ich ihn in den Ferien immer von Koblenz abgeholt und am Ferienende wieder zurück gebracht hatte, habe ich öfter die „Leerfahrten“ für Mitfahrer bei der Mitfahrzentrale offeriert und hatte hier meist auch nette Mitfahrer gefunden. :good3:

    Als mein Sohn dann älter wurde und selbst mit dem Auto unterwegs war, schlief dies ein.


    Ich dachte mir daher, ich könnte doch die Hin- und Rückfahrt diesmal wieder anbieten. Dazu habe ich mich bei Blablacar angemeldet und die Fahrten dort angeboten. Zur beiderseitigen Sicherheit muss man bei Blablacar den jeweiligen Personalausweis anzeigen und das Finanzielle wird über die Plattform automatisch online geregelt. :imsohappy:


    Zuerst meldete sich nun am 5. Juni eine Frau bei mir, die mit ihrem Kind von Erlangen bis Wiesbaden mitfahren wollte. Ich meldete mich innerhalb von 10 Minuten zurück und habe ihr zugesagt. Nur 15 Minuten später kam die Meldung von ihr, sie müsse die Anfrage stornieren, meine Antwort sei zu spät gekommen, sie habe schon zum Bus gewechselt. Äh, man muss nicht alles verstehen. :pardon:


    Am 8. Juni kam dann erneut eine Anfrage, ein Inder, der bei Texas Instruments in Freising arbeitet, wollte mit seiner Frau von Landshut (hierhin würde er mit der Bahn kommen) nach Frankfurt zum Hauptbahnhof. Von dort wollte er dann mit der S-Bahn zum Flughafen. Ich erklärte ihm, dass es erheblich einfach ist, wenn ich ihn direkt zum Flughafen bringe, da dieser ja direkt an der Autobahn A 3 liegt. Er bedankte sich dafür und buchte die Fahrt bei mir. Auf meine Nachfrage teilte er mir mit, dass sie zwei große und einen kleinen Koffer dabei haben und mit dem Zug 9:12 Uhr in Landshut ankommen. :pleasantry:

    Am 9. Juni kam dann eine weitere Anfrage für eine Mitfahrt. Dies musste ich, aufgrund des Gepäcks, was sicherlich nicht komplett in den Kofferraum passen würde und daher auf dem freien Rücksitz positioniert werden müsste, absagen. :pardon:



    Montag, 10. Juni 24 – Landshut – FRA Terminal 2 – Koblenz


    Ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück fahre ich kurz nach 9:00 Uhr los. Bis zum Landshuter Bahnhof brauche ich nur wenige Minuten und parke dort.

    Der Zug aus Freising hat einige Minuten Verspätung, aber dann sehe ich meine beiden Mitfahrer mit ihrem Gepäck auf dem Weg zum Parkplatz. Ein wenig müssen wir mit dem Gepäck jonglieren, aber dann ist alles im Auto verstaut und wir können losfahren. :dance3:


    Er spricht einigermaßen gut deutsch und sitzt vorn neben mir. Seine Frau sitzt hinter und sprich kaum deutsch. Während der ganzen Fahrt unterhält sie sich nur ein, zwei Mal kurz mit ihrem Mann auf indisch(? - in Indien soll es weit über 100 Sprachen geben) :wacko1: . Bis hinter Regensburg tippt er meist auf seinem Notebook, nur hier und da unterhalten wir uns kurz. Anschließend lehnt er sich zurück und wenig später höre ich sogar leichte Schnarchgeräusche von ihm :o-sleeping . So habe ich eine ruhige und aufgrund des gut fließenden Verkehrs (trotz vieler Baustellen) eine angenehme Fahrt bis Frankfurt.


    Am Frankfurter Flughafen fahre ich kurz ab zum Terminal 2 Abflugbereich und lade die beiden angenehmen Mitfahrer aus. Sie werden am Abend nach Indien fliegen. Der Stopp hat kaum aufgehalten und wenig später halte ich noch einmal auf einem Parkplatz und telefoniere mit meiner Cousine. Wir verabreden uns vor dem Hotel etwa 15 Uhr.


    Normalerweise besuche ich schon bei der Hinfahrt immer das Grab meiner Mutter, aber da dann heute die Zeit etwas knapp wird, verschiebe ich dies auf den nächsten Tag. Schließlich treffe ich mich morgen erst am Abend mit meinem Kumpel Thomas in Winningen und habe daher den ganzen Tag noch Zeit. :whistle3:


    Gegen 14:30 Uhr treffe ich am Hotel ein und bekomme wieder mein schönes Zimmer. Das Auto steht sicher auf dem Hotelparkplatz, der allerdings danach auch voll ist. Hier konnte meine Cousine beim letzten Mal noch parken, was diesmal daher einfach nicht möglich ist.


    Kurz vor 15 Uhr warte ich vor dem Hotel und nur wenig später sehe ich die beiden anfahren. Glücklicherweise ist gegenüber dem Hotel ein Parkplatz frei und für 6 € kann man hier vier Stunden parken. Ab 18 Uhr ist dann das Parken dort kostenfrei, wir müssen also eventuell noch einmal kurz vor 18 Uhr nachzahlen. :search:


    Aber zuerst gehen wir nun zum Königsbacher Treff am Bahnhof. Hier gibt es durchgehend warme Küche und jetzt, am Nachmittag, findet man problemlos einen freien Tisch. Am Abend ist es hier immer brechend voll und meist dann so laut, dass man das eigene Gespräch kaum versteht.


    Nach einem leckeren Essen, bei dem es mal wieder viel zu erzählen gab, wollen wir noch eine Runde durch die Stadt drehen. Wir kommen bis zum Ende der Löhrstraße, als es zuerst langsam, dann immer heftiger zu regnen beginnt :fie: . Eine Weile schlendern wir noch im Altstadtbereich herum, aber da der Regen eher immer heftiger wird, brechen wir den Spaziergang ab und ich verabschiede die beiden an ihrem Auto. :hut:


    Im Hotel entledige ich mich der etwas feucht gewordenen Kleidung und verbringe den Rest des Abends, der Regen will einfach nicht aufhören, im Hotel.



    Morgen geht es weiter, mit hoffentlich besserem Wetter.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Dienstag, 11. Juni 24 – Koblenz – Ehrenbreitstein – Winningen



    Gut ausgeschlafen genieße ich am Morgen das leckere Frühstücksbuffet im stilvollen Frühstücksraum des Hotels. Das kleine, aber feine Buffet lässt keine Wünsche offen und ich esse wieder mehr als ich sollte, aber in der schönen Umgebung schmeckt es halt einfach richtig gut. :blush2:


    Danach mache ich mich auf den Weg durch die Stadt zum Moselufer. Da ich diesmal nur mein Smartphone dabei habe und die Kamera zu Hause gelassen habe, werden auch eine Anzahl an kurzen Video-Sequenzen zu sehen sein. Manches lässt sich aber auch in bewegten Bildern mit Ton besser darstellen. Der herrliche Ton einer Dampfpfeife zum Beispiel, lässt sich auf einer Fotografie nur schwer herüber bringen. :hmm:


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    Es hat ein wenig abgekühlt, aber zumindest ist es jetzt trocken. Die Uhr zeigt kurz vor 10 Uhr, als ich das Moselufer erreiche. Die Mosel hat immer noch ein wenig Hochwasser, weshalb der untere Bereich am Deutschen Eck noch abgesperrt ist. Wenige Besucher sind zu dieser Stunde unterwegs, auch liegen keine Kreuzfahrtschiffe am Moselufer.


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    Ich spaziere vor zum Deutschen Eck. Hier sind bereits emsige Vorbereitungen im Gange. Wie oft bei Großereignissen wird es hier ein Public Viewing während er Fußball EM geben. Auch der Königsbacher Biergarten am Deutschen Eck richtet schon drei Großbildwände ein für dieses Ereignis. Da wird es wohl ab Freitag hoch hergehen. :wacko1:

    Durch das Hochwasser der Flüsse, kann man die unterschiedlichen Farben von Rhein und Mosel, die man sonst meist nur von der Festung gegenüber gut sieht, heute auch am Deutschen Eck gut erkennen, wenn man im Video genau hinsieht. :search:


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    Da ich mit der Fähre nach Ehrenbreitstein will, gehe ich nun die Rheinanlagen entlang. Nur ein Viking-Flusskreuzfahrer liegt hier an deren eigenem Anleger. Deutlich kann man an den Pontons der Anleger sehen, dass aktuell noch Hochwasser ist. Bei Normalwasser führt der Weg zum Ponton nach unten, nun leicht nach oben.

    Die Fähre liegt drüben in Ehrenbreitstein und am Fähranleger angekommen, muss ich lesen, dass die Fähre Dienstags Ruhetag hat. Scheinbar braucht auch ein Schiff so etwas, aber hier ist wohl fehlendes Personal die wahre Ursache. :pleasantry:


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    Ich mache mich also auf den Weg zur Bushaltestelle an der Rhein-Mosel-Halle. Zu Fuß über die Brücke nach Ehrenbreitstein hätte ich sonst schon gemacht, aber durch den Neubau der Brücke, aktuell werden die Auffahrten auf beiden Seiten schon erneuert, muss man da einen erheblichen Umweg laufen, daher fahre ich mit dem Bus bis zum Ehrenbreitsteiner Friedhof.


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    Ich verbringe einige Zeit am Grab meiner Mutter, bevor ich mich auf den Rückweg mache. Etwas unterhalb des Friedhofes befindet sich das Brunnenhaus des Dähler Born, einer Sauerwasserquelle. Gute Gelegenheit einen Schluck zu trinken. Bevor ich am Sonntag wieder zurück fahre, werde ich mir hier einige Flaschen und Kanister abfüllen und mitnehmen. :ok:



    Von dort schlendere ich gemütlich noch ein wenig durch Ehrenbreitstein. Bevor ich nach Bayern umsiedelte, habe ich selbst noch hier gewohnt. Unten an der Hauptstraße angekommen, setze ich mich am Kapuzinerplatz noch eine Zeitlang auf eine Bank.


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    Hier kann ich einen Vogel beobachten, meine es war eine Drossel, die ausgiebig im Wasser rund um den Pegelbrunnen badet. Der Pegelbrunnen gibt durch die Höhen seiner Säulen frühere Hochwasserstände in Ehrenbreitstein an. In der Nähe befindet sich die Kapuzinerkirche, die früher zu einem Kloster gehörte.


    Auf der anderen Seite der Hauptstraße befindet sich die Bushaltestelle, von der aus ich wieder in die Stadt fahre.



    Hier bummle ich noch ein wenig durch die Altstadt. Nach einem kleinen Snack werfe ich einen Blick in den Brunnenhof Königspfalz in der Florinspfaffengasse. Immer wieder zieht es mich in diese enge Gasse, da ich hier als Kind im Kinderhort war.


    Gegen 15 Uhr bin ich zurück im Hotel.


    Für 18 Uhr bin ich mit meinem Kumpel Thomas und seiner Frau am Winninger Flugplatz verabredet. Ich hatte daher im Vorfeld bei Chalys Citycar einen Wagen für 17:30 Uhr am Hotel gebucht. Charly und seine Funkmietwagen sind ein alteingesessenes Taxi-Unternehmen in Koblenz.

    Seit über 50 Jahren bieten das Unternehmen eine gute Alternative zu den offiziellen Taxis in Koblenz. :good3:


    Überpünktlich um 17:22 Uhr fährt der Wagen am Hotel vor. Während der Fahrt verständige ich mich mit dem Fahrer, den vorab gebuchten Festpreis auch für die Rückfahrt schon zu bezahlen. Ich kann dann beim Anruf für die Abholung zur Rückfahrt seine Wagen-Nummer verlangen, dann wird er mich wieder abholen.


    Kurz vor 18 Uhr setzt er mich beim Griechen am Winninger Flugplatz ab, wo ich schon erwartet werde. Ein leckeres Essen und ausgiebige Unterhaltung lassen den Abend viel zu schnell vorüber gehen. :imsohappy:


    Kurz vor 22 Uhr rufe ich bei Charly an und ordere den Wagen für die Rückfahrt. Der Fahrer ruft kurz danach an, er hat gerade noch eine Fahrt, ist aber wohl in einer guten halben Stunde da.


    Wir warten außerhalb des Restaurants und gegen 22:40 Uhr werde ich abgeholt und bin kurz vor 23 Uhr zurück im Hotel.



    Für morgen steht das Treffen mit meinem Sohn an.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Mittwoch, 12. Juni 24 – Koblenz – Gappenach – Koblenz



    Mein Sohn wohnt in Mendig in der Eifel und ich habe mit ihm verabredet, dass ich ihn um 13 Uhr heute abhole. Ich habe also reichlich Zeit und kann die Frühstücks-Prozedur von gestern in voller Länge und Ausgiebigkeit wiederholen. :mosking:


    Anschließend gehe ich eine kleine Runde durch die südliche Vorstadt und erreiche, nachdem ich mich an der Josefskirche links wende, das Rheinufer in Höhe der Halbinsel Oberwerth.


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    Hier werde ich wieder, wie schon beim letzten Besuch, vom Geschnatter der Nilgänse begrüßt. Einige haben gerade Jungvögel bei sich und der Ganter verteidigt sein Revier und seinen Nachwuchs energisch gegen andere Ganter. Da fliegen auch schon mal die Federn, jedenfalls liegen reichlich von diesen hier in der Grünanlage herum. :search:


    Gemütlich schlendere ich nun rheinabwärts durch die schönen Rheinanlagen. Dabei komme ich auch am Biergarten neben der Konzertmuschel am ehemaligen Café Rheinanlagen vorbei.


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    Ich behalte den Biergarten im Hinterkopf, vielleicht ein lohnendes Ziel für morgen Abend :hmm: . Bis zur Baustelle der Rheinbrücke am Weindorf nutze ich den Uferweg, bevor ich zurück zum Hotel gehe.


    Gegen 12 Uhr fahre ich los, zuerst über Ehrenbreitstein. Hier fülle ich eine Flasche im Dähler Born, damit ich für die nächsten Tage Trinkbares auf meinem Hotelzimmer habe. In Urbar tanke ich mein Auto an der immer günstigen Jet-Tankstelle voll, bevor ich nach Mendig zu meinem Sohn fahre.


    Wir wollen noch eine kleine Runde durch die Eifel drehen, deshalb fahre ich von Mendig zuerst in Richtung Polch und dann nach Gappenach.



    Hier zeige ich meinem Sohn, wo ich 1963 eingeschult wurde. In dem kleinen Dorf haben wir damals kurzzeitig gewohnt, in einer Mietwohnung in einem großen Bauernhaus mit Bauernhof dahinter. Das Gebäude und der Hof existieren immer noch, wenn auch leicht verändert, aber selbst für meine geringen Erinnerungen noch erkennbar.



    Die damalige Schule, ein Gebäude mit damals einem Klassenraum in dem alle Schüler aller Jahrgänge zusammen saßen und von einem Lehrer betreut wurden, existiert auch noch. Allerdings inzwischen als Gemeidehaus mit einigen Anbauten, die erst 1980 dazu gekommen sind.


    Von hier aus fahren wir nach Koblenz und gehen im Königsbacher Treff gut essen.



    Bevor mein Sohn mit der Bahn zurück will, er will noch einen Zwischenstopp einlegen, machen wir eine Verdauungsrunde an der Rhein zu den Nilgänsen. Dann bringe ich meinen Sohn zur Bahn und spaziere noch einige Stunden durch Koblenz, bevor ich den Tag beende.


    Für morgen habe ich noch keinen Plan, den überlege ich mir dann beim Frühstück.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Donnerstag, 13 Juni 24 – Koblenz – Ehrenbreitstein – Biergarten mit Livemusik



    Für den heutigen Tag steht zuerst die Fahrt mit der Fähre nach Ehrenbreitstein an. Heute sollte sie ja wieder fahren und die kurze Überfahrt ist auch immer mit schönen Kindheits-Erinnerungen verbunden. Aber vorher genieße ich wieder das schöne Frühstück im Hotel, in dem ich mich inzwischen immer fast schon heimisch fühle. :imsohappy:


    Als ich mich dann auf dem Weg zum Rheinufer befinde, gerade bin ich am Schloss vorbei, kann ich deutlich ein Schiffshorn vernehmen. Ich beeile mich nun schnell zum Ufer zu kommen und kann zumindest noch den alten Schaufelraddampfer GOEHTE abfahren sehen :search: . Mit dem wollte ich schon immer mal fahren, denke ich dabei.


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    Etwas sehnsuchtsvoll schaue ich dem schönen Schiff noch eine Weile nach, bis es unter der Rheinbrücke verschwindet. Es ist 9:08 Uhr und da die Fähre erst ab 9:20 Uhr fährt, habe ich noch Zeit, mich am Rheinufer etwas umzusehen. Ich stehe vor dem ehemaligen preußischen Regierungsgebäude, welches heute eine Behörde der Bundeswehr beherbergt.


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    Danach schlendere ich zur Anlegestelle der Rheinfähre, die man mittlerweile flussaufwärts hinter das Pegelhaus verlegt hat. Die Fähre, der SCHÄNGEL, liegt noch am anderen Ufer und rührt sich noch nicht :hmm: . Eine Weile warte ich hier, aber nichts rührt sich. Also winke ich mal hinüber, in der Hoffnung, dass man mich sieht. Ob es nun an meinem Winken lag :whistle3: , oder man zufällig sowieso gerade starten wollte, jedenfalls legt die Fähre nun drüben ab und kommt herüber.


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    Die Fähre legt vor mir an und ich gehe an Bord. Die Überfahrt kostet 2,50 € und ich setze mich vorn auf den Bug. Nach mir kommt noch ein weiterer Passagier an Bord, dann wollen wir starten.


    Habt ihr Lust mit zu fahren, dann kommt an Bord. Platz haben wir ja genug :hut: :


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    Lange dauert so eine Fahrt über den Rhein natürlich nicht, aber ich finde sie trotzdem immer wieder schön. Vom Anleger bis in den Stadtteil Ehrenbreitsstein ist es nicht weit.



    Ich gehe dort die Hofstraße entlang, vorbei am auffälligen Coenen Palais, und biege in die Straße Am Markt ein. Die Wambachstraße, hier steht auch das Geburtshaus der Mutter Beethovens, entlang erreiche ich den kleinen Treppenaufstieg zur Helfensteinstraße, in der ich selbst einst gewohnt habe.



    Vorbei an der Steilsgasse erreiche ich die Hauptstraße, die weiter nach Koblenz Niederberg hoch führt. Diese Straße spaziere ich weiter entlang zum Friedhof, um das Grab Mutter zu besuchen, was ich natürlich immer machen, wenn ich hier bin.



    Später nehme ich den gleichen Weg wieder zurück bis zur Hofstraße. Hier nehme ich dann allerdings den direkten Durchgang zum Rhein und finde hier auch gleich eine freie Parkbank, auf der ich mich niederlasse und den Blick auf Koblenz und das Treiben auf dem Rhein genieße. :ok:


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    Eine ganze Weile sitze ich hier. Diese herrliche Ruhe und die schöne Sicht laden aber auch zum Verweilen ein. Nur hin und wieder kommt hinter mir ein Fußgänger oder Radfahrer vorbei. Gut 30 Minuten gönne ich mir die Auszeit :dance3: , dann gehe ich am Ufer entlang zurück zum Fähranleger.


    Ihr dürft auch gerne wieder mit an Bord kommen für die Rückfahrt nach Koblenz :hut: :


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    Wieder auf der Koblenzer Seite, es ist inzwischen 11 Uhr durch, schlendere ich zum Deutschen Eck und lasse mich im Biergarten an der Mosel nieder. Hier möchte ich dem Bierchen :beer: auch etwas feste Nahrung hinzufügen und bestelle den Spießbraten mit Pommes. Ich hatte eigentlich mit einer kleineren Portion gerechnet, doch die Portion fällt eher in den Bereich „wer richtig Hunger hat“, jedenfalls muss ich ganz schön kämpfen um nichts liegen zu lassen.


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    Eigentlich wollte ich danach direkt zum Hotel gehen, aber zur Verdauung der Portion schlage ich nun noch eine Runde durch die Altstadt an. Am Schängelbrunnen, dem Wahrzeichen der Stadt Koblenz, mache ich noch einen Zwischenstopp, bevor ich endgültig zurück zum Hotel gehe.


    Nach einem ruhigen Nachmittagsnickerchen starte ich gegen 17:30 Uhr zu einer schönen Abendrunde. Ich gehe wieder zum Biergarten am Moselufer, doch hier ist es inzwischen schon recht voll, für meinen Geschmack schon ein wenig zu viel Trubel. :fie:



    Mit einem Blick auf den schönen Wasserspielplatz hinter dem Biergarten überlege ich, wohin ich nun gehen soll. Da fällt mir wieder der Biergarten an der Konzertmuschel ein. Am Deutschherrenhaus vorbei und durch den Pfarrgarten der Basilika St. Kastor mache ich mich auf den Weg.

    Früher hätte ich nun einfach die Rheinanlagen entlang gehen können, aber durch den Brückenneubau sind diese dort gesperrt und ich muss einen kleinen Umweg nehmen. :pardon:



    Unterwegs komme ich am Kassenhäuschen für die kleinen Ausflugsfahrten an Rhein und Mosel vorbei und lese dort, dass die Moselfahrten zur Zeit wegen Hochwasser eingestellt sind :search: . Ich schreibe trotzdem eine Mail an die Betreiber, mit der Frage, ab wann die Mosel denn wieder befahren werden kann.

    Genau als ich gerade weg bin vom Rheinufer höre ich wieder das Horn der GOETHE, die wohl jetzt, 19:35 Uhr, von ihrer Fahrt zurück kommt.

    Als ich den Biergarten erreiche habe ich immerhin auch den passenden Durst für die Örtlichkeit. Er ist nicht sehr stark besucht und ich finde problemlos einen schönen Tisch für mich.


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    Ich sitze schon eine Weile, als plötzlich Musik zu hören ist :musicextreme: . Die angenehme Musik, ich kann hören, dass es Livemusik ist, würde ich in den Bereich leichter Jazz, Gypsy einordnen, was sich später als richtig herausstellt. Ich trinke mein Bier zuerst hier in Ruhe aus, bevor ich hinüber zur Konzertmuschel gehe, von der die Musik kommt.


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    Die vier, die hier die Musik machen, spielen richtig gut und viele Zuhörer haben sich davor versammelt. Wie ich erst später erfahre, ist im Sommer jeden Donnerstag und Sonntag Livemusik und auch nur dann hat der Biergarten auf.


    Über das Livekonzert hier konnte ich nachträglich auf der Webseite dies erfahren:



    Quote

    Donnerstag, 13. Juni // 18:30-21:30 h // Afterwork Lounge // SAISONSTART

    Jochen Hiester (Jazz, Pop, Singer/ Songwriter) meets The Dream of Gypsy*/ Charly Loritz & Friends (Jazz, Gypsy, Standards)


    Da habe ich wohl Glück gehabt und genau den richtigen Tag erwischt :good3: . Bis zum Ende höre ich nun dem Konzert zu, es ist richtig gut, bevor ich mich dann durch die südliche Vorstadt auf den Rückweg zum Hotel mache, wo ich den Tag beende.



    Morgen stehen spontane Tätigkeiten an.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Freitag, 14 Juni 24 – Koblenz – Moseltour



    Heute beeile ich mich etwas, um nach dem leckeren Frühstück rechtzeitig am Rhein zu sein, wenn der alte Raddampfer GOETHE ablegt. Vom Hotel brauche ich, bei ruhiger Gangart, rund 20 Minuten bis ich in den Rheinanlagen eintreffe :locomotive: .


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    Ich schaffe es auch, kurz vor 9 Uhr dort zu sein. Noch liegt das Schiff am Anleger, aber die Vorbereitungen für die Abfahrt sind klar zu erkennen. Bei leichtem Nieselregen legt das Schiff dann ab. Lautstark verabschiedet es sich dann zur Fahrt nach Rüdesheim. :good3:


    Jetzt reift in mir der Gedanke, morgen eventuell die Fahrt bis Rüdesheim und zurück zu machen, ich habe für morgen ja sonst noch keine Pläne. Am Kassenhäuschen in der Nähe frage ich nach dem Preis für einen Senior. Man weist mich darauf hin, dass es für ADAC-Mitglieder auch noch 20 % Rabatt gibt. Das hört sich gut an und der Gedanke an eine solche Fahrt reift mehr und mehr in mir. :whistle3:


    Ich spreche die Dame in dem Häuschen auch noch auf die Ausflugsfahrten der lokalen Konkurrenz an, hauptsächlich auf die Moseltour. Sie meint, die sei wohl aktuell wegen Reparaturarbeiten an der Koblenzer Schleuse gestrichen.


    Wenig später erhalte ich eine Mail der Firma Gilles, die sowohl die Fähre, wie auch ein Ausflugsschiff betreibt. Ab heute sei die Moselfahrt bis Winningen und zurück wieder möglich, erste Abfahrt sei um 11 Uhr. :dance3:


    Ich habe also noch ausreichend Zeit am Rhein entlang zu bummeln und mir zu überlegen, ob ich die Fahrt nach Winningen mitmache.



    Ich entscheide mich dann dafür und bin gegen 11 Uhr an Anleger des kleinen Ausflugsschiffes. Die Fahrt kostet 19 € und dauert etwas zweieinhalb Stunden. Alleine die Fahrt durch die Moselschleuse Koblenz ist es aber auch schon wert. Mit mir gehen etwa noch sieben, acht weiter Personen an Bord.


    Kommt doch auch einfach mit an Bord :hut: :


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    Um 11:15 Uhr legen wir ab und drehen im Strom flussabwärts. Die durch das Hochwasser sehr starke Strömung unterstützt dieses Manöver erheblich. Ich habe mich auf dem kleinen Achterdeck niedergelassen, inzwischen regnet es auch nicht mehr, allerdings ist es heute stark bewölkt.


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    Wir nähern uns dem Deutschen Eck und biegen hier in die Mosel ein. Die Vorbereitungen für den Abend sind am Deutschen Eck schon weit fortgeschritten und auch am Biergarten daneben sind die Leinwände fertig aufgebaut.


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    Am Moselufer liegen inzwischen auch wieder Flusskreuzfahrtschiffe. Auf die kleine Fähre, die vom Deutschen Eck zum Campingplatz nach Koblenz-Neuendorf über die Mosel fuhr, brauchen wir nicht mehr zu achten. Die kleine Fähre LIESEL ist seit einiger Zeit außer Betrieb und es ist fraglich, ob sie irgendwann wieder fährt. :hmm:

    Wir nähern uns der Balduinbrücke, deren Bogenbrückenteil auf dieser Seite in den 60er Jahren abgerissen wurde und durch eine Spannbetonbrücke ersetzt wurde. Die aufkeimende Moselschifffahrt, teils mit großen Schubschiffen, hatte dies nötig gemacht. Die Schiffe wären nicht durch die engen Bögen gekommen. :pardon:


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    Als wir uns der Eisenbahnbrücke nähern, wird mir klar, was noch den Ausschlag für die vorübergehende Einstellung der Ausflugsfahrten auf der Mosel gegeben hatte. Durch den höheren Wasserstand passen wir, mit den etwas höheren Aufbauten, nur ganz knapp unter der Brücke hindurch. Man hört sogar etwas kratzen, als wir durchfahren. :fie:


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    Die große Moselbrücke hingegen macht uns keinerlei Probleme. Gleich neben der Brücke habe ich als Kind einmal gewohnt. Nachdem wir die Brücke unterquert haben, fahren wir auf die Einfahrt der Moselschleuse Koblenz zu. In der Schleuse liegt bereits ein Flusskreuzfahrtschiff aus Luxemburg, aber wir passen auch noch gut in die Schleuse.


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    Jedenfalls ist genügend Platz hinter uns, dass die Schleusentore sauber schließen können. Die Schleusenkammer 1, in der wir uns befinden, ist 175,47 m lang und 12 m breit (Nutzlänge 172,1 m und Nutzbreite 11,6 m), die durchschnittliche Fallhöhe beträgt 4,95 m. Die zweite Kammer (die ältere), die zur Zeit außer Betrieb ist, weist bei gleicher Breite eine Nutzlänge von 110 m auf.


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    Die 1951 fertiggestellte Kammer 2 ist die älteste der 28 Moselstaustufen, mit denen die Mosel von 1958 bis 1964 kanalisiert und damit schiffbar gemacht wurde. Gut 10 Minuten braucht die Schleuse , um uns auf das höhere Moselniveau dahinter anzuheben, dann fährt zuerst der Kreuzfahrer vor uns heraus, bevor wir folgen.



    Wir befinden uns jetzt im Moselbogen hinter der Schleuse und ich bewundere wieder die schönen Häuser des Stadtteils Koblenz-Metternich, die hier eine traumhafte Lage mit toller Aussicht haben :search: . Das Flusskreuzfahrtschiff haben wir inzwischen überholt und hinter uns zurück gelassen. Am Ufer sind einige kleine Sportboot- und Yachthäfen zu sehen.


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    Wir unterqueren die Kurt-Schumacher Brücke, die im August 1990 fertig gestellt wurde, also kurz bevor ich nach Bayern gezogen bin. Die Brücke verbindet die Stadtteile Koblenz-Moselweiß mit Koblenz-Metternich. Jetzt taucht vor uns die Eisenbahnbrücke bei Koblenz-Güls auf. Über diese Brücke dürfen auch Fußgänger gehen.



    Wir sind gut eine Stunde unterwegs, als vor uns, auf der, in Fahrtrichtung linken Seite, der letzte Koblenzer Stadtteil Lay auftaucht. Die Ortschaft liegt genau gegenüber dem Winninger Flugplatz, den man aber vom Fluss aus nicht sehen kann. Nur die kleinen Sportflieger, die von Zeit zu Zeit aufsteigen weisen darauf hin.



    Direkt hinter Koblenz-Lay beginnt auf der anderen Seite Winningen, der berühmte Weinort. Wir legen hier an und einige Passagiere gehen von Bord, während andere hier zusteigen. Das Schiff fährt die gleiche Tour am Nachmittag noch einmal, so dass sowohl die hier ausgestiegenen Passagiere wieder zusteigen können, als auch die Passagiere, die jetzt mit nach Koblenz fahren wieder zurück können. :pleasantry:



    Nun beginnt die Rückfahrt und kurz vor der Eisenbahnbrücke bei Koblenz-Güls habe ich einen guten Blick auf den, in den 70er Jahren gebauten Fernmeldeturm Koblenz, mit 265,5 m das dritthöchste Bauwerk in Rheinland-Pfalz. Schon bald danach erreichen wir die Schleuse wieder.


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    In der Schleuse befindet sich noch ein flussaufwärts fahrendes Schiff, daher müssen wir warten und legen provisorisch am Ufer an. Der Schleusungsvorgang dauert halt seine Zeit, aber wir haben es ja nicht eilig.


    Schließlich kann ich sehen, wie sich das westliche Schleusentor ins Wasser absenkt und nachdem die Signale grün zeigen, schiebt sich der luxemburgische Kreuzfahrer langsam aus der Schleuse.



    Es dauert schon eine Weile, bis das lange Schiff die Schleuse verlassen hat und endlich an uns vorbei steuern kann.


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    Nun ist der Weg frei und die Signale zeigen Grün. Wir legen vom Ufer ab und ziehen langsam in die Schleusenkammer ein. Zuerst denke ich wir bleiben alleine in der Schleuse, aber dann zieht noch ein kleines Sportboot hinter uns in die Kammer.


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    Kaum ist das Sportboot in der Schleusenkammer, fährt das hintere Tor wieder aus dem Wasser hoch und schließt die Kammer so ab. Nun wird das Wasser wieder aus der Kammer gepumpt, bis wir das Niveau der Mosel hinter der Schleuse erreicht haben. Die vorderen Torflügel schwingen zur Seite und wir verlassen die Schleuse Koblenz.


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    Ich wechsle nun aufs Vorschiff, um mir die enge Durchfahrt an der Eisenbahnbrücke genau anzusehen. Es ist wirklich eine Sache von wenigen Zentimetern :fie: , viel höher dürfte der Wasserstand der Mosel hier nicht sein. Ein kleine Antenne auf dem Dach der Schiffsbrücke kratzt leicht an der Brücke, das Geräusch, welches ich schon bei der Hinfahrt gehört habe.


    Nachdem wir am Deutschen Eck vorbei wieder in den Rhein eingebogen sind, legen wir an und ich verlasse das Schiff.


    Ich hoffe, die kleine Moseltour hat euch gefallen. :hut:


    Ich gehe nun zurück zum Hotel die Bilder und Videos herunterladen und das Handy wieder aufladen. Das filmen kostet immer viel Akkupower. Gegen 15:30 Uhr breche ich auf zum Weinhaus Hubertus.



    Kurz nach 16 Uhr treffe ich hier ein, das Weinhaus hat kurz zuvor erst geöffnet. Wie schon beim letzten Mal bestelle ich wieder den leckeren Flammkuchen Hubertus und gönne mir ein Glas guten Rotweins dazu (ok, es wurden dann zwei Gläser :blush2: ).



    Nach dem erneut sehr leckeren Essen starte ich meine abendliche Verdauungsrunde gleich gegenüber, auf dem Florinsmarkt am Nikolaus von Kues Denkmal. Ich spaziere noch durch die Altstsadt und dann zu den Rheinanlagen bis zum Biergarten an der Konzertmuschel, aber der ist heute geschlossen, was mich ein wenig verwundert an einem Freitagabend.


    Also beschließe ich den Abend und freue mich schon morgen auf die Fahrt mit der GOETHE.



    Ihr dürft dann morgen gerne wieder mit einsteigen. :thank_you:

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


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  • Servus, ich habe dich schon auf deinem letzten "Heimatbesuch" begleitet und auch diesmal ist es schön wieder dabei zu sein.

    Du hast so einen angenehmen Schreibstil bei dem man gerne mitliest. Auch die Fotos und Videos vermitteln die Zuneigung zur alten Heimat. Danke dafür :flower:

  • Schön, dass es dir gefällt. Dann wird dich sicher auch der nächste Tag, mein letzter Tag vor der Rückreise interessieren. Denn da nehme ich euch mit auf eine Reise mit einem historischen Schiff ins UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Da kann ich euch viele Bilder einer einzigartigen Kulturlandschaft versprechen. :o-thumbsub

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
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  • So schön deine Koblenzberichte <3 .... Ich hab mir schon beim letzten Lesen vorgenommen unbedingt mal ein paar Tage nach Koblenz zu fahren, haben es immer noch nicht geschafft, aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Früher war ich mit meinen Eltern sehr oft an Rhein und Mosel, sie hatten Freunde in Kobern-Gondorf, wir haben sogar in der Mosel gebadet. Bis es was wird freue ich mich über deinen Bericht und vor allem auf die Mitfahrt auf der Goethe <3

  • Kobern-Gondorf

    Da habe ich auch mal gewohnt (gleich hintern EDÖ-Tanzpalast), war eine schöne Zeit damals. Wir hatten da kurzzeitig einen StockCar-Club und abends war unser Treffpunkt eine kleine Dorf-Disco (glaube in Lehmen, wenn ich mich recht erinnere). :mosking:

    Gruß Jobo,


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  • Samstag, 15 Juni 24 – Koblenz – Rüdesheim – Koblenz



    Am Wochenende gibt es immer erst ab 7:30 Uhr Frühstück. Da die GOETHE schon um 9:00 Uhr losfährt, bleibt einem da nicht viel Zeit. Man hatte mir im Hotel angeboten, dass jemand früher da ist und ich dann schon frühstücken könnte, oder ich mir einfach etwas vom Frühstück mitnehme. Ich hatte mich für letzteres entschieden und bekam dann auch Papier-Brottüten, um mir Brötchen mitzunehmen. :ok:


    So verlasse ich das Hotel dann auch kurz vor 8 Uhr und wer heute mitfahren will, muss sich jetzt mit mir sputen, damit wir rechtzeitig am Anleger sind. :locomotive: Dort kaufe ich mir ein Ticket bis Rüdesheim und zurück, Seniorenpreis für 51,20 €, für eine Tagestour akzeptierbar.



    Haben wir alles, dann lasst uns an Bord gehen. Mit uns steigen rund 20 weitere Reisende ein. Da das Schiff unterwegs mehrfach anlegt, werden da sicherlich noch mehr dazu kommen. Ich nutze das jetzt noch fast leere Innere des historischen Schiffes, um einige Aufnahmen zu machen, dann begebe ich mich aufs offene Achterdeck. Hier kann man schöne zu beiden Seiten gehen, um die Attraktionen auf der Strecke zu sehen. :search:


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    Dann legen wir ab und verabschieden uns vorerst von Koblenz. Die Fahrt beginnt in Koblenz bei Flusskilometer 590.

    Koblenz ist Start- und Endpunkt der Fahrt durch das UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal, sicherlich eine der schönsten und meist besuchten Landschaften Deutschlands. Auch Koblenz selbst gehört mit dazu, aber über die Koblenzer Sehenswürdigkeiten und Attraktionen habe ich ja schon in meinen Berichten der Besuche von 2011, 2012, 2016, 2022, Anfang 2023 und Ende 2023 teils ausgiebig erzählt.



    Wir werfen noch einen Blick auf das Weindorf und die Rhein-Mosel-Halle, den Biergarten an der Konzert-Muschel (im Hintergrund der auffällige Turm der St.Josefs Kirche), zurück auf die Baustelle der Rheinbrücke und den rechtsrheinischen Stadtteil Pfaffendorf. Ab jetzt stehen hauptsächlich, neben der tollen Landschaft, die vielen Burgen und Schlösser in unserem Interesse.



    Auf der linken Seite (der Einfachheit halber verwende ich hier auf dem Fluss nicht die Bezeichnungen Backbord und Steuerbord) taucht nun Niederlahnstein mit den schönen Schamott-Schlösschen auf, welches eine kleine Brauerei mit gemütlichem Biergarten beherbergt. Gegenüber befinden sich die Gebäude der Koblenzer Brauerei, die leider Ende Januar Insolvenz anmelden musste :fie: . Die Namensrechte für drei Biersorten hat sich die Rhenser Mineralbrunnen gesichert, während die Marke Königsbacher nun in der Eifel, bei Bitburger, gebraut wird. Die internationalen Rechte am Königsbacher Bier hat Karlsberg. Wie es mit dem Gebäude weiter gehen soll, steht noch nicht fest.

    Kurz ist auch der Koblenzer Fernmeldeturm wieder zu sehen, dann taucht der Turm der Johanniskirche am bischöflischen Johannisgymnasium in Niederlahnstein auf. Das Gymnasium an der Lahnmündung gilt als eines der schwersten, mit den hochwertigsten Abschlüssen, im Raum Koblenz. :grumble:



    Auf der rechten Seite leuchtet nun das Schloss Stolzenfels weiß über den Rhein. Ursprünglich war dies eine Zoll-Burg, die um 1244 erbaut wurde und bis 1412 Rheinzoll erhob. Die Franzosen brannten die Burg 1688 nieder. Diese Burgruine schenkte die Stadt Koblenz 1823 dem späteren König Friedrich Wilhelm IV., welcher die Anlage als Schloss ab 1836 wieder aufbauen ließ.


    Heute kann das Schloss besichtigt werden, was absolut lohnenswert ist. Vom Ort Stolzenfels gelangt man zu Fuß zum Schloss und kann die äußeren Bereiche kostenfrei besichtigen. In das Innere des Schlosses muss man Eintritt zahlen und hier ist auch das Fotografieren und Filmen verboten (Erlaubnis muss man vorab erfragen). Für den Schlossrundgang bekommt man Filzpantoffel, in die man mit seinen Schuhen schlüpfen muss, um die kostbaren Parkettböden nicht zu beschädigen. :mosking:

    Höhepunkte im Schloss sind der original erhaltene Große Rittersaal und ein altes Modell des Kölner Doms aus Zucker.


    Gegenüber, links oberhalb des Flusskilometerschildes 585, ist die Burg Lahneck schwach zu sehen. Die Burg von 1226 ist seit 1850 im Privatbesitz, kann aber in den Sommermonaten besichtigt werden. Auf der rechten Seite erscheint nun der kleine Weinort Rhens, der für seine spätgotischen Fachwerkhäuser bekannt ist. Am Ende der alten Stadtmauer steht der „Scharfe Turm“ von 1396, einst ein Zollturm, diente er später auch als berüchtigtes Gefängnis mit Kerker. Er spielte auch eine unrühmliche Rolle in der Zeit der Rhenser Hexenprozesse :hmm: . Im Volksmund nennt man ihn noch heute eher Hexenturm.



    Oberhalb der Ortschaft Braubach ragt die Marksburg in den Himmel. Urkundlich wird die einzige nie zerstörte Mittelalterburg am Mittelrhein erstmals 1231 erwähnt, aber verschiedene Hinweise in alten Dokumenten deuten hier auf eine Burg bereits Anfang des 12.Jahrhunderts hin. Die absolut sehenswerte Burg ist Sitz der Deutschen Burgenvereinigung und soll, neben Schloss Neuschwanstein in Bayern, Walt Disney auch als Vorlage für Burgen und Schlösser in seinen Zeichentrickfilmen gedient haben. :pleasantry:


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    Ich nutze die Zeit nun, um ein Deck tiefer die Toilette aufzusuchen. Dabei kommt man auch an den schwer gegen die Strömung arbeitenden Seitenschauffelrädern vorbei, die auch heute noch den Antrieb des Schiffes darstellen. Bei An- und Ablegemanövern werden sie von einem Bug- und einem Heckstrahlruder unterstützt.



    Nachdem der Rhein zwei enge Biegungen macht, taucht bei Flusskilometer 570 die Stadt Boppard auf. Auch Boppard wurde einst von den Römern gegründet und ist heute ein stark frequentierter Touristenort am Rhein. Wir legen hier an und weitere Passagiere kommen an Bord.

    Nächster Halt ist Kamp-Bornhofen. Unter anderem kommen hier elf junge Männer an Bord und aufs Achterdeck, wovon zehn T-Shirts mit der Aufschrift „Bräutigam Begleitservice“ tragen. Noch bevor wir wieder abgelegt haben, muss der Kellner schon elf große Bier und eine Runde Asbach-Cola anschleppen. :beer:



    Noch bevor wir in Bad Salzig anlegen, hat der Kellner bereits die dritte Runde große Bier und Asbach-Cola gebracht :wacko1: . Gegenüber von Bad Salzig, auch hier steigen noch einige Personen zu, befinden sich die „Feindlichen Brüder“, zwei Burgen, Sterrenberg und Liebenstein, um die sich eine Legende rankt. Zwischen den Burgen befindet sich auch die sogenannte Streitmauer.

    Die Burg Maus, oberhalb der kleinen Ortschaft Wellmich bei Flusskilometer 560, heißt richtig Burg Thurnberg und stammt aus dem 14. Jahrhundert.



    Die Burgruine der ehemaligen großen Rheinzollburg Rheinfels wurde 1250 erbaut und 1797 von den Franzosen zerstört. Die Ruine oberhalb von St.Goar, wo wir nun erneut anlegen, hat heute im Nebengebäude ein großes Hotel. Die Burg Rheinfels gehörte, ebenso wie die gegenüber oberhalb von St.Goarshausen hevorragende Burg Katz, den Grafen von Katzenelnbogen. Diese sollen auch der Burg Thurnberg den spöttischen Namen Maus gegeben haben. :mosking:



    Der Rhein wird nun sehr eng und schließlich passieren wir den, für Touristen, Höhepunkt der Fahrt, den Loreley-Felsen. Der Sage nach soll auf der 132 m hohen Schieferfelswand eine Nixe mit ihrem Gesang, während sie (meist nackt dargestellt) ihr langes güldenes Haar kämmte, und ihrer Schönheit die unten vorbeifahrenden Schiffer so in ihren Bann gezogen hat, dass diese mit ihren Schiffen an den vielen Untiefen hier zerschellten und unter gingen :search: .

    Diese Sage führt auf Clemens Brentano zurück und wurde später von Heinrich Heine verdichtet. Dieses Gedicht wurde danach von Friedrich Silchers in Liedfassung vertont und beginnt mit dem Satz „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten ...“. Dieses Lied wird meist von den Passagierschiffen, auch jetzt von unserem, bei der Vorbeifahrt hier gespielt.

    Zu meiner Zeit in Koblenz und Umgebung hat man, wenn man in einem Gasthaus ein eher kleines Stück Fleisch bekam, in Anlehnung an diese Textpassage von einem Loreley-Schnitzel gesprochen. :whistle3: :laugh1:



    Während sich auf dem Achterdeck die großen Biere und Asbach-Gläser vor der Gruppe türmen, man kommt mit dem Austrinken dem Bestellen nicht mehr nach, suche ich vergebens die sieben Jungfrauen im Rhein. Durch das Hochwasser sind diese markanten Untiefen heute nicht zu sehen :fie: . Oberwesel ist unser nächster Anlegeort.

    Am Ufer reihen sich Ochsenturm, Steingassenturm, Hospitalturm und Haagsturm (Roter Turm), während über der Stadt die Schönburg steht. In der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts entstanden, beherbergt die Burg heute ein großes Hotel mit Restaurant und Museum.



    Es ist inzwischen 13 Uhr durch und bei Kaub meldet sich bei mir der Hunger, weshalb ich ins Innere wechsle und mir eine Kleinigkeit zu essen bestelle. Die Burg Gutenfels über Kaub stammt aus dem 13.Jahrhundert und ist heute ein Hotel. Als bei Flusskilometer 540 die Ortschaft Lorch auftaucht, bin ich gerade fertig mit dem Essen und werfe einen Blick auf die Burgruine Nollig. Das im Privatbesitz befindliche Gebäude könnte mit einer urkundlichen Burg Fürsteneck identisch sein. Die Ruine kann nicht besichtigt werden. :nono:



    Bei Assmannshausen bin ich wieder auf dem Achterdeck, die Truppe hier hat inzwischen vom lustigen in den albernen Zustand gewechselt. Bei Flusskilometer 530 erhebt sich die Burgruine Ehrenfels. Einst muss diese, aus dem 13.Jahrhundert stammende Burg erheblich größer gewesen sein. Heute darf die Ruine, wegen brütender Wanderfalken, nur von außen besichtigt werden. :search:


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    Leider zeigen die Massen an Alkohol auf dem Achterdeck nun doch negative Auswirkungen. Während die meisten noch den Weg zur Toilette, ein Deck tiefer, schaffen, stellt sich einer aus der Truppe nun einfach an die Reling und pinkelt dort herunter :fie: . Ich bin nicht der erste Fahrgast, der dies danach dem Personal meldet. Bei allem Verständnis für einen Junggesellenabschied, aber die Grundregeln des Anstandes sollte man auch bei starkem Alkoholeinfluss noch bewahren. :grumble:



    Wir erreichen nun unseren vorletzten Halt, die Stadt Bingen. Auf dem Hügel gegenüber erhebt sich das Niederwald-Denkmal. Es soll an die Einigung des Reiches zu Zeiten des Deutsch-Französischen Krieges (1870-71) erinnern. Das Monument ist 38,18 m hoch, wovon alleine die Germania-Staue auf dem Sockel 12,5 m hat.

    Nach dem kurzen Halt fahren wir hinüber nach Rüdesheim. Am Ortsanfang begrüßt uns die Brömserburg (auch Niederburg genannt, dahinter die Boosenburg, auch Oberburg genannt), entstanden Ende des 12.Jahrhunderts.


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    Wir legen hier an und das Schiff wird auch gut über eine Stunde hier liegen. Der Ort Rüdesheim ist wohl einer der meist besuchten Orte (vielleicht neben Neuschwanstein) Deutschlands, eine wahre Touristen-Hochburg. Die schmale kleine Dosselgasse kennt wohl jeder. Ich bin einer der wenigen Passagiere, der hier nicht von Bord geht, auch die Truppe vom Achterdeck geht. Die Ruhe auf dem Schiff ist herrlich und ich genieße es total. :good3:



    Ich treffe die Kellnerin, der ich zuvor den Hinweis zu der Truppe auf dem Achterdeck gegeben habe. Sie war dann auf dem Achterdeck, um die Truppe zur Ordnung zu rufen, wurde aber wohl ausgelacht. Daraufhin hat sie einen Kollegen der Technik geholt und der hat der Truppe klar gemacht, dass Rüdesheim für sie Endstation ist, egal ob sie ein Rückfahrt-Ticket haben oder nicht. Außerdem haben sie alle ab Rüdesheim Hausverbot auf dem Schiff. :grumble: :nono:



    Danach habe ich noch eine nette Unterhaltung mit dem Kapitän, der mir einiges zu dem alten Schiff erzählt. Die GOETHE ist der letzte einer einst großen Flotte von Rhein-Raddampfern (als Kind habe ich noch einige andere auf dem Rhein gesehen). Sie wurde am 4. August 1913 (Stapellauf 22. Juli 1913) in Köln in Dienst gestellt, wo sie auch gebaut wurde, und führte ihre Jungfernfahrt von Köln nach Koblenz durch.

    Das ursprüngliche Glattdeckschiff wurde 1925 zum Doppeldeck-Salonschiff umgebaut.


    Im zweiten Weltkrieg traf es das Schiff mehrfach, so wurde das Schiff kurz vor dem Passieren der Schiffsbrücke bei Koblenz von zwei explodierenden Sprengbomben in der Nähe massiv beschädigt und musste in der Werft in Köln repariert werden.

    Am 3. März 1945 wurde das Schiff bei Oberwinter, zu der Zeit befanden sich sowjetische Zwangsarbeiter für den Westwall an Bord, von amerikanischen Fliegern entdeckt und mit zwei Bomben versenkt. Der erste Maschinist und 20 Zwangsarbeiter starben bei dem Angriff.


    Nach dem Krieg wurde das Schiff gehoben und ab 1951/52 restauriert, bevor es 1953 wieder in Betrieb genommen wurde. Bis 1989 war die GOETHE so im Dienst, bevor sie vorerst in Köln aufgelegt wurde. Sie wurde nun aufwendig überholt, inklusive der Dampfmaschine. Am 28. August 1996 ging sie zuerst für kurze Rundfahrten wieder in Betrieb und ab 9. September dann wieder auf seine reguläre Route Koblenz – Rüdesheim und zurück. :dance3:


    Im Jahre 2008 stellen Techniker dann Risse im Motorblock der Dampfmaschine fest, die vermutlich noch auf die Bombentreffer von 1945 zurück zu führen waren. Eine Reparatur der längst unwirtschaftlich gewordenen Dampfmaschine wäre viel zu kostenintensiv gewesen, also bekam das Schiff stattdessen einen dieselhydraulischen Antrieb. Die letzte Fahrt unter Dampf fand am 5. Oktober 2008 statt.


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    Das Schiff verfügt seitdem über zwei Iveco-Dieselmaschinen, sowie jeweils ein Bug- und Heckstrahlruder von Schottel. Für die Dampfpfeife wird heute ein eigens dafür eingebauter elektrischer Dampfkessel benutzt. Als das Schiff im April 2009 wieder in Betrieb ging, wurden alle Schiffe der Köln-Düsseldorfer nach Malta ausgeflaggt. :hmm:



    Pünktlich um 16:15 Uhr legen wir von Rüdesheim ab und fahren die kurze Strecke hinüber nach Bingen. Die Passagiere, die die Überfahrt nach Bingen zuvor genutzt haben, steigen hier wieder aus. Im Hintergrund kann ich die Burg Klopp sehen, die wohl aus dem 12. oder 13.Jahrhundert stammt und 1689 von den Franzosen zerstört wurde, bevor sie im 19.Jahrhundert wieder aufgebaut wurde.

    Im Mäuseturm hinter Bingen, ehemals ein Zollturm, soll einst ein grausamer Mainzer Bischof eingekerkert und von Mäusen aufgefressen worden sein. :pleasantry_1:



    In Assmannshausen kommen drei Passagiere wieder an Bord, die ich seit Rüdesheim schon vermisst habe, sind die doch mit mir in Koblenz eingestiegen. Sie waren zu lange im Weinlokal und haben die Abfahrt in Rüdesheim verpasst. Das Taxi hat sie dann nach Assmannshausen gebracht, wo sie wieder zusteigen konnten. :laugh1: :mosking:

    Gegenüber ist nun die Burg Rheinstein zu sehen, eine der schönsten Burgen am Rhein. Die ehemalige Zollburg geht aufs 14.Jahrhundert zurück und gehörte seit dem frühen 19.Jahrhundert den Hohenzollern, bevor sie 1975 in Privatbesitz über ging. Die Familie bietet heute, neben dem Burgmuseum, auch Übernachtungsmöglichkeiten.

    Bei Trechtingshausen erhebt sich die Burg Reichenstein, heute ein großer Hotelbetrieb. Die Burg entstand vermutlich 1100 bis 1200 wurde auch diese Burg mehrfach zerstört und wieder aufgebaut und befindet sich seit 2014 in Privatbesitz.

    Bei Flusskilometer 540 erhebt sich die Burg Sooneck linksrheinisch. Erstmalig erwähnt wurde die Burg 1271. In den teils turbulenten Folgejahren wechselte die Burg mehrfach den Besitzer und 1834 erwarb der spätere König Friedrich Wilhelm IV. die Burg und ließ sie zur königlichen Jagdburg umbauen. Seit 1918 ist die Burg im Staatsbesitz und wurde während des Zweiten Weltkrieges ausgeplündert. Das heutige Inventar der Burg stammt hauptsächlich aus dem Schloss Stolzenfels.



    Die nächste Burg linksrheinisch (ich sitze nun auf dem linken Freideck über dem 4 m durchmessenden linken Schauffelrad, damit ich die Burgen, die ich auf der Hinfahrt während des Essens verpasst habe, sehen kann) ist über Niederheimbach die Heimburg, auch Burg Hohneck genannt. Die heute im Privatbesitz befindliche Burg stammt wohl aus dem späten 13.Jahrhundert und kann nicht besichtigt werden.

    Burg Fürstenberg (gegenüber der Ruine Nollig) ist eine Burgruine aus dem frühen 13.Jahrhundert. Die Burg, die mehrere Belagerungen im Laufe der Geschichte überstanden hat, ist teilweise zugänglich. :pleasantry:

    Über dem Rheinort Bacharach thront die Burg Stahleck, die vermutlich Ende des 11.Jahrhunderts entstand. 1909 erwarb der Koblenzer Rheinische Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz die Burg, die seitdem eine Jugendherberge ist und daher nicht besichtigt werden kann. Sie steht seit 1989 als besonders wertvolles historisches Gebäude unter Schutz gemäß den Vereinbarungen der Haager Konvention.


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    Nach Bacharach begegnet uns wieder ein kleineres Schiff der Köln-Düsseldorfer und wird auch von uns gegrüßt. Wie mir der Kapitäne zuvor bestätigt hat, wird normalerweise jedes Fahrgastschiff gegrüßt, aber er hat heute einen „Kapitäns-Lehrling“ an Bord, der, sobald er die Steuerung übernimmt, meist die Dampfpfeife vergisst zu betätigen. :diablo:



    Mitten im Rhein steht, seit 1327, auf der Insel Falkenau die Burg Pfalzgrafenstein, kurz nur die Pfalz genannt. Ursprünglich nur ein fünfeckiger Turm den König Ludwig der Bayer zum Schutz der Zollstation Kaub errichten ließ, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert.

    Im Januar 1814 überquerte hier der preußische Generalfeldmarschall Blücher mit 50.000 Mann, 15.000 Pferden und 182 Geschützen den, teils zugefrorenen Rhein in nur fünf Tagen und drängte in der Folge Napoleon zurück. Seit 1949 wird die Burg vom Land Rheinland-Pfalz verwaltet.

    Erneut passieren wir nun Oberwesel mit der Schönburg und den Loreleyfelsen, auf dem sich auch eine Freilichtbühne befindet und immer wieder Konzerte stattfinden. :musicextreme:



    Es folgt St.Goarshausen und bei Kamp-Bornhofen zeigen mir die Feindlichen Brüder, dass es nun nicht mehr weit bis Boppard ist. In Boppard steigen wieder viele Passagiere aus und es wird merklich ruhiger auf dem Schiff.

    Gerade als wir ablegen bekomme ich eine Mail über BlablaCar. Ein junger Mann möchte morgen mit seiner Freundin von Würzburg bis Regensburg mit mir mitfahren. Er fragt an, ob es mir möglich sei, sie in Würzburg am Hauptbahnhof aufzulesen.

    BlaBlaCar gibt immer gewisse Punkte in Autobahnnähe vor, als Treffpunkte. Ich schaue kurz bei google-maps rein und sehe, dass der Hauptbahnhof in Würzburg kein nennenswerter Umweg ist. Also sage ich ihm zu und kurz danach bekomme ich die Info, dass er die Fahrt gebucht hat. :good3:



    Als wir dann Schloss Stolzenfels hinter uns zurück lassen, ist die Fahrt fast schon zu Ende. Das Wetter hat auch prima mitgespielt, fast die ganze Rückfahrt habe ich in der Sonne gesessen. Um 19:45 Uhr legen wir wieder in Koblenz an, es war wirklich eine tolle Fahrt :ok: . Zu dieser Jahreszeit kann ich die allen nur empfehlen, während im Hochsommer die Schiffe meist völlig überfüllt sind.


    Mit einem kurzen Zwischenstopp im Hotel gehe ich wenige Häuser weiter zu einem indischen Restaurant und lasse bei einem guten Essen den Tag in Ruhe ausklingen.


    Im Hotel schnell schon mal die nicht mehr benötigten Sachen in den Koffer gepackt und ein letztes Mal ins Hotelbett. :o-sleeping



    Morgen geht es dann zurück nach Landshut.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


    (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)


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  • Sonntag, 16 Juni 24 – Koblenz – Würzburg – Regensburg – Landshut



    Ich bin recht früh wach und daher auch pünktlich zum Frühstück um 7:30 Uhr. Ich habe mit den Mitfahrern vereinbart, dass ich gegen 12:15 Uhr in Würzburg am Hauptbahnhof bin, daher will ich nicht zu spät hier los und nehme nur ein schnelles Frühstück.

    Ein Brötchen nehme ich mit, wofür ich mir wieder eine Papier-Brottüte geben lasse. Danach kurz noch aufs Zimmer, die letzten Sachen in den Koffer packen. Als ich meine Rechnung an der Rezeption bezahle, werde ich herzlich verabschiedet. Vom Hotel ist es nicht weit bis zum Hotelparkplatz in einem Hinterhof.


    Zuerst fahre ich nun nach Ehrenbreitstein zum Dähler Born. Kanister und mitgebrachte Flaschen fülle ich hier mit dem Brunnenwasser ab, wie immer, wenn ich von Koblenz zurück fahre.

    Danach noch ein letzter Stopp am Grab meiner Mutter, bevor ich dann über Koblenz-Arenberg hoch zur B 49 fahre. Diese bringt mich dann bei Montabaur auf die Autobahn A 3.


    Da heute keine, bzw. nur einzelne LKWs unterwegs sind, läuft der Verkehr sehr flüssig, obwohl doch nicht wenig Autos unterwegs sind. Bald schon lasse ich den Frankfurter Flughafen und danach das Offenbacher Kreuz hinter mir.


    Ich möchte nun gerne eine kurze Pause einlegen und fahre den ersten Parkplatz an. Sämtliche Parkplätze hier, auch die für PKWs, sind mit LKWs vollkommen zugeparkt. Beim nächsten Parkplatz genau das Gleiche, ja, ich komme kaum durch um wieder auf die Autobahn zu kommen. Beim dritten Parkplatz schöpfe ich Hoffnung, da es eine Höhenkontrolle für den PKW-Bereich gibt. Trotzdem stehen auch hier wieder mehrere Sattelschlepper längs über den PKW-Plätzen. Es ist offensichtlich, dass diese zuerst bis zur Parkplatz-Ausfahrt durchgefahren sind, und dann rückwärts auf die PKW-Plätze rangiert haben.


    Bei allem Verständnis für die Lenkzeiten der LKW-Fahrer und die erzwungenen Pausen, die diese einhalten müssen, aber irgendwo muss es auch Rastmöglichkeiten für PKWs geben und dies nicht nur an den großen Raststätten.


    So fahre ich gezwungenermaßen weiter bis zur Ausfahrt Helmstadt. Dort auf die B 8 Richtung Würzburg. Hier hat es nach wenigen Metern einen kleinen Parkplatz. Hier stoppe ich nun, einige Bäume spenden auch Schatten, und mache meine Pause. Ich bin noch recht früh, es ist gerade mal 11:30 Uhr, daher schicke ich dem Mitfahrer eine SMS, ob wir uns früher treffen sollen.


    Sie sind gerade beim Essen und können daher leider nicht früher da sein. Kein Problem, auf dem Parkplatz stehe ich gut und kann eine ausgiebige Pause einlegen. Bis zum Würzburger Bahnhof sind es ja nur noch rund 15 Minuten Fahrt.


    Gegen 11:55 Uhr fahre ich dann los und tanke bei der Jet-Tankstelle in Würzburg noch einmal das Auto voll. Die Bundesstraße 8 führt direkt zum Würzburger Hauptbahnhof, wo ich um 12:12 Uhr ankomme. Der Parkplatz hier ist eigentlich gebührenpflichtig, aber da ich am Auto warte, ignoriere ich dies.


    Im Vorfeld hatte mir der Mitfahrer als Gepäck zwei Rucksäcke und eine Gitarre angegeben und an der Gitarre kann ich die beiden auch schnell erkennen, als sie nur Minuten später auch hier eintreffen. Das Gepäck passt komplett in den Kofferraum und wir fahren los, weiter auf der B 8, die wieder direkt, kurz vor dem Kreuz Biebelried, zur Autobahn A 3 führt.


    Er ist Musiker in einer Band, die einen Auftritt in Würzburg hatte und will nun wieder zurück nach Hause. Durch die leichte Unterhaltung kommen einem die vielen Baustellen zwischen Würzburg und Erlangen gar nicht so nervig vor wie sonst. Nur einmal gibt es einige Minuten Stopp and Go, ansonsten läuft es ruhig durch.


    Seine Freundin überlegt dann kurzzeitig, ob ich sie schon in Erlangen raus lassen soll, sie wohnt wohl dort, entscheidet sich aber dann doch für Regensburg. Es ist eine wirklich angenehme Fahrt und in Regensburg setze ich die beiden nahe dem Bahnhof ab.


    Bis Landshut ist es nun nicht mehr weit und gegen 15 Uhr fahre ich in die heimische Tiefgarage.




    Kleines Fazit


    Hotel war wie immer super. Koblenz natürlich auch.


    Auf die Treffen mit Verwandten und Freunden freue ich mich immer wieder gerne.


    Aber auch die Tage, die ich für mich alleine hatte, habe ich gut genutzt. Koblenz mit Biergarten und Live-Musik am Abend, Moseltour und zum Abschluss die tolle Fahrt mit der GOETHE waren wie ein erholsamer Kurzurlaub. Ich habe es richtig genossen.


    Meine Mitfahrer auf der Hinfahrt und der Rückfahrt waren freundlich und sehr angenehm, werde ich wohl beim nächsten Mal wieder machen.

    Gruß Jobo,


    Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.
    - Susan Sontag -


    (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)


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  • Ja, das mit den LKW ist ein grosses Problem. Ab 22 Uhr müssen sie von der Strasse, viele monierten aber schon, dass sie am frühen Abend - wo sie noch ein paar Stunden fahren könnten - bereits nach einem Parkplatz Ausschau halten müssen, weil es sonst eng wird. Gerade auf der A3 und A5, den meist befahrenen Strecken Europas. Wenn man schon dieses Gesetz einbringt, sollte man für genügend Parkplätze sorgen. Da sind die grossen Rasthäuser, die wenige Meter neben der Autobahn liegen, immer günstig, just auf dem Teil der A3 gibt es sie aber nicht.

    Meine Fahrten: FINNMARKEN - NORDLYS - NORDNORGE - KONG HARALD - VESTERÅLEN - LOFOTEN (5X) - FRAM

    Reiseberichte siehe Profil !


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  • Vielen Dank für's Mitnehmen an Rhein und Mosel! Da habe ich viel Interessantes und Neues entdeckt, denn die Gegend kenne ich nur von einem Familienurlaub zu Jugendzeiten (damals fand ich das alterstypisch völlig ätzend :o-wink ) und von zahlreichen Bahnfahrten entlang der Rheinstrecke.

    Viele Grüsse, Albatross
    Reiseberichte im Profil

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