Posts by KaFei

    13. Juni 2015


    Beim Frühstück und nach einer kleinen Runde durch den noch völlig verschlafenen Hafen des Örtchens Flåm mache ich mich an die weitere Reiseplanung. Seit vorgestern ist die Straße über das Aurlandsfjell wieder geöffnet. Diese kommt auf jeden Fall mit in die Routenplanung. Danach möchte ich weiter in die grobe Richtung „Geirangerfjord“. Nachdem ich meine sieben Sachen wieder im Auto verstaut und meine Wasservorräte ergänzt habe geht es weiter.



    Entlang des Aurlandsfjords verlasse ich Flåm in Richtung der kleinen Ortschaft Aurland. Hier kann man auf der E16 weiter in Richtung Lærdal fahren, oder den Umweg über die Passstraße über das Aurlandsfjell nehmen. Diese Strecke hat den Beinamen Snøvegen.
    Aus dem Ort führt eine kleine Straße, kaum breiter als ein Feldweg, hinauf zum Aussichtspunkt Stegastein. Die Straße ist gerade breit genug für ein Fahrzeug, doch es kommen natürlich auch Fahrzeuge entgegen. Unter anderem auch größere Wohnmobile und kleinere Reisebusse. Da bekommt der Begriff vorausschauendes Fahren gleich eine ganz andere Bedeutung. In die Ausweichbuchten passen maximal 2 Fahrzeuge und teilweise muss man auch mal ein ganzes Stück zurücksetzen.



    Nicht alle Fahrer sind mit ihren Fahrzeugen vertraut und kennen die genauen Außenmaße. Einem mir folgendem Fahrer eines nicht gerade kleinem Mietwohnmobils packt die blanke Panik, als uns zwischen 2 Ausweichbuchten nicht gerade langsam ein „Tine“ Milchwagen entgegen kommt. Mit Einweisen und einigem Rangieren ist genug Platz, dass beide Fahrzeuge aneinander vorbei können, aber es ging wirklich um einige Centimeter. Der LKW Fahrer bedankt sich und zwängt sein Fahrzeug durch die Engstelle. Ich schraube mich weiter die schmale Straße hinauf und erreiche den Aussichtspunkt Stegastein. Nach einigen Fotos und einer frischen Tasse Kaffee treffe ich die Wohnmobilisten von vorhin wieder. Sie haben sich von der für sie abenteuerlichen Fahrt erholt, und wägen nun ab, ob sie wieder zurück nach Aurland fahren, oder weiter über das Fjell nach Lærdal, sie entscheiden sich für den Rückweg.



    Ich hingegen folge der Touristenstraße Aurlandsvegen. Nach dem Stegastein windet sich die Straße noch ein wenig höher, und die Landschaft wird karger. Kurz hinter dem Aussichtspunkt ist die Baumgrenze passiert und einen Kilometer weiter liegt sogar noch Schnee.



    Es geht noch höher und der Schnee nimmt weiter zu. Habe ich vor 15 Minuten noch mit dünnem Pullover vor meinem Auto gesessen flankieren jetzt 3m hohe Schneewände den Weg. Aufgrund der Verkehrssituation kann ich an mehreren Stellen einfach mal kurz anhalten, das Auto verlassen und ein Foto schießen.Vom Aurlandsfjell sehe ich allerdings wenig, da die Fahrt einer 20 KM langen Strecke durch einen weißen Tunnel gleicht, überall liegt der Schnee noch mindestens auf Dachhöhe des Autos.



    Weiße Wohnmobile sind hier übrigens bestens getarnt unterwegs, und begegnen einem auch grundsätzlich an Engstellen ohne Ausweichbuchten :D (Beidseitiges Spiegel anklappen und es passt). Nach ersten Serpentinen durch den Schnee wird es schlagartig grün und es geht wieder hinunter. Die Straße vom Fjell nach Lærdal ist etwas breiter, aber wird von Schafen für sich beansprucht.



    Der Ortschaft Lærdal kann ich (noch) nichts abgewinnen und lasse sie links liegen und folge der RW5 was allerdings eine weiter Fjordfähre bedeutet (die erste mit dem früher obligatorischen Kiosk an Bord).



    In Sognedalsfjøra biege ich auf die 55 ab. Die Straße begleitet den Sognefjord ins Landesinnere. Der Fjord ist übrigens der längste Fjord in ganz Norwegen. Die Straße nähert sich dem Fjord immer wieder auf einige Meter und entfernt sich dann wieder.



    Ich folge einem Wegweiser zur Stabkirche von Urnes, doch die Straße endet an einem Fähranleger im schönen Örtchen Solvorn. Auf eine Fährüberfahrt müsste ich einige Stunden warten. Und so mache ich hier einfach nur Pause, als sich eine Hochzeitsgesellschaft nähert. Nach einigen Fotos nehmen sie die Fähre nach Urnes und ich mache mich wieder auf den Weg zur Straße 55, die ab jetzt direkt entlang des Lustrafjords verläuft.



    In Luster decke ich mich an einer kleinen Bäckerei mit frischen Zimtschnecken ein. Ein wenig später erreiche ich in Skjolden das Ende des Fjords.



    Hier liegt auch ein Campingplatz mit Hostel, welches ich als Übernachtungsmöglichkeit wähle. Geräumige saubere Zimmer mit eigener Dusche und WC, incl. W-Lan zu einem relativ günstigen Preis. Da die Saison noch nicht voll angelaufen ist, habe ich das ganze Zimmer für mich allein. Da es gerade einmal 16:00 ist entschließe ich mich auf der Ostseite des Fjords zurück nach Ornes zu fahren. Diese Straße hat es jetzt wirklich in sich, kaum breiter als mein Auto und direkt am Ufer, dazu noch unbeleuchtete Tunnel, so macht das Fahren richtig Spaß, und die Reisegeschwindigkeit sinkt auf entspannte 20 km/h Durchschnitt. Oberhalb des Fähranlegers von Ornes stelle ich mein Auto ab und mache mich auf den Weg zur Stabkirche.



    Diese ist leider schon seit einer Stunde geschlossen, aber die Umgebung macht dieses locker wett.



    Nach einer ganzen Zeit mache ich mich auf den Rückweg nach Skjolden. Unterwegs halte ich noch am kleinsten Supermarkt der Umgebung an und Stocke meinen Vorrat an Erdbeermarmelade auf.



    Am Campingplatz in Skjolden erkunde ich noch ein bisschen die Umgebung und beende den Tag.


    12. Juni 2015


    Für heute habe ich eine Kajaktour gebucht. Diese soll gegen 10:00 Uhr an der Basis von Nordic Ventures in Gudvangen starten.


    Gegen 08:00 heißt es aber erstmal Aufstehen, die Sonne hat eines der Fenster des Hostelzimmers für sich entdeckt und die ersten Gäste packen ihre sieben Sachen für diverse Ausflüge. Ich gönne mir ein Frühstück und einen frischen Kaffee eine Etage höher in der voll ausgestatteten Küche des Hostelgebäudes.
    Der frisch gebrühte Kaffee findet Anklang und so wird schnell aus einer Aeropress für mich allein schnell eine ganze Kanne für 2 Tische. Als „Gegenleistung“ gibt es einen Teller asiatische „Frühstückssuppe“, diese wärmt durchaus für den ganzen Tag.



    Derweil läuft das erste von heute 3 Kreuzfahrtschiffen in den Hafen ein und wird gerade festgemacht. Eine ganze Armee von Reisebussen wartet schon auf dem Parkplatz an der Flåmbahn.
    Routiniert werden die Passagierströme geteilt und zu den Bussen, bzw. zum Bahnsteig „geleitet“.Als Dorfkind muss ich an ähnliche Gegebenheiten denken, diese haben mit Touristen allerdings weniger zu tun, aber die angewandten Techniken ähneln sich doch sehr.


    Um kurz nach 9:00 mache ich mich im Auto auf den Weg nach Gudvangen, also wieder Tunnelfahrt, erst 7 und dann 11 km. In Gudvangen klettert die Sonne gerade über die Berghänge und taucht das Tal in ein warmes Licht.
    Ich warte noch kurz am perfekt abgesicherten Hochsicherheitsbereich des ISP Terminals, bevor ich gegen 9:45 an der Kajakbasis meine Kleidung, eine Tasse Kaffee und ein Pelicase für meine Kamera erhalte.



    Auf der Wiese am Fjord gibt uns unser heutiger Guide Kim eine Einweisung in die Kajaks und Tips und Verhaltensanweisungen für den Fall einer Kenterung. Dann geht es ein stück mit dem Transporter in Richtung des kleinen Ortes Bakka, hier ist ein weiteres Depot von Kajaks, die wir aus dem Schuppen holen und zu Wasser lassen. Nach einer Einweisung und „Einpaddeln“ in der nähe des Schuppens geht es entlang des Ufers des Nærøyfjords in Richtung Bakka, wo wir an einer der schmalsten Stellen des Fjords auf die andere Seite wechseln.



    Nach einer weiteren Strecke erreichen wir eine direkt an das Ufer grenzende Wiese, dieses wird unser Rastplatz für eine Mittagspause. Direkt durch diese Wiese läuft ein Teil des sogenannten „Königsweges“, an dem sich übrigens der Verlauf der E16 von Bergen nach Oslo orientiert. Hier im engen Tal ist der Weg allerdings nicht mehr als ein Trampelpfad.Beobachtet von einigen Schafen erklettern wir noch einen Wasserfall, bevor wir ein Feuerchen für die Zubereitung des Mittagessens machen.





    Nach dem Essen brechen wir wieder auf, und Paddeln erst noch ein wenig in Richtung Aurlandsfjord, bevor wir wieder das Ufer wechseln und uns auf den Rückweg machen.Während wir gen Bakka paddeln bricht an einem der noch teilweise gefrorenen Wasserfälle ein Schneebrett los und rauscht mit beeindruckender Geräuschkulisse gen Fjord. Für uns ungefährlich, aber dennoch imposant.



    Gegen 16:00 kommen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an und verstauen die Kajaks wieder im Schuppen, bevor wir mit dem Transporter zurück nach Gudvangen fahren, wo wir uns umziehen können. Auf dem Rückweg nach Flåm biege ich noch einmal Richtung Undredal ab und gönne mir dort eine Pizza mit Ziegenkäse direkt am Fjord.Zurück am Hostel fehlt meinem Bett die Bettwäsche, da ich nichts auf dem Bett habe liegen lassen, ging die Reinigungskraft wohl davon aus, dass jemand einfach nur sein Bett nicht abgezogen hatte


    Aber kein Problem, mit neuer Bettwäsche ausgestattet kann ich mir auch noch gleich ein „besseres“ Bett sichern.Um 20:00 gehe ich noch einmal zum Hafen, seit 2 Stunden ist das letzte Kreuzfahrtschiff verschwunden und es ist wie ausgestorben.


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    Die Nacht auf dem Campingplatz direkt am Tvindefossen war ruhig, von der nahgelegenen E16 hört man auf Grund des Wasserfalls je nach Stellplatz nichts.
    Dank meiner späten Ankunftszeit gab es auch keinen Ansturm von Busgruppen, die hier gerne Station machen und so hatte ich abends den ganzen Wasserfall für mich allein.



    Als ich mich gegen 8:45 auf den Weg mache bin ich einer der letzten die diesen Platz verlassen, da die Hauptsaison jedoch noch nicht gestartet ist war der Platz auch nicht sonderlich voll. Nachts hat es noch einen ordentlichen Regenschauer gegeben und daher hängen in dem weitläufigen Tal noch dichte Wolken fest.
    In Vinje folge ich der E16 und biege kurz vor dem Verlassen des Tals auf den Stalheimsvegen ab, die schmale Straße führt am Stalheim Hotel vorbei zur Stalheimskleiva.



    Jetzt geht es auf der Einbahnstraße die mit 18% gefälle recht steilen Serpentinen herunter ins Naerøydalen. Die recht engen Spitzkehren sind zwar gut zu fahren, aber man hört doch deutlich die Achsverwindung zu der die gewundene steile Strecke meinen 5m langen Combi zwingt.



    Am Fuße der Schlucht mache ich auf einem mit super sauberem WC ausgestattetem Parkplatz eine Kaffeepause. Die beiden Insassen des alten Campingbusses strecken passend zum Kaffee ihre Nase aus der Schiebetür. (Ja, die Fahrer passen zum Gefährt) :D



    Schon beim befahren der Stalheimskleiva hat sich mein Auto gemeldet,…. DURST. Im Navi checke ich die nächsten Tankstellen, 19km bis zur Shell in Gudvangen, ca 50km bis zu einer Esso in Aurland. Beide auf meinem Weg und beide locker zu erreichen, also kein Problem.Ich folge dem Verlauf des Naerøydalselvi durch das von hohen Bergen gesäumte enge Tal bis Gudvangen.



    Vor Imposanter Kulisse fülle ich 45 Liter Super E10 in den Tank. Der Liter zu 16 Kronen. Im Sommer 2015 entsprach dieses einem ca. Preis von 1,70 pro Liter. In Deutschland kostete der Sprit zu dieser Zeit zwischen 1,58 und 1,68 pro Liter. Die Oft erzählten Geschichten von Benzinpreisen von weit über 2 Euro pro Liter haben sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet.



    Nachdem mein Auto versorgt ist erkunde ich den Ort. Von hier gibt es eine Fährverbindung zu einigen touristischen Spots am Aurlandsfjord. Ich werde auf die Kajakbasis am Ufer aufmerksam und informiere mich über die hier angebotenen Touren.



    Nach einer ganzen Weile mache ich mich wieder auf den Weg. Als erstes geht es durch den 11,4 km langen Gudvanga Tunnel stetig bergan. Oben angekommen biegt links eine kleine Straße nach Undredal ab. Vorbei an einigen alten Höfen und Hytten geht es hinunter zum Aurlandsfjord. Ganz unten im engen Tal liegt der kleine Ort Undredal. Ich lasse mein Auto am Ortseingang stehen und erkunde den Ort. Im Ortszentrum, direkt am Fjord gibt es ein Café/Souvenierladen etc. Hier gibt es unter anderem auch Ziegenkäse und Ziegenmilchprodukte aus dem Ort zu kaufen. Auch einen Fähranleger gibt es, allerdings muss man sich bei der Fähre per Rundumleuchte anmelden, sonst fährt diese vorbei.



    In Undredal befindet sich die kleinste Stabkirche Norwegens, mit 40 Plätzen.



    Nach einer ganzen Zeit verlasse ich den Ort wieder und mache mich auf den Weg nach Flåm. Hierzu geht es durch den Flenjatunnel 7km bergab. In Flåm liegt mit der Viking Star ein „kleineres“ Kreuzfahrtschiff. Die meisten Gäste sind gerade per Bus und Flåmbahn unterwegs. Nach einem Bummel durch den Hafen checke ich im Hostel ein.



    Das Hostel gehört zum Campingplatz von Flåm, der top gepflegt zwischen Obstbäumen auf einer ehemaligen Ziegenfarm liegt. Die Stellplätze und die Zeltwiese sind noch relativ leer. Ich buche ein Bett im Schlafsaal (6 Betten) für 2 Übernachtungen. Für die Hostelgäste stehen je nach Gebäude eigene gut ausgestattete Küchen zur verfügung. Die Toiletten für die Zimmer des älteren Hostels befinden sich im Servicegebäude des Campingplatzes. Alles ist gepflegt und sauber und mit 260 NOK pro Übernachtung inkl. Bettwäsche nicht wirklich teuer. Allerdings gibt es kein Frühstück



    Gegem 18:00 sehe ich am Hafen der Viking Star beim Auslaufen zu.


    Viking Line hat schon länger ein Rotorsegel im Einsatz, ihr nächster Neubau bekommt keines. Es waren aber Einsparungen im einstelligen Prozentbereich auf offenen Seestrecken zu verzeichnen (was ja über ein ganzes Jahr schon ein paar Euro ausmachen dürfte, denn die Ersparnis liegt bei ca 300 Tonnen LNG)

    Eigentlich wollte ich noch am Lysefjord bleiben und zur Kjerag und nach Lysebotn, aber wie von yr.no vorhergesagt regnet es und es ist neblig. Eine Wanderung zum Kjeragbolten scheidet daher aus.
    Auch am Preikestolen ist heute wenig los. Also erstmal zum Frühstück. Das Frühstück ist im Übernachtungspreis enthalten und findet in der modernen, aus hellem Holz gebauten Preikestolen Fjellstue statt. Dementsprechend hat das Frühstück guten Hotelstandard.


    Nach dem Frühstück mache ich mich wieder auf die Straße. Ich folge der RW13 in Richtung Røldal.



    Anfangs noch entlang an der Küste biegt die Straße nach einigen Kilometern bei Tau ins Landesinnere ab. Tief hängen die Wolken zwischen den Berghängen. Immer mal wieder schlängelt sich die Straße am Ende eines Tales die Berghänge hinauf, hier sind Tunnel noch eher selten anzutreffen.



    Direkt an der Straße liegt kurz vor der Ortschaft Hjelmeland ein Picknickplatz an einer denkmalgeschützten Steinbrücke, auch eine ehemalige Mühle findet sich hier. Ich gönne mir eine Tasse Kaffee und mache eine kleine Pause. Das Wetter spielt gerade mit, der Regen hat es nicht über den letzten Höhenzug geschafft.



    Die weitere Strecke ist recht kurz, denn am Rand der kleinen Ortschaft Hjelmeland endet die Straße an einem Fährterminal. Hier kann man sich die Wartezeit in einem Kiosk und Grill oder im Supermarkt versüßen, wenn man denn möchte. Allerdings ist die Fähre gerade am gegenüberliegenden Ufer angekommen und in ca. 20 Minuten ist die nächste Abfahrt. Nach 15 Minuten ist die Fähre wieder auf unserer Seite und es kann weitergehen.



    Ich bleibe auf der 13 und nehme den Weg durch das Suldal und mache eine längere Pause am Kolbeinstveit – Museum und sehe mir die alten Horizontal Wassermühlen und den alten Hof an.



    Schon bald beginnt es wieder stärker zu regnen und ich fahre weiter. 2 Tunnel später ist wieder schönseres Wetter.In Nesflaten verlässt die Straße das Suldal und es geht langsam aber stetig bergauf. Am Flesånafossen im Brattlandsdalen nutze ich den Rastplatz für ein verspätetes Mittagessen (15:00).



    Es geht weiter bergan, bevor es am Røldalsvatnet in der Ortschaft Håra auf die E134 geht, jetzt wird es steil, es folgt ein Kehrtunnel und eine starke Steigung und ich bin im Winter. Links und rechts der Straße liegt Schnee und Passend dazu fahre ich auf das Røldal Skisenter zu.



    Dann verschluckt mich ein Tunnel, der mich nach 5km leichter Steigung wieder ausspuckt. Ein paar Kilometer geht es über eine winterliche Hochebene bevor es über eine lange Rampe den ganzen Berg wieder hinunter geht. Durch die Wolkendecke und zwischen einigen Häusern hindurch biege ich in Skarsmo in das „Tal der Wasserfälle“ ein.



    Am Låtefossen gibt es passend dazu auch blauen Himmel. In dieses Tal stürzen Wasserfälle aus der Hardangervidda und vom Folgefonna, dementsprechend reißend ist der Fluß, der neben der Straße in Richtung Odda fließt.



    In Odda ist es leider wieder grau in Grau und so folge ich dem Sørfjord in Richtung Kinsarvik.



    In Lofthus checke ich den Wetterbericht für diese Gegend. Er verspricht nichts gutes für die Gegend und die nächsten Tage, aber in Flåm ist für die nächsten Tage gutes Wetter angesagt. So entschließe ich mich heute noch ein ganzes Stück weiter zu fahren.


    Spektakulär kündigt sich die neue Hardangerfjordbrücke an, es geht in einen Tunnel, mitten in diesem Tunnel ist ein Kreisverkehr, direkt nach einem weiteren Stück Tunnel geht es auf die Brücke und danach direkt wieder in einen Tunnel, im Anschluss wird für das Vergnügen bezahlt, eine Mautstelle „kassiert“ per Kennzeichenerfassung 150NOK.



    In Vossevangen biege ich auf die E16, den alten Königsweg, ein. Der Fahrtag geht am Tvindefossen zu Ende. Ich übernachte hier auf dem Campingplatz. Für die knapp 300km lange Etappe habe ich insgesamt ca 11 Stunden gebraucht.


    Auf geht’s, der Berg ruft.



    Die Wanderung zum Preikestolen startet am Parkplatz von hier aus geht es anfangs auf einem etwas breiterem Weg die ersten Höhenmeter hinauf, nach 0,5km wird es steiler und es geht über Steine.



    Danach folgt ein Plateu, von dem aus man bei gutem Wetter das nahe Stavanger sehen kann. Jetzt geht es erst einmal auf angelegten Steinpfaden weiter, der Weg ist hier nicht ganz so steil, aber schon blad ändert sich das wieder.



    Jetzt geht es über aus groben Felsen angelegte Treppe weiter hinauf (rauf, rauf, rauf,… immer schön die Treppe rauf).



    Langsam wird die Bewaldung dünner, und jetzt geht der Weg auf Holstegen über ein Moor.



    Knapp die Hälfte des Weges ist geschafft, aber jetzt folgt der stärkste Anstieg.



    Nach diesem Anstieg geht es aus dem Wald heraus auf eine Hochebene, die Hälfte des Weges ist geschafft. Die Aussicht wird besser und links und rechts des Weges gibt es einige Seen in denen man auch gerne mal schwimmen kann.Jetzt geht es auf dem so genannten Cliff Trail auf die letzten Meter, zuerst führt der Weg über ein „Steinfjell“ mit glatt geschliffenen Felsplatten, bevor der Weg sich der Kante des Gebirges nähert. Über Holzbrücken und Stege geht es am Hang entlang und schließlich kommt der Preikestolen in Sicht.



    Eine knifflige Stelle noch, die zwar nicht sonderlich gefährlich ist, aber beim ersten Mal etwas Mut erfordert gilt es noch zu überwinden und dann ist es geschafft.



    Meine Eindrücke der Wanderung, zu dem Zeitpunkt für mich die erste auf den Preikestolen:


    Ich habe für den Aufstieg 1:20 gebraucht.



    Das späte Aufbrechen zur Wanderung bedeutete Anfangs regen Gegenverkehr, der jedoch nach dem ersten Kilometer weniger wurde. Auf dem Preikestolen war es dementsprechend relativ leer, zur Hauptsaison und zur Mittagszeit sieht es da ganz anders aus.


    Der Weg war und ist (er ist in den letzten Jahren noch etwas „entschärft“ worden) für jedermann zu schaffen, der einigermaßen gut zu Fuß ist und keine Mobilitätseinschränkungen hat.
    Zum Abstieg habe ich den Hill Trail genommen, was noch einmal ein bisschen klettern, jetzt aber auf weniger gut ausgebauten Wegen bedeutet, aber man hat einen schönen Blick auf den Preikestolen.



    Am „Steinfjell“ treffen sich die Wege wieder. Für den Abstieg brauche ich eine gute Stunde.


    Zurück am Hostel gönne ich mir eine heiße Dusche und bringe meine Sachen in den Trockenraum. Ich habe ein Bett im Schlafsaal gebucht und habe Glück, ich habe ein gemütliches 4 Bett Zimmer für mich alleine. Nach einem Abendessen horche ich an der Matratze.


    Blick auf das Gelände der Preikestolenhytta und des Hostels


    Was mich beeindruckt hat:


    Eine Gruppe von Mitarbeitern eines Security Unternehmens aus Stavanger, die mich ziemlich am Anfang im Laufschritt überholt haben und mir kurz nach dem starken Anstieg wieder entgegen kamen, nur um unten umzukehren und mir später auf dem „Steinfjell“ wieder entgegen kamen und nur kurz nach mir am Parkplatz eintrafen.


    Eine Familie mit 2 Kindern, 6 und 4 Jahre, die mal eben Abends noch auf den Preikestolen gestiegen sind. Nicht nur, dass die kleinen bestimmt den Weg 1,5mal gelaufen sind. Auch hatten sie keinerlei Probleme Schritt zu halten (1:20 für den Aufstieg ist jetzt nicht ganz so langsam)


    Der Franzose, der sich direkt an die Kante gesetzt hat und sich in aller Seelenruhe eine Reihe Zigaretten gedreht hat.

    Die Sonne weckt mich gegen 6:00 und nach einem Frühstück mit frisch gekochtem Kaffee aus der AeroPress mache ich mich Reisefertig.
    Am Leuchtturm Lindesness konnte man 2015 auch mit dem Wohnmobil noch kostenlos parken (2019 wird eine Gebühr von 100NOK erbeten, PKW sind frei). Super saubere Toiletten sind im Ticketgebäude am Leuchtfeuergelände die ganze Nacht geöffnet.
    Außerhalb der Öffnungszeiten des Besucherzentrums ist der Zutritt zum Leuchtfeuergelände erlaubt und kostenlos. Ich steige noch einmal zum Leuchtturm und mache mich dann auf den Weg.



    In Spangereid biege ich auf die FV401 ab, die sich als schmale Berg und Talbahn nach Lyngdal schlängelt, von hier aus geht es ein Stück auf der E39 bis ich in Flekkefjord auf die FV44, den Nordsjøvegen abbiege. Spätestens hier sollte man die Abmessungen seines Fahrzeuges kennen, die Straße ist breit genug, dass sich 2 PKW begegnen können ohne stark zu bremsen, bei einem PKW und einem Wohnmobil wird’s enger, bei 2 LKW wird es interessant^^.



    Auf dem Weg durch das Küstengebirge schlängelt man sich mehrmals von Meeresspiegelhöhe auf um die 300 Meter.



    Am Ende des schmalen Jøssingfjords liegt der Helleren, unter dem Schutz eines gewaltigen Felsübergangs haben hier vermutlich seit der Steinzeit Menschen gelebt, die letzten Bewohner der vermutlich im 18. Jahrhundert erbauten Gebäude haben den Helleren um 1920 verlassen. Wie bei vielen Sehenswürdigkeiten in Norwegen kann man sich hier frei bewegen und nichts ist verschlossen oder Abgesperrt.



    Am Aussichtspunkt über dem Jøssingfjord mache ich eine längere Mittagspause. Hier weist eine Hinweistafel auf den „Altmark- Zwischenfall“ hin, mit dem das Schicksal Norwegens im 2. Weltkrieg endgültig besiegelt wurde.



    In Egersund folge ich weiter der 44, die ab hier zur Landschaftsroute Jæren wird. Auf der direkt an der Küste verlaufenden Straße wird die Landschaft ruhiger, nach dem längsten norwegischen Sandstrand bei Brusand folgt eine Flache Gegend mit durch Steinwälle getrennten Wiesen und Feldern die bis fast an die Nordsee reichen. Hier war einst eine beliebte Strandräuber Gegend. Um die Schifffahrt abzusichern wurden einige Leuchttürme erbaut, einer davon ist Kvassheim Fyr, der zusätzlich mit einem starken Nebelhorn versehen wurde. Bis 1990 war dieser Leuchtturm bemannt.



    In Bryne versorge ich mich mit Bargeld und Lebensmitteln. Auf dem weiteren Weg entschließe ich mich gegen den Weg nach Stavanger und wechsele in Ganddal(f) auf die RV13, die mich von der Küste ins Fjordland bringt. In Lauvik führt diese Straße ins Wasser, weiter geht es mit der ersten Fjordfähre. Für 70NOK setze ich mit der Finnøy nach Oanes über.



    Von hier aus ist es nur noch ein kurzer Weg bis zum Ende der Tagesetappe am Preikestolen.Gegen 18:00 treffe ich am Parkplatz Preikestolen ein. Ich habe vor hier im Hostel zu übernachten. So kann ich auf das Gelände, ohne eine Parkplatzkarte zu lösen. Das Parken am Preikestolen kostet (2015) 200NOK. Die Übernachtung im Hostel kostet inklusive Parken und Frühstück 340NOK, es lohnt sich also nicht irgendwo anders zu übernachten und von hier aus zu wandern.Nach einem Check des wichtigsten Planungsinstrumentes in Norwegen, der Seite yr.no, die für den morgigen Tag Regen und Nebel vorhersagt entschließe ich mich noch heute zum Preikestolen zu wandern.

    Norwegen ohne Hurtigruten
    Die klassische „Anfängerroute“
    08. 06. – 21. 06. 2015


    Am letzten Abend der Hurtigrutentour im Anflug auf Ålesund habe ich mich noch lange im „Wintergarten“ der Lofoten mit einem Mitpassagier über die Eindrücke der Reise unterhalten und wir waren schnell der Meinung dass man auf der Küstenroute zwar sehr viel von Norwegen sieht, aber gewissermaßen das ganze „von außen“ beobachtet. Er war schon einige Male im Inland unterwegs und meinte dass schon hinter dem, was man vom Schiff aus sieht noch ein ganz anderes Norwegen liegt. Wie konnte ich widersprechen.


    Und so kam es, dass ich nicht einmal 8 Wochen nachdem ich aus Norwegen zurück war meinen Resturlaub nutzte und mich wieder auf gen Norden machte.


    Der Plan: Fähre am 09. 06 von Hirtshals nach Langesund
    Fähre am 21. 06. Bergen nach Hirtshals


    Die Route: Noch keinen Plan


    Ziele: Lysefjord bis eventuell hoch zum Sognefjord


    Die Vorbereitung auf den Urlaub viel ziemlich gestrafft aus, am Wochenende stand noch eine Jugendfreizeit an, von der ich am Sonntagabend zurück kam. Am frühen Montagmorgen habe ich also mein „Reisemobil“ beladen.
    Ein Kombi der Passat Klasse mit 2*1,30 m Liegefläche ist da recht praktisch. Ein paar Lebensmittel, eine elektrische Kühlbox, 3*5l Wasser, ein Gaskocher, eine AeroPress, Wechelrichter und meine Lieblingskamera müssen natürlich mit.


    Um 8:05 geht es auch schon los. Start der Reise ist Brilon im schönen Hochsauerland, woll. Über die A33 bis Bielefeld und die Wahrschauer Allee bis Hannover, und ab Hannover geht es nur noch geradeaus. Es ist überraschend wenig Verkehr, und so habe ich bereits gegen Mittag Hamburg und die Baustellen nördlich des Elbtunnels hinter mir gelassen.
    Nach einer Pause kurz vor dem NOK ist mit dem Kanal gegen 12:00 Uhr genau die Hälfte der Fahrstrecke geschafft. In Handewitt tanke ich noch einmal mein Auto auf und gönne mir einen Imbiss beim ortsansässigen amerikanischem Burgerbräter, bevor ich mich über die zum damaligen Zeitpunkt noch gänzlich offene Grenze nach Dänemark mache. Es geht weiter immer gerade aus auf Nordkurs. Schnell habe ich mich an das ruhige Fahren in Dänemark gewöhnt. Dennoch ist man von der Geschwindigkeit her besser unterwegs als in Deutschland, meine Durchschnittsgeschwindigkeit liegt satte 5 KM/H über der bis zur Grenze gefahrenen, der Verbrauch ist dennoch um einiges geringer (Ich glaube ich hatte die ganze Fahrt in Dänemark die Pedale nicht beuntzt).


    Um 16:15 treffe ich in Hirtshals ein und tanke in der Nähe des Terminals noch einmal auf. Mein Plan war eigentlich in der Nähe des Hafens zu übernachten und am nächsten Morgen um 9:00 mit der Fähre nach Langesund zu fahren. Die Parkmöglichkeiten am Hafen entpuppten sich als suboptimal und so entschied ich mich anzufragen, ob auf dem Katamaran nach Kristiansand noch ein Platz frei ist. Eigentlich hätte ich nicht umbuchen können (da Spar – Ticket), aber da noch Plätze auf der Blechdose frei sind, ist es kein Problem, und ich bekomme die Ticktes für die Überfahrt in die Hand gedrückt. Aufpreis? ,….. passt schon, aber schnell, der check in macht in 5 Minuten zu.


    Um 16:30 bin ich durch den Check in und reihe mich in die Warteschlange neben zahlreichen Wohnmobilen ein.Um 17:15 legt die Fjordcat an und kurz danach ist das Entladen beendet, Um 17:30 können die PKW an Bord. Bei der Höhenangabe der Fahrzeuge sollte man nicht mogeln, 2m sind 2m, es gibt wenig bis gar keine Toleranzen in der Höhe der einzelnen Bereiche des Fahrzeugdecks. Aber so schafft man es PKW in 4 Stockwerken zu laden. Es ist erstaunlich wie viele Fahrzeuge die Fjordcat schlucken kann.Um 18:00 werden die Motoren gestartet und wir verlassen den Hafen. Nach dem Passieren der Molenköpfe wird beschleunigt und wir überqueren den Skagerrak.



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    Vielen Passagieren bekommt die leicht holprige Fahrt nicht besonders (der Katamaran hat eine relativ unregelmäßige Eigenschwingung, die teilweise gegen Altsee eines Sturmes von letzter Nacht anläuft)Nach knapp 2 Stunden Fahrt drosseln die Maschinen und wir laufen in Norwegens südlichsten Hafen ein.



    Um 20:30 kann ich das Schiff verlassen. Bei der Zollkontrolle werde ich durchgewunken, aber so manch einer wir aus der grünen Reihe heraus gewunken und einer der ersten PKW die von Bord gefahren sind darf gerade seinen Kofferraum leeren. Auf Norwegischen Strassen steuere ich mein erstes Tagesziel an. Den Leuchtturm von Lindesness, hier plane ich zu übernachten und ab dort am nächsten Morgen zu starten.


    13. Tag


    Ostersonntag 05. April


    Nach einem reichhaltigen Frühstück, das sich trotz „Massenabfertigung“ (Thon Hotel Bryygen vor Umbau) nicht vor anderen verstecken muss, schließe ich meinen Koffer im Hotel ein und gehe noch einmal zum Torget.
    Es ist Flaggentag und so hat jeder vorhandene Flaggenmast mit einer Flagge bestückt zu sein. Am Fischmarkt sehe ich mir die Auslagen der Händler an und komme mit einem Händler ins Gespräch. Ich war etwas erstaunt, dass er mich gleich auf Deutsch anspricht, aber ich trage eine Jacke des Weltbundes der Kochverbände mit einer Anstecknadel des Verbands der Köche Deutschlands, und er ist ein gelernter Koch aus Thüringen, den es nach Bergen verschlagen hat.


    Für einen Koch, der gerne mit Fisch arbeitet ist Norwegen natürlich ein Träumchen, auch wenn er meine Vermutung bestätigt, dass Einheimische eher weniger zu den Kunden am Fischmarkt zählen, kann man doch Fisch in der gleichen Qualität andernorts zu wesentlich geringeren Preisen erstehen. Allerdings meint er auch dass in der Hauptsaison mit Teilweise 4 Kreuzfahrern im Hafen noch ganz andere Preisschilder aufgestellt werden



    Nach einem Besuch in der Festung Bergenhus und einem Kaffee in der Hotellobby hole ich meinen Koffer ab und mache mich per Flybussen auf den Weg zum Flughafen.



    Im Duty Free Shop im Flughafen scherze ich mit einem KLM Piloten, dass wir wohl auf den gleichen Flieger warten. Er bestätigt dies, das Flugzeug hat auf Grund starken Gegenwinds über eine Stunde Verspätung, aber wir würden das wieder „reinholen“. Nach einem rekordverdächtigen Turnaround von unter 20 Minuten inklusive Tanken verlassen wir Bergen und sind, durch den Wind nun kräftig angeschoben, pünktlich in Amsterdam.


    Kleines Fazit:


    Eine super Reise, und wir hatten extremes Glück mit dem Wetter, auch wenn Trondheim sich uns nur in shades of grey präsentiert hat.


    Die Lofoten ist trotz ihres Alters gut in Schuss, die Renovierungen in der Cafeteria sind stimmig, die Bar war zu diesem Zeitpunkt noch nicht umgebaut.Die Kabinen auf Deck 3 / vorne (Die mit dem Fischaroma) sind frisch renoviert und bieten das beste Preis- Leistungsverhältnis der ganzen Flotte.


    Das gesamte Servicepersonal ist hochprofessionell.Ebenso spitze: das Rezeptionsduo Reiseleiter Morten Sagen und Snorre Pedersen.


    Was eher negativ auffiel:


    Der Druck auf die Angestellten möglichst viele Pakete und Zusatzleistungen zu verkaufen wurde auch durch die Passagiere bemerkt, Stichwort: Wasserpaket, Ausflüge.


    Zu dieser Zeit gab es extreme Reibungspunkte zwischen Geschäftsleitung und Personal und nicht immer konnte das durch die Angestellten weggelächelt werden.
    So kippte merkbar die Stimmung unter dem Restaurantpersonal, als für die „Premierentour“ des neuen Konzeptes die Hotel und Restaurantleitung in Trondheim außerplanmäßig getauscht wurde.
    Einige Konsequenzen zeigten sich ein paar Monate später, als die Hygienischen Zustände in der Küche bei einer Kontrolle als bedenklich eingestuft wurden. https://www.itromso.no/nyhet/article11620898.ece



    Dennoch wollte ich vor ihrem Ausscheiden noch einmal mit der Lofoten fahren. Im Herbst 2017 habe ich also eine weitere Buchung getätigt, um im Herbst 2019 zu fahren. Leider wurde dieser Termin durch Hurtigruten abgesagt, aber ich konnte auf eine Reise im April 2020 umbuchen, und auf dieser Reise war auch Kabine 305 zu haben
    Im Sommer 2018 wurde der Fahrplan und die Schiffsrotation geändert, und erneut musste ich die Reise umbuchen, als „Entschädigung“ gab es ein zusätzliches Bordguthaben, neuer Reisetermin wurde der 13. April 2020.


    Und dann kam Corona:


    Direkt nach Bekanntgabe des Shutdowns beschäftigte ich mich mit den Möglichkeiten einer Umbuchung / Stornierung. Ein Umbuchen kommt leider für mich nicht in Frage, da mir die derzeitige Situation es unmöglich macht zu sagen, ob und wann ich das nächste Jahr überhaupt Urlaub nehmen kann. Des Weiteren würde selbst eine Fahrt in der Wintersaison für mich einen Aufpreis bedeuten, der über dem eigentlichen Reisepreis liegt, Hurtigruten hat im Zuge der Gutscheinlösungen mal eben die Preise ein ganzes Stück angehoben, und mit Ausscheiden der Lofoten fallen die preisgünstigen Einzelkabinen weg.


    Ich habe also per E-Mail freundlich bei Hurtigruten um eine Rückzahlung des Reisepreises gebeten. Auf diese mail bekam ich keine Antwort. Die gleiche Mail habe ich 12 Tage später erneut gesendet. Dieses wurde mit Hinweis auf die AGBs abgelehnt (die klar besagen, dass mir die Rückzahlung zusteht).
    Telefonisch habe ich versucht den Sachverhalt zu klären und wurde ziemlich barsch zurückgewiesen, ich solle mit dem Gutschein, der ein reines Kulanzangebot ist zufrieden sein.


    In einer weiteren (freundlichen) E-Mail am 30.03. wies ich nun auf die mir zustehende Rückzahlung, belegt mit den AGBs und den Fahrgastrechten nach EU – Richtlinie 2015/2302 hin.
    Daraufhin wurde ich gebeten mein Stornierungsgesuch über die Webseite zu stellen. Nach einer Woche kam die automatisch erstellt Eingangbestätigung der Anfrage.


    Nach erneut 3 Wochen Wartezeit habe ich mein Anliegen nun per Einschreiben an Hurtigruten gesendet und erneut um Rückzahlung gebeten (30.04.) Als Antwort bekam ich die, auch hier im Forum verlinkte Standardantwort per E-Mail.Also ist weiter Warten angesagt, auf Anwaltliche Durchsetzung meiner Forderungen habe ich bis jetzt verzichtet, allerdings glaube ich, dass ich das Geld wohl eher nicht wiedersehe.

    12. Tag
    Ostersamstag 04. April 2015


    All things come to an end


    Im Sonnenaufgang laufen wir den letzten Hafen der Strecke vor dem Endpunkt an. Nach einem kurzen Halt in Florø geht es auf die letzte Etappe nach Bergen.
    Am Stabben Fyr steigen wir wieder in das Wettrennen mit dem Arbeitsschiff „Fjordkabel“ ein, welches wir erneut recht zügig überholen.



    Nach dem Frühstück und bei schönstem Wetter nehmen wir den Abstecher durch den Steinsund. Auch müssen jetzt die Kabinen geräumt werden und fast das gesamte Restaurantpersonal hilft beim Reinigen der Kabinen.



    Nach dem letzten Mittagessen erreichen wir auch schon das Randgebiet von Bergen. Es ist Ostersamstag und dementsprechend sind viele Personen am Ufer und auf dem Wasser unterwegs. Kpt. Amundsen hat es sich auf seinem „Lieblingsplatz“ auf der Brücke bequem gemacht, und alles was auch nur ansatzweise winkt oder grüßt wird mit einem kurzen Typhonsignal bedacht.



    Um 13:30 sehen wir die neue Bergensfjord, die gerade vom gemeinsam genutzten Terminal ablegt und sich auf den Weg nach Stavanger und Hirtshals macht. Einige Minuten später haben wir auch schon die Spitze von Nordness erreicht und das Hurtigrutenterminal kommt in Sicht. Viel zu früh legen wir um Punkt 14:00 am Terminal an.



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    Als erstes Werden die Koffer entladen und jetzt heisst es Abschied nehmen. Der Kapitän und viele Crewmitglieder verabschieden die Gäste an der Gangway.


    Nach der Verabschiedung von den Mitreisenden mache ich mich auf den Weg zum Hotel, ich habe noch eine Übernachtung in Bergen angehängt.
    Nach einem Stadtbummel am Nachmittag und einem Anschließenden Ausflug auf den Fløyen gönne ich mir ein Abendessen bei einem „Burgerbräter“ und ein Craft Beer in einem Pub in Bryggen.



    Später treffe ich am Hafen noch eine ganze Gruppe Lofotenpassagiere wieder. Wir lassen den letzten Abend auf den Zachariasbryggen im Skarven ausklingen