Posts by ruder-rabe

    02./03.06.2024, Heimreise

    Da die Heimreise nach Deutschland Bestandteil des HR-Angebotes ist, möchte ich mit diesem Teil meinen Bericht abschließen.

    Am Sonntagmorgen ist Oslo im Verhältnis zum Vorabend nahezu ausgestorben. Pünktlich sind alle zur vierstündigen Stadtrundfahrt vor dem Hotel mit Sack und Pack versammelt. Die Rundfahrt führt uns durch die Innenstadt u. a. vorbei an Schloss, Oper, Munchmuseum und Rathaus hinauf zur Holmenkollen-Skischanze und auf dem Rückweg zum Colorline-Terminal auch noch mit geführtem Spaziergang durch den Vigelandspark sowie das Fram-Museum. Mehr kann man in vier Stunden nicht hineinpacken. Ihr könnt jetzt einmal raten, wie das Wetter ist? Natürlich strahlender Sonnenschein mit ein paar dekorativen Wolken.

    Die Color-Fantasy legt überpünktlich ab und wir verbringen die Fahrt durch den Oslofjord auf dem Sonnendeck. Danach gibt es nichts mehr zu sehen und wir nutzen die Chance, etwas von dem in den letzten Tagen vernachlässigten Schlaf nachzuholen.

    Gegen Mitternacht werde ich wach. Es ist dunkel! Durch Zufall sehe ich in einiger Entfernung die uns begegnende Color-Magic vorbei segeln (wie es in Skandinavien heißt). Kurz vor Verlassen der Kabine kontrollieren ich noch einmal meine Zugverbindungen. Beide Züge (Kiel-Hamburg und Hamburg-Berlin) sind gestrichen, adieu Platzkarten.

    Da unser Schiff längst nicht so voll wie auf der Hinfahrt ist, geht das Auschecken relativ schnell vonstatten und wir sind deutlich früher auf dem Bahnhof, als mit eingerechnetem Puffer geplant. Durch die vorgenannten Zugausfälle ist auch die Zugbindung entfallen und wir fahren schon um 11:02 Uhr mit dem Regionalexpress nach Hamburg. Dort soll mit 12 Minuten Umstiegszeit ein ICE nach München fahren, der aber unwetterbedingt nur bis Nürnberg fährt. Bahnsteiganzeige Bereich B bis I, das entdpricht zwei ICE-Einheiten. Ohne Platzkarten wollen wir von hinten nach vorn freie Plätze suchen. Als wir bei „G“ angekommen sind, ändert sich die Zuganzeige auf A bis D, also ab ans andere Bahnsteigende, die Einfahrt des Zuges wird schon angekündigt. Der Bahnsteig ist rappelvoll denn der Zug hat nur halbe Länge; Bahnsteigseite gewechselt und weiter nach vorn. Im Vorbeifahren sehe ich, dass vor dem Bistrowagen ein Waggon mit 1. Klasse und einem Teil 2. Klasse ist. Diesen Bereich erreichen wir und augenscheinlich gibt es nicht reservierte Plätze. Wir haben es geschafft und sind geschafft.

    Sogar der Halt in Berlin-Spandau (nicht jeder Zug hält dort) passt, ebenso die Anschlüsse im ÖPNV, sodass wir um 15:30 Uhr die Haustür aufschließen und die Reise endgültig beenden.

    Vielen Dank für‘s Mitreisen.

    01.06.2024, letzte Stunden der Seereise, Bustransfer Trondheim-Oslo

    Über die letzte Nacht an Bord gibt eigentlich nichts zu berichten, keine Schiffsbegegnung mehr😢. Der „Deckschrubber“ war heute besonders gründlich. Ab 05:10 Uhr für ca. 20 Minuten rauschte und knallte es in den Wasserleitungen und da um 06:00 Uhr sowieso der Wecker klingelte, war‘s das mit Schlafen.

    Überpünktlich um 7:40 Uhr war die Gruppe zum Besteigen des Busses bereit. Zu Beginn der Fahrt über die E 6 war der Himmel wolkenverhangen. Es gab eine erste Unterbrechung in Oppdal für eine „Gesundheitspause“ in einem Shoppingcenter, das wegen der dunklen Scheiben um 09:30 Uhr nicht als geöffnet erkennbar war. Es war aber offen, also rein. Nur blöd, dass eine Viertel Stunde später das Gebäude für eine Feueralarmübung geräumt werden musste. In meinem Kopfkino ging gerade die Durchsage während einer „Sitzung“ ab🫤. Die nächste Etappe über das Dovrefjell war landschaftlich sehr schön, zumal inzwischen wieder die Sonne schien.

    Der nächste Stopp mit Mittagessen war schon um 11:30 Uhr in Dombås. In der dortigen Kirche war gerade eine Hochzeit zu Ende, sodass viele Trachten zu sehen waren. Auf der E 6 ging es dann durch das Gudbrandsdalen mit dem Fluss Lågen, der eine Menge Wasser führte. Ausgerechnet bei dem kurzen Abstecher zur (leider geschlossenen) Stabkirche in Ringebu regnete es. Vorbei am übervollen gewaltigen Mjøsasee, der 117 km lang und bis zu 453 m tief ist und damit sein Tiefpunkt 330 m unter dem Meeresspiegel liegt.

    Einen letzten (Entsorgungs-) Zwischenhalt gab es dann in Brumunddal mit dem höchsten Holzgebäude der Welt (85 m, 18 Stockwerke) von dessen Dachterrasse es einen tollen Blick über den Mjøsasee gab, der übrigens von erstaunlich wenigen Wassersportlern genutzt wurde.

    Da wir kurz vor 18:00 Uhr in Oslo die Hotelzimmer belegt hatten, bliebt noch genug Zeit für ein individuelles Abendessen und einen Stadtbummel.

    31.05.2024, Tag 10 der Seereise

    Bis kurz vor Mitternacht habe ich noch im Panoramasalon gesessen, gehe dann nur mit dem Handy „bewaffnet“ ins Heck auf Deck 5, bin dort allein. Wir fahren quasi aus der Sonne heraus, die noch deutlich über den Lofoten steht. Ein Blick in die App „Sonneninfo“ zeigt für Svolvær den Sonnentiefststand um 00:56 Uhr, so lange muss ich durchhalten…. oder doch nicht? Ich beschließe, so lange zu bleiben, bis die Sonne von der Bergkette der Lofoten teilverdeckt wird. 00:20 Uhr, die Sonne wird angeknabbert, das reicht. Also endlich ins Bett. Zum Glück wähle ich für den Weg nach vorn die Backbordseite. Zuerst glaube ich zu träumen, dann kommen immer mehr Schweinswale zum Vorschein, ganz dicht am Schiff. Schnell das iPhone auf Video und Tele gestellt und gefilmt, immer wieder tauchen sie einzeln oder in Gruppen auf, zum Schluss mit der Mitternachtssonne im Hintergrund.

    Bis kurz vor Erreichen des Polarkreises schlafe ich. Da an Bord immer noch ein Virus kursiert (auch Mitglieder unserer Gruppe hat es erwischt) werden einige Veranstaltungen abgesagt. Auch nicht schlecht, so gibt es den Löffel sogar ohne Lebertran (und damit unseren ersten auf der sechsten HR-Reise). Das Essen gibt es nach wie vor als Buffet und auf eine Handdesinfektion achtet immer noch niemand 🤨.

    Die Fahrt entlang der Helgelandsküste ist wenig spektakulär. Die Sieben Schwestern hängen zum Teil in den Wolken und als der Blickwinkel fotogerecht ist, fängt es kräftig an zu regnen.

    An einem der wenigen von uns genutzten Ausflugsangebote wollen wir heute teilnehmen:

    Wanderung zum Torghattan (der Berg mit dem Loch)

    Die Fahrt mit dem Bus (ca. 12 km) dauert etwa 20 Minuten und führt über eine aktuell erneuerte Straße zum Fuß des Berges. Das neue Besucherzentrum soll im Juni 2024 eröffnet werden. Der Aufstieg erfolgt über eine neue Sherpa-Treppe, die in einen Programm zwischen Norwegen und Nepal tatsächlich von Sherpas errichtet wurde (analog zu Tromsø). Es sind rund 500 Stufen mit unterschiedlicher Steigung und einige Rampenstrecken zu bewältigen, ehe man den Einstieg ins Loch erreicht. Wer das Loch durchqueren möchte, muss eine 100-stufige Stahltreppe hinab und dann noch einmal ca. 40 Stufen wieder hinaufsteigen. Den gleichen Weg geht es dann zurück, eine Umrundung ist aus Zeitgründen nicht möglich. Unten angekommen gibt es mitgebrachten Kaffee/Tee und Lefse (traditionelles norwegisches Fladengebäck mit Zucker/Zimt, zwei Mal gefaltet!😉).

    Für den Ausflug sind vernünftiges Schuhwerk, Trittsicherheit und gute körperliche Verfassung von Vorteil.

    (Vorgenannter Textabschnitt kann gern zur Aktualisierung des Wiki genutzt werden.)

    Heute gibt es noch das fünfgängige Abschiedsmenü, Käpt‘ns-Dinner entfällt virusbedingt und auf das Glas Sekt im Anschluss verzichten wir wie immer.

    Zwischen Abendessen und Rørvik werden die Koffer gepackt, denn morgen um 07:30 Uhr sollen wir pünktlich am Bus sein. Rørvik erreichen wir bei einsetzendem Regen, hinter der Brücke ist schon die MS Havila POLARIS zu sehen. Die Schiffsbegegnung schenke ich mir (zu nass) und versuche etwas Schlaf nachzuholen.

    30.05.2024, Tag 9 der Seereise

    Wie angekündigt, hier nun Auflösung, des Mitternachtsrätsels:

    Ich ziehe mich tatsächlich noch einmal, schnappe mir Fotoapparat und Handy und stelle mich in die Schlange der Mitternachtskonzertbesucher und über 140 Schweden, die hier ihren Kurztrip ab Kirkenes beenden. Entsprechend lange dauert es, bis ich aus dem Terminal heraus bin. Startzeit 00:06 Uhr. Ich will auf die Mitte der Tromsøbrua, um von dort sowohl Eismeerkathedrale als auch die Sonne über den Bergen einzufangen. 00:20 Uhr, ich bin fast oben am Scheitelpunkt, aber das hohe Gitter verhindert beide geplanten Perspektiven. Die Brücke ist zwar gerade für den Individualverkehr zum Austausch der Leitplanken gesperrt, aber ich wage es trotzdem nicht, einfach über die Geländer zu klettern und die Straßenseite zu wechseln. Dann muss ich wohl ganz herüber bis zur Kathedrale, danach unter der Brücke hindurch, um auf die andere Seite zu gelangen. 00:33 Uhr, keine halbe Stunde seit Verlassen des Schiffes, das sollte passen (Abfahrt ist um 01:30 Uhr). 00:45 Uhr Die Fußgängergitter am westlichen Ende der Brücke zwingen auch wieder zu einem kleinen Umweg🥵, aber jetzt bin ich sicher, rechtzeitig wieder an Bord zu sein und wage einen Abstecher zum Hafen. Der Lohn: Die Mitternachtssonne spiegelt sich in den Scheiben der Eismeerkathedrale und wird dann noch einmal von der Wasseroberfläche reflektiert😃. 00:56 Uhr, einchecken im Schiff, ich bin durchgeschwitzt und muss duschen, bevor es noch einmal ins Bett geht.

    Nach dem üblich Deck-Spritz-Wecker um 5:30 Uhr bleibt das Bett bis Harstad meines.

    Bis Risøyhamn (wo holen die dort bloß die Unmengen von Blumenerde her?) ist es sonnig, danach ziehen Wolken auf und die Fernsicht wird dafür deutlich besser.

    Nach Sortland (die Vesterålen-Busausflügler werden wie üblich mit Fahnen und Horn begrüßt) dann das umgekehrte Wetterspiel, mehr Sonne = mehr Dunst. Irgendwo muss die Feuchte ja bleiben. Obwohl wir noch Plätze im Panoramasalon ganz vorn ergattern, ziehen wir bald zur Seite um und genießen die vorbei ziehende Landschaft, es ist vorn einfach zu warm hinter den Scheiben. Der kurze Stopp in Stockmarknes taugt nur für einen Spaziergang, für‘s Hurtigrutenmuseum reicht die Zeit nicht. Die Fahrt durch den Raftsund ist einfach nur schön. Wir fahren auch wieder in den Trollfjord, dieses Mal umrunden wir aber vorher windbedingt die zwei Inseln Ulvøya und Brakøya. Heute entdecke ich bei anderem Licht auch andere Trolle in den Felsen.

    Am Abend gibt es Buffet, damit die Teilnehmer an den diversen Ausflügen vorher versorgt werden können. Durch den Umweg vor dem Trollfjord haben wir 20 Minuten Verspätung, die die Liegezeit im Hafen verkürzt. Für einen Spaziergang nach Langholmen gleich ums Eck (hier im Scandichotel haben wir bei der Fotoreise 2018 übernachtet) reicht die Zeit. Die Jacuzzis sind geöffnet und laden zum Blubbern in den letzten Strahlen der hinter den Bergen verschwindenden Sonne ein. Einladung angenommen 😉

    Nachdem die Ausflügler in Stamsund eingestiegen sind, geht es rüber nach Bodø. Der Vestfjord zeigt sich gezähmt. Beim Laufen durchs Schiff geht es trotzdem spürbar auf und ab. Der Wind (nachmittags 3 BFT aus Süd, abnehmend und westdrehend) drückt die feuchte Luft an die Berge der Lofoten, die dort aufsteigt und kondensiert, so dass die Gipfel in Wolken verschwinden. Mit der tief stehenden Sonne ergibt das beinahe mystische Bilder.

    Da der Himmel Mitternachtssonne wahrscheinlich scheinen lässt, dope ich mit Kaffee, sonst halte ich es nicht durch. Mehr dann im morgigen Bericht.

    29.05.2024 Tag 8 der Seereise.

    Beim Verlassen des Hafens von Mehamn werde ich wach. Es war nicht mein innerer Kompass, der mir sagt, jetzt geht es definitiv südwärts (natürlich noch nicht exakt, sondern erst nach verlassen der Bucht).

    Spätstens beim Einlaufen in Havøysund wird das bestätigt, denn es wird einmal mehr (4x) ins Horn geblasen (in den Häfen davor war Nachtruhe).

    Damit war dann auch genug mit Schlafnachholung, das Wetter zeigt sich nämlich wieder von der sonnigen Seite.

    Da die Hafenerneuerung in Hammerfest noch bis Oktober dauern soll, liegen wir wieder im Industriehafen. Zur Polonaise hinter einer Norwegenflagge zur Meridiansäule (da waren wir schon einmal, als man noch um die Bucht herum laufen musste) hatten wir genauso wenig Lust, wie zu einer Stadtrundfahrt oder dem Busshuttle. Somit schloss sich auch der Zig-Zag-Veien aus und wir stapften auf den Hügel (Fuglenesfjellet) östlich vom Flughafen und waren damit sogar etwas höher gekommen als der übliche Aussichtspunkt. Auf dem Weg sehen wir keine 20 m entfernt Rentiere mitten im Ort an der Straße grasen.

    Auf der Fahrt nach Øksfjord bruzzelt die Sonne weitgehend die Wolken weg, aber es ist sehr diesig. Die weißen Berge sind in der Tiefe deutlich gestaffelt, die Wasseroberfläche ist nur leicht gekräuselt und glitzert in der Sonne, einfach zum Genießen (im T-Shirt vorn auf Deck ist es zum Fotografieren auszuhalten).

    Weiter geht es Richtung Skervøy, die im Panoramasalong ergatterten Sitze ganz vorn verlassen wir vorzeitig vor dem Abendessen, entweder um „Onkel Heinz“ zu lauschen oder weil es in der Sonne hinter den Scheiben schlicht zu warm war. Auf Lopphavet ist noch ein bisschen „Alte See“ übrig geblieben, aber für hiesige Verhältnisse ist es spiegelglatt.

    In Skjervøy legen wir bei strahlendem Sonnenschein an (10° C, 88% rel. LF). Auf der Weiterfahrt wird es wegen der vorgenannten Wetterdaten immer diesiger, die Gefahr der Bildung tiefliegender Wolken steigt.

    Das, was mir gestern versagt blieb, die akkustische Aufnahme einer Schiffsbegegnung, sollte mir heute mit der NORDLYS vor der Spitze der Lyngenalpen (Lyngstuva) vergönnt sein. Nach der normalen Begrüßungszeremonie habe ich das Video beendet…. und das „Gehupe“ ging noch ein paar Mal hin und her, jeder wollte das letzte Wort haben😀

    Zum Mitternachtskonzert wollen wir nicht, also kann man auch ins Bett gehen. Mit dem Einschlafen habe ich bei der Helligkeit ein Problem, obwohl das Rollo fast ganz herunter gezogen ist. Kurz vor Erreichen Tromsøs kitzelt mich ein Sonnenstrahl durch den schmalen Spalt an der Nase. Ein Blick hinaus in den immer noch wolkenlosen Himmel sagt mir: Steh noch einmal auf, denn die Wetterprognose schließt solche Bedingungen in den folgenden Tagen aus…. und danach sind wir wieder unterhalb des Polarkreises.

    Was daraus geworden ist, steht dann im Protokoll des 9. Tages.

    28.05.2024, Tag 7 der Seereise

    Ich bin ja noch eine Aufklärung meines letzten Satzes des vorigen Posts schuldig:

    Also, der Kaffee war stärker als die Sonne. Bis wir nach Båtsfjord in die Bucht eingebogen sind, und dann Berge den direkten Blick auf die Sonne verhinderten, lugten immer nur einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolken. Bis nach der Ausfahrt aus Båtsfjord, wir waren wegen einer Fahrzeugentladung in Berlevåg spät dran, hat das Koffein gewirkt. Ein letztes Bild aus dem Kabinenfenster um 1:10 Uhr, dann ging es endlich bei leichtem Geschaukel in die Horizontale.

    Um 8:00 Uhr werden die Paxe, die in Kirkenes aussteigen, deutlich aufgefordert, doch ihre Kabinen zu räumen, da diese noch gereinigt werden müssen. Mittschiffs auf Deck 6 (unser Bereich, da kann ich es direkt sehen) werden 3/4 der Kabinen neu belegt. Teilweise werden sogar Matratzen getauscht 🤨. Es sollen 180 neuePassagiere an Bord kommen.

    In Kirkenes selbst bleibt der angekündigte Regen aus, der Himmel ist einheitlich grau und der Ostwind frischt bei 6° C auf. Wir erklimmen erstmals den Hügel direkt vor Bug des Schiffes, d. h. so direkt ist der Weg dann doch nicht, wir müssen einmal rund herum laufen. Am oberen Ende der Straße steht in der Wendeschleife eine interessante Skulptur.

    Mit etwas Verspätung verlassen wir Kirkenes, der Kapitän lässt wieder auf „Spätheimkehrer“ warten.

    Die Überfahrt nach Vardø ist genauso ungemütlich (es hat angefangen zu regnen) wie der Spaziergang im Ort, wo vieles zerfällt. Wir haben dann den Vortrag von „Onkel Heinz“ gleich liegend in der Kabine verfolgt, andere Paxe brauchen Hilfe beim Verlassen des im Bug liegenden Konferenzraumes und einen deutlich/freundlichen Hinweis auf die Nutzung spezieller Papiertüten.🤢

    Gleich nach dem Auslaufen aus Vardø wird es wieder ruppig: 3° C und Wind mit 6 BFT schräg von hinten. Wir haben nun eine Stunde Zeit zu überlegen, ob es heute zum Essen geht.

    Um es kurz zu machen: Rentier besiegt Welle, das war auch relativ einfach für‘s Ren, dann die leichte Kurskorrektur am Persfjord (ca. 10 nm hinter Vardø) ließ die Wellen deutlich erträglicher wirken. Im Båtsfjord dann hängen die dunkelgrauen Wolken so tief, dass die rund 200 m hohen Bergspitzen darin verschwinden.

    Auf der Weiterfahrt nach Berlevåg sorgen die mitlaufenden Wellen nur noch für angenehme Bewegung; so kann ich mich um die Erkennung eines extra für Schiffsbegegnungen erworbenen externen Mikros mit Windschutz fürs Handy kümmern. Jetzt weiß ich, wie es funktioniert, nur der Kapitän der entgegen kommenden Vesterålen weiß nicht was ich für einen Aufwand betreibe….. und grüßt nur mit den Scheinwerfern😤. Dabei hatte doch auf der Nordfahrt die Begrüßung hier in Berlevåg sogar mit der Havila CASTOR funktoniert.

    Dann lasse ich mich jetzt einmal in den Schlaf schaukeln.

    27.05.2024, Tag 6 der Seereiese

    Jetzt ist es (erst einmal) vorbei mit dem blauen Himmel, so dass wir etwas länger im Bett bleiben ohne Sorge etwas zu verpassen. Rund im Havøysund liegen die Wolken so tief, dass die Höhe der Berge nicht einmal geraten werden kann. Das lässt wiederum hoffen, dass es die Sonne doch noch schaffen kann durchzubrechen.

    Bei dieser Wettersituation bleibt es bis Honningsvåg. Ich will an der Vogelsafari teilnehmen. Wir sind nur acht Teilnehmer, Gedränge auf dem Schiff ist also ausgeschlossen. Bei rund 4° C habe ich mich dick und winddicht eingepackt, es hätte aber auch Thermoanzüge an Deck gegeben. Auf der Fahrt nach Gjesvær sehen wir einige Rentiere, noch eine Menge Schnee und Eis auf den flachen Binnenseen.

    Es sind tatsächlich viele Vögel zu sehen, ob Papageitaucher darunter sind, wie vom Kapitän behauptet, kann ich erst nach Auswertung der Bilder feststellen. Mit bloßem Auge habe ich keine identifiziert. Deutlicher hingegen sind Seeadler auszumachen, was aber auch auf Grund des Flugverhaltens viel einfacher ist. Eine Gruppe von Seerobben rundet die Beobachtungen der Tierwelt auf diesem Ausflug ab.

    Auf der Fahrt nach Kjøllefjord ist Richtung Osten ein Streifen blauer Himmel zu sehen und hinter Mehamn (so ab 19:20 Uhr) scheint tatsächlich wieder die Sonne. Wir beziehen Quartier im Panoramasalon auf Backbord blicken auf die relativ ruhige Brantssee (ein bisschen „alte“ Dünung ist vorhanden) und warten auf ein Touch-Down der Sonne am nördlichen Horizont.

    Morgen berichte ich, ob das mit der Sonne geklappt oder mir vorher die Augen zugeklappt sind.

    26.05.2024, Tag 5 der Seereise

    Die Einfahrt in den Trollfjord war noch an Tag 4, heraus ging bereits an Tag 5. Aus den Felswänden lugten tasächlich zwei Trolle (ich habe sie fotografiert). Aprospos Foto, ich werde eine Nachlese von Zuhause aus machen, bekomme iPhone und Fotoapparat an Bord nicht zusammen.

    Zur Ausfahrt. Für mich war es eine Primäre durch den Svartsund zu fahren, das kannte ich nur von der guten alten Lofoten. Nach Aussage von „Onkel Heinz“ ist der Sund frisch ausgebaggert, aber es war auch taghell und die Bergspitzen leuchteten kitschig rot in der Mitternachtssonne.

    Bis Harstad haben wir geschlafen, natürlich mit der Unterbrechung durch das Abspritzen der Decks. Ich habe inzwischen gesehen, dass die Steigleitungen für das Wasser außen an Kabine 610 (merken!) vorbei laufen, wir haben 612.

    Zum Wetter am Tag traue ich mich beinahe gar nichts zu sagen: Strahlend blauer Himmel mit ein paar Schäfchenwolken, für die Region eigentlich schon fast „tropisch“ (noch 15°C um 16 Uhr in Tromsø). Da es vor Kurzem noch geschneit hatte, wirken die Berge auch viel plastischer als im Sommer.

    Ausflüge haben wir uns wohlweislich geschenkt, liegt doch die AIDA LUNA (2100 Paxe) am Cruise Ship Terminal in Breivika. Für mich neu ist, dass viele unserer Paxe (keine üblichen Distanzpassagiere) bereits hier in Tromsø das Schiff verlassen haben.

    Kurz vor dem Abendessen (wir gehören der 18 Uhr Gruppe an) muss ich das Außendeck 7 verlassen, um mir keinen Sonnenbrand einzufangen.

    Nach dem Abendessen (analog Nordkapp-Buffet) ergattern wir noch Sessel vorn in der Panoramalounge. Bis zur Begegnung mit der RICHARD WITH (wieder standesgemäß) ist es deutlich kälter geworden, Schneereste bis runter fast zu Wasserlinie sind ein Indiz hierfür. Leider hat es sich zugezogen, so dass auf Lopphavet nicht mit Mitternachtssonne zu rechnen ist. In Skjervøy gibt es sogar kurzzeitig leichten Regen (vielleicht sogar Graupel) bei 6°C, ein Grund ins Bett zu gehen.

    Auf Lopphavet merken wir eine leichte Bewegung des Schiffes, Überreste des vergangenen stärkeren Windes, denn aktuell zeigt „Windfinder“ nur noch 1-2 BFT aus WSW.

    25.05.2024, Tag 4 der Seereise

    Der Bordwecker (Abspritzen der Decks) war heute etwas später dran, offenbar musste erst das Hafenprogram in Sandnessjøn erledigt werden. Dadurch wach, merke ich, dass schon wieder die Sonne ins Bett scheint.

    Meine Frage zur Datenlage der Polarkreisüberquerung war wenig erfolgreich, so dass ich mit einem mathematisch/geschätzten Ansatz zu früh lag (ist: 7:58:27). Zur Polarkreistaufe dann sollten wir alle doch tatsächlich nach Neptun rufen, da konnte ich natürlich nicht mitmachen, schließlich ist das eine Beleidigung/Missachtung von NJORD.

    Die paar Schleierwolken auf dem Weg nach Bodø wurden von der Sonne weitgehend aufgelöst.

    Meine GöGa will nicht, so muss (!) ich alleine die Rib-Boot-Safari zum Saltstraumen unternehmen. Die Randbedingungen sind eigentlich gut: Ankunft in Bodø kurz nach Strömungsmaximum, Tidenhub zwei Tage nach Vollmond sollte auch passen. Aber….warum machen die Tourguides bei diesen Voraussetzungen zu Beginn der Tour den historisch/geologischen Teil (Hinweg), um dann mit ca. einstündiger Verspätung bei den Strudeln einzutreffen. Die Kultur hätte genauso gut auf dem Rückweg vermittelt werden können. Trotzdem waren die Gezeitenstrudel noch sehenswert.

    Bei der Abfahrt haben wir uns gut 10 min Verspätung eingefangen, man hat tatsächlich auf einen Passagier gewartet.

    Die Fahrt über den Vestfjord ist wieder ruhig (Wind NNO 3-4 BFT, weiter südlich 6-7 BFT)…. und es scheint immer noch die Sonne, was haben wir bisher ein Glück mit dem Wetter. Der Rib-Boot-Lenker erzählte, dass das Wetter von heute eher dem von Ende Juli entspräche.

    Offenbar hat sich auf der KONG HARALD ein Virus eingeschlichen, wir wurden zu mehr Handhygiene aufgefordert, einige Kabinen wurde unter Quarantäne gestellt. Seitens des Bordpersonals wird wenig auf Handdesinfektion geachtet (beim Betreten des Schiffs oder Restaurants).

    In Stamsund konnte, obwohl im Heckbereich nicht einmal festgemacht wurde, kein Zeit aufgeholt werden. Der Ausstieg mobilitätseingeschränkter Ausflügler dauert eben.

    Auf dem Weg nach Svolvær hatten wir dann wieder eine standesgemäße Begegnung mit dem Schwesterschiff POLARLYS. Im Ort selbst drehen wir nur eine kleine Runde, wollen die Einkaufsmöglichkeit für unsere Nordlichtwoche im November hier ums Eck eruieren.

    Den krönenden Abschluss des Tages bildet die Fahrt in den Trollfjord im Licht der Mitternachtssonne. So kann doch kein Schlaf nachgeholt werden😅.

    24.05.2024, und damit Tag 3 der Seereise

    Heute morgen gegen 4 Uhr werde ich vom Klappern des Fensterrollos geweckt. Offensichtlich ist der Seeweg hier schlechter „gepflastert“ als bisher. Die Schnur der Bordkarte in die Führungsschiene geklemmt bringt Abhilfe. Um 5 Uhr dann sagt das Bordpersonal mit einem harten Wasserstrahl, dass die Schlafenszeit vorbei ist. Nicht mit mir, ich drücke noch einmal ein Auge zu, zumal der Himmel bewölkt ist.

    Auf der Fahrt nach Trondheim klart es auf, und als wir zu Fuß den Weg zum Dom marschieren ist es bis auf ein paar Schleierwolken schon wieder nur blau am Himmel. Bei der aktuell kurzen Liegezeit bleibt auch nur der Rückweg über die Gamle Bybro und Bakklandet übrig.

    Nach dem Mittagessen gibt „Onkel Heinz“ sein bestes: Erst Infos zum unaussprechlichen (?) Leuchtturm (wir lernen ausgesprochen Sche-üng-schär-für) und später einen sehr persönlichen Beitrag über die Vikinger (bei dem er sich als Hobbyarchäologe zu erkennen gibt). Der Stokksund wird ausgelassen, es geht außen um Linesøya und Stokkøya rum und wir merken das erste Mal, dass es keine Flusskreuzfahrt ist.

    Den Leuchtturm Buholmsråsa (meinen Bildschirmhintergrund) verpasse ich leider beim Abendessen, sitze auch noch auf der falschen Seite.

    Die Folda zeigt sich von der sanften Seite (gut, etwas vertikale Bewegung im Schiff gibt es), obwohl wir kräftigen Gegenwind von 5-6 BFT haben.

    Die Schiffsbegegnungen von heute: Am morgen in Trondheim mit der Nordlys wie es sich gehört mit Horn und Antwort und Echo-cho-cho, abends in Rørvik mit der Nordkapp stumm und, da die Sonne auch noch knapp über die Hügel lugte, auch ohne Scheinwerfer, so etwas Ignorantes. Weder hier noch dort Gewinke.

    Jetzt ist es 22:15, die Sonne scheint noch immer. Wie soll man da ans Schlafen kommen🤔.

    23.05.2024

    Heute steht der Tag ganz im Zeichen von Ålesund. Wir legen vormittags erst einmal am „Cruise-Ship-Terminal“ hinter der Aida Prima an. Der Größenunterschied ist gewaltig. Da ist es auch zu verschmerzen, dass die Nasszelle der Kong Harald (zumindest in der Erinnerung) die kleinste aller bisherigen HR- Schiffe ist (Vesterålen, Spitsbergen, Trollfjord, Otto Sverdrup).

    In Ålesund schien den ganzen Tag die Sonne, ab und zu zogen ein paar Wolken durch. Der Schatten war bei rund 24° eher angenehm. Bei der langen Liegezeit hat „Onkel Heinz“ (ja, er ist wieder an Bord) neue Ausflüge in den Hjørundfjord mit einem Boot aus der „Lofotenzeit“ organisiert (sieben Stunden in zwei Varianten für 2490 bzw. 1990 NOK)🤔. Im Herbst gehört das zum Standardprogramm mit dem jeweiligen HR Schiff.

    Wir haben auf Berichte hier im Forum reagiert, und sind mit dem Schnellboot nach Langevåg rüber gefahren und haben uns das Devold-Wollmuseum angesehen. Leider sind die Beschreibungen der Exponate nur auf norwegisch.

    In den diversen Outlets habe ich dann ein Merino-Tshirt in meiner Größe gefunden. Unter Taxfree-Bedingungen auch zum akzeptablen Preis, aber noch einmal würde ich den Ausflug nicht machen.

    Da wir rechtzeitig zum Mittagessen zurück auf dem Schiff waren, blieb am Nachmittag noch Zeit, den Aksla zu erklimmen🥵. Wer kann schon von sich sagen, zweimal am gleichen Tag in Ålesund an verschiedenen Stellen anzulegen?

    Während der ersten Essenzeit wurde die Kong Harald dann zum Skansekaia umgesetzt um Fracht und Paxe aufzunehmen.

    Am Abend hat sich der Himmel locker zugezogen, aber für morgen in Trondheim sagt der Wetterbericht wieder Sonne bei 24° voraus.

    22.05.2024

    Wir sind endlich an Bord, mit unseren Koffern!

    Das Buffet ist auch erledigt, so dass nun meine GöGa die Kofferinhalte in die die Schränke bugsiert. Es gibt so spezielle Tätigkeiten, da halte ich mich besser raus😉

    Heute sind wir vormittags viel in Bergen herumgelaufen (Hotel, Festung, Bryggen, Nordnes, Hotel) und haben dann noch eine Stadtrund mit teilweise identischen Destinationen gemacht.

    Unsere Tour-Guide (gebürtige Pfälzerin) wusste viel über Bergen zu erzählen und hat ihr Wissen locker-launig vermittelt.

    Es war für Bergen sehr warm und sonnig, am Abend hat es sich locker zugezogen. Junge Leute liegen immer noch (19:30) auf der dem Jekteviken-Terminalen gegenüber liegenden Pier und waren sogar im Hafenbecken baden.

    Jetzt sind wir erst einmal ein bisschen platt, müssen aber noch die Einführungsveranstaltung mit der Crew und natürlich die Abfahrt erleben.

    Erst einmal vielen Dank für die guten Wünsche.

    biggi71 Ja, Eva ist Reiseleiterin.

    Meine letzte Meldung war noch aus Kiel. Die Überfahrt nach Oslo fand ohne Neptun/Poseidon/Njord statt, will sagen, das Wasser war so glatt, dass von Schifffahrt nichts zu spüren war. Ich hatte schon vor meiner ersten HR-Fahrt einmal das „Color-Line“ Vergnügen und hatte darauf für besagte erste Fahrt die kleine Vesterålen ausgesucht.

    Sowohl auf der Überfahrt nach Oslo, als auch am Abend in Bergen ist strahlender Sonnenschein. Lediglich auf der Hardangervidda zogen ein paar dunkle Wolken durch.

    Die Bahnfahrt selbst begann als kleines Abenteuer: Unser regulärer Zug war defekt und wurde kurzfristig duch ein Nahverkehrsexemplar ersaetzt. Leider hat die diesbezügliche Nachricht unsere Reiseleitertin nicht erreicht und die ganze Gruppe (16 Personen) stand in unserem vermeintlichen Wagen ohne reservierte Plätze da. Weil der Zug aus zwei Einheiten ohne Durchgang bestand, konnten wir in der kurzen Standzeit in Bergen nicht einfach umsteigen (es sind auch in der Mobilität eingeschränkte Gäste dabei). Wir haben uns also irgendwo dazwischen gemogelt. Meine GöGa und ich saßen dann vier Stunden auf Klappsitzen (eigentlich fürs „Kinderwagen

    -Beaufsichtigen), bis der Zug in Myrdal leerer wurde. Zum Glück wurden die schwerer Koffer per Kleintransporter direkt zum Hotel gebracht.

    Wir haben unser Zimmer im Clarion Hotel Admiral bezogen, passend zur gewählten J-Kabine „mit eingeschränkter Sicht)😉. Jetzt geht es noch einmal raus, Beine vertreten und wenn der Hunger kommen sollte, vielleicht zu „Egon“.

    Ein herzliches Hallo ans Forum,

    es ist wieder soweit, dass ich einen Livebericht starten kann.

    Nach unspektakulärer Bahnfahrt von Berlin nach Kiel sitzen wir schon im Colorline-Terminal, warten aufs Einchecken uns sind gespannt, wie sich die Gruppe zusammensetzt. Wenn noch weitere Fories auf der Kong Harald (ab22.05.) seine sollten, schreibt doch einmal eine PN.

    Liebe Leser des Forums.

    Seit langer Zeit lese ich hier im Forum regelmäßig. Die sachlichen Informationen und der Umgangston waren immer „wohltuend“.

    Jetzt mir fällt auf, dass in letzter Zeit öfter Beiträge einiger User auftauchen, deren Stil wir hier im Forum bisher so nicht kannten. Da werden andere Leser verunglimpft, die eigene „Lebensleistung“ hervorgetan, unsachlich gestritten.

    Da ich davon ausgehe, dass die alten Fories sich nicht alle geändert haben, vermute ich einmal, dass einzelne neue User sich erst einmal an den hier bisher vorherrschenden „Umgangston“ gewöhnen müssen.

    Sachlich vor persönlich wäre zukünftig wieder schön.